Wieso man Xbox und PlayStation nicht für Videostreaming nutzen sollte

Es gibt zwei gute Gründe, wieso man eine Xbox- oder PlayStation-Konsole nicht für Videostreaming einsetzen sollte. Einer der Gründe hat mit den steigenden Energiepreisen zu tun.

Die Webseite flatpanelshd.com hat einen großartig-recherchierten Beitrag veröffentlicht, dessen Entdeckungen wir euch nicht vorenthalten wollen. Spielekonsolen wie die Xbox Series X oder PlayStation 5 sind Energiefresser. Je nach Auslastung können die Konsolen gerne 200–230 Watt im Gaming-Betrieb aufnehmen. Bei Gaming Enthusiasten kommen da gerne Kosten für mehrere Hundert Kilowattstunden im Jahr zusammen. Wer jetzt denkt, die Stromaufnahme der Next-Generation-Konsolen sinkt bei Videostreaming signifikant, der wird über nachfolgende Messungen staunen.

Sony verkauft die PlayStation 5 Konsole ab sofort selbst
Die PlayStation 5 schluckt ganz schön viel Strom im Videostreaming-Betrieb

Videostreaming auf der PlayStation 5, egal ob in HD-Qualität oder 4K-Auflösung, verbraucht bis zu 25-mal mehr Energie, als auf einem Chromecast mit Google TV und bis zu 20-mal mehr Strom als mit einem Apple TV 4K. Die Aufnahme der PS5 liegt zwischen 70 und 80 Watt. Bei der Xbox Series X sind es immer noch zwischen 18 und 14-mal mehr Strom (zwischen 46 und 57 Watt). In einem externen Streaming-Player liegt ein extremes Sparpotenzial, da diese in der Regel nur zwischen 3 und 7 Watt im Betrieb aufnehmen. Und ja – der ökologische Aspekt schwingt beim Thema Stromverbrauch natürlich immer mit!

Bis zu 50 Euro Stromkosten für Videostreaming mit der Konsole (pro Jahr)

Wer schon länger nach einem Grund gesucht hat, sich einen Apple TV 4K, einen Chromecast, Fire TV oder Nvidia Shield zu kaufen, der kann sein Vorhaben jetzt mit Zahlen untermauern. Wird die Spielekonsole zwischen 3 und 4 Stunden für Videostreaming genutzt (durchschnittliche Zeit, die für Streaming/TV verwendet wird) dann amortisieren sich die aufgelisteten Streaming-Player bereits nach 2–5 Jahren (je nach Anschaffungspreis). Bei einem Fire TV kann man den Einkaufspreis fast schon in einem Jahr reinholen. Z.B. beim Fire TV Stick 4K Max, der derzeit für nur 33,99 Euro angeboten wird. Sollten die Strompreise weiter steigen, dann natürlich noch schneller. In dem Rechenbeispiel verbraucht eine PS5 um die 102–117 kWh pro Jahr, was ca. 50 Euro Stromkosten bei einem Preis von 45 Cent pro kWh entspricht. Die Xbox Series X erhöht eure Stromrechnung um ca. 33 Euro. Verbrauch und Stromaufnahme in kWh im Jahr könnt ihr folgender Tabelle entnehmen:

Plattform Verbrauch (Watt) Jahresverbrauch bei 4 Std. Streaming am Tag
PlayStation 5 70–80 W 102–117 kWh
PlayStation 4 (1. revision) 90–95 W 131–139 kWh
Xbox Series X 46–57 W 67–83 kWh
Xbox One S 35 W 51 kWh
Apple TV 4K (2nd Gen) 3–4 W 4–6 kWh
Chromecast with Google TV 2,5–3,2 W 3,7–4,7 kWh
Nvidia Shield 6,9 W 10 kWh

 

Schlechte Bild- und Audioqualität auf PlayStation / Xbox

Sollte euch die erhöhte Stromaufnahme kaltlassen (weil ihr z.B. mit einer Fotovoltaikanlage + Speicher vorgesorgt habt), dann haben wir noch einen zweiten guten Grund, wieso eine externe Streaming-Lösung die bessere Wahl ist. Die PlayStation 5 und Xbox Series X bieten nämlich eine unterdurchschnittliche Video- und Audioqualität beim Streaming. So unterstützt die PS5 zwar 4K Auflösung auf beliebten Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video, Netflix, Youtube oder Apple TV 4K (Disney+ erhält erst jetzt eine 4K-fähige App), leider mit Einschränkungen. So wird z._B. „nur“ HDR10 unterstützt, was zudem auf jeglichen Content angewendet wird. SDR-Inhalte können damit verfälscht dargestellt werden (kein SDR/HDR-Matching). Zudem ist die Bildwiederholungsrate auf 50/60fps gelockt (kein Framerate-Switching). Die Unterstützung für Dolby Vision und Dolby Atmos 3D-Sound bleibt komplett aus.

Das Oktober-Update der Xbox Series S/X liefert einen Nachtmodus und native 4K Menüs
Die Xbox Series X ist in puncto Streaming besser ausgestattet, der erhöhte Stromverbrauch bleibt jedoch bestehen

Die Xbox Series X macht es auf den ersten Blick etwas besser, einige Probleme bleiben jedoch bestehen. Dolby Vision steht auf der Apple TV+ und Netflix-App bereit, es findet jedoch auch hier kein SDR/HDR-Matching statt. Einzig auf der Youtube-App wird korrekt zwischen SDR- und HDR-Content unterschieden. Die Bildwiederholungsrate ist auf 50/60fps gelockt, was Fans des Cinema-Looks abschrecken dürfte. Wenigstens Dolby Atmos 3D Sound (sofern von der App unterstützt) ist mit an Bord.

Immer noch rundum gelungen: Der Nvidia Shield TV Pro Streaming-Player
Der Nvidia Shield TV zählt unter Enthusiasten noch immer zu den beliebtesten Streaming-Playern am Markt

Streaming-Player wie ein Fire TV, Apple TV 4K, Nvidia Shield TV oder Chromecast sind den Konsolen, in Bezug auf Bild- und Audioqualität, meilenweit voraus. SDR/HDR-Matching funktioniert einwandfrei, etablierte Standards wie Dolby Vision HDR und Dolby Atmos 3D-Sound werden unterstützt und Framerate-Matching ist oft mit an Bord (Fire TV, Nvidia Shield TV).

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Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

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14 Kommentare
  1. Ich hab mir vorn paar Wochen ein Solar Balkon-Kraftwerk besorgt. Damit ist meine schlechtes Gewissen, was den Stromverbrauch meiner PS5 angeht, doch um einiges kleiner geworden. 😛 Zum Streamen und/oder UHD schauen nutze ich die Konsole aber nicht. Da reichen mir die Apps meines OLEDs bzw. mein UHD Player. 🙂

  2. Klappt zwar inzwischen erstaunlich gut mit den Konsolen und auch die UHD-Wiedergabe von der Series X sieht ganz ordentlich aus.
    Allerdings kann man von den Konsolen keine UHDs mit Dolby Vision abspielen, nur über Streaming.
    Das hat etwas mit den Lizenzabgaben pro Gerät zu tun.

    Warum ich aber bei mir jetzt auch lieber UHD-Disks mit meinem Panasonic 9004 abspiele und auch streamen tue, ist hauptsächlich nicht wegen dem Energieverbrauch, mein Projektor zieht da Mal locker 300 wenn nicht sogar 400W im HDR-Betrieb im Hohen Lampenmodus, sondern wegen der noch deutlich besseren Bildqualität.
    Irgendwo muß natürlich der Unterschied kommen, denn mein Panasonic 9004 kostet mit fast 1000.- soviel wie 2 Spielekonsolen.

    Will ich extrem Energie sparen gucke ich mit meinem 49″ FALD Nano-Cell LED TV und Der hat sogar die Streamingdienste im TV eingebaut, braucht so sogar kein extra Gerät.

    Ich will aber auch oft Mal Kinoatmosphäre auf großem Bild haben und dann benutze ich halt, überwiegend am Wochenende, mein Projektor.

    Die Konsole benutze ich hauptsächlich zum Spielen, und da ist die Series X mit ca. 300W Leistungsverbrauch sogar deutlich sparsamer als ein Gaming PC (da kommt man schonmal bis auf das Doppelte)

    Und dann wird auch öfters Mal im HDR-Modus auf Leinwand gespielt.
    Auch wenn Das natürlich einiges an Energie wegsaugt,
    aber da lasse ich mir mein Spaß nicht verbieten.

    So wie ein Bekannter von mir am Wochenende öfter Mal mit seiner 500 PS Corvette Unterwegs ist.

    Bei aller Liebe zur Umwelt, ein bisschen Spaß und Lebensfreude muß sein.

  3. Liegt einfach daran das die „CPU“ halt viel zu überpowert ist.
    Man müsste schon eine Leistung schwache CPU dazu verbauen die dann übernimmt, wenn nur gestreamt wird..

    • Korrekt, zudem verbraucht das OS sicherlich mehr Energie als bei einem Streaming-Player. Aber im Endeffekt sind Konsolen ja vorrangig für Gaming ausgelegt, obwohl die prozentuale Nutzungsdauer für Streaming sicherlich nicht zu verachten ist.

  4. Also das mit der schlechten Bildqualität auf der Xbox (Series X) kann ich nicht bestätigen. TV LG OLED aus 2017

    Wenn ich per Amazon Fire 4K Max Stick streame habe ich z.B. bei Disney+ starkes Color Banding. Starte ich den Stream auf der Xbox sieht das Bild um Welten besser aus und man sieht nur sehr vereinzelt bis überhaupt nicht solche Farbabstufungen im Himmel etc. Mir kommt es auch so vor, dass das Bild „smoother“ läuft.

    Möglicherweise liegt das Ganze aber auch nur an einer Modi Einstellung am Amazon Stick?! Wäre schön wenn mir einer einen Tipp hätte.

    • Hallo, geh mal in die Einstellungen des Fire TV 4K Max, dann Töne und Bildschirm und stelle dann die Farbtiefe auf 12bit. Zudem checken. ob der Player die aktuellste Firmware nutzt.

      Sollte das nicht helfen, dann Bildschirm und Töne> Bildschirm > Dynamic Range Einstellungen > von „immer HDR“ > auf „Adaptive“ setzen.

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