Es gibt weiterhin gute Gründe, eine PlayStation 5 oder Xbox Series X nicht als dauerhaften Streaming-Player einzusetzen. Der offensichtlichste ist der Stromverbrauch: Selbst aktuelle Konsolen benötigen beim Videostreaming ein Vielfaches der Energie eines Fire TV, Apple TV oder vergleichbaren Streaming-Players.
PS5 und Xbox Series X verbrauchen beim Streaming deutlich mehr Strom
Bereits 2022 hatte die Webseite FlatpanelsHD den Stromverbrauch verschiedener Konsolen und Streaming-Player miteinander verglichen. An der grundsätzlichen Aussage hat sich auch mehrere Jahre später wenig geändert: PlayStation 5 und Xbox Series X sind fürs Videostreaming vergleichsweise ineffizient, schließlich läuft dabei Hardware mit, die eigentlich für deutlich anspruchsvollere Aufgaben wie moderne Spiele entwickelt wurde.
Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt allerdings von der jeweiligen Hardware-Revision und der verwendeten Streaming-App ab. Sony selbst gibt beispielsweise für eine aktuelle PS5 Slim rund 56 Watt beim HD-Medienstreaming an. Ein Praxistest aus dem Jahr 2026 kam beim Streaming über Netflix, Prime Video und Paramount+ dagegen auf durchschnittlich rund 76,6 Watt. Bei der Xbox Series X nennt Microsoft für die Nutzung von Apps im weltweiten Durchschnitt rund 51 Watt.

Damit bleibt der Abstand zu dedizierten Streaming-Geräten enorm. Ein Apple TV, Fire TV Stick oder vergleichbarer Streaming-Player kommt während der Wiedergabe häufig mit wenigen Watt aus. Eine Spielekonsole kann beim gleichen Einsatzzweck zehnmal so viel Strom oder sogar noch mehr benötigen. Wer täglich mehrere Stunden Netflix, Disney+, Prime Video oder YouTube schaut, kann den Unterschied also durchaus auf der Stromrechnung bemerken.
Der ökologische Aspekt kommt noch hinzu: Eine Spielekonsole mit leistungsfähiger CPU, GPU, großem Arbeitsspeicher und aufwendiger Kühlung für das Abspielen eines Videostreams zu betreiben, ist schlicht weniger effizient als ein darauf spezialisierter Streaming-Chip.
Was kostet Streaming mit PS5 und Xbox Series X im Jahr?
Die Strompreise liegen inzwischen wieder deutlich unter den extremen Werten der Energiekrise. Im August 2026 kostet eine Kilowattstunde Strom für deutsche Haushalte im Durchschnitt rund 31,4 Cent. In der Grundversorgung werden im Mittel allerdings weiterhin etwa 40 Cent pro kWh fällig.
Bei vier Stunden Videostreaming pro Tag ergeben sich damit durchaus relevante Unterschiede. Eine PS5 Slim mit einer Leistungsaufnahme von 56,3 Watt benötigt dafür rund 82 kWh Strom im Jahr. Das entspricht beim aktuellen Durchschnittspreis Stromkosten von etwa 26 Euro pro Jahr. Werden rund 76,6 Watt angesetzt, wie sie bei einer aktuellen Praxismessung mit mehreren Streaming-Diensten ermittelt wurden, steigt der Jahresverbrauch auf knapp 112 kWh und die Stromrechnung auf rund 35 Euro.
Wer noch in einem vergleichsweise teuren Grundversorgungstarif mit etwa 40 Cent pro kWh steckt, landet im letztgenannten Beispiel sogar bei knapp 45 Euro Stromkosten pro Jahr.
| Plattform | Leistungsaufnahme | Jahresverbrauch bei 4 Std. Streaming am Tag | Kosten bei 31,4 Cent/kWh |
|---|---|---|---|
| PS5 Slim | 56,3 W | ca. 82 kWh | ca. 25,80 Euro |
| PS5 (Praxismessung 2026) | ca. 76,6 W | ca. 112 kWh | ca. 35,10 Euro |
| Xbox Series X (App-Nutzung) | ca. 51 W | ca. 74 kWh | ca. 23,40 Euro |
| Apple TV 4K (2. Gen.)* | 3–4 W | 4–6 kWh | ca. 1,40–1,80 Euro |
| Chromecast mit Google TV* | 2,5–3,2 W | 3,7–4,7 kWh | ca. 1,20–1,50 Euro |
| Nvidia Shield* | 6,9 W | ca. 10 kWh | ca. 3,20 Euro |
*Messwerte für Apple TV 4K, Chromecast mit Google TV und Nvidia Shield aus dem ursprünglichen Vergleich von FlatpanelsHD. Der PS5-Slim-Wert stammt aus Sonys offiziellen Energieeffizienzdaten, der Xbox-Wert aus Microsofts aktuellen Telemetriedaten zur durchschnittlichen App-Nutzung. Je nach App, Konsolenrevision, Ausgabeformat und Einstellungen kann die tatsächliche Leistungsaufnahme abweichen.
Bei intensiver Nutzung summiert sich der Unterschied. Gegenüber einem Streaming-Gerät mit beispielsweise vier Watt Leistungsaufnahme spart man beim Wechsel von der PS5 je nach Konsolenrevision und Nutzung ungefähr 20 bis über 30 Euro Stromkosten pro Jahr. Ein günstiger Streaming-Stick kann sich damit durchaus nach wenigen Jahren allein über den geringeren Energieverbrauch bezahlt machen. Bei höherpreisigen Streaming-Boxen dauert es entsprechend länger.
Der früher häufig genannte Chromecast mit Google TV ist inzwischen allerdings kein aktuelles Google-Produkt mehr. Wer heute einen separaten Streaming-Player sucht, findet entsprechende Lösungen beispielsweise bei Amazon mit den Fire-TV-Modellen, bei Apple mit dem Apple TV 4K oder im Google-TV-Umfeld.
Bild und Ton: Wo PS5 und Xbox beim Streaming Nachteile haben
Der Stromverbrauch ist nicht der einzige Grund, weshalb wir eine Spielekonsole nicht unbedingt als erste Wahl fürs Streaming sehen. Dedizierte Streaming-Player sind stärker auf die korrekte Ausgabe unterschiedlicher Video- und Audioformate ausgelegt und bieten je nach Modell Funktionen wie Dolby Vision, Dolby Atmos sowie eine automatische Anpassung von Dynamikumfang und Bildwiederholrate.
Bei der PlayStation 5 hat Sony in den vergangenen Jahren allerdings nachgebessert. 4K-Streaming und HDR werden von wichtigen Apps wie Netflix unterstützt. Auch die frühere Kritik, dass die PS5 grundsätzlich sämtliche Inhalte in HDR ausgibt, gilt so nicht mehr: In den Systemeinstellungen lässt sich HDR inzwischen auf „Eingeschaltet, wenn unterstützt“ stellen. SDR-Inhalte können damit grundsätzlich wieder als SDR ausgegeben werden, wobei das tatsächliche Verhalten weiterhin von der jeweiligen App abhängen kann.

Eine wesentliche Einschränkung bleibt jedoch bestehen: Dolby Vision wird von der PlayStation 5 und auch von der PS5 Pro nicht als Videoformat unterstützt. Netflix bestätigt für die Konsolen zwar 4K Ultra HD und HDR, Dolby Vision gehört jedoch weiterhin nicht zum Funktionsumfang.
Bei Dolby Atmos muss inzwischen genauer unterschieden werden. Seit einem Systemupdate unterstützt die PS5 Dolby Atmos über HDMI für Spiele. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Streaming-App Atmos ausgeben kann. Gerade bei Netflix wird Dolby Atmos für die PlayStation weiterhin nicht als unterstützte Funktion aufgeführt. Wer seine Streaming-Dienste möglichst zuverlässig mit Dolby Vision und Dolby Atmos nutzen möchte, ist deshalb mit einem dedizierten Streaming-Gerät meistens besser bedient.
Die Xbox Series X ist in diesem Punkt stärker aufgestellt. Microsoft unterstützt auf Xbox Series X|S sowohl Dolby Vision beim Media-Streaming als auch Dolby Atmos. Damit eignet sich die Xbox grundsätzlich besser als Multimedia-Zentrale als die PlayStation 5. Der vergleichsweise hohe Energieverbrauch bleibt aber bestehen.

Fazit: Für Netflix & Co. braucht es keine Spielekonsole
Unterm Strich spricht deshalb weiterhin einiges dafür, PlayStation 5 und Xbox Series X hauptsächlich zum Spielen und nicht als täglichen Streaming-Player einzusetzen. Bei vier Stunden Streaming am Tag lassen sich mit einem sparsamen Zuspieler jedes Jahr einige Dutzend Euro Stromkosten vermeiden. Gleichzeitig bieten Geräte wie Apple TV 4K oder aktuelle Fire-TV-Modelle eine auf Videostreaming zugeschnittene Oberfläche und teilweise eine breitere beziehungsweise konsistentere Unterstützung moderner Video- und Audioformate.
Wer ohnehin einen aktuellen Smart-TV besitzt, muss dafür übrigens nicht zwingend zusätzliche Hardware kaufen. Auch die integrierten Streaming-Apps moderner Fernseher benötigen in der Regel deutlich weniger zusätzliche Energie als der Betrieb einer Spielekonsole.


Liegt einfach daran das die „CPU“ halt viel zu überpowert ist.
Man müsste schon eine Leistung schwache CPU dazu verbauen die dann übernimmt, wenn nur gestreamt wird..
Also das mit der schlechten Bildqualität auf der Xbox (Series X) kann ich nicht bestätigen. TV LG OLED aus 2017
Wenn ich per Amazon Fire 4K Max Stick streame habe ich z.B. bei Disney+ starkes Color Banding. Starte ich den Stream auf der Xbox sieht das Bild um Welten besser aus und man sieht nur sehr vereinzelt bis überhaupt nicht solche Farbabstufungen im Himmel etc. Mir kommt es auch so vor, dass das Bild „smoother“ läuft.
Möglicherweise liegt das Ganze aber auch nur an einer Modi Einstellung am Amazon Stick?! Wäre schön wenn mir einer einen Tipp hätte.