Tom Cruise glaubt trotz KI und Streaming weiterhin an die Zukunft des Kinos. Für den Hollywoodstar können Technik und Algorithmen eines nicht ersetzen: menschliche Kreativität und echtes Filmhandwerk.
Tom Cruise gehört seit Jahren zu den prominentesten Verfechtern des klassischen Kinoerlebnisses. Bei einem „BAFTA: A Life in Pictures„-Event in London hat der Schauspieler und Produzent nun ausführlich darüber gesprochen, welche Rolle Künstliche Intelligenz, moderne Kameratechnik und traditionelle Produktionsmethoden künftig in Hollywood spielen könnten.
Dass KI beim Filmemachen Einzug halten wird, stellt Cruise dabei gar nicht infrage. Für ihn bedeutet diese Entwicklung aber keineswegs, dass menschliche Kreativität überflüssig wird. „Es gibt nichts Vergleichbares zum Menschen„, erklärte der „Mission: Impossible“-Star. Entscheidend seien die Leidenschaft und die handwerklichen Fähigkeiten der Menschen, die gemeinsam einen Film erschaffen. Cruise brachte seine Haltung schließlich auf einen einfachen Punkt: „Menschen wollen echte Dinge sehen.„ Dass gerade das Kino weiterhin Menschen zusammenbringe, sei für ihn ein Beleg dafür.
Tom Cruise will analoges Filmmaterial nicht aufgeben
Interessant sind Cruises Aussagen auch aus technischer Sicht. Trotz der enormen Fortschritte bei digitalen Kameras, hohen Auflösungen und HDR möchte er klassisches Filmmaterial noch lange nicht abschreiben. Als Beispiel nannte Cruise Michael Manns „Collateral“ aus dem Jahr 2004. Die damals noch vergleichsweise junge Digitaltechnik passte seiner Ansicht nach perfekt zum nächtlichen Look des Films. Heute seien digitale Kameras technisch erheblich weiter. Trotzdem müsse die Technik immer dem gewünschten Bild und der Stimmung einer Szene passen.
„Ich glaube nicht, dass wir Film jetzt wirklich aufgeben sollten„, sagte Cruise mit Blick auf analoges Filmmaterial. Damit sind ausdrücklich Filmrollen bzw. Zelluloid und nicht physische Medien wie Blu-ray oder 4K UHD gemeint.
Auch ältere Objektive haben für den Schauspieler weiterhin ihren Reiz. Cruise verwies unter anderem auf handgefertigte anamorphotische Objektive aus früheren Jahrzehnten, mit denen sich ein spezieller Look erzeugen lässt. Moderne Kameras und selbst IMAX-Technik allein würden dagegen noch kein gutes Bild garantieren. Kameraführung, Bildkomposition und Inszenierung müssten weiterhin von Menschen beherrscht werden.
Kino bleibt für Tom Cruise eine eigene Kunstform
Dabei richtet sich Tom Cruise nicht grundsätzlich gegen Streaming. Angebote von Netflix und Co. hätten ihre Berechtigung und würden ebenfalls Arbeitsplätze und neue Möglichkeiten schaffen. Das gemeinsame Kinoerlebnis sieht er jedoch als eine eigene Kunstform. Gerade das gemeinsame Erleben eines Films vor einer großen Leinwand lasse sich für Cruise nicht einfach durch andere Formen der Unterhaltung ersetzen. Bei Filmen gehe es letztlich um menschliche Verbindungen, sowohl zwischen den Filmschaffenden als auch zwischen den Zuschauern.
Auch die BAFTA hebt bei ihrer Zusammenfassung des Abends Cruises Fokus auf Zusammenarbeit und Filmhandwerk hervor. Filme würden nicht von Einzelpersonen geschaffen, sondern von vielen Menschen, die gemeinsam daran arbeiten, eine Geschichte für ein Publikum zum Leben zu erwecken. Damit bleibt sich Tom Cruise treu. Der Schauspieler ist nicht nur für aufwendige praktische Stunts bekannt (siehe oben das Video zum legendären Cliff-Stunt), sondern setzt sich seit Jahren öffentlich für das Kino und klassische Formen der Filmproduktion ein. Neue Technik lehnt er dabei keineswegs ab. Sie soll für ihn aber ein Werkzeug bleiben und nicht den Menschen ersetzen.
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