Schindlers Liste 4K Blu-ray im Test: Aufgefrischtes Meisterwerk

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Bildqualität (90%)

Schindlers Liste wurde 1993 von Janusz Kaminski seinerzeit natürlich analog gefilmt. Zum Einsatz kam 35mm Filmmaterial – und zwar in 4:3. Das 1,85:1-Bildformat, das wir kennen, wurde durch einen Bildbeschnitt erreicht. Von diesem Original-Material wurde für die limitierte Kino-Wiederaufführung sowie für diese UHD ein taufrischer 4K-Scan angefertigt, den Spielberg final höchstselbst abgenommen hat. Wir haben es also mit einer Real-4K-Disk zu tun, deren Basis auch die enthaltene, neue Blu-ray nutzt. Ebenfalls integriert hat man für die UHD den im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum, was augenfällig natürlich nur in den wenigen Farbszenen zur Geltung kommt. Auch mit an Bord: HDR in beiden Varianten (HDR10 und Dolby Vision).

Im laufenden Bild fallen gegenüber der alten Blu-ray dann sofort die verbesserten Kontrast- und Schwarzwerte auf. Gerade in den besser ausgeleuchteten Szenen und jenen Momenten, in denen das Tageslicht bei Außenaufnahmen gut war. Das wirkt insgesamt einfach noch satter und in den Naheinstellungen ist die Schärfe tatsächlich sichtbar besser. Das Fischgrätmuster im Mantel nach 25 Minuten ist für die Kamera in jedem Fall eine Herausforderung gewesen und das wird hier noch besser deutlich. Die aus Totalen aufgenommenen Außenaufnahmen bei diesigem Wetter sind allerdings durch die grundsätzliche Abdunklung des Bildes noch etwas grauer geworden. Die Stimmung ist deshalb häufig noch düsterer, das Bild wirkt in diesen Szenen etwas schmuddeliger. Nicht beseitigen konnte man natürlich jene unscharfen Aufnahmen, die aufgrund der jeweiligen Objektiv-Unschärfen ins Auge fallen.

Die 4K Restauration verhilft der UHD & HD Blu-ray zu einer unglaublich guten Bildperformance. Die 4K/HDR Variante hat die Nasenspitze jedoch etwas weiter vorn
Die 4K Restauration verhilft der UHD & HD Blu-ray zu einer unglaublich guten Bildperformance. Die 4K/HDR Variante hat die Nasenspitze jedoch etwas weiter vorn

Zwischen HDR10 und Dolby Vision tun sich an den Kontrastflanken leichte Unterschiede auf. So lässt Dolby Vision die hellen Bereiche noch etwas deutlicher strahlen und die Schattenanteile werden noch schwärzer dargestellt. Bisweilen ist das eine Spur zu harsch, wobei es aber nie zu unschönen Überstrahlungen kommt.

Ebenfalls auffallend ist das noch feinere Korn. Hier lässt sich dann in vielen Szenen durchaus auch der Auflösungsunterschied erkennen, weil die Körnung nicht so matschig sondern einfach noch filmischer wirkt. Es sollte auch niemand hoffen/vermuten, dass Spielberg beim 4K-Remaster auf die Idee kam, einen Rauschfilter übers Bild zu schicken. Nein, das hier sieht noch genauso analog aus wie seinerzeit im Kino – und so gehört das für Schindlers Liste eben auch. Ein glattgebügelter Wachslook würde den Film in seiner Stimmung komplett zerstören.

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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