AWOL Vision bringt zur IFA 2026 mit dem LuxVision einen neuen Ultrakurzdistanzprojektor nach Berlin, der technisch weit über die bisherigen Laser-TVs des Herstellers hinausgehen soll. Neben 4K mit 120 Hz und einem RGB-Triple-Laser stehen bis zu 5.500 ISO-Lumen sowie eine für UST-Projektoren ungewöhnliche optische Bildverschiebung im Mittelpunkt.
- 4K UHD mit 120 Hz: Hohe Bildwiederholrate für Filme und Gaming, ergänzt um VRR und ALLM.
- RGB-Triple-Laser: Bis zu 5.500 ISO-Lumen Helligkeit und 110 % Abdeckung des Rec.2020-Farbraums.
- Optical Shift: Optische vertikale Bildverschiebung zur flexibleren Aufstellung ohne digitale Skalierung.
- 0,18:1 Ultrakurzdistanz: Sehr kurze Projektionsdistanz mit Bilddiagonalen von bis zu 200 Zoll.
- Umfangreiche HDR-Ausstattung: Dolby Vision, HDR10+, IMAX Enhanced, Filmmaker Mode sowie Dynamic Tone Mapping.
- Gaming-Ausstattung: VRR, ALLM und laut Hersteller ein Input-Lag von bis zu 1 ms.
- 3D & Multi-View: Unterstützt stereoskopisches 3D sowie die gleichzeitige Darstellung von bis zu vier Bildquellen.
AWOL bezeichnet den LuxVision als weltweit ersten 4K-120-Hz-UST-Projektor mit Optical Shift. Dabei ist ausgerechnet diese Funktion womöglich interessanter als die werbewirksame Kombination aus 4K und 120 Hz. Ultrakurzdistanzprojektoren reagieren bei der Aufstellung ausgesprochen empfindlich: Schon wenige Millimeter, um die das Gerät auf dem Lowboard verschoben wird, können die Position des Bildes an der Leinwand deutlich verändern. Beim LuxVision soll sich die Projektion dagegen innerhalb eines vertikalen Offset-Bereichs von 142 bis 152 Prozent optisch verschieben lassen. Eine digitale Skalierung oder Trapezkorrektur wäre für kleinere Anpassungen damit im Idealfall nicht mehr notwendig.
Gerade bei fest installierten UST-Leinwänden könnte das einen echten Vorteil bringen. Normalerweise müssen Projektor, Möbel und Leinwandhöhe sehr exakt aufeinander abgestimmt werden. Passt beispielsweise die Höhe eines vorhandenen Lowboards nicht ganz, bleibt häufig nur das Verschieben des Projektors oder eine digitale Bildkorrektur. AWOL kombiniert den Optical Shift zudem mit einem sehr kurzen Projektionsverhältnis von 0,18:1. Der LuxVision kann dadurch auch sehr große Bilddiagonalen erzeugen, ohne ungewöhnlich weit von der Wand entfernt stehen zu müssen. Bis zu 200 Zoll sollen möglich sein.
5.500 ISO-Lumen und RGB-Triple-Laser

Auch abseits der flexiblen Aufstellung fährt AWOL technisch einiges auf. Die Lichtquelle basiert auf einem RGB-Triple-Laser-System, bei dem die Grundfarben Rot, Grün und Blau direkt durch separate Laser erzeugt werden. Eine zusätzliche Phosphor-Farberzeugung ist damit nicht notwendig. Für den LuxVision werden aktuell bis zu 5.500 ISO-Lumen angegeben. Das wäre selbst für einen leistungsstarken Ultrakurzdistanzprojektor ein ausgesprochen hoher Wert und würde gleichzeitig genügend Reserven für größere Leinwände und Räume mit Restlicht versprechen.
Wie immer sollte man solche Herstellerangaben allerdings nicht mit der Helligkeit gleichsetzen, die später in einem möglichst akkurat abgestimmten Film-Modus tatsächlich zur Verfügung steht. Interessanter wird daher sein, wie viele Lumen nach einer korrekten Einstellung von Weißpunkt und Farben übrig bleiben. Trotzdem zeigt der Wert, wo AWOL LuxVision positionieren möchte: Das neue Modell soll offenbar nicht einfach die bestehende Aetherion-Serie ergänzen, sondern eine neue Premiumklasse besetzen.
Der RGB-Laser ermöglicht laut AWOL zudem eine Abdeckung von 110 Prozent des Rec.2020-Farbraums. Auch hier gilt: Ein besonders großer Farbraum allein sorgt noch nicht automatisch für eine bessere Bildqualität. Entscheidend sind eine präzise Farbdarstellung und ein sauberes Tracking innerhalb der verschiedenen HDR-Farbräume.
Für den Schwarzwert und Kontrast kombiniert AWOL eine 7-stufig arbeitende dynamische Iris mit der eigenen EBL-Technologie (Enhanced Black Level). Dazu kommt Dynamic Tone Mapping, das HDR-Inhalte laufend analysieren und die Helligkeitsverteilung an die Möglichkeiten des Projektors anpassen soll. Gerade bei einem derart hellen UST dürfte interessant werden, ob AWOL die hohe Lichtleistung auch mit einem überzeugenden Schwarzwert verbinden kann. Einen finalen Wert für den nativen Kontrast hat der Hersteller bislang nicht genannt.
Unterstützt werden unter anderem HDR10+, Dolby Vision, IMAX Enhanced und der Filmmaker Mode. Für die Weitergabe beziehungsweise Verarbeitung entsprechender Tonsignale werden außerdem Dolby Atmos und DTS:X unterstützt.
AWOL LuxVision: Ein Ultrakurzdistanzbeamer für Gamer?

Mindestens genauso ungewöhnlich ist die Gaming-Ausstattung. Während viele aktuelle 4K-Projektoren hohe Bildraten nur bei reduzierter Auflösung ermöglichen, soll der LuxVision 4K UHD tatsächlich mit bis zu 120 Hz verarbeiten können. Für Besitzer einer PlayStation 5, Xbox Series X oder eines leistungsfähigen Gaming-PCs wäre das ein deutlicher Fortschritt gegenüber den verbreiteten 4K-60-Hz-UST-Modellen.
Dazu kommen VRR (Variable Refresh Rate) zur Synchronisation der Bildrate sowie ALLM (Auto Low Latency Mode), mit dem kompatible Zuspieler automatisch den verzögerungsarmen Spielemodus aktivieren können. AWOL nennt außerdem einen Input-Lag von lediglich bis zu 1 Millisekunde. Bei welcher Auflösung und Bildwiederholrate dieser Bestwert erreicht wird, ist allerdings entscheidend. Ob tatsächlich auch bei 4K und 120 Hz eine ähnlich niedrige Verzögerung möglich ist, werden erst unabhängige Messungen zeigen. Interessant ist die 120-Hz-Wiedergabe nicht ausschließlich für Spiele. Auch klassisches 24p-Filmmaterial lässt sich sauber innerhalb eines 120-Hz-Signals darstellen, da jedes einzelne Filmframe exakt fünfmal ausgegeben werden kann. Damit ergibt sich eine gleichmäßige 5:5-Kadenz und kein 3:2-Pulldown, der zu Microstottern führen kann.

Der Ultrakurzdistanzprojektor unterstützt zudem weiterhin stereoskopisches 3D. Gerade in Kombination mit den hohen Helligkeitsreserven könnte das interessant sein, da bei aktivem 3D durch die Shutter-Brillen ein erheblicher Teil der wahrgenommenen Bildhelligkeit verloren geht. Während praktisch alle TV-Hersteller 3D schon vor Jahren aufgegeben haben, hält sich die Technik im Projektorenbereich weiterhin.
Optical Shift könnte die spannendste Neuerung sein

Die eigentliche Besonderheit bleibt jedoch die Optik. AWOL spricht bewusst von „Optical Shift“ und nicht einfach von einem klassischen Lens Shift. Das Grundprinzip ist dennoch vergleichbar: Statt das fertig erzeugte Bild anschließend digital zu verkleinern oder zu verschieben, soll die Position bereits auf optischem Weg angepasst werden.
Das klingt zunächst nach einem Detail, kann bei einem Ultrakurzdistanzprojektor aber viel ausmachen. UST-Systeme projizieren das Bild in einem extrem steilen Winkel nach oben. Dadurch reagieren sie erheblich empfindlicher auf Änderungen der Geräteposition als normale Long-Throw-Projektoren. Ein paar Zentimeter zu weit vorn oder hinten können bereits darüber entscheiden, ob das Bild sauber auf eine vorhandene 120-Zoll-Leinwand passt. Genau hier könnte der begrenzte optische Verstellbereich des LuxVision die Installation deutlich vereinfachen.
Zusätzlich stehen Autofokus, automatische Trapezkorrektur, eine automatische Leinwandausrichtung und eine Hinderniserkennung bereit. Wer höchste Bildqualität erreichen möchte, sollte digitale Geometriekorrekturen allerdings weiterhin möglichst sparsam einsetzen. Sie sind bequem, verändern aber das eigentliche Bildraster. Der Optical Shift könnte deshalb gerade für aufwendigere Installationen die wesentlich elegantere Lösung sein.
AWOL hat nach eigenen Angaben auch die eigentliche Optik überarbeitet. Für Teile der Linsenbeschichtung kommt ein Magnetron-Sputtering-Verfahren zum Einsatz, mit dem unter anderem interne Reflexionen reduziert werden sollen. Gerade bei einer UST-Konstruktion sind Schärfe und Fokus bis in die äußersten Bildecken eine Herausforderung. Umso interessanter wird sein, ob die Schärfe auch dann über die komplette Bildfläche stabil bleibt, wenn der Optical Shift genutzt wird.
Anti-RBE II, Multi-View und individualisierbares Gehäuse

Der LuxVision verwendet außerdem AWOLs Anti-RBE-Technologie der zweiten Generation. Sie soll den bei Single-Chip-DLP-Projektoren möglichen Regenbogeneffekt reduzieren. Wie stark Zuschauer diesen Effekt wahrnehmen, ist sehr individuell. Besonders bei hellen Objekten vor dunklem Hintergrund können empfindliche Personen kurze rote, grüne und blaue Farbsäume erkennen.
Eine weitere interessante Funktion ist Multi-View. Der LuxVision soll bis zu vier kabelgebundene oder drahtlose Bildquellen gleichzeitig auf der Projektionsfläche darstellen können. Auf einem 120-, 150- oder sogar 200-Zoll-Bild ergeben sich dafür durchaus sinnvolle Anwendungen – etwa mehrere gleichzeitig laufende Sportübertragungen oder verschiedene Gaming- und Informationsquellen.
Auch beim Gehäuse geht AWOL einen ungewöhnlichen Weg. Statt nur ein oder zwei feste Farbvarianten anzubieten, soll sich der LuxVision über unterschiedliche Farben, Materialien und Oberflächen an den Wohnraum anpassen lassen. Zu den bislang gezeigten Varianten gehören unter anderem gebürstetes Metall, Holzoberflächen wie Eiche oder Walnuss, Carbon, Leder und Steinoptik. Gerade bei einem UST-Projektor ist das nicht ganz unwichtig: Anders als ein klassischer Heimkinobeamer verschwindet ein Laser-TV normalerweise nicht an der Decke, sondern steht dauerhaft sichtbar im Wohnzimmer.

4K-Auflösung weiterhin per Pixel-Shifting
Bei der 4K-Angabe sollte man allerdings unterscheiden zwischen der ausgegebenen UHD-Auflösung und der nativen Auflösung des verwendeten DLP-Chips. AWOL hat die endgültige DMD-Konfiguration des LuxVision bislang nicht im Detail kommuniziert. Ein nativer 4K-DLP-Chip ist bei einem Gerät dieser Klasse jedoch nicht zu erwarten. Stattdessen wird die UHD-Auflösung bei solchen DLP-Projektoren über schnelles Pixel-Shifting beziehungsweise Texas Instruments XPR-Technologie erzeugt.
Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und wird bei einem großen Teil aktueller 4K-DLP-Projektoren so umgesetzt. Entscheidend ist vielmehr, ob auf der Leinwand tatsächlich die vollständige UHD-Pixelzahl von 3.840 x 2.160 Bildpunkten adressiert wird. Spannender ist beim LuxVision deshalb die Frage, wie AWOL die Kombination aus Pixel-Shifting und 120 Hz technisch umgesetzt hat und ob die volle 4K-Auflösung wirklich gleichzeitig mit 120 Bildern pro Sekunde erhalten bleibt.
AWOL LuxVision: Preis und Marktstart
Nach den bislang vorliegenden Informationen soll der AWOL LuxVision im vierten Quartal 2026 in den Handel kommen. Für Deutschland steht ein Marktstart im Oktober im Raum. Als mögliche unverbindliche Preisempfehlung werden 5.999 Euro genannt. Da AWOL die endgültigen Verkaufsdetails rund um die Präsentation des Serienmodells noch konkretisieren kann, bleiben Preis und genauer Liefertermin allerdings noch abzuwarten.
Auf der IFA 2026 in Berlin lässt sich der LuxVision bei AWOL Vision in Halle 22 am Stand 113 begutachten. Gerade der Optical Shift dürfte dabei einen genaueren Blick wert sein. Wenn AWOL damit tatsächlich eine optische Korrektur der Bildposition ermöglicht, ohne Schärfe oder Auflösung sichtbar zu beeinträchtigen, wäre das für die alltägliche Installation eines Ultrakurzdistanzprojektors möglicherweise die spannendere Neuerung als die nächste Rekordzahl bei Helligkeit oder Bildwiederholrate.
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