Test – Apocalypse Now – Final Cut 4K Blu-ray: Epische Restauration!

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Tonqualität (80%)

Was den Ton angeht, so lagen die deutschen Spuren bisher in 2.0 Stereo für die Kinofassung und 5.1 dts-HD-Master für die Redux-Fassung vor. Die neuen Blu-rays/UHDs enthalten die Kinofassung in Dolby Digital 2.0 (also leider verlustbehaftet), dafür die Redux-Version in True-HD – also der dts-HD-MA-Version der bisherigen Blu-ray in Sachen Verlustfreiheit ebenbürtig. Der Final Cut liegt auf der Blu-ray ebenfalls in True HD vor und bietet fürs Englische sogar schon Dolby Atmos. Für unser Review beschränken wir uns hier auf den deutschen und englischen Atmos-Sound der UHD des Final Cut.

Jetzt könnte man meinen, diese Klänge auf der regulären Ebene identisch zur True-HD-Version der Redux-Explosion – tut sie aber nicht. Man merkt, dass hier noch mal Hand angelegt wurde, was die Soundkulisse an sich angeht. Während Redux noch mit zwei sehr unterschiedlich lauten True-HD-Versionen eine Differenz zwischen Deutsch und Englisch aufwies, sind die beiden Sprachen nun komplett aneinander angeglichen. Die Synchro klingt nun auch nicht mehr so aufgeregt in den Actionszenen und erreicht insgesamt die gleiche harmonische Gestaltung wie das Original. Beim Tiefbass mag man meinen, noch ein bisschen mehr Druck zu bekommen, was daran liegen könnte, dass man mit Meyer Sounds Laboratories neuer „Sensual Sound“-Technologie noch einige tiefere Frequenzen hinzufügte.

Hubschraubersounds kommen satt wie noch nie in „Apocalypse Now“

Spüren kann man derartiges beispielsweise bei der Explosion nach etwas über 90 Minuten, die den Boden etwas mehr kitzelt als die True-HD-Fassung von Redux. Geradezu sensationell ist die Räumlichkeit der Pfeilbeschuss-Szene. Was einem hier um die Ohren fliegt, macht richtig Spaß (127’30). Insgesamt präsentiert der Final Cut damit die beste alle Tonspuren für Apocalypse Now – und das schon in der 2D-Version der Blu-ray. Die UHD liefert dann auch fürs Deutsche eine Atmos-Spur für den Final Cut. Diese ist auf der regulären Ebene zunächst einmal komplett identisch mit dem hervorragenden Sound der True-HD-Fassung von der Blu-ray. Die Räumlichkeit ist also auf dem gleichen Niveau, die Stimmen haben Timbre und die echten Actionsequenzen sind von erstaunlicher Dynamik.

Addieren wir die Heights hinzu, so hat man bei Dolby sehr gute Arbeit geleistet. Erwartungsgemäß rekrutieren sich die ersten echten 3D-Sounds dann aus Hubschraubergeräuschen, wenn Willard zur Einsatzbesprechung geflogen wird. Klar sollte allerdings sein, dass der Final Cut mit 180 Minuten nicht eben kurz ist und gerade zu Beginn sehr viel von Dialogen getragen wird. Eine inflationäre Nutzungsmöglichkeit der Höhen-Speaker gibt’s deshalb zunächst nicht. Dafür hat man sehr genau darauf geachtet, wie die Hubschrauber an die Heights „übergeben“ und wieder zu den regulären Speakern zurückgegeben werden – hier wird oft trennscharf gearbeitet, was ein schön immersives und nicht zu breiiges Erlebnis ermöglicht. Bisweilen erwartet man eventuell Rotoren-Geräusche (bspw. wenn die Soldaten in den Helis sitzen), bekommt sie aber oft auch deshalb nicht, weil die Musik sehr stark im Vordergrund spielt.

Meyer Sounds Laboratories haben dem Film zusätzliche Tieffrequenz-Signale verpasst

Tja, und dann gibt es da diese EINE Situation, bei der man bei der deutschen Atmos-Fassung leider nicht die gleichen Signale auf den Heights platziert, wenn Stimmen im Spiel sind. Offenbar hat man hier keinen eigenen Mix mehr erstellen wollen/können, der die deutsche Synchro in diesen Momenten auf die 3D-Speaker setzt. Denn während die Originalfassung ab 53’40 mit leisem Vogelgezwitscher einsetzt, dann den Hubschrauber liefert und in einer phänomenal-immersiven und alle Speaker umfassenden Sequenz Kilgore sein Surfbrett über die Helikopter-Lautsprecher zurückfordert, bleibt das bei der Synchro komplett auf der regulären Ebene – schade.

Umso schöner und aktiver wird’s dann bei BEIDEN Fassungen, wenn der Dschungel nach einer guten Stunde anfängt, sich mit tierischem Leben zu füllen. Hier trumpfen die Heights groß auf. Weitere explizite (und mal etwas Abwechslung von den Hubschrauber-Sounds) gibt’s nach etwas über 94 Minuten, wenn mehrfach Raketen vom Boden aus abgeschossen werden, was einige Minuten später in einem wahren Feuerwerk mündet. Grundsätzlich werden die Heights zwar adäquat bedient, wenn man bedenkt, was der Film optisch dafür hergibt. Was fehlt, sind aber atmosphärische Dschungelgeräusche, die man nur sehr selten mal wahrnimmt. Außerdem ist da diese eine Stelle, die der deutsche Atmos-Sound leider komplett verschweigt. Schade, dass genau das der effektvollste 3D-Sound-Moment des ganzen Films ist, der ansonsten fast nur Helikoptergeräusche zu bieten hat.

  • Deutsch: Dolby Atmos (85%) 2D-Betrachtung
  • Deutsch: Dolby Atmos (40%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)
  • Englisch: Dolby Atmos (85%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (45%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)
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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

2 KOMMENTARE

  1. Final Cut???,die endgültige Fassung eines Filmes der mal auf VHS verlegt wurde,da gab’s doch schon mal was restauriertes zu kaufen.Mich würde mal interessieren wie die Verkaufszahlen bei so ,,restaurierten alten Schinken sind.

  2. Aha interessant dass es Unterschiede gibt bei der deutsche und englische Atmos Remix Tonspuren gesehen habe ich den Final Cut in Dolby Atmos zweimal in meiner Stadt einmal im Astor Kino und einmal im Dolby Cinema die Vorstellung im Dolby Cinema war Bildmäßig und akustisch natürlich um einiges besser als im ASTOR Kino ebenfalls mit Laserprojektoren schwarz war wirklich schwarz im DOLBY CINEMA außerdem ein helleres Bild als im Astor Kino denn im Dolby Cinema ob 2D oder 3D egal welche Vorstellung laufen immer zwei Christie Projektoren und die sind schon mal besser als die Barco Projektoren im Astor Kino außerdem im Astor Kino für 2D Vorstellungen laufen nicht gleichzeitig zwei Projektoren und das ist der feine Unterschied zum Dolby Cinema

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