Alien 4K Blu-ray im Test: Auch 40 Jahre danach ein Hochgenuss

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Bildqualität (85%)

Alien wurde seinerzeit natürlich analog gedreht – und zwar mit Panavision-Kameras auf 35mm Film. Um ihn auf das Ultra-HD-Medium zu bringen, wurde die Kinofassung 2018 in 4K vom Original-Negativ neu abgetastet (und hat nun ein klein wenig mehr Bildinhalt an den Seiten). Ridley Scott beaufsichtigte die Restaurierungs-Arbeiten, die zu einem 4K-Digital-Intermediate führten. Zur nativen 4K-Auflösung der Disk kommt die erweiterte Kontrastdynamik hinzu, die hier nach HDR10 und HDR10+ auf die Scheibe gebracht wurde. Natürlich ebenfalls an Bord: Ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020.
In puncto HDR10+ gibt es leider erneut (wie bei „Battle at the El Royale“) keinen Unterschied zu HDR10 – jedenfalls nicht auf der von mir genutzten, etwas höherwertigeren Panasonic-Kette.

Zunächst geht es deshalb also „nur“ um HDR10 und die neue 4K-Abtastung.
Und beides schlägt die bisherige Blu-ray dann doch sehr deutlich. Es ist nicht einmal die höhere Auflösung, die hier für eine etwas feinere Darstellung sorgt und Linien/Details an der Nostromo oder auf Gesichtern besser darstellt. Vielmehr wirkt das neue Color Grading, als schaue man einen neuen Film. Gegenüber der doch sehr fleischigen Blu-ray mit etwas gelben Gesichtern und eher orangefarbenem Blut wirkt die UHD viel näher an der Realität und erscheint zeitgemäßer.

Hauttöne sind nun wärmer, etwas brauner und weniger gelb. Blut kommt kräftig rot rüber und es lassen sich auch mehr Farbabstufungen erkennen. Zwar ist die UHD im direkten Vergleich doch deutlich dunkler abgestimmt, säuft aber in der Tiefe der dunklen Räume nicht ab. Nur ganz wenige Szenen leiden unter einem leichten Crush auf den Schwarzflächen. Das bekommt man allerdings mit einer leichten Korrektur am Helligkeitsregler in den Griff – wenn es überhaupt auffällt, weil es evtl. in den Toleranzbereich der jeweiligen Kalibrierung des Gerätes fällt.

Das Letzte, das die Mitglieder an Bord der Nostromo sehen werden
Das Letzte, das die Mitglieder an Bord der Nostromo sehen werden | Bildquelle: 20th Century Fox

Gleichzeitig muss man sich aber auch mit einem sichtbareren Korn arrangieren, was über die BD teils auf den hellen Flächen unterging. Für analoge Filmfans ist’s allerdings ein Genuss, denn es wird in den allermeisten Fällen sehr authentisch reproduziert. Dazu kann die Ultra-HD Spitzlichter wirklich gut.

Der Director’s Cut liegt auf der UHD per Seamless-Branching vor. Sprich: Wählt man ihn an, läuft die reguläre Kinofassung und schiebt die erweiterten/veränderten Szenen des Dir. Cut fließend ein. Letztere liegen nach allem, was die Recherche hergab, nicht in 4K vor, sondern basieren wohl auf dem bisherigen 2K-Master von 2003. Im laufenden Bild sieht man die Übergänge im Color Grading nicht. Der generelle Look wurde gleichermaßen angewendet und gibt ein stimmiges Gesamtbild ab. Allerdings sind nicht alle Einstellungen gleichermaßen scharf. So gesellen sich schon mal Randunschärfen in die Szenen des Dir. Cut, wo die Kinofassung solche Probleme nicht hat. Die Szene, in der Ripley Dallas mit dem Flammenwerfer grillt, leidet außerdem etwas unter einem schwächeren Schwarzwert.

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8 KOMMENTARE

  1. Mir reichen die Blu Ray Filme! Im Angebot bei Amazon für 5€ pro Teil. Als Set meist noch billiger! Die Qualität ist mehr als Top! 4K braucht kein Mensch!

    • Schreib uns bitte nicht vor, was wir „brauchen“. Das tun wir bei Dir auch nicht. Abgesehen davon ist „brauchen“ bei Unterhaltung eh ein unsinniger Begriff.

  2. Nachtrag: Damals im Kino habe ich „Alien“ im „Mathäser“ in München als 70mm Kopie gesehen. Und das war ein geniales Filmerlebnis auf der Riesenleinwand.
    Übrigens ist dieses Kino jetzt das erste „Dolby Vision“ Kino in Deutschland.

    • Das ist schön, aber solche 70mm-Kopien sind nur Vergrößerungen des 35mm-Originals. Diese wurden oft erstellt, weil 70mm-Film bis zu 6 Tonkanäle auf dem Film selbst unterbringen kann, was bei 35mm nicht geht. Auf die Qualität des Bildes selbst hatte das keinen positiven Einfluss.

  3. Ein Original 35mm Negativ hat sogar eine höhere Auflösung, als sie 4K bietet.

    Das Problem bei 35mm ist aber das Alter und um welche Kopie es sich dabei handelt.

    • Das ist ganz einfach nur falsch. Erstens hat Film überhaupt keine Auflösung, sondern feines oder weniger feines Filmkorn. Allerdings gibt es eine Entsprechung darin, wie feine Details man dabei sehen kann. Selbst mit 2K Digitalvideo kann man dabei aber feinere Details sehen als bei 35mm. Siehe zum Vergleich Serien wie Stargate SG-1 oder Dollhouse von Joss Whedon und Eliza Dushku, die von 35mm nach 2K gewechselt haben.
      Ob es sich dabei um das 35mm-Negativ handelt, ist heute nicht mehr relevant, da niemand mehr ein Interpositiv auf Film erstellt. Die Negative werden für solche Restaurationsprojekte wie bei Alien direkt in 4K gescannt. Man kann also keine analogen Kopien-Generationen mehr für den Qualitätsunterschied verantwortlich machen.
      Und auch wenn solche in 4K gescannte 35mm-Filme phantastisch aussehen können, wie z. B. bei Blade Runner, kommen sie, was feine Details angeht, nie an 4K-native Filme wie Lucy, Amazing Spider-Man, X-Men: Apocalypse, The Crimes of Grindelwald oder Mortal Engines heran. Selbst 2001: A Space Odyssey, der ja in Super Panavision 70 und Todd-AO, also 70mm, aufgenommen wurde, kommt an diese 4K-nativen Filme nicht heran.
      Das einzige analoge Filmformat, das es mit 4K aufnehmen kann, ist IMAX. Auch das wird auf 70mm Film aufgenommen, aber jedes Einzelbild nimmt die mehr als dreifache Fläche wie bei den beiden anderen 70mm-Formaten ein.

  4. Wie kann etwas, das in 35mm aufgenommen wurde, „natives 4K“ sein? Das sind native 35mm, sonst nichts.
    So gut diese Alien-4K-BD auch aussieht, ist sie nichts gegen echtes natives 4K wie bei Crimes of Grindelwald oder Mortal Engines.

  5. Wie kann Alien bei Inhalt nur eine 100% Wertung bekommen?

    Ich hatte Jahre selten wieder so eine Gänsehaut gehabt als das Alien Intro Theme los ging.

    Hoffe Disney verbogt es nicht.

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