Jahrelang tat sich auf dem Markt für 4K Blu-ray-Player praktisch nichts. Viele bekannte Hersteller zogen sich zurück, neue Geräte gab es eigentlich nur noch im teuren High-End-Segment. Jetzt tauchen plötzlich gleich mehrere neue Player auf, darunter auch mehrere günstige Modelle aus China. Stehen wir vielleicht am Anfang eines Disc-Revivals?
Wer sich in den vergangenen Jahren einen neuen 4K Blu-ray-Player kaufen wollte, hatte nicht gerade die Qual der Wahl. Samsung, LG, Oppo, Pioneer und zuletzt auch Reavon verabschiedeten sich aus dem Markt. Übrig blieben bekannte Modelle von Panasonic und Sony, die teilweise schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Ach ja, und die PlayStation 5 und Xbox Series X gibt es auch noch mit 4K Blu-ray-Laufwerk (noch). Doch wie sieht es mit ganz neuer Hardware aus? Fehlanzeige! Zudem werden die alten Modelle teurer, aufgrund von steigenden Kosten für Chipsätze, Speicher und andere Komponenten.
Neue 4K Blu-ray-Player gab es nur im Premium-Segment
Bewegung gab es zuletzt hauptsächlich dort, wo Geld offenbar keine große Rolle spielt. Magnetar stellte beispielsweise mit dem UDP800 MKII und UDP900 MKII zwei neue High-End-Player vor. Schon diese Geräte bewegen sich preislich weit oberhalb dessen, was die meisten Heimkino-Fans für einen Disc-Player ausgeben möchten. Noch extremer wird es beim Magnetar ULTIMA. Der kompromisslose Universal-Player kostet in den USA satte 12.000 US-Dollar und damit ungefähr so viel wie ein Kleinwagen. Im bezahlbaren Bereich herrschte dagegen über Jahre praktisch Stillstand. Nicht nur Stillstand, die verfügbaren Modelle und Kontingente haben sich über die Jahre hinweg immer weiter ausgedünnt.
Plötzlich kommen wieder günstigere 4K Blu-ray-Player

Mit Laser, Thomson, Krovatar, GIEC, DpBlue und Gotham Audio tauchen derzeit gleich mehrere Namen auf, die neue Ultra HD Blu-ray-Player anbieten oder ihre Geräte in weitere Märkte bringen. Besonders spannend ist dabei, dass viele dieser Geräte nicht mehrere Tausend Euro kosten, sondern wieder Preisregionen zwischen rund 250 und 600 Euro abdecken. Der Thomson THB365 wird beispielsweise über DPA Europe in Frankreich angeboten. Der Player unterstützt Ultra HD Blu-rays, HDR10 und Dolby Vision, bietet zwei HDMI-Ausgänge sowie Ethernet und USB. Preislich bewegt sich das Modell um etwa 260 Euro.
Krovatar aus Shenzhen bietet mit dem KBU-300 einen Universal-Player für rund 350 britische Pfund beziehungsweise 370 US-Dollar an. Neben Ultra HD Blu-ray, Blu-ray, DVD und CD werden sogar 3D Blu-ray und SACD unterstützt. HDR10, HDR10+ und Dolby Vision stehen ebenfalls auf der Liste. Mit DpBlue ist ein weiterer chinesischer Anbieter aktiv. Der DP-5300 wird in den USA für rund 340 US-Dollar verkauft und unterstützt ebenfalls HDR10 und Dolby Vision. GIEC wiederum bietet seine UHD-Player inzwischen auch außerhalb Chinas an.
Eines haben alle Geräte gemeinsam. Die Player werden in China entwickelt oder gefertigt und setzen auf bekannte MediaTek-Plattformen. Teilweise kommt der MT8581 zum Einsatz, ein Chip, der in ähnlicher Form bereits in den Playern etablierter Marken verwendet wurde. Während sich die großen Elektronikhersteller weitgehend aus dem Markt zurückgezogen haben, entdecken kleinere chinesische Hersteller und White-Label-Anbieter offenbar wieder eine Zielgruppe, die weiterhin echte Discs abspielen möchte.
Kuriose Angebote erinnern an Panasonic und Sony

Dass dieser neue Markt teilweise noch etwas Wildwest-Charakter besitzt, zeigen Angebote in Großbritannien. Dort werden über verschiedene Händler unter anderem Multi-Region-Player angeboten, die optisch und in ihrer Beschreibung sehr deutlich an bekannte Geräte erinnern. So finden sich Modelle „compatible with Panasonic DP-UB9000“, die sogar unter der Modellbezeichnung DP-UB9000 auftauchen und rund 1.199 Pfund kosten.
Auch zum Sony UBP-X700K werden entsprechende Multi-Region-Geräte angeboten. Was sich technisch tatsächlich hinter jedem einzelnen dieser Angebote verbirgt und in welchem Verhältnis die Geräte zu den Originalherstellern stehen, ist für Käufer teilweise nur schwer nachvollziehbar. Von einem Kauf würden wir deshalb zumindest so lange abraten, bis Herkunft, Firmwareversorgung und Garantie eindeutig geklärt sind. Zudem gibt es noch keine bestätigten Erfahrungen von Endkunden. Somit ist fraglich, ob man bei einer Bestellung überhaupt das bekommt, was angeboten wird, oder ob man erst einmal komplett leer ausgeht.
Streaming-Frust könnte der Disc helfen

Dass gerade jetzt wieder neue 4K Blu-ray-Player auftauchen, könnte kein Zufall sein. Streaming bleibt zwar bequem, doch die Abopreise steigen regelmäßig, Werbung hält in immer mehr Tarifen Einzug und selbst zugesicherte Qualitätsmerkmale können sich binnen weniger Stunden verabschieden. Wie schnell sich das ändern kann,, zeigte zuletzt Disney+. Nach dem Wegfall verschiedener HDR-Funktionen (sowie 4K-Streaming, 3D usw.) fordern französische Verbraucherschützer inzwischen sogar Entschädigungen für betroffene Premium-Kunden.
Und hier liegt eben der Vorteil eines physischen Datenträgers. Bild- und Tonqualität bleiben unverändert, Werbung gibt es nicht und die Disc steht nach dem Kauf tatsächlich im Regal. Genau das könnte physischen Medien wieder mehr Reiz verleihen. Denn bei digitalen Käufen erwirbt man in der Regel lediglich ein Nutzungsrecht innerhalb eines bestimmten Ökosystems. Besonders deutlich wird das bei Videospielen, wenn für einen AAA-Titel 70, 80 oder sogar 100 Euro verlangt werden, man am Ende aber trotzdem nur Zugriff auf eine digitale Lizenz erhält. Und wenn dann die Server des Spiels deaktiviert werden (z.B. bei Extraction Shooter), ist die Spielerfahrung unwiederbringlich verloren.
Physische Medien sind noch lange nicht abgeschrieben

Dass totgesagte Formate zurückkommen können, zeigt die Musikbranche. Vinyl hat sich längst wieder etabliert und inzwischen legt sogar die CD zu: In den USA stiegen die Verkäufe im ersten Halbjahr 2026 laut Luminate um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Stück. Bemerkenswert ist, dass viele jüngere Käufer nicht einmal einen eigenen CD-Player besitzen – gekauft wird trotzdem, als Sammlerstück oder weil man etwas Physisches besitzen möchte.
Von einem großen Revival der 4K Blu-ray zu sprechen, wäre noch zu früh. Doch dass nach Jahren des Stillstands plötzlich wieder mehrere Hersteller neue und vor allem günstigere UHD-Player anbieten, ist ein erfreuliches Signal. Viele davon erreichen Deutschland zwar noch nicht offiziell, in Frankreich, Großbritannien, Australien und den USA ist die Auswahl aber bereits größer geworden. Gerade günstigere Player aus China könnten dem Markt neuen Schwung geben. Denn an neuen 4K Blu-rays mangelt es weiterhin nicht, problematisch wurde zuletzt vielmehr die immer kleinere Auswahl an bezahlbarer Hardware. Vielleicht ist die Disc also doch noch lange nicht am Ende.
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Sorry, aber für 250-600 Euro kaufe ich mir doch keinen No-Name Player aus China. Dafür bekomme ich auch ein Gerät von Sony oder Panasonic.
Es scheint, als hätte manch einer den Trend erkannt bzw. rechnet damit, dass der Kauf von rein digitalen Inhalten an Bedeutung verliert, und es nicht nur Sammler von physischen Medien betrifft. Eine Sammlung im eigenen Wohnzimmer ist kein Vergleich zu einer Sammlung, die irgendwo bei jemandem auf dem Server liegt.