Netflix: Abonnenten schauen weniger und öffnen die App seltener

Netflix macht zwar hohe Gewinne, doch die Relevanz der Plattform sinkt. Abonnenten konsumieren weniger Inhalte und öffnen die App seltener.

Nun könnte man zunächst annehmen, dass Netflix das sogar freuen könnte. Denn die Kunden zahlen ja trotzdem brav die Gebühren und verursachen sogar weniger Kosten, da sie die Server weniger belasten. Doch auf Dauer wäre das natürlich eine Milchmächenrechnung, denn genau solche passiven Abonnenten kündigen irgendwann. Zumal Netflix im günstigsten Standard-Abo auch Werbung ausliefert. Und da spielen die Werbetreibenden natürlich nur mit, wenn ihre Spots eine gewisse Reichweite erreichen.

Abonnenten öffnen die Netflix-App seltener

Die Abonnenten streamen nicht nur wenig, die öffnen die Netflix-App generell seltener. Am Ende ist das Management also besorgt über diese Entwicklung, die langfristig Kundenschwund und Relevanzverlust zur Folge haben könnte. Die erhobenen Daten hat Bloomberg aus vertrauenswürdiger Quelle erhalten, so das Wirtschaftsmagazin. Offenbar spielt hier auch das Vorgehen gegen das Passwort-Sharing eine Rolle, das die Kundenbasis ernüchtert hat.

Das Gesamtbild sieht danach aus, dass die Abonnenten derzeit zwar noch nicht reihenweise kündigen, aber den Streaming-Dienst eben seltener bzw. weniger intensiv nutzen. Dies kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass Netflix schlichtweg heute mehr Konkurrenten hat als noch vor ein paar Jahren. Schließlich buhlen auch Plattformen wie Apple TV, HBO Max oder Paramount+ um eure Aufmerksamkeit und Zeit.

Zahlen sich die Experimente mit Podcasts und Sport aus?

Netflix sucht sein Heil aktuell auch in Experimenten mit Live-Übertragungen von z. B. Sport sowie Podcasts. Zudem hat man die Content-Spitze kürzlich ausgetauscht und will offenbar hochwertigere Produktionen veranlassen als die viele Massenware der letzten Jahre. In Sachen Gewinnen und Umsätzen steht die Streaming-Plattform dabei immer noch hervorragend da. Dennoch ist der Aktienkurs des Unternehmens in den letzten 12 Monaten radikal eingebrochen.

So musste auch das Management eingestehen, dass es an popkulturellen Hits wie „Squid Game“, „Stranger Things“ und „Wednesday“ in den letzten Jahren eher fehlte. Ob der Streaming-Dienst Zuschauer bald wieder stärker für sich begeistern kann, muss die Zeit zeigen.

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QuelleBloomberg
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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