Sonos hat die Beam Ultra offiziell vorgestellt. Die kompakte Soundbar beerbt die Beam der 2. Generation und erhält erstmals echte nach oben abstrahlende Lautsprecher für Dolby Atmos. In Deutschland kann die Sonos Beam Ultra ab sofort für 699 Euro (UVP) orbestellt werden.
Vor rund zwei Wochen berichteten wir bereits über eine neue Sonos-Soundbar, die damals lediglich unter ihrer internen Modellbezeichnung S59 bei der US-Behörde FCC aufgetaucht war. Unsere Vermutung, dass es sich dabei um einen Nachfolger der Beam (Gen. 2) handeln könnte, hat sich jetzt bestätigt. Sonos nennt das neue Modell allerdings nicht Beam (Gen. 3), sondern Beam Ultra. Und die „Ultra“-Suffix hat sich die kompakte Soundbar auch redlich verdient. Die Liste der Verbesserungen ist so lang, dass sich Besitzer eines Vorgängermodells sicherlich in Versuchung kommen.
Sonos Beam Ultra mit echtem 7.1.2 Dolby Atmos

Die wichtigste Neuerung findet sich im Inneren. Während die Beam (Gen. 2) mit einer 5.0-Konfiguration arbeitete und ihre Dolby-Atmos-Höheninformationen lediglich virtuell erzeugte, ist die Beam Ultra als 7.1.2-Kanal-System aufgebaut. Neun digitale Class-D-Verstärker treiben insgesamt fünf Hoch- und vier Tieftöner an. Zwei der Hochtöner sind nach oben ausgerichtet und sollen den Schall über die Zimmerdecke zum Hörplatz reflektieren. Damit verfügt die kompakte Sonos-Soundbar erstmals über echte Höhenlautsprecher und kann sich in dieser Hinsicht viel besser mit „echten“ Dolby Atmos-Soundbars vergleichen.
Für eine breitere Klangbühne kommen außerdem zwei seitlich ausgerichtete, „horngeladene Mittelhochtöner“ zum Einsatz. Ein zentral platzierter Mittelhochtöner kümmert sich um den Center-Kanal und damit vor allem um Stimmen und Dialoge. Sonos kombiniert die neue akustische Konstruktion mit einer überarbeiteten Signalverarbeitung und einer KI-basierten Sprachoptimierung. In der Sonos-App lassen sich vier unterschiedliche Stufen auswählen, mit denen Stimmen stärker herausgearbeitet werden können, ohne die Lautstärke von Effekten, Musik und Co. zu verändern.
Auch die Raumkorrektur Trueplay wurde erweitert. Das Einmesssystem funktioniert bei der Beam Ultra nicht mehr ausschließlich mit iPhones und iPads, sondern nun ebenfalls mit kompatiblen Android-Geräten. Eine längst überfällige Verbesserung, auf die man in der heutigen Zeit nicht stolz sein kann. Das hätte eigentlich schon mit anderen Modellen funktionieren sollen. Aber mit Feature-Versprechen lässt sich Sonos bekanntlich gerne einmal Zeit.
Dolby Atmos: ja | DTS:X: leider nein

Die Verbindung zum Fernseher erfolgt weiterhin über HDMI eARC bzw. ARC. Verarbeitet werden unter anderem Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos über Dolby Digital Plus und TrueHD sowie Mehrkanal-PCM. Bei DTS bleibt Sonos stur. Unterstützt wird lediglich DTS Digital Surround. DTS-HD Master Audio oder DTS:X tauchen auch bei der neuen Beam Ultra nicht in der Liste der kompatiblen Formate auf. Besitzer größerer 4K-Blu-ray-Sammlungen oder im lokalen Netzwerkspeicher abliegender Filme und Serien sollten diese Einschränkung also bedenken.
Dafür legt Sonos bei der drahtlosen Konnektivität nach. Die Beam Ultra unterstützt Wi-Fi 6 im 2,4- und 5-GHz-Bereich sowie Bluetooth 5.3. Apple AirPlay 2 ist ebenfalls wieder an Bord. Über den USB-C-Anschluss lassen sich optional ein 3,5-mm-Line-in-Adapter oder ein kombinierter Ethernet-Adapter anschließen. Der bei der Beam (Gen. 2) noch direkt verbaute Netzwerkanschluss entfällt damit.
Die zusätzliche Technik benötigt etwas mehr Platz. Mit 750 x 63 x 105 mm ist die Beam Ultra knapp zehn Zentimeter breiter als die 651 Millimeter messende Beam (Gen. 2). Gleichzeitig bleibt sie erheblich kompakter als die 1.178 Millimeter breite Arc Ultra und dürfte damit vor allem für mittelgroße Fernseher und Wohnzimmer interessant sein, in denen die große Sonos-Soundbar schlicht überdimensioniert wirkt. Das Gewicht beträgt 2,88 Kilogramm. Angeboten wird die Beam Ultra erneut in mattem Schwarz und Weiß.
Sonos öffnet sein Surround-System für portable Lautsprecher

Spannend sind auch die neuen Möglichkeiten beim Ausbau zum Surround-System. Ein Paar Sonos Play oder Move 2 lässt sich künftig als drahtlose Rear-Lautsprecher in das Heimkino integrieren. Nach dem Filmabend können die beiden Lautsprecher wieder aus dem Surround-Verbund genommen und wie gewohnt mobil eingesetzt werden. Ein einzelner Play oder Move 2 reicht dafür allerdings nicht aus, Sonos setzte ein paar identische Lautsprecher voraus.
Auch die eigenen Kopfhörer rücken enger an das Heimkino-System heran. TV-Audio kann von der Beam Ultra auf einen kompatiblen Sonos-Kopfhörer übertragen werden, wobei auch Dolby Atmos unterstützt wird. Damit lässt sich beispielsweise spätabends ein Film mit räumlicher Audiowiedergabe genießen, ohne die übrigen Bewohner mit der Soundbar zu beschallen. Sonos baut diese Funktionen im Zuge seiner größeren Software-Neuausrichtung weiter aus.
Beam Ultra kostet 200 Euro mehr als die Beam (Gen. 2)

Die technischen Verbesserungen lässt sich Sonos allerdings bezahlen. Während die Beam (Gen. 2) aktuell weiterhin für 499 Euro angeboten wird, kostet die neue Beam Ultra 699 Euro. Dafür gibt es vier zusätzliche Verstärker, eine vollständig überarbeitete 7.1.2-Lautsprecherkonfiguration mit echten Höhenkanälen, Bluetooth 5.3, Wi-Fi 6, Android-kompatibles Trueplay und die erweiterten Möglichkeiten für kabellose Surround-Lautsprecher. In Zeiten, in denen Elektronikhersteller ihre etablierte Hardware gerne um 20 bis 50 Prozent im Preis erhöhen (dank der explodierenden Preise für Arbeitsspeicher und Chipsätze), ist diese Preisgestaltung fast schon mild.
Damit positioniert Sonos die Beam Ultra ziemlich genau zwischen der bisherigen Beam und der Arc Ultra. Letztere kostet derzeit 1.099 Euro, sodass zur größeren Soundbar noch ein Abstand von 400 Euro bleibt. Interessant dürfte deshalb vor allem sein, wie groß der klangliche Unterschied zwischen Beam Ultra und Arc Ultra in der Praxis tatsächlich ausfällt. Denn zumindest auf dem Papier macht die kompakte Beam mit dem Wechsel auf echte Höhenlautsprecher einen erheblichen Schritt nach vorn. Die Sonos Beam Ultra kann in Deutschland bereits für 699 Euro vorbestellt werden. Sonos nennt aktuell den 29. September 2026 als voraussichtlichen Termin für die Verfügbarkeit. Die Soundbar erscheint in Schwarz und Weiß.




