Netflix erschwert das Teilen: „E-Mail-Adresse bitte!“

Netflix nervt derzeit Nutzer mit einer neuen Hürde für das Passwort-Sharing. Für jedes Profil muss eine E-Mail-Adresse hinterlegt werden.

Diese Anpassung rollt Netflix bereits schrittweise seit dem 15. Juni 2026 aus. Den ein oder anderen Leser dürfte es demnach schon getroffen haben, der andere kommt vielleicht derzeit noch davon. Die Änderung des Streaming-Anbieters führt jedenfalls dazu, dass für jedes angelegte Profil eine spezifische E-Mail-Adresse hinterlegt werden muss. Das gilt sowohl für Profile, die innerhalb eines Haushalts genutzt werden, als auch für solche, die über kostenpflichtige Zusatzmitgliedschaften haushaltsfremd beansprucht werden.

Netflix will eure E-Mail haben – warum?

Offen ist, warum Netflix nun unbedingt die E-Mail-Adresse jedes Unterkontos erfahren will. Datenschützer mutmaßen, es dürfte um personalisierte Werbung gehen. So sichert sich Netflix nämlich ohnehin in seinen Nutzungsbedingungen das Recht, die E-Mail-Adresse von Kunden mit Werbetreibenden und Marketingagenturen zu teilen. Allerdings hat es für euch auch Vorteile, wenn ihr eine E-Mail hinterlegt.

Netflix fordert nun für jedes Profil eine eigene E-Mail-Adresse.
Netflix fordert nun für jedes Profil eine eigene E-Mail-Adresse.

Mit einer eigenen, hinterlegten E-Mail-Adresse kann jedes Profil eigene 2-Faktor-Authentifizierung einsetzen und z. B. separat Audio- und Videoeinstellungen vornehmen. Auch das Einloggen an unterschiedlichen Geräten wird so erleichtert. Allerdings spammt Netflix die neu registrierten E-Mails offenbar auch direkt mit Eigenwerbung zu. Da besteht jedoch fairerweise die Chance, sich von den Benachrichtigungen abzumelden.

Ungeahnte Probleme für Mehrprofil-User

Ein kleiner Kreis von Nutzern ärgert sich über Netflix neuesten Schachzug besonders: Diese Anwender hatten für sich selbst mehrere Profile angelegt. Beispielsweise schauen sie unter einem Profil nur Dokumentationen, mit einem weiteren ausschließlich Serien. So lassen sich quasi separierte Geschmacksprofile mit abweichenden Empfehlungen generieren. Das wird nun etwas schwerer, wenn für jedes Profil eine separate E-Mail-Adresse erforderlich wird.

Ein kurzer Einwurf: Kinderprofile sind die einzige Art von Profil, die ausgenommen bleibt. Für diese muss weiterhin bei Netflix keinerlei E-Mail-Adresse hinterlegt werden.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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