Fernsehen mit KI: Zuschauer finden es gut, wollen aber das letzte Wort behalten

Künstliche Intelligenz stößt bei Smart-TV-Besitzern zusehends auf Gegenliebe. Doch das letzte Wort wollen sie dennoch behalten.

Das geht aus einer Untersuchung des OTT-Anbieters Waipu.tv hervor. Da haben 54 % der Befragten angegeben, dass sie KI-Entertainment-Assistenten für attraktiv halten. 59 % dieser Interessenten würden die KI für sie passende Inhalte herausfiltern lassen. Weitere 42 % wären dazu bereit, sich durch die KI ihren Content vorsortieren und ihre Lieblingsserie starten zu lassen. Allerdings wollen 43 % weiterhin selbst die endgültige Entscheidung darüber treffen, was sie sich ansehen. Immerhin: 30 % wären für eine Mischung aus eigener Entscheidung und Inspiration bereit. Doch nur 4 % würden der KI komplett die automatische Film- und Serienauswahl überlassen.

57 Channels (And Nothin‘ On)

Bruce Springsteen sang einst über das Fernsehprogramm so treffend „57 Channels (And Nothin‘ On)“. Heute wirkt so eine Auswahl an Kanälen fast schon putzig, denn die Realität hat den Song längst überholt. Doch der Grundgedanke passt weiterhin: Die üppige Auswahl an Inhalten überfordert viele User eher. 44 % der Befragten geben an, häufig gar nichts Passendes zum Ansehen zu finden. Abermals 44 % sagen deswegen, dass sie am Ende nach längerer Suche den Fernseher ausschalten und gar nichts mehr ansehen.

Letztendlich verdeutlicht das ein Problem: Aufgrund des Dickichts und der Überauswahl an Inhalten verlieren viele Zuschauer die Lust daran, überhaupt noch einen Film oder eine Serie zu beginnen. Viele Plattformen bieten den Abonnenten zu viel Auswahl und zu wenig Orientierung. 71 % der Befragten benötigen etwa 2 bis 10 Minuten, um einen Titel auszuwählen. 11 % geben an, dass sie oft lange suchen, aber „häufig“ oder „sehr häufig“ gar nichts Interessantes finden. Bei 33 % kommt das zumindest „manchmal“ vor.

Streaming: Die Übersicht zählt

45 % der Befragten wünschen sich daher eine leichtere Auffindbarkeit von Inhalten. 35 % würden es bevorzugen, alle Filme und Serien unabhängig vom Anbieter in einer zentralen Oberfläche zu erblicken. Ein KI-Assistent müsste dabei aber auch lineare Sendungen aus dem Fernsehen berücksichtigen. Das geben zumindest 62 % als wichtig oder sogar sehr wichtig für sich an.

Zu bedenken ist: Die Ergebnisse der Untersuchung von waipu.tv kann man nicht verallgemeinern. Sie stammen aus einer Meinungsumfrage. Solche Untersuchungen sind stets sehr anfällig für Fehler und Verzerrungen. Immerhin erkennt man hier aber einen gewissen Fingerzeig.

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Quellewaipu.tv
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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