Der Apple TV 4K kann dank Native Player 2.0 jetzt Dolby TrueHD mit Dolby Atmos und DTS:X in verlustfreier Qualität inklusive der Höhenkanäle wiedergeben. Die neue App macht Apples Streaming-Box besonders für Heimkino-Fans interessant, die ihre Filme und Serien in bestmöglicher Bild- und Tonqualität über das Heimnetzwerk abspielen möchten.
Der Apple TV 4K verwandelt sich in Kombination mit Native Player 2.0 in ein echtes Heimkino-Powerhouse. Die App erweitert die Fähigkeiten der Streaming-Box um Funktionen, die bislang vor allem hochwertigen Netzwerk-Mediaplayern oder Geräten wie dem Nvidia Shield TV vorbehalten waren. Hinter Native Player steht zudem ein ausgesprochen motiviertes Entwicklerteam, das die Anwendung stetig erweitert und den Nutzern ein möglichst umfangreiches Werkzeug für die Wiedergabe ihrer Filmsammlung an die Hand geben möchte.
Die Anwendung selbst kann kostenlos heruntergeladen werden. Für die vollständige Wiedergabe von Dolby TrueHD Atmos, DTS:X und Dolby Vision Profile 7 wird allerdings Native Player Pro benötigt. Die Pro-Version kostet aktuell 5,99 Euro im Jahr oder einmalig 29,99 Euro als Lifetime-Lizenz. Für den Funktionsumfang der App dürften Nutzer gerne bereit sein, das Team finanziell zu unterstützen.
Dolby TrueHD Atmos und DTS:X endlich ohne Qualitätsverlust

Bislang mussten Nutzer des Apple TV 4K bei der Wiedergabe von Blu-ray-Tonspuren einige Kompromisse eingehen. Beliebte Anwendungen wie Infuse oder Plex konnten Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio zwar verlustfrei als Mehrkanalton ausgeben, bei Dolby Atmos und DTS:X gingen jedoch die zusätzlichen Höheninformationen verloren. Übrig blieb im besten Fall ein klassisches 7.1-Surround-Signal. Native Player 2.0 umgeht diese Einschränkung mit einer eigenen Audioverarbeitung. Dolby TrueHD Atmos lässt sich damit mit bis zu 9.1.6 Kanälen wiedergeben, DTS:X wird in einer 7.1.4-Konfiguration ausgegeben. Die Höhenkanäle bleiben erhalten, ohne dass der Ton erneut verlustbehaftet komprimiert werden muss.
Allerdings unterstützt der Apple TV 4K weiterhin kein klassisches Bitstream-Passthrough für diese Audioformate. Stattdessen dekodiert Native Player die Tonspuren und gibt das fertige Signal über Dolby MAT an den AV-Receiver oder die Soundbar weiter. Selbst bei DTS:X kann der Receiver deshalb Dolby Atmos anzeigen. Die ursprünglich erhoffte Passthrough-Funktion von tvOS 26 wird damit zwar nicht ersetzt, das Ergebnis dürfte für viele Heimkino-Fans aber mindestens genauso interessant sein.
4K-Blu-ray-Remuxes mit Dolby Vision und verlustfreiem 3D-Sound

Besonders spannend ist diese Entwicklung für alle, die ihre Blu-rays und 4K Ultra HD Blu-rays auf einem NAS oder einem anderen Netzwerkspeicher archivieren. Sogenannte Remuxes übernehmen die ursprünglichen Video- und Audiospuren einer Disc ohne erneute Komprimierung, beispielsweise in eine MKV-Datei. Das ist häufig die einzige Möglichkeit, einen Film über einen Netzwerkplayer mit der Bild- und Tonqualität seiner Disc-Veröffentlichung wiederzugeben. Streamingdienste bieten zwar viele Filme in 4K-Auflösung mit Dolby Vision und Dolby Atmos an, nutzen beim Ton aber überwiegend komprimierte Formate wie Dolby Digital Plus. Die verlustfreien Tonspuren einer Blu-ray oder 4K Blu-ray werden dagegen meist nicht als Stream bereitgestellt.
Auch beim Bildformat legt Native Player 2.0 nach. Unterstützt werden unter anderem HDR10, HDR10+, AV1 sowie Dolby Vision in den Profilen 5, 7, 8 und 10. Bei Dolby Vision Profile 7 gibt es allerdings noch Einschränkungen. Während MEL-Inhalte korrekt verarbeitet werden, wird bei FEL-Titeln die zusätzliche Enhancement Layer verworfen. Die vollständige Bildqualität dieser Veröffentlichungen kann somit nicht wiedergegeben werden.
Das Schweizer Taschenmesser des Heimkino-Streamings?
Native Player könnte sich zu einer Art Schweizer Taschenmesser für die heimische Filmsammlung entwickeln. Bereits jetzt unterstützt die Anwendung zahlreiche Video- und Audioformate sowie den direkten Zugriff auf Dateien über SMB- und WebDAV-Freigaben. Eine ausführliche Übersicht aller unterstützten Formate und Funktionen findet ihr auf der offiziellen App-Seite im Apple App Store. Und die Entwickler haben noch einiges vor. So wird bereits an einer Integration des beliebten Plex-Mediaservers gearbeitet. Auch Jellyfin und Emby sollen zukünftig unterstützt werden. Hinzu kommt die geplante Wiedergabe von ISO-Dateien und Blu-ray-Ordnerstrukturen (BDMV).
Ob Native Player langfristig mit den etablierten Heimkino-Mediaplayern mithalten kann, muss sich noch zeigen. Die Entwicklung ist auf jeden Fall vielversprechend. Vor allem im Zusammenspiel mit dem Apple TV 4K könnte die Anwendung für viele Heimkino-Fans eine interessante Alternative werden, die bislang auf zusätzliche Hardware angewiesen waren.


Wer Plex damit nutzen möchte, am Besten Plozz oder Strimr als Streaming App verwenden. Dort kann der Native Player einfach als externer Player ausgewählt werden und ist, bis jetzt, der einzigen Player der eine gestoppte Wiedergabe dort fortsetzt, wo man vorher gestoppt hat. Plezy z.B. merkt sich die Stelle nicht und fängt den Film immer von vorne an. Außerdem muss der Native Player dort manuell per URL hinzugefügt werden. Könnte für den einen oder anderen zu technisch sein.
Kann den Native Player aber nur empfehlen.