Inbetriebnahme & Design

Auf der diesjährigen IFA 2018 stellte Sony erstmals ihre neue Bravia Master Series der Öffentlichkeit vor. Teil des neuen Line Up’s ist der ZF9 ein Direct LED LCD-TV, sowie Sonys neues OLED Modell AF9. Letzteres haben wir in dieser Review ausgiebig testen konnten.

Beide Modelle gehören aktuell zu Sonys Spitzenreitern im TV Segment und versprechen beste Sound und Bildqualität. Da Sony neben den herkömmlichen Consumer Produkten auch professionelle Studiomonitore (z.B. das Referenzmodell BVM-X300) herstellt, welcher in der Post Production häufig zum Einsatz kommt, versucht man, dass die wiedergegebenen Inhalte so nah wie möglich an das Referenzmodell herankommen. Um zu Beginn gleich ein wenig der Spannung raus zu nehmen – dem AF9 gelingt dies in der Praxis sehr gut!

Der Sony AF9 hat wie bereits der A1 eine leichte Neigung nach hinten und liegt mit dem Display direkt auf

Selten hat uns der Aufbau eines TV Gerätes so ins Staunen versetzt, wie der des AF9. Grund dafür ist wie schnell und simpel es gestaltet ist. Der TV verwendet einen fest verbauten und äußerst soliden Standfuß, der auf der Rückseite des Gerätes angebracht ist. Diesen muss man lediglich ausklappen und die Unterseite des Fußes mit der Hilfe eines Verbindungsstücks und einer einzigen Schraube fixieren – das wars! Ja ok das Netzkabel mussten wir auch noch anschließen. Eine komplizierte Aufbau-Arie bleibt uns jedoch erspart!

Diesen Standfuß kann man nicht entfernen, da sich in ihm die Elektronik sowie die Anschlüsse befinden. Wenn man den TV an die Wand montieren möchte, so muss man den Standfuß lediglich nach hinten einklappen. Eine wandnahe Montage ist somit nicht möglich. Man muss doch mit mehreren Zentimetern zwischen Display und Wand leben können – also wir könnten.

Sonys Detailverliebtheit zeigt sich auch im Rahmen des AF9

Der AF9 gleicht mit seinem leicht nach hinten geneigten Display und dem Standfuß eher dem A1 OLED und nicht wie die Modellbezeichnung vermutet dem Vorgänger AF8. Selbst wenn die grundsätzlichen Elemente vom A1 OLED übernommen wurden, zusätzliche Änderungen wie die Dreiecks-Formation auf dem Standfuß machen den Fernseher wirklich zum Designobjekt. Sonys OLED TV sticht dadurch ähnlich wie der E8 von LG mit seinem Picture on Glass Design im Wohnzimmer deutlich hervor. Sony nennt das ganze One Slate Design. Aufgrund dieser Neigung sollte man aber darauf achten, dass das Sideboard für den TV nicht zu hoch ist, da es sonst während des Betriebes nach einiger Zeit als störend empfunden werden kann.

Sony achtet sehr auf kleine aber feine Details so finden sich z.B. in der unteren linken Ecke ein Sony Logo und der TV verfügt über einen sehr schmalen „schwebenden“ Rahmen, sodass er sich gut in moderne Wohnzimmer einfügen kann.

Der Standfuß ist vollständig mit Stoff überzogen und dahinter befinden sich alle Anschlüsse sowie die Hardware des AF9

Durch seine schlanke Einfassung ermöglicht der AF9 fokussiertes Sehen bei maximalen Anzeigebereich. Über Geschmack lässt bekanntlich streiten uns gefällt das Design aber sehr gut.

Was wir weniger gelungen finden sind die Anschlüsse, denn diese sind alle nach unten ausgerichtet was das Anbringen von Geräten ein wenig erschwert. HDMI 1 Eingang und ein USB Anschluss sind jedoch jeweils an der Seite angebracht.

Ein paar zusätzliche, leicht zugänglichere Anschlüsse an der Seite hätten uns besser gefallen. Alle Ports bis auf HDMI 1 sind nach unten ausgerichtet
Ein paar zusätzliche, leicht zugänglichere Anschlüsse an der Seite hätten uns besser gefallen. Alle Ports bis auf HDMI 1 und ein USB Anschluss sind nach unten ausgerichtet

Die Fernbedienung weißt das bekannte und auch bewährte Design auf und verfügt über ein integriertes Mikrofon um mittels Sprachbefehl „OK Google“ den TV zu steuern. Falls dies nicht gewünscht ist, kann man diese Funktion in den Einstellungen deaktivieren. Der Google Assistant ist aktuell in 5 Sprachen erhältlich: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Darüber hinaus verfügt die Fernbedienung über Shortcut Tasten für Netflix und Google Play was sehr praktisch ist und die Apps direkt startet. Meiner Meinung nach passt das Design der Fernbedienung nicht zu dem hochwertigen und eleganten Design des AF9 – hier hätten wir uns etwas mehr gewünscht. Die Haptik der Fernbedienung ist angenehm, die um die Pfeiltasten angeordneten Shortcut-Buttons „laden dazu ein“ aus Versehen die Apps oder den TV-Guide aufzurufen. Zumindest für ungeübte sicherlich ein Frustfaktor.

Die Anordnung der Shortcut-Buttons um die Pfeiltasten schmeißt uns immer mal wieder ungewollt aus unserem Film / Videostream. Die Haptik der Fernbedienung ist angenehm. Eine Amazon Prime Video Taste wäre noch das Sahnehäubchen gewesen
Die Anordnung der Shortcut-Buttons um die Pfeiltasten schmeißt uns immer mal wieder ungewollt aus unserem Film / Videostream. Die Haptik der Fernbedienung ist angenehm. Eine Amazon Prime Video Taste wäre noch das Sahnehäubchen gewesen

Ausstattung & Anschlüsse

Der Sony AF9 wird mit dem neuen Android TV OS Oreo 8.0 ausgeliefert. Die aktuellste Firmware-Version ist V6.0358(1), welche auch Grundlage für unseren Tests ist.

Die aktuelle Firmware-Version V6.0358 (05. Oktober 2018) war Basis für unseren ausführlichen Test
Die aktuelle Firmware-Version V6.0358 (05. Oktober 2018) war Basis für unseren ausführlichen Test

Der TV verfügt über viele Smart Features. (Übrigens der A1 OLED wird ebenfalls mit OREO ausgestattet) Die Nutzeroberfläche wirkt in der neuen Version sehr organisiert und es ist möglich den Hauptbildschirm zu individualisieren und an seine Bedürfnisse anzupassen. Die User Experience bei Sony hat deutlich zugenommen, selbst das Swipen durch Film und Serien bei Netflix ist schön animiert und macht im Vergleich zum A1 diesmal richtig Spaß. Während Android Nougat ein App basiertes Interface bot, so ist das neue Oreo Interface eher inhaltsbasiert aufgebaut.

Die Nutzeroberfläche hat sich mit Android 8.0 deutlich verbessert. Klarer strukturiert und vor allem viel schneller.
Die Nutzeroberfläche hat sich mit Android 8.0 deutlich verbessert. Klarer strukturiert und vor allem viel schneller.

Im Vergleich zum A1 und auch dem AF8 funktioniert das navigieren deutlich flüssiger und schneller. Dies liegt unter anderem auch an der doppelt so schnellen Hardware als auch an dem Oreo 8.0 Update. Im inneren werkelt nun ein 4-Core 64 bit ARM Cortex A73 mit 1,5 GHz. Der RAM wurde ebenfalls auf 4 GB aufgestockt, was die Performance natürlich begünstigt. Leider war es mir mit unserem Test Sampel nicht möglich, den TV mit dem 5 GHz WLAN Netz zu verbinden, dies soll aber laut den Spezifikationen möglich sein.

Folgende Anschlüsse befinden sich am Sony AF9 OLED TV: 4x HDMI 2.0 || 3x USB 2.0 || 1x Digital-optischer Ausgang || 1x Analog Audio-Ausgang (3.5mm Klinke), 1x Composite-Eingang || 1x Twin-Tuner Satellit || 1x Single-Tuner Antenne/Kabel || 1x Ethernet.

Unterstützte Formate & Features der Anschlüsse:

HDR10 Ja
Dolby Vision Ja
HLG Ja
3D Nein
5.1 Passthrough ARC Dolby Digital Ja
5.1 Passthrough ARC DTS Nein
5.1 Passthrough Optical Dolby Digital Ja
5.1 Passthrough Optical DTS No
HDMI 2.0 Volle Bandbreite Ja (HDMI 1-4)
HDMI 2.1 Volle Bandbreite Nein
ARC & eARC Ja (HDMI 3)
USB 3.0 Ja (1x)
HDCP 2.2 Ja (HDMI 1-4)
CEC Ja
MHL Nein
Wi-Fi Unterstützung Ja (2.4 GHz, 5 GHz)

 

Auf der Rückseite des AF9 findet sich eine weitere Besonderheit. Hier sind zwei Bananen Stecker angebracht, die genutzt werden können um den Center Kanal des AVR anzusprechen. Dadurch verwandelt ihr den TV in den zentralen Center Speaker und könnt ihn somit in ein bestehendes Soundsystem einbinden.

Beim AF9 setzt Sony wie schon beim A1 auf die berühmte und einmalige Acoustic Surface + Technologie. Diese wurde seit Einführung weiterentwickelt und baut nun auf ein 3.2 System auf statt auf 2.1 System wie es noch beim A1 zum Einsatz kam.

Mit der Acoustic Surface Audio+ Technologie wird das Display zum Lautsprecher. Sound und Dialoge kommen also genau aus der Richtung, aus der sie vom Zuhörer visuell wahrgenommen werden!
Mit der Acoustic Surface Audio+ Technologie wird das Display zum Lautsprecher. Sound und Dialoge kommen also genau aus der Richtung, aus der sie vom Zuhörer visuell wahrgenommen werden!

Auf der Rückseite werkeln nun 3 Aktuatoren und 2 seitlich ausgerichtete leistungsstarke Subwoofer die das Display des AF9 zum Schwingen bringen und so Klänge emittieren und für einen kräftigen Bass sorgen. Der ganz klare Vorteil bei dieser Sound-Technologie liegt darin, dass der Klang direkt aus der Richtung kommt, aus der sie auch vom Auge wahrgenommen wird. Die Aktuatoren sind zudem im oberen Drittel des Bildschirms angeordnet, auf der Höhe auf der auch der Kopf des Zuschauers befinden sollte (TV-Geräte sollten immer so aufgebaut werden, dass der Kopf der Zuschauer auf 2/3 der Gesamthöhe des Displays liegen). Die allgemeine Soundqualität hat mir rein Subjektiv wirklich sehr gut gefallen und bietet meiner Meinung nach, einen der besten Sounderlebnisse verglichen mit herkömmlichen TV Lautsprechern.

SDR Kalibrierung

Die Farbdarstellung und Präzession des AF9 ist Out of the Box in dem empfohlenen Bildmodus „Anwender“ bereits sehr gut. Dennoch war es uns möglich mittels einer professionellen Kalibrierung das Ergebnis auf Referenzniveau zu bringen. Bei der Bravia Master Series gibt es gleich zwei nennenswerte Neuerungen, wenn es um die Kalibrierung der Geräte geht.

Sony führt erstmalig die Möglichkeit ein, einen Weißabgleich von 20 Punkten (5 IRE – 100 IRE) statt der herkömmlichen 10 Punkten (10 IRE bis 100 IRE) zu machen. Ab Werk sind lediglich die bekannten 10 Punkte verfügbar. Um die 20 Punkte für den Weißabgleich freizuschalten, benötigt man zusätzlich die kostenlose CalMAN for BRAVIA App aus dem Google Play Store. Nach Installation sind auch ohne CalMAN Software die 20 Punkte Weißabgleich verfügbar. Sollte man also den TV manuell kalibrieren wollen, so kann man die 20 Punkte Weißabgleich auch mit jedem anderen Kalibrier-Programm wie z.B. das Kostenlose HCFR oder LightSpace vornehmen. Ebenso ist es nun möglich, den Farben mittels 6 Achsen CMS (Color Management System) den Primär und Sekundärfarben Beine zu machen. Damit nicht genug, ist Sony auf den gleichen Zug wie z.B. Panasonic und LG aufgesprungen und ist eine Kooperation mit Portrait Display eingegangen und bietet dem Endverbraucher nun die Möglichkeit, mittels CalMAN Software und dazu passender Hardware den TV durch das bekannte AutoCAL Feature automatisch zu kalibrieren.

DDC Window in CalMAN

Zu Beginn der Testphase konnten wir dies mit einer frühen Alpha Version von CalMAN ausprobieren. Auf dieses Feature als auch auf die Ergebnisse werden wir noch genauer eingehen. Unser Dank gilt an dieser Stelle Mark Ryals Marketing Director von Portrait Display, sowie Hanif Shangama PR Manager von Sony, für das Bereitstellen der Software, als auch für das Test Sample. In der Zwischenzeit ist die offizielle Beta Version R3 von CalMAN 2018 erschienen, die unter anderem die neue Bravia Master Series Geräte samt passendem Workflow unterstützt. Anders als bei den 2018er LG OLED Serie werden die Änderungen via CalMAN nicht direkt am SoC des TV vorgenommen, sondern via DDC (Direct Display Control). Man hat also die gleichen Regler innerhalb von CalMAN zur Verfügung, wie man sie in den herkömmlichen Einstellungen des TVs vorfindet. Sollte man das Gerät lieber auf die herkömmliche weiße manuell kalibrieren, so ist dies durch die DDC Steuerung sehr komfortabel, da man für die Änderungen nicht mehr die Fernbedienung benötigt. Nimmt man wie in dem Screenshot zu sehen Änderungen an den Regler vor, so werden diese direkt an den TV übertragen.

Grundlage für unsere SDR Kalibrierung ist der „Custom for Pro 1“ Bildmodus. Mit diesem peilt Sony beim AF9 ein Gamma 2.2 an und ist ab Werk mit einer Farbtemperatur von ≈6700K etwas zu kühl, was zu einer leichten Blässe besonders bei Gelb- sowie Rottönen führt. Wie man an der RGB Balance sieht, liegt dies an einem leichten Blau Überschuss in den mittel und Hochtönen, während Grün und Rot leicht unter Soll liegen. Die Rec.709 Farbraum Abdeckung ist OLED Typisch gut, obwohl die Primär- und Sekundär Farben in den Mitteltönen ab Werk etwas untersättigt sind.

Die Werte vor der Bildkalibrierung des AF9 in SDR (Bildmodus: Benutzer)
Die Werte vor der Bildkalibrierung des AF9 in SDR (Bildmodus: Custom for Pro 1). Bereits ab Werk ist der AF9 OLED gut vorkalibriert

Nachdem wir mittels Helligkeitsregler den TV auf ca. 100 nits voreingestellt haben, starteten wir einen 2P Weißabgleich, gefolgt von kleinen minimalen Anpassungen von 5 IRE bis 20 IRE. Ebenso waren nur wenige Steps vorrangig bei den Farbtönen im CMS notwendig, um ein Delta E <1 (empfundener Farbabstand)  zu erreichen. Dies zeigt wie gut und präzise der TV bereits ab Werk abgestimmt ist, dennoch führen die Optimierungen zu einem optisch besseren Ergebnis. An der Stelle gilt es anzumerken, dass große Anpassungen am CMS später zu Artefakten bei der Bildwiedergabe führen kann. Hier gilt also weniger ist mehr. Was mir besonders gut an der Kalibrierung des AF9 gefallen hat, ist die Tatsache, dass man den TV im „Anwender für Pro 1“ Bildmodus zunächst nativ auf Gamma 2.2 kalibriert und im Anschluss das gewünschte Gamma-Ziel später im TV mit dem Gamma Regler vornimmt. Ich war mehr als nur erstaunt, wie sauber der Sony AF9 die Umrechnungen vornimmt. Nachdem ich also den Gamma Regler im TV auf „-2“ eingestellt hatte, erzielte ich einen nahezu perfekten 2.4 Gamma verlauf. Mit „-1“ peilt der Sony ein 2.3 Gamma an.

Nach der Kalibrierung (SDR) sank der Delta E-Wert deutlich. Farbfehler sind mit dem bloßen Auge also nicht zu erkennen.

Ein weiterer wichtiger Indikator zur Beurteilung der Farbwiedergabe des Gerätes, ist der ColorChecker SG mit denen wir 123 verschiedene Pattern messen. Hierbei werden die gängigsten Farbmuster auf den Prüfstand gestellt. Ein Wert der < dE 3.0 liegt kann vom menschlichen Auge nicht mehr als falsch wahrgenommen werden. Das Ergebnis des AF9 mit einem Durchschnittswert von dE 0.77 und einem Maximalwert von dE 2.69 spricht daher für sich. Er hat leider wie viele OLED Geräte ein Problem mit dunklen Mischtönen, die meist etwas zu stark gesättigt sind. Bei der Wiedergabe von Inhalten fällt dies aber nicht schwer ins Gewicht. Besonders die Hauttöne wirken nach der Kalibrierung sehr natürlich. Gelb- und Rottöne gewinnen ebenfalls an Sättigung was sich positiv auf den Gesamteindruck allen voran auf die Hauttöne auswirkt, da eben diese mit den Werkseinstellungen noch etwas zu blass sind.

Mit dem "Color Checker" werden 123 Farbtöne geprüft, die oft in Filmen & Serien dargestellt werden müssen. Auch hier arbeitet der AF9 OLED bis auf wenige Ausnahmen sehr präzise!
Mit dem „Color Checker“ werden 123 Farbtöne geprüft, die oft in Filmen & Serien dargestellt werden müssen. Auch hier arbeitet der AF9 OLED bis auf wenige Ausnahmen sehr präzise!

Wir waren auch sehr gespannt auf die Genauigkeit der Farbluminanz bei unterschiedlichen Helligkeitsstufen. Auch hier konnten uns die Messungen positiv überraschen. Der AF9 ist in hellen aber allen voran auch in den oftmals schwierigen dunklen Helligkeitsbereichen auf Referenz Niveau. Verglichen mit LG und anderen Herstellern schafft es Sony mit dem AF9 und ihrer Panelansteuerung auch bei kritischen Bildinhalten eine hohe Farbgenauigkeit zu erzielen und gewährleistet so auch in dunklen Bildbereichen Farben korrekt darzustellen.

Die Darstellung von Farben funktioniert über alle Helligkeitsstufen hinweg sehr präzise. Einzig in den Helligkeitsbereichen von 80-100% gibt es kleine Ausreißer bei den roten Farbtönen, die sich aber immer noch unter dE 3.0 bewegen und im Content nur sehr selten vorkommen.

Die Peak Helligkeitswerte im SDR Bereich sind ähnlich verglichen mit denen anderer OLED Hersteller. Der ABL greift erst ab ca. 150 nits und ein großer Helligkeitsverlust tritt erst bei vollflächigem Weiß auf. Der AF9 eignet sich mit 450 nits Peak White auch für die Wiedergabe am Tag und besonders hellen Räumen.

Die maximale Helligkeit im SDR-Modus bleibt konstant bei 450 nits (2%-25% Fenster) fällt jedoch auf einer vollflächigen Darstellung (100%) auf 150 nits ab.
Die maximale Helligkeit im SDR-Modus bleibt konstant bei 450 nits (2%-25% Fenster) fällt jedoch auf einer vollflächigen Darstellung (100%) auf 150 nits ab.

HDR Kalibrierung

Auch wenn unser Redakteur Fabio Elia leidenschaftlich gerne TV Geräte kalibriert, freut es ihn aber immer noch ungemein, wenn der Hersteller ihm etwas Arbeit abnimmt. Nach der SDR Kalibrierung wurden die ermittelten Werte ebenso für HDR als auch Dolby Vision übertragen und somit mussten diese nicht separat optimiert werden – das spart Zeit und Arbeit. Dennoch müssen wir gestehen, dass wir nach einer ersten Messung im HDR10 Modus ein wenig verwundert waren, das der AF9 „nur“ auf eine Peak Helligkeit von ca. 670 nits innerhalb eines 2% Window Pattern gekommen ist.

Die maximale Helligkeit des AF9 OLED im HDR-Modus lag bei 670 nits. Mit zunehmender Fenstergröße fällt dieser Wert langsam ab. Bei den 100% sind es auch hier nur 150 nits.
Die maximale Helligkeit des AF9 OLED im HDR-Modus lag bei 670 nits. Mit zunehmender Fenstergröße fällt dieser Wert langsam ab. Bei den 100% sind es auch hier nur 150 nits.

Im Vergleich zum AF8 ist er somit deutlich dunkler und liegt damit eher auf A1-Niveau. Zum Vergleich ein 65 Zoll C8 kommt ohne Dynamic Tone Mapping auf knapp 800 nits Peak Helligkeit, was für einen stärken HDR Effekt sorgt. Wieso es dem AF9 nicht gelingt, in den wichtigen Helligkeitsbereich von 750 – 1000 nits vorzudringen können wir leider nicht beantworten. Sehr schade, da innerhalb dieser Range der HDR Effekt, sowie die Detailgenauigkeit besonders in hellen Bereichen sehr hoch ist.

Graustufen-Messung (Greyscale) im erweiterten Dynamikbereich (HDR10) des AF9 OLED TV
Graustufen-Messung (Greyscale) im erweiterten Dynamikbereich (HDR10) des AF9 OLED TV

Wir vermuten, dass Sony hier mehr Wert auf eine hohe Farbtreue bei der HDR Wiedergabe legt, anstatt mit hohen Helligkeitswerten zu protzen. Was der TV an Helligkeit einbüßt, macht er aber mit dem von Sony angestrebten Tone-Mapping wieder wett. Wie auch die OLED Modelle von LG, bietet der Sony AF9 eine dynamische Anpassung der HDR Metadaten, jedoch gibt es hierfür keine gesonderte Einstellung im TV. Dies sehen wir aber nicht als problematisch an, denn dem AF9 gelingt es scheinbar mühelos Details in Spitzenlichtern präzise und realistisch abzubilden. Das spiegelt sich auch im sehr sauberen EOTF Verlauf wieder. Je nach Szene passt der TV also das Tone-Mapping an und trotz teils fehlender Spitzenhelligkeit, können wir beim Betrachten von HDR Inhalten auf dem AF9 in einem vollständig abgedunkelten Raum teils nicht aus dem Staunen kommen.

HDR10 auf dem AF9 erstrahlt trotz fehlender Spitzenhelligkeit in vollem Glanz und differenziert feine Details in Spitzenlichtern

Die Farbwiedergabe in HDR ist  insgesamt als sehr gut zu bezeichnen. Lediglich Gelb- und Grüntöne tendieren leicht ins rötliche zu driften. Ansonsten erwarten einem bei der Wiedergabe von Ultra HD Inhalten präzise Farben und dank des gewählten Tone-Mappings von Sony sanfte Verläufe von dunklen zu hellen Szenen und umgekehrt. Unsere Messung ergab, dass der AF9 98% des DCI-P3 Farbraums abdeckt und bietet somit beste Voraussetzungen bei der Darstellung von Farben für Ultra HD Inhalte.

Farbraumabdeckung des AF9 OLED TV im HDR10-Modus
Farbraumabdeckung des AF9 OLED TV im HDR10-Modus

Dolby Vision Performance

Auch der Sony AF9 bietet die Möglichkeit Dolby Vision Inhalte über HDMI Quellen wie z.B einen Apple TV 4K oder einen Ultra HD Player wiederzugeben. Neben der Wiedergabe von Dolby Vision Inhalten über HDMI Quellen, funktioniert auch die Wiedergabe von den TV internen Apps wie Amazon Prime Video oder Netflix. Eine weitere Neuerung die in dem Zusammenhang steht, ist der sogenannte Netflix Calibrated Modus.

Gemäß Aussagen von Sony als auch Netflix, soll diese Einstellung bewirken, der Intention des Regisseurs, die er beim Color Grading im Sinn hatte am nähesten zu kommen. Hier werden aber nicht etwa spezielle Werte beim Weißabgleich oder den Farben im CMS individuell für den AF9 vorgenommen, sondern lediglich jegliches Processing deaktiviert und müsste meiner Meinung nach in „Dolby Vision Dunkler Raum“ umbenannt werden, denn mehr ist es eigentlich nicht. Es handelt sich hier um einen guten Marketing-Streich über den immerhin viel berichtet worden ist.

Dolby Vision Wiedergabe auf dem AF9

Die Wiedergabe von Dolby Vision Inhalten erfolgt wie auch die von HDR10 auf höchsten Niveau. Je nach Quellmaterial und Mastering hat mal Dolby Vision samt dynamischer Metadaten oder HDR10 mit statischen Metadaten die Nase vorn. Was jedoch auffällt ist, dass der AF9 bei einigen Serien und Filmen auf Netflix, die im Dolby Vision Modus liefen, besonders in stark abgedunkelten Szenen mit teils harten Tonübergängen zu kämpfen hatte. Dies ist aber wie gesagt vom Quellmaterial abhängig und tritt nicht überall auf und ist somit unter Umständen auf das Mastering bestimmter Inhalte zurückzuführen.

Aufgrund dessen ist es schwierig ein endgültiges Fazit zu ziehen und einem der beiden HDR Techniken die Krone aufzusetzen aber zu dem aktuellen Zeitpunkt (Oktober 2018) ziehen wir die Wiedergabe von statischen HDR10 Metadaten samt der dynamischen Tone-Mapping Funktion von Sony klar vor.

Bewegtbild + AutoCAL

Der Sony AF9 bietet mit seinem Motionflow sehr übersichtliche Einstellungsmöglichkeiten um die Bewegtbilddarstellung zu optimieren. Man hat die Wahl zwischen „Custom“, „Auto“ sowie „deaktiviert“. Wir empfehlen Motionflow auf „Custom“ zu stellen und Glätte maximal auf 1. Denn ab 2 wird bereits der Soap Effekt sehr deutlich, kann aber z.B. für Sport Sendungen durchaus Sinn machen. Bei der Wiedergabe von Film und Serieninhalten ist es zwar möglich durch die Erhöhung der Glättung das Bild weiter zu beruhigen, jedoch ist bereits ab dem Wert „1“ eine Unschärfe im Bild zu erkennen. Man sollte daher abwägen was einem wichtiger ist.

Die Calman Autokalibrierung soll professionellen Anwendern und Heimkino-Enthusiasten die Kalibrierung der Master Series TVs (AF9 und ZF9) erleichtern
Die Calman Autokalibrierung soll professionellen Anwendern und Heimkino-Enthusiasten die Kalibrierung der Master Series TVs (AF9 und ZF9) erleichtern

Auf dieses besagte Feature wollte ich gerne gesondert eingehen, da es meiner Meinung nach ein besonderes Merkmal ist. Um das AutoCAL feature nutzen zu können, benötigt man einen Mess Sensor, einen Pattern Generator, die CalMAN Software, als auch die kostenlose CalMAN for BRAVIA App aus dem Google Play Store. Nach der Installation der App aus dem Store schaltet man neben den 20 Punkten Weißabgleich auch 2 weitere neue Bildmodi frei. Diese lauten „Custom for Pro 1“ und „Custom for Pro 2“.

Hardware Aufbau zwischen CalMAN Software und Sony Bravia Master Series
Hardware Aufbau zwischen CalMAN Software und Sony Bravia Master Series

Theoretisch muss man lediglich einen Knopf drücken und die CalMAN Software erledigt für einen die ganze mühevolle Arbeit, die ansonsten manuell vollzogen werden muss. In der Vergangenheit waren die Ergebnisse von AutoCAL aber leider nie reproduzierbar und glichen der trial-and-error Methode und erzeugten dazu Banding. Umso mehr waren wir überrascht, als wir die Funktion für die Bravia Master Series austesten konnten. Diese funktioniert nämlich erstaunlich gut! Anders als bei Herstellern wie Panasonic oder LG, die ebenfalls AutoCAL für einige ihrer Modelle anbieten, stellt CalMAN als Basis zunächst 100 IRE, 50 IRE und dann 5 IRE ein. Im Nachgang werden dann die Punkte dazwischen entsprechend eingestellt. Portrait Display hat hier offensichtlich in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Sony den Algorithmus angepasst – mit Erfolg. Die Kalibrierung der 20 Graustufen dauerte gerade einmal 4 Minuten und das Ergebnis war nahezu perfekt mit einem dE 0.2 für die RGB Balance. Lediglich ein paar kleine Korrekturen an 1-2 Punkten machten das Ergebnis dann „perfekt“. Das Ergebnis war tatsächlich reproduzierbar und die RGB Stellregler wurden nur innerhalb von einer Range von +/- 6 versetzt was also nur geringfügige Änderungen sind und somit zu keinen Schwierigkeiten wie z.B. Banding führt. In der aktuellen R3 beta Version von CalMAN gibt es einen extra Bravia Workflow in dem Sony empfiehlt statt dem D65 Weißpunkt einen Custom Weißpunkt zu verwenden um den Look des X300 Studio Monitors nahe zu kommen. Dies führte in meinem Test jedoch zu einem Drift und leichter Verfärbung der Graustufen in Richtung Magenta und konnte uns vom Bildeindruck nicht überzeugen. Für unsere Beurteilung haben wir den AF9 deshalb auf den herkömmlichen Weißpunkt von D65 kalibriert. Abschließend kann gesagt werden, dass Portrait Display scheinbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat – zumindest was AutoCAL für die neue Bravia Master Series betrifft. Das Feature ist vor allem für Anfänger auf dem Gebiet der Kalibrierung sehr interessant und auf jeden Fall einen Blick wert. Dennoch möchten wir euch dafür sensibilisieren, um gute Ergebnisse mit dem Feature zu erzielen ist es zwingend erforderlich, dass man die Materie und mindestens die Grundlagen der Kalibrierung versteht. Zudem sollte man der englischen Sprache mächtig sein, da es die Software samt Workflows nur auf Englisch gibt.

Um den X300 Look zu matchen, empfiehlt Sony daher bei der Kalibrierung einen anderen Weißpunkt zu verwenden als D65 (CIE-1931).
Um den X300 Look zu matchen, empfiehlt Sony bei der Kalibrierung einen anderen Weißpunkt zu verwenden als D65 (CIE-1931).

Bildeindruck

In den neuen „Bravia Master Series“-Modellen kommt erstmalig der neue Chipsatz X1 Ultimate zum Einsatz sowie ein 2018er Panel von LG Displays. Man darf von einer neuen Generation von Bildprozessoren nicht gleich eine Vielzahl neuer Features und Bildverbesserungen erwarten. Dennoch gelingt es Sony auch in diesem Jahr mit einer sehr guten Signalverarbeitung und einem guten Upscaling aufzuwarten. Aus meiner Sicht unterscheiden sich die OLED TV Geräte aus der aktuellen Generationen nur sehr subtil in diesem Punkt. Wo der Unterschied dafür deutlich und auch offensichtlicher ausfällt, ist bei der Einstellung zur Reduzierung von Banding-Artefakten (Farbbändern). Bei Sony lautet diese Einstellung „Gleichmäßige Abstufung“. LG? Hallo? Hier genau zuhören …

Gerade bei der Wiedergabe von komprimierten SDR Inhalten mit 8-bit Farbtiefe kommt es häufig zu sogenannten Banding-Artefakten. Besonders in dunklen Bildbereichen erkennt man abgestufte harte Farbverläufe wie in dem Bild oben zu sehen. Um diesem Effekt entgegen zu wirken und für saubere und sanfte Farbverläufe zu sorgen, hat man die Möglichkeit die Option „Gleichmäßige Abstufung“ auf „niedrig“ zu stellen. Das reicht vollkommen aus. Der Sony AF9 schafft es das suboptimale Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Signalstufen bei der Bildwiedergabe auszugleichen und diese zu glätten ohne dabei das Bild zu verfremden. Die Tatsache, dass dieses Feature nicht als Subfunktion des MPEG Rauschfilters untergebracht ist, wie es z.B bei LG der Fall ist, zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht und zeigt wie man es richtig macht – bravo Sony.

Das Bild des Sony AF9 wirkt besonders nach der Kalibrierung sehr homogen, ausgeglichen und natürlich. Er schafft es nicht zuletzt aufgrund der OLED Technik und perfekter Schwarzdarstellung ein äußerst plastisches Bild zu erzeugen, was uns sehr an die gute alte Plasma Zeit erinnert. Unser Test Sample hat ein auffällig sauberes Panel was nahezu frei von Banding und DSE (Dirty Screen Effekt) ist. Lediglich ein schmaler Streifen beim 10% Graubild ist zu sehen, welcher bei der Filmwiedergabe aber zu keinem Zeitpunkt aufgefallen ist.

Leider ist auch der Sony AF9 bei der Ausleuchtung nicht zu 100% perfekt, sodass es zum Displayrand hin zu leichten Helligkeitsverlusten kommt im Vergleich zur Bildmitte.

Der AF9 ist auch nicht perfekt: Minimale Helligkeitsverluste am Rand, die aber nicht groß ins Gewicht fallen dürften.
Der AF9 ist auch nicht perfekt: Minimale Helligkeitsverluste am Rand, die aber nicht groß ins Gewicht fallen dürften.

Gaming – Input-Lag

Viele die Sony hören, denken vor allem an die Bravia TV-Geräte. Weitaus mehr Kunden verbinden mit Sony jedoch die Playstation Spielekonsole. TV und Gaming-Konsolen wie die Xbox One S, Xbox One X, Playstation 4 und Playstation 4 Pro gehören in vielen Haushalten einfach zusammen. Und so wird der AF9 OLED sicherlich nicht nur für Fernsehern, Filme & Serien zum Einsatz kommen, sondern muss auch bei Spielen wie Fifa, PUBG oder Call of Duty eine gute Figur abgeben.

Mit ca. 27ms Input-Lag eignet sich der AF9 auch optimal zum zocken!
Mit ca. 27ms Input-Lag eignet sich der AF9 auch optimal zum zocken!

Und auch in diesem Punkt können wir Entwarnung geben. Im Game-Modus schafft der AF9 OLED einen Input-Lag von ca. 27 ms. Das ist gut für Hobby- und kompetitive Gamer. Es gibt TV-Geräte wie den Samsung Q9FN, der diesen Wert noch unterbieten kann (ca. 14ms) jedoch macht dieser Unterschied bei 60 Vollbildern pro Sekunde nicht einmal einen Frame aus. Ein großer Vorteil für das Gaming sind die geringen Umschaltzeiten des OLED-Panels, wodurch subjektiv überhaupt keine Bewegungsunschärfe (Motion Blur) zu beobachten sind. Das kommt vor allem Spielen aus der 3rd Person Perspektive (z.B. Red Dead Redemption 2) zugute!

Fazit & Preisvergleich

Jeder der auf der Suche nach einem TV Gerät ist, dass neben einem äußerst modernen Design auch hervorragende Bild und Toneigenschaften mitbringt ist beim Sony AF9 OLED sehr gut aufgehoben. Anders als noch beim A1 oder AF8 verrichtet die neu verbaute  ARM Cortex A73 Quad Core CPU, als auch der Arbeitsspeicher mit 4 GB sehr gute Arbeit und sorgen dafür, dass es weder hängt, zwickt oder hackt. Die UI ist durchaus gelungen und das Android TV Oreo 8.0 Update bringt samt dem neuen frischen inhaltsbasierten Look, den man seinen persönlichen Vorlieben entsprechen editieren kann eine willkommene Abwechslung.

Was den AF9 von der Konkurrenz auf dem OLED Markt abgrenzt, ist neben der innovativen und einmaligen Herangehensweise beim Thema Klang, die hervorragende Schärfungsoption des X1 Ultimate Prozessors. Auch die Möglichkeit Bandingartefakte bei SD und HD Material minderer Qualität nahezu zu eliminieren (durch die „Gleichmäßige Abstufung“-Option) verdient Respekt. Hier können andere Hersteller noch einiges von Sony lernen. Zu unserer Euphorie trägt auch die Implementierung des dynamischen Tone-Mappings bei. Dieses sorgt trotz fehlender Spitzenhelligkeit bei der Wiedergabe von Ultra HD Inhalten für die Darstellung von mehr Details im Spitzenweiß. Der HDR-Effekt (unter HDR10) kommt den positiven Eigenschaften von Dolby Vision (dynamische Metadaten) bereits sehr nah und bewegt uns aktuell noch dazu, dass statische HDR10 Format auf dem AF9 zu bevorzugen. Die Qualitätsschwankungen bei Dolby Vision Inhalten sind leider vorhanden.

Die Farbwiedergabe unabhängig von der Quelle (SD, HD, UHD) ist auf Referenzniveau und sorgt insgesamt für ein kontrastreiches, plastisches und vor allem natürliches Bild. Der TV unterstütz obendrein alle gängigen HDR Formate wie HDR10, HLG und Dolby Vision. Die Kooperation mit Portrait Display und die damit eingehende Implementierung des AutoCAL Features von CalMAN ist durchaus gelungen und bietet dem Heimkino-Enthusiasten eine weitere Möglichkeit, die ohnehin schon sehr gute Bildqualität zu optimieren – sofern man die notwendige Hard- und Software besitzt.

Schlussendlich sind wir der Meinung, dass Sony mit dem AF9 der beste Heimkino TV der bisherigen Unternehmensgeschichte gelungen ist und kann daher ruhigen Gewissens empfohlen werden. Man muss aber dazu sagen, dass die sehr gute Bildqualität, das ansprechende Design und das Acoustic Sound+ Feature nicht gerade günstig sind. Die AF9-Serie bewegt sich preislich teils deutlich über der Konkurrenz. LG Electronics bietet hier weit günstigere TV-Geräte an, die aber in puncto Bildperformance und Design nicht immer dem AF9 das Wasser reichen können. Das die Preise anscheinend nicht übertrieben hoch sind, zeigen die OLED-Verkaufszahlen. Sony kann sich direkt hinter LG positionieren und wird in diesem Jahr womöglich noch Marktanteile für sich gewinnen können. Qualität und Expertise zahlt sich am Schluss dann wohl doch aus.


23 KOMMENTARE

  1. Gut geschrieben, wirklich lesenswert!

    ABER ein kleiner Einwand:

    Marketing Streich?!
    Hört Vllt einfach mal auf die Verschlimmbesserer schön zu reden.

    Wie alle anderen in dieser Branche, sagen die Netflix Zuständigen nur:
    „Eingriffe im Bild sind unerwünscht!“

    deswegen in vielen Artikeln „rumheulen“, gibt es eigentlich nur bei euch.
    Ich denke, nein ich weiß, die Industrie hätte alle Möglichkeiten es zu ändern. Es liegt weder an der Aufnahme, noch an den Abspielgeräten.
    Es liegt an der Logik und Charakteristik eines „Spielfilmes“.

    Frohes Fest! Und guteb Beschluss!

  2. Könntet Ihr Eure Einstellungen mal veröffentlichen? Wäre zwar super wenn man seinen TV kalibrieren könnte, aber nicht jeder hat AutoCAL oder kommt damit klar.

    • Die Einstellungen würden dir nichts nützen, da jedes Panel individuell einzustellen ist. Mit unseren Einstellungen könntest du unter Umständen deine Bildqualität sogar Verschlechtern.

      • Er soll sie ja nicht 1:1 übernehmen sondern sich nur dran orientieren.
        Die Feinheiten kann man dann selber abstimmen. Wenn man bei einer Marke erst mal neu ist, kann es schon schwer sein die richtigen bildeinstellungen zu finden.

      • Hallo,
        Bin auf der Suche nach Bildeinstellungen für den AF9 über diesen Thread gestolpert und würde mich über Hilfe freuen, denn ich bin leider nicht wirklich zufrieden mit dem Bild. Ich schaue über Kabel und nutze zusätzlich Sky Q und da sind leider nicht alle Sender in HD, da es Vodafone blockiert. Gerade bei diesen Sendern ist das Bild schlechter als mit meinen vorigen TV( auch Sony KDL-55w805b) obwohl des durch das upscaling ja besser werden sollte, oder?
        Aber auch bei HD Programmen bin ich nicht richtig überzeugt, leider…
        Bin über jede Hilfe dankbar!

  3. Super Test! Wünsche mir noch einen ausführlichen Test zum Sony ZF 9 in 75 Zoll! =)
    Der ist zwar nicht mit OLED Display,
    finde ihn aber ansprechender vom Design und alltagstauglicher mit meiner Sony HT-ST5000 Soundbar. 😉

    Viele Grüße!
    T-Offline

  4. Furchtbares Design. Alleine schon, dass der nach hinten gekippt ist, sieht nicht nur schrecklich aus, sondern macht sich bestimmt auch negativ auf die Betrachtungsqualität bemerkbar. Guter Blickwinkel von OLEDs hin oder her, das kann nicht gut sein fürs „Daraufschauen“. Man guckt ja quasi oben über den Bildschirmrand parallell zum Display hinweg. Warum legt man den TV nicht gleich ganz flach hin? Statt Wohnzimmertisch z.B. ein Getsell auf dem man den TV legt und in der Runde dann von oben drauf guckt. Was soll der Quatsch?

    • Designfragen und persönliche Vorlieben sollten hier nicht unbedingt ausgiebig besprochen werden. Dafür hat der Markt für jeden etwas zu bieten. Bei Dir Frank, hört es sich an, als ob Du Dir das Gerät noch nicht ansehen hast. Daher gehe in ein Geschäft und sieh es Dir an.
      Ich habe den A1 mit 65 Zoll (Vorgänger) mir im Frühjahr gekauft. Er steht auf einem Lowboard, was bei der Größe sicherlich Sinn macht. Und es gibt keinerlei Probleme mit der Bildqualität wenn er etwas schräg steht. Man kann ihn natürlich auch direkt an die Wand hängen. Aber der sog. schräge Stand des Fernsehers ist in Wirklichkeit minimal.
      Ein tolles Gerät und den Preis wert. Und das ist der AF9 bestimmt auch, vielleicht sogar ein kleines bisschen besser! Dieser in 75 Zoll wäre eine Versuchung wert!

    • Pffffhahaha
      LG… Input lag hin oder her, an das Bild und Motion Flow vom Sony kommen die Kisten im Leben nicht dran.
      Zudem ist der Input lag völlig in Ordnung und ich wette mit dir um 1000€ das du den Unterschied eh nicht merken würdest 😉

  5. Guten Tag, versucht bitte euch selbst zu widersprechen: „Was wir weniger gelungen finden sind die Anschlüsse, denn diese sind alle nach unten ausgerichtet was das Anbringen von Geräten ein wenig erschwert. HDMI 1 Eingang und ein USB Anschluss sind jedoch jeweils an der Seite angebracht.“ Glaube nicht das ich sehr oft andere Anschlüsse neu bestücken werde.

    • Das ist wirklich missverständlich tut mir leid. Um das nochmal aufzuklären, HDMI 1 befindet sich als einziger Anschluss an der Seite. Die HDMI Eingänge 2-3 sind diejenigen, die nach unten gerichtet sind.

    • Kommt drauf an. Mein Kopf ist ca auf der Höhe von 85cm wenn ich auf der Couch liege. Das Display des AF9 ist ca 70 cm hoch, also bei 45cm wären wir ca. bei 2/3 der Höhe. Das ideale Sideboard wäre für mich bei diesem TV 40cm hoch. Auf +/- 5cm kommt es sicher nicht an.

  6. Sehr interessanter Test, ich hoffe auf mehr so tolle Tests. Da ich vorhabe mir dieses Jahr einen neuen TV zu kaufen fand ich diese Vorstellung super. Weiter so!

  7. Wieder ein super Test. Respekt. Sehr ausführlich geschrieben. Obwohl ich schon viele Reviews über den AF9 gelesen hatte, habe ich hier doch noch ein paar Neuigkeiten erfahren. Besonders interessant und gründlich erläutert, das Thema Kalibrierung. Sehr interessant und toll erklärt.
    Freue mich schon auf den nächsten Test von Fabio Elia.

    • Auf den dürfen wir uns alle freuen! Wir sammeln ja immer noch Erfahrungen, wie wir die Tests am besten gestalten, aber ich denke wir sind auf einem guten, nachvollziehbaren Weg. Freut mich das die der Test so gut gefällt =)

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