So einfach und schnell könnte dein Fernseher sein: Dieses KI-Projekt macht es vor

Keine Werbung, keine Empfehlungen, nur das, was einen wirklich interessiert! Ein Video von Snazzy Labs (X/Twitter) zeigt, wie angenehm sich ein smarter Fernseher bedienen lassen kann. Für den Umbau seines Samsung „The Frame“ nutzte Quinn Nelson den KI-Programmierassistenten Claude.

Auf seinem Samsung „The Frame“ präsentiert Nelson seinen eigenen Startbildschirm mit großen Kacheln für Apple TV, Nintendo Switch, Steam Machine und die TV‑Einstellungen. Die Auswahl reagiert flott, Kunstbilder lassen sich zügig durchblättern und selbst der Wechsel zwischen dem eigenen Launcher und dem Samsung-Home-Bildschirm dauert nur eine Sekunde. Eine übersichtliche Oberfläche, die sich auf das konzentriert, was der Besitzer tatsächlich nutzen möchte, wäre für viele sicherlich der Traum im Wohnzimmer.

Der Fernseher kann offenbar mehr

Wie so oft half dem Nutzer bei seinem Projekt die KI. In diesem Beispiel nutzte er die Programmierplattform Claube von Anthropic, um seinen Samsung „The Frame“ Lifestyle-TV nach seinen Bedürfnissen anzupassen. Programmierkenntnisse sind dafür in der Regel nicht notwendig. Das Zauberwort heißt „Vibecoding“, also das Programmieren mittels Texteingabe. Man gibt der KI vor, was man möchte, und diese erarbeitet sich in der Regel selbst die Schritte, um zum gewünschten Endergebnis zu kommen. Auch Änderungen und Anpassungen sind damit in kürzester Zeit umgesetzt.

Das Internet wird derzeit von TV-Launcher-Projekten überschwemmt. Hier hat sich z.B. jemand ein Launcher mit einer Pokemon-Oberfläche gebastelt.
Das Internet wird derzeit von TV-Launcher-Projekten überschwemmt. Hier hat sich z.B. jemand einen Launcher mit einer Pokemon-Oberfläche gebastelt. || Bild: Github / Meirwolf1289

Ähnliche Ansätze zeigen CleanYourTV für Android TV und Google TV sowie Ryan Doyles Umbau eines TCL-Fernsehers. Bei Letzterem wurden Werbe- und Trackingpakete deaktiviert, genauer gesagt für den Nutzer entfernt, ein alternativer Startbildschirm installiert und Animationen beschleunigt. Das macht deutlich, welches Potenzial in schlanker TV-Software steckt. Werbung, Empfehlungen und Hintergrunddienste nutzen nämlich anscheinend einen Großteil der Ressourcen, die für eine flotte Bedienung bereitstehen sollten.

Beim Nachmachen bleibt ein Risiko

Wer seinen Fernseher selbst umprogrammieren oder einen der bestehenden Launcher installieren möchte, sollte vorsichtig sein. Bei der Umsetzung solcher Projekte ist die Gefahr groß, dass der Garantie-/Gewährleistungsanspruch erlischt. Und wer sich nicht allzu gut mit der Materie auskennt, wird automatisch zum Ziel von Hackern. Denn was im ersten Moment wie die perfekte Nutzeroberfläche für einen smarten Fernseher aussieht, kann sich im Nachgang als malwareverseuchte Software entpuppen.

Von uns gibt es entsprechend die klare Empfehlung, die Hände von solchen „Umbauten“ zu lassen. Wir könnten uns jedoch vorstellen, dass es in Zukunft ein Zusammenschluss von Programmierern schaffen könnte, eine Plattform zu etablieren, mit der sich Fernseher sicher und unkompliziert mit neuen Launchern versehen, oder drastischer formuliert, „befreien“ lassen. Bis wir so weit sind, wird es aber sicherlich noch einige Zeit dauern. Das TV-Hersteller viel mehr Daten abgreifen, als den meisten Nutzern lieb ist, könnte das Bestreben nach einem freien/offenen TV-Launcher aber deutlich beschleunigen.

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse
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