Erst die NSA Spähaffäre und dann das! Ein englischer Blogger will herausgefunden haben, dass LG über seine Smart TV Programme unverschlüsselte Daten nach Außen tragen. Dabei soll es sich unter anderem um Informationen zum Sehverhalten, sowie Dateinamen und Strukturdaten von angeschlossenen Speichermedien handeln.

[UPDATE:] LG bestätigt Datensammelwut seiner Smart TVs

LG hat sich zu den jüngsten Vorwürfen geäußert. LG räumte ein, dass sich einige Modelle nicht so verhalten wie angedacht. Die Daten werden übertragen selbst wenn die Option zur Übertragung der Informationen deaktiviert ist. Der koreanische Hersteller wird prüfen, welche Modelle von diesem Fehler betroffen sind und wird diesen natürlich korrigieren. Wer die Option aber nicht deaktiviert, muss weiter damit leben, dass LG das Sehverhalten und die Daten von angeschlossenen Speichermedien überträgt. LG rechtfertigt seine Datensammlerei damit, dass man dem Zuschauer zugeschnittene Serien und Filme anbieten wolle.

Werbung auf der Bedienoberfläche des LG Smart TV

Werbung auf der Bedienoberfläche des LG Smart TV

Auf dem LG Smart TV des namenlosen Bloggers, wurden seit Anfang des Monats Werbungen auf der Bedienoberfläche eingeblendet. Nach einer kurzen Internetrecherche ist dieser auf LGs Smart-Ad Homepage gestoßen. Auf der Seite wird Verlegern und Werbetreibenden das Konzept hinter den Werbungen erklärt, welche auf das Nutzungsverhalten des Kunden zugeschnitten sind. Nach diesem Fund hat sich der Technikinteressierte durch das Menü des Fernsehers geklickt und siehe da, es gibt eine Option die das “Sammeln von Daten zum Sehverhalten” deaktiviert. Standardmäßig ist diese Option aktiviert!

Nutzerverhalten und Dateinamen unverschlüsselt übertragen

Daraufhin hat sich der Blogger dazu entschieden, den Datenverkehr des LG Fernsehers näher zu untersuchen und wurde auch schnell fündig. Jedes mal wenn der Nutzer den Kanal wechselte, wurde ein unverschlüsseltes Datenpaket an LG gesendet. Diese Informationen wurden auch gesendet, als die “Sammeloption” deaktiviert war!

Übertragene Datenpakete des LG Smart-TV

Übertragene Datenpakete des LG Smart TV

Wer gerne über einen externen Datenträger Filme, Musik und Bilder an seinem LG Smart TV genießt, der wird spätestens jetzt ins Grübeln kommen. Lt. Analyse werden auch Dateinamen und Ordnerstrukturen von angeschlossenen Datenträgern übermittelt. Um diese Behauptung zu untermalen, hat der User eine Datei mit einem außergewöhnlichen Namen (NSFW) auf einen USB-Stick gespeichert und angeschlossen. Nach kurzer Zeit wurde ein Datenpaket mit dem Namen dieser Datei gesendet. Wie genau dieses “Spähverhalten” definiert ist, konnte der Blogger nicht herausfinden. Zum Teil wurden die gesamten Dateinamen eines Ordners, andere Male wurde kein einziger Dateiname übertragen.

LG sieht keinen Handlungsbedarf und verweist auf den Händler

Als der Blogger den Kundendienst darüber informierte und eine Stellungname forderte, bekam er eine nicht zufriedenstellende Antwort. In dieser gab LG an, dass man mit dem Kauf eines LG Smart-TVs auch die jeweilig geltenden Geschäftsbedingungen des Händlers akzeptiere und somit die Beschwerde an den Retailer, bei dem der Fernseher erworben wurde, zu richten sei. Dieses Statement kam wohl direkt von LGs UK Hauptsitz.

Technikspezialisten von heise.de haben versucht den Fall mit deutschen Smart TV-Geräten von LG nachzustellen. Verschiedene Geräte wurden getestet, aber keines hat unverschlüsselte Datenpakete an LG Server versendet. Ob der Beitrag des Bloggers der Wahrheit entspricht, oder ob es sich um eine ausgeklügelte Kampagne handelt um LG zu schaden, lässt sich schwer einschätzen. Es fehlt z.B. die Angabe um welchen Fernseher es sich handelt und welche Firmware-Version installiert ist. Trotzdem hinterlässt dieser Post einen faden Beigeschmack.

Via: doctorbeets blog & heise.de

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