MediaMarkt und Saturn: Chinesische Übernahme gerät ins Wanken

MediaMarkt und Saturn sollen dank einer Übernahme in chinesische Hände wandern. Doch jetzt könnte die EU-Kommission einschreiten.

Das Thema ist brisant: Der zweitgrößte, chinesische Online-Händler JD.com, will MediaMarkt und Saturn bzw. deren Mutterkonzern Ceconomy schlucken. Ein Abkommen steht bereits. Der Deal soll beiden Seiten helfen. JD.com will die Marken durch sein Know-how aus dem Bereich E-Commerce stärken. Denn genau da schwächeln die Elektronikhändler. Umgekehrt will man das Filial- und Logistiknetz zu seinen Zwecken einspannen. Doch ob die Übernahme wirklich zustande kommt, ist inzwischen zumindest fraglich.

EU-Kommission mutmaßt über Wettbewerbsverzerrungen

So steht im Raum, dass JD.com wettbewerbsverzerrende Subventionen bzw. Begünstigungen von der chinesischen Regierung erhalten haben könnte. Dadurch könnte JD.com also einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Kaufinteressenten gehabt und ein überhöhtes Gebot für Ceconomy bzw. MediaMarkt und Saturn abgegeben haben. Das wäre dann eine Verzerrung des EU-Binnenmarktes. Ob dies tatsächlich der Fall gewesen ist, will die EU-Kommission nun in einem 90-tägigen Prüfverfahren checken.

Gehören MediaMarkt und Saturn bald einem chinesischen Besitzer?
Gehören MediaMarkt und Saturn bald einem chinesischen Besitzer? | Bild: Ceconomy

Sollte man zu dem Ergebnis kommen, dass JD.com tatsächlich derartige Subventionen von der Volksrepublik China erhalten hat, könnte die Übernahme geblockt werden. Zusätlich prüfen die EU-Kartellwächter auch, ob die Übernahme von MediaMarkt und Saturn generell negative Auswirkungen auf den EU-Binnenmarkt haben könnte.

JD.com gibt sich gelassen

In einer Stellungnahme winkt JD.com ab. Der chinesische Gigant gibt an, dass man die vertiefte Prüfung als „üblichen Verfahrensschritt für eine Transaktion dieser Größe“ betrachte. Man ist sich keiner Schuld bewusst und befindet sich in direktem Austausch mit der EU-Kommission. Zumindest öffentlich gibt man sich also unbesorgt und geht davon aus, dass MediaMarkt und Saturn wie geplant geschluckt werden können.

Durchgewunken haben den Deal bereits Frankreich und Italien. Allerdings fehlen noch Zustimmungen aus Deutschland, Österreich und Spanien. Die EU-Kommission muss bis 2. Oktober 2026 ein Urteil abgeben. Sie könnte die Übernahme blockieren, unter Auflagen genehmigen oder auch ohne weitere Einschränkungen durchwinken.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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