Hisense hat den „LASER TV“ 4K Kurzdistanz-Projektor mit einem Dual-Laser-System auf der IFA 2017 vorgestellt. Das System hat nur noch wenig mit dem Prototyp aus 2016 gemein denn viele Änderungen machen das Gerät zu einem Heimkino-Geheimtipp.


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Wir sind hin und her gerissen vom neuen „Laser TV“. Die Kommunikation und Präsentation auf der letztjährigen IFA war noch nicht so „Filmreif“ und kurz nach der Messe ist das Produkt auch wieder in den Untiefen unseres News-Portals verschwunden.  Als wir den „alten Bekannten“ am Messe-Stand von Hisense erspäht waren wir erst einmal etwas unbeeindruckt. Es wäre nicht das erste mal, dass ein Produkt für den deutschen Markt angepriesen wurde und dann doch nicht erscheint. Doch diesmal scheint es Hisense ernst zu meine. Der „Laser TV“ ist neu, überarbeitet und ist in dieser Ausführung durchaus eine kleine Empfehlung wert.

Zwei Laser mit bis zu 3.000 Lumen

Wir werfen alles über Bord, was wir über das Produkt zu wissen glaubten und fangen von Null an. „Laser TV“ (HE100LN60D) wird von Hisense nicht als klassischer Projektor oder Beamer gesehen, da das Gerät speziell auf eine Displaydiagonale von 100 Zoll (2.54 Meter) zugeschnitten ist. Ausgestattet ist der Kurzdistanz-Projektor mit einer blauen und roten Laser-Lichtquelle sowie einem grünen Phosphor-Farbrad. Zwei Laser? Richtig gelesen. Hisense spendiert dem Gerät einen zweiten Laser, was in einer höheren Farbhelligkeit und verbesserten Abdeckung des Farbraumes resultiert. Kommuniziert werden bis zu 3.000 Lumen Farbhelligkeit und eine Abdeckung von bis zu 95% des BT.2020 Farbraumes. Das ist ein absoluter Spitzenwert, sollte sich dieser in den Testlaboren bestätigen lassen.

Mit einer Unterstützung von High Dynamic Range (HDR) Inhalten mit HDR10 erwarten wir nicht weniger als eine beeindruckende Bildwiedergabe, basierend auf den Spezifikationen die uns genannt wurden.

20.000 Stunden Laufzeit & Triple Tuner

Ein weiterer Vorteil der Laser? Der Projektor soll bis zu 20.000 Stunden seinen Dienst erfüllen ohne schlapp zu machen. Angestrahlt wird eine spezielles Projektions-Panel mit reflektierenden Kristallen, die das Licht des Lasers bestmöglich zurückwerfen sollen. Ach und haben wir erwähnt, dass das finale Produkt sogar über einen integrierten Triple-Tuner (DVB-T2/C/S2) verfügt? Wieder ein Grund wieso der Name „Laser TV“ durchaus gerechtfertigt ist.

100 Zoll Panel inklusive

Nun muss der Kunde nicht alle Komponenten einzeln kaufen, diese werden von Hisense so bereits als Paket angeboten. Projektor, 100 Zoll Panel sowie ein Surround-Sound-System (womöglich 5.1) werden zusammen geliefert. Das 100 Zoll Panel wiegt gerade mal 5-6 kg und lässt sich mit einer Wandmontage-Lösung lt. eigenen Erfahrungen der Hisense-Mitarbeiter in gut 15 Minuten montieren. Mit Ausrichtung des Kurzdistanz-Projektors und Anschluss der Surround-Anlage soll man bereits nach 30 Minuten TV-Programme und Filme über den Projektor genießen können.

Kein Pro ohne Kontra

Hört sich doch alles perfekt an, aber es gibt natürlich auch das ein oder andere Haar in der Suppe. Zum einen ist der Blickwinkel des Laser TV doch recht eingeschränkt. Eine Verfälschung der Farben und des Kontrasts stellt sich schon ab geschätzten 15° ein. Aus einer Entfernung von 3-4 Metern dürften so nur 4-5 Leute maximal eine gute Sitzposition bekommen. Andere müssen mit Abzügen in der Bildqualität rechnen. Durch das Farbrad, sind je nach Inhalte auch noch Regenbogeneffekte zu erkennen. Diese haben wir aber nur bei einigen Inhalten ausmachen können. Bei einer Video-Demo von Star Wars Battlefront (Konsolenspiel) ist dieser Effekt überhaupt nicht zu beobachten gewesen. Womöglich fehlt es auch noch etwas am Feinschliff, damit auch verschiedenste Bildformate gut auf dem Projektor aussehen.

Preis & Verfügbarkeit

Das sind aber bereits die einzigen Probleme, die wir in unserer kurzen Testzeit ausmachen konnten. Wir können nur hoffen, dass Hisense in den nächsten Monaten diese Probleme noch adressiert. Vor Weihnachten wird es eh nichts mehr mit dem „Laser TV“ 4K Projektor. Die erste Jahreshälfte 2018 wird angepeilt. Bis dahin wird auch noch der Projektor selbst sowie das Chassis verändert, welches immer noch auf dem Prototypen des Vorjahres basiert. Der Preis könnte aber für die lange Wartezeit entschädigen. Vielleicht landet das Gerät bei um die 10.000 Euro. Immer noch ein Haufen Geld, aber immer noch günstiger als einige Single-Laser-Projektoren der Konkurrenz.

Video „Laser TV“ von Hisense auf der IFA 2017:

Hisense: 100 Zoll 4K Projektor mit Dual-Laser in 2018
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