Plex Media Server gehackt: Angreifer missbrauchen private Filmserver für ihre Zwecke

Wer seine Filme und Serien über einen eigenen Plex-Media-Server streamt, sollte dringend die installierte Softwareversion überprüfen. Hacker nutzen inzwischen aktiv mehrere Sicherheitslücken aus, um Schadsoftware auf ungeschützten Plex-Servern zu installieren. Besonders betroffen sind ältere Installationen auf NAS-Systemen und anderen Geräten, die über das Internet erreichbar sind.

Plex2Shell: Aus Sicherheitslücken werden echte Angriffe

Bereits Anfang September 2026 hatte Plex vor mehreren Sicherheitslücken gewarnt und entsprechende Updates veröffentlicht. Jetzt zeigt sich, wie gefährlich diese Schwachstellen tatsächlich sind. Unter dem Namen „Plex2Shell“ können Angreifer insgesamt vier Sicherheitslücken miteinander kombinieren, um ohne vorherige Anmeldung eigenen Programmcode auf einem anfälligen Medienserver auszuführen. Nachdem am 16. Oktober ein funktionierender Angriffscode öffentlich zugänglich gemacht wurde, dauerte es nicht lange, bis die ersten tatsächlichen Angriffe beobachtet wurden.

Ein Sicherheitsforscher hatte dafür einen sogenannten Honeypot eingerichtet, also einen absichtlich verwundbaren Plex-Server, mit dem sich Angriffsversuche dokumentieren lassen. Bereits am 17. Oktober registrierte er erfolgreiche Angriffe, bei denen unter anderem Schadsoftware zum Schürfen von Kryptowährungen installiert wurde. Doch damit nicht genug: Bei weiteren Angriffen entdeckte der Forscher eine Proxy-Software namens „myawesomeproxy“. Diese kann dazu verwendet werden, den Internetanschluss eines kompromittierten Servers für fremden Datenverkehr zu missbrauchen. Der eigene Medienserver könnte somit unbemerkt für die Aktivitäten Dritter eingesetzt werden.

Plex-Nutzer sollten ihre Server jetzt aktualisieren

Die gute Nachricht: Die Sicherheitslücken sind bereits seit September geschlossen. Plex empfiehlt mindestens die Media-Server-Version 1.43.3, die am 1. September 2026 nochmals ausdrücklich als Sicherheitsupdate beworben wurde. Wer bereits eine entsprechend aktualisierte Version verwendet, sollte gegen die beschriebene Angriffsmethode geschützt sein. Besonders aufmerksam sollten Besitzer von NAS-Systemen sein, beispielsweise von Synology oder QNAP. Hier kann es vorkommen, dass die Paketverwaltung noch eine veraltete Plex-Version anbietet. In diesem Fall empfiehlt Plex, das aktuelle Installationspaket direkt von der offiziellen Downloadseite herunterzuladen und manuell zu installieren.

Wer seinen Plex-Server zusätzlich über das Internet erreichbar gemacht hat, sollte nicht länger mit dem Update warten. Bei Verdacht auf einen bereits erfolgten Angriff reicht eine Aktualisierung allein allerdings nicht unbedingt aus. In diesem Fall sollte das betroffene System auch auf Schadsoftware überprüft werden.

Unser Tipp: Kontrolliert die Versionsnummer eures Plex Media Servers, auch wenn automatische Updates aktiviert sind. Gerade bei einem dauerhaft laufenden NAS gerät die Softwarepflege schnell in Vergessenheit. Und schließlich möchte niemand, dass der eigene Filmserver nebenbei Kryptowährungen für unbekannte Angreifer schürft. Weitere Informationen findet ihr im offiziellen Sicherheitshinweis von Plex sowie in der offiziellen Sicherheitshinweis von Plex.

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse
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