Am 14. November fand der erste europäische Ultra-HD Kompetenz-Workshop UHD2013 statt. Die Futuretainment GmbH sowie Bavariapool Services luden Fachpresse und Hersteller auf das historische Gelände der Bavaria Filmstudios (Studio 9) ein. Wir waren vor Ort und haben Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommen. Wie läuft eine 4K-Produktion ab? Wie ist der Status der UHD-Standardisierung? Woher kommen UHD-Inhalte?

Moderator Ingo Schmoll führte durch die Veranstaltung und umschiffte charmant, dass man hinter den Kulissen noch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Vielleicht eine gute Parallele zu Ultra HD. Im Vordergrund sieht alles bereits sehr gut aus, doch im Hintergrund läuft die Technik noch nicht ganz so rund. Über 100 Gäste sind der Einladung der Futuretainment GmbH gefolgt, um sich von Fachleuten aus der Branche auf den aktuellsten Stand bringen zu lassen. Produzenten von UHD-Inhalten sowie Repräsentanten von Herstellern und Fernsehanbietern standen Frage und Antwort. Eine Auswahl aktueller Ultra HD TV-Modelle wurden ebenfalls ausgestellt. Auf dem kleinen Showcase konnten die Steckenpferde von Philips, Sony, Panasonic und Co. bewundert werden.

Die Agenda:

Rock ’n‘ Roll 4K!

Bevor der erste Redner die Bühne betrat, gab es noch ermahnende Worte, wie wichtig es ist, dass Industrie und Content-Lieferanten eng zusammenarbeiten um Fehler, wie sie z.B. bei der Einführung von 3D gemacht wurden, vermeiden zu können. Die Akzeptanz des 3D-Features hat in den letzten Jahren zugenommen, doch 3D wird weiterhin oft als überhyptes Feature abgetan. Bei der Einführung haben Hersteller ihre eigene 3D-Technik angewandt, ein fester Standard hat sich nie etabliert und schlechte, schnell auf den Markt geworfene Inhalte stecken 3D in die „Schublade des schlechten Entertainments“.

Ingo Schmoll durfte zuerst einen „alten Rocker“ auf der Bühne begrüßen. Gerd F. Schultze, Regisseur und Produzent der Firma Music-Delight Productions GmbH, zeigte sich immer offen gegenüber neuen technischen Standards und nahm diese auch frühstmöglich auf die Bühne. Egal ob HD, 3D oder Ultra HD, viele der Erkenntnisse, wie z.B. welches Licht sich für HD eignet, welche Kameraposition in kleinen Räumen zu verwenden sind und wie Bühnenbilder bei HD/Ultra HD wirken, kommen von ihm. Bei jüngsten Konzertaufzeichnungen hat Gerd Schulz und seine Crew Musikaufnahmen in den Genres  Rock, Pop bis Folk aufgenommen. Die Aufnahme machte in ganz Deutschland von sich reden. Nicht weil die Aufnahmen unglaublich spektakulär waren, sondern weil anderen Produktionsfirmen keine Speicherkarten für Sonys F55 UHD-Kamera zur Verfügung standen. In Deutschland gibt es ca. 13 der 500 GB großen Speicherkarten, die je ca. 23 Minuten von unkomprimiertem Ultra HD-Videomaterial fassen können.

Ein Problem, vor allem bei Live-Aufnahmen, war die „Eitelkeit der Stars“. In UHD sieht alles etwas filigraner aus und so sieht man bei Stars und Sternchen auch jede noch so kleine Falte. Da noch kein UHD-Makeup erfunden wurde, kann es sein, dass die Prominenz sich nicht unbedingt gerne vor eine hochauflösende Kamera stellt. Doch auch hier gilt es frühzeitig zu testen, um entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Hier heißt das Zauberwort „Licht“. Gutes Licht schafft Ästhetik und kann auch ältere Moderatoren, Musiker und co. von ihrer Schokoladenseite darstellen.

Das war der erste Vortrag und der Workshop wurde wegen anhaltender technischen Probleme mit einer 15 minütigen Zwangspause belegt. Gerade richtig um einen Kaffee und ein Crossaint zu holen 😉