Test – Apocalypse Now – Final Cut 4K Blu-ray: Epische Restauration!

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Bildqualität (85%)

„Die Zuschauer werden diesen Film auf eine Weise sehen, hören und fühlen können, von der ich immer geträumt habe – und das vom ersten Knall bis zum letzten Seufzer.“ Das sind die Worte Francis Ford Coppolas, die er anlässlich der 4K-Version seines Meisterwerks verlauten ließ. Und man tat einiges dafür, um diese Worte zu rechtfertigen. Zum ersten Mal überhaupt wurde der Film vom Original Filmnegativ abgescannt, während vorheriges Mastering für digitale Fassungen von Interpositiven ausging. Elf Monate und weit über 2000 Stunden investierte man, um die Negative zu säubern und die über 300.000 Einzelbilder des Films zu restaurieren.

Diese wurden seinerzeit mit drei unterschiedlichen Analogkameras auf 35mm-Filmmaterial aufgenommen und um die absichtlich auf 16mm gedrehten „Newsreel Scenes“ ergänzt. Nach der Restaurierung und Säuberung wurde das Ganze dann nativ in 4K gescannt und mit dynamischem Kontrast in HDR10 und Dolby Vision sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum versehen. Beaufsichtigt und freigegeben wurde es dann entsprechend von Meister Coppola selbst, was ihn eben zu vorangestelltem Zitat veranlasste. Tatsächlich kann man in Sachen Auflösung und Filmlook hier nur wenig Makel finden, weshalb an dieser Stelle Folgendes angesprochen werden soll: Es gibt vereinzelte weichere Shots. Vor allem jene, die Totale zeigen.

Auch zwischendurch ist das Bild mal etwas softer. Hier tragen aber eher die verwendeten Optiken die Schuld, nicht das Mastering der UHD. Außerdem reduzierte Coppola bei einigen Szenen von Marlon Brando bewusst den Detailgrad. Schon damals war der Schauspieler (für alle überraschend) ziemlich korpulent am Set erschienen, was bisweilen mit entsprechender Beleuchtung (und Körperdoubles) kaschiert wurde. Der neue Detailgrad der 4K-Fassung schien Coppola offenbar zu viel davon wieder zu offenbaren.

Das neue Color-Grading ist fundamental anders als bisher und trifft vermutlich nicht jedermanns Geschmack

Bewusst sein sollte dem geneigten Leser natürlich, dass Apocalypse Now NICHT rauschgefiltert wurde. Was man hier zu Gesicht bekommt, ist authentisches und analoges Filmgrain, das genauso dort sein muss, wie es ist. Jede Filterung hätte den 4K-Scan wieder ad absurdum geführt, weil dadurch schlicht wieder Details verloren gegangen wären. Analoges Korn IST Auflösung, IST Bildinhalt. Schön, dass man hier heutzutage nicht mehr den Weg früherer Blu-ray-Veröffentlichungen geht, die möglichst jedes Rauschen aus analog geschossenen Filmen eliminieren wollten – selbst wenn’s mal richtig heftig wird, wie bei Minute 35’30. In Sachen Color Grading bleibt die UHD nahe an jenem der neuen Blu-ray, der sich teils drastisch von der alten Blu-ray unterscheidet.

Die UHD intensiviert Rottöne aber in den entsprechenden Szenen noch mal und liefert einen vor allem im letzten Drittel bei Kurtz recht orangefarbenen Look. Die Durchzeichnung von Details ist gegenüber der neuen Blu-ray besser und die hin und wieder überstrahlenden Bereiche führt HDR10 wieder in die Normalität zurück. Leider ist auch hier eine leichte Roteinfärbung auf sehr dunklen Schwarzbereichen zu erkennen, die Dolby Vision wiederum minimiert. DV ist auch in puncto Durchzeichnung der brennenden Feuer die beste Wahl, da es keinerlei Überstrahlen zulässt und hier am besten aussieht. Grundsätzlich sei noch gesagt, dass die sichtbare Schärfe nicht exorbitant besser ist, wenn es um vordergründige Objekte geht. Sobald man im Hintergrund aber Palmenwedel sieht, kann man sehr schön nachvollziehen, dass das 4K-Master hier mehr Feinheiten und Auflösung bietet. Außerdem sind die Close-ups von Sheen bei dessen späteren Gesprächen mit Brandos Kurtz richtig knackig – hier sieht man dann doch deutlich die Qualität des 4k-Scan.

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(Stand von: 2021/07/29 2:58 pm - Details
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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

2 KOMMENTARE

  1. Final Cut???,die endgültige Fassung eines Filmes der mal auf VHS verlegt wurde,da gab’s doch schon mal was restauriertes zu kaufen.Mich würde mal interessieren wie die Verkaufszahlen bei so ,,restaurierten alten Schinken sind.

  2. Aha interessant dass es Unterschiede gibt bei der deutsche und englische Atmos Remix Tonspuren gesehen habe ich den Final Cut in Dolby Atmos zweimal in meiner Stadt einmal im Astor Kino und einmal im Dolby Cinema die Vorstellung im Dolby Cinema war Bildmäßig und akustisch natürlich um einiges besser als im ASTOR Kino ebenfalls mit Laserprojektoren schwarz war wirklich schwarz im DOLBY CINEMA außerdem ein helleres Bild als im Astor Kino denn im Dolby Cinema ob 2D oder 3D egal welche Vorstellung laufen immer zwei Christie Projektoren und die sind schon mal besser als die Barco Projektoren im Astor Kino außerdem im Astor Kino für 2D Vorstellungen laufen nicht gleichzeitig zwei Projektoren und das ist der feine Unterschied zum Dolby Cinema

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