Hisense zeigt neue TV-Technologie: LCD ohne Farbfilter soll bis zu 360 Hz schaffen

Hisense hat auf der IFA 2026 mit Field Sequential Display (FSD) eine neue LCD-Technik ohne klassische Farbfilter vorgestellt. Durch die zeitlich nacheinander ausgegebenen roten, grünen und blauen Bildanteile soll das Display heller, farbreiner und sparsamer arbeiten – bei einer Bildfrequenz von bis zu 360 Hz.

Das klingt zunächst nach einem ziemlich großen Sprung für die LCD‑Technik. Als fertigen Fernseher sollte man Hisense FSD allerdings noch nicht betrachten. Die neue Technologie hat derzeit sicherlich eher den Prototypenstatus inne. Entsprechend kommuniziert der Hersteller  bislang weder eine Modellbezeichnung noch Bildschirmgröße, Auflösung, Anschlüsse oder einen möglichen Marktstart. Wir sind jedoch gespannt, wie sich das Field Sequential Display im Vergleich zu RGB‑Mini-LED, Mini-LED und OLED schlägt.

Hisense FSD erzeugt Farben ohne klassische Farbfilter

Bei einem herkömmlichen LCD besteht jeder Bildpunkt aus roten, grünen und blauen Subpixeln. Das Licht der Hintergrundbeleuchtung muss dafür mehrere Schichten und entsprechende Farbfilter durchlaufen. Diese lassen jeweils nur den benötigten Teil des Lichtspektrums durch. Auf diesem Weg geht leider immer ein Teil der Gesamthelligkeit verloren. Die Field Sequential Display Technology verfolgt einen anderen Ansatz. Die roten, grünen und blauen Bildinformationen werden nicht dauerhaft nebeneinander dargestellt, sondern sehr schnell nacheinander ausgegeben. Über die Hintergrundbeleuchtung wird also zunächst eine roter, anschließend ein grüner und danach ein blauer Bildanteil erzeugt. Durch die hohe Geschwindigkeit sollen die einzelnen Farbfelder für das menschliche Auge zu einem vollständigen Farbbild verschmelzen.

Merkmal Klassischer LCD Hisense FSD
Farberzeugung RGB-Subpixel mit Farbfiltern Rot, Grün und Blau zeitlich nacheinander
Farbfilter Erforderlich Entfallen
Lichtausbeute Lichtverluste durch Filter Potenziell höhere Lichtausbeute
Bildfrequenz Abhängig vom eingesetzten Panel
(max. 4K@165 Hz bzw. 1080p@288Hz)
Laut Hisense bis zu 360 Hz
(Auflösung nicht bekannt)

Weil die Farbfilter entfallen, soll mehr Licht beim Betrachter ankommen. Hisense verspricht deshalb eine höhere Helligkeit, reinere Farben und eine bessere Energieeffizienz als bei herkömmlichen LCD‑Panels. Leider gibt es diesbezüglich noch keinerlei Messwerte oder Vergleiche mit etablierten LCD-TV-Technologien.

360 Hz bedeuten nicht automatisch 4K-Gaming mit 360 Bildern pro Sekunde

Hisense stellt auf der IFA 2026 natürlich wieder seine Laser TVs aka 4K-Laser-UST-Projektoren prominent zur Schau.
Hisense stellt auf der IFA 2026 natürlich wieder seine Laser TVs auch bekannt als 4K-Laser-UST-Projektoren prominent zur Schau.

Die hohe Frequenz dürfte bei Hisense FSD nicht allein als Gaming-Merkmal gedacht sein. Da Rot, Grün und Blau nacheinander dargestellt werden, muss der Wechsel besonders schnell erfolgen. Andernfalls könnten bei Bewegungen oder schnellen Blickwechseln kurzzeitig einzelne Farbsäume auftreten, ähnlich wie der Regenbogeneffekt bei DLP‑Projektoren. Offen bleibt zudem, worauf sich die von Hisense kommunizierten 360 Hz genau beziehen. Gemeint sein könnten entweder 360 vollständige Farbbilder oder 360 einzelne Farbfelder pro Sekunde. Wir würden eher darauf tippen, dass die 360 Hz die Farbfelder pro Sekunde wiedergeben. Somit würden vollständige Bilder mit 120 Hz auf dem Display wiedergegeben werden. Zudem gibt es derzeit noch keine Integration von HDMI 2.2, welche bei voller 4K-Auflösung mehr als 165 Hz schafft.

Noch keine Alternative zu OLED oder RGB Mini LED

Trotz des Verzichts auf Farbfilter bleibt FSD grundsätzlich eine LCD-Technik mit Hintergrundbeleuchtung. Perfektes Schwarz ergibt sich dadurch nicht automatisch. Kontrast, Schwarzwert und mögliche Lichthöfe hängen weiterhin vom Panel, der Ansteuerung und der Art der Hintergrundbeleuchtung ab. Auch von Hisenses bereits erhältlicher RGB-Mini-LED-Technik unterscheidet sich das Konzept. RGB‑Mini-LED arbeitet mit getrennt steuerbaren roten, grünen und blauen LEDs in der Hintergrundbeleuchtung, behält jedoch weiterhin ein LCD-Panel mit Farbfiltern bei. Bei FSD soll die zeitlich getrennte Ausgabe der Grundfarben genau diese Filter überflüssig machen.

Ob daraus tatsächlich eine konkurrenzfähige Alternative zu OLED und RGB Mini LED entsteht, wird die Zukunft zeigen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob die Displaytechnologie auch zeitnah in marktfähige Produkte überführt wird. Sobald wir weitere Details sowie erste Bilder und Videos der neuen Technik finden, werden wir darüber berichten.

QuelleHisense
Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse
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