Jungle Book 4K Blu-ray im Test: Kontrastreicher Klassiker im neuen Gewand

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Bildqualität (85%)

The Jungle Book ist praktisch komplett im Computer entstanden, was zu einer Fülle an CGIs führte, die in ihrer Weiterverarbeitung entsprechend datenhungrig sind. Das ist in der Regel verantwortlich dafür, dass diese in 2K gerendert werden, da ein Hin- und Herschicken der Daten schlicht zu viel Ressourcen frisst. Die Realfilm-Aufnahmen von Mogli-Darsteller Neel Sethi wurden mit einer ARRI Alexa XT aufgenommen, die eine Auflösung von 3.4K lieferte. Allerdings wurde auch das im Zuge mit den 2K-CGI über ein 2K DI auf die UHD gemastert. Zusätzlich kam natürlich ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik nach dem statischen Verfahren HDR10 mit auf die Disk.

Im laufenden Bild führt das erst einmal nicht zu einem deutlich sichtbaren Auflösungsvorsprung. Das liegt zum einen daran, dass die Realfilm-Aufnahmen von Mogli absichtlich etwas abgesoftet wurden, damit sie sich nicht zu krass von den 2K-gerenderten CGIs unterscheiden. Zum anderen holt ein 4K-Upscale aus 2K-CGIs eben nicht raus, was nicht wenigstens irgendwann mal vorhanden gewesen ist.
Außerdem gibt es auch hier immer noch Unruhen auf dem Fell der Tiere (4’30) oder im sich wiegenden Gras (6’23). Wenn man sich das Tierfell anschaut, wird schon noch deutlich, dass zwischen The Jungle Book und Der König der Löwen noch einmal drei Jahre Progression in der Entwicklung von feinst aufgelösten CGI-Details ins Land zogen. Denn obwohl die UHD vom Löwenkönig ebenfalls nur eine hochskalierte Scheibe ist, hat sie einfach eine Fülle mehr an Details in Härchen und Fellstrukturen.

Die Close-ups von King Louie liefern eine phänomenale Detaildarstellung

In puncto Kontrastdynamik und Brillanz ist die UHD aber stets eine Nase vor der Blu-ray. Ohne ein grundsätzlich anderes Color Grading zu liefern, sind Pflanzen natürlicher grün und nicht so lindgrün. Der Urwald ist weniger gelbdominiert und es gibt sichtbar mehr Differenzierung in Übersichtsszenen von Bäumen oder Lehmböden. Die helleren Spitzlichter sorgen für ein stärkeres Leuchten in den Augen, wenn Mogli und die Tiere in den dunklen Szenen gefilmt werden – dunkle Szenen, die glücklicherweise nicht deutlich aufgehellt werden, sondern mit der Blu-ray auf einem Schwarzlevel-Niveau liegen. Gleichzeitig bleiben helle Oberflächen glücklicherweise besser durchzeichnet und neigen nicht im gleichen Maße unter Überstrahlen wie es bei der BD der Fall ist. Insgesamt ist die UHD von Jungle Book die bessere Wahl, auch wenn sie sich nicht ganz oben einreihen kann, weil dafür schlicht Bildruhe und -auflösung fehlt.

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1 KOMMENTAR

  1. „Doch mittlerweile muss man dankbar sein, wenn das eben nicht zu einer hörbaren Einschränkung führt – abgesehen eben von der notwendigen Anhebung der Lautstärke.“

    Dem stimme ich persönlich nicht zu.
    Es sollte eigentlich eine absolute Selbstverständlichkeit sein, dass man tontechnisch auf der UHD BluRay das best mögliche Erlebnis bekommt. Das heißt für mich primär: Lossless Codec, ordentliche Abmischung (auch im 3D Sound), keine Beschneidung in Sachen Dynamik/Lautstärke etc.. Schließlich zahlt man schon einen satten Premium Aufschlag. Selbst auf einer normalen BluRay erwarte ich ordentlichen Ton. Letztere wird ja aber mittlerweile, in vielen Fällen, künstlich noch stärker beschnitten, damit man noch mehr Leute zur UHD Scheibe treibt. Was auch ein ziemlich trauriges Verhalten ist.

    Andere Studios schaffen es auch immer wieder ordentliche Tonspuren abzuliefern (zumindest auf der 2D Ebene). Guter Atmos Sound ist da zwar generell seltener. Gibt es aber ja auch (bspw. Godzilla II). Disney sticht seit langem einfach nur noch negativ heraus.

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