Blaues Licht bei Smart-TVs: Schadet es wirklich den Augen?

Blaues Licht von modernen Bildschirmen schadet angeblich den Augen. Aber stimmt das wirklich? Und welche Fernseher fallen in diesem Bezug besonders auf?

So nutzen aktuell vor allem die Hersteller von Monitoren und Smart-TVs selbst das angeblich schädliche, blaue Licht für Marketingzwecke. Denn wo es ein vermeintliches Problem gibt, kann man ja mit Lösungen werben. Und so kann man sich als Käufer kaum retten vor Techniken, welche das blaue Licht reduzieren sollen, um die Augen zu schonen. Gern wirbt man dabei auch mit diversen Zertifizierungen externer Prüfinstitute, die meistens kaum etwas aussagen, bei potenziellen Kunden aber Eindruck schinden sollen.

Wissenschaftler schützen ihre Augen per Facepalm

Wissenschaftler bzw. Augenärzte und entsprechende Fachverbände ziehen eher die Augenbrauen hoch. Sie haben wiederholt Studien vorgelegt und darauf hingewiesen, dass von modernen Bildschirmen keine nachweisbare, Gefährdung der Netzhaut ausgeht. Aus medizinischer Sicht ist der Marketing-Hype um Blaulichtfilter und Co. also Blendwerk. Vor allem geht es den Herstellern also um wirtschaftliche Interessen: vermeintliche Probleme konstruieren und dann Lösungen suggerieren.

So haben viele Tests gezeigt, dass das von Fernsehgeräten abgestrahlte blaue Licht etwa unter der Blaulichtintensität des normalen Sonnenlichts liegt. Das gilt selbst bei bewölktem Himmel. Dennoch kann eine lange Bildschirmnutzung den Augen schaden. Das ist dann aber weniger auf blaues Licht zurückzuführen, sondern eher auf eine dauerhafte Fokussierung des Nahbereichs und ein starres Blickfeld. Deswegen sind bei der Bildschirmarbeit auch regelmäßige Pausen wichtig.

Behindert blaues Licht von Displays das Einschlafen?

Oft wird auch nahegelegt, dass das blaue Licht das Einschlafen behindere. Tatsächlich kann helle Beleuchtung die Melatonin-Produktion, das Hormon ist wichtig für den Schlafrhythmus, hemmen. Die reine Bildschirmnutzung ist da eher ein geringerer Faktor, als die Gesamtbeleuchtung. Auch ist es hier nicht der Blaulichtanteil, der den Ausschlag gibt, sondern die Stärke des Lichts.

"Soundbar" und drehbarer Standfuß in der Detailansicht (Philips OLED901 2026 OLED TV).
OLED-TVs decken einen größeren Blaubereich ab.

Im Übrigen strahlen LCD-Fernseher im Durchschnitt aufgrund ihrer Hintergrundbeleuchtungen mehr blaues Licht ab, als OLED-TVs. Letztere decken aber wiederum ein größeres Blaulichtspektrum ab. Viel hängt also auch von den individuellen Einstellungen ab.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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5 Kommentare
  1. Ich sag’s mal so: Mein OLED hat bei entsprechend hohem Blauanteil im Bild auch einen hohen UV-Anteil. Ich merk das immer ganz gut, wenn die gelben Muster auf meiner Kuscheldecke im Dunkeln regelrecht leuchten. UV-Licht ist auf Dauer nicht so gesund für die Augen. Wobei man noch schauen müsste, wie stark der UV-Anteil tatsächlich ist.

    • Glaubst du wirklich an den Unsinn was du da schreibst ?
      Dass deine Kuscheldecke leuchtet kommt vom Waschmittel, die nutzen optische Aufheller/Weißmacher. Die Strahlendichte um UV Bereich ist vom OLED aus so gering, dass es kaum messbar ist. Tagsüber bei normalem Raumlicht ist der Fluoreszenzeffekt um ein vielfaches höher, aber aufgrund des Umgebungskontrastes bei Tageslichtraumdurchflutung
      von den Augen nicht wahrnehmbar.
      Wenn du dir ums UV LIcht sorgen machst, dann solltest du dich tagsüber generell nur in einer Burka fortbewegen bis es draußen dunkel ist, aber nichts auf den OLED TV schieben

      • Komisch, dass auch bestimmte andere Gegenstände fluoreszieren, die ich normalerweise nicht in die Waschmaschine stecke. Übrigens konnte ich mich an solche Effekte bei meinem alten LCD-TV nicht erinnern.
        Und wo genau liest du heraus, dass ich mir deswegen Sorgen mache. Dass UV-Licht schädlich ist (abhängig von der Intensität und Dauer), ist nun mal ein Fakt. Dass du mir etwas unterstellst und auf Basis dessen auch noch persönlich wirst, sagt einiges über deinen Charakter aus. Denk mal darüber nach!

        • Wie bei allem, die Dosis macht das Gift. Blaues bzw. UV-Licht ist halt kurzwelliger und somit energiereicher als das restliche Licht des sichtbaren Spektrums. In normalen Verhältnissen ist aber der Anteil und das Energieniveau immer noch unbedenklich. Entsprechende Anwendungen werden auch reguliert (TÜV und Co.) und natürlich gibt es da auch (DIN) Normen dazu, die allgemein „Photobiologische Sicherheit“ beschreiben (z.B. DIN EN 62471 oder IEC TR 62778).
          Selbst wenn der TV einen geringen Anteil UV-A-Licht erzeugen möge, geht die Fluoreszenz hauptsächlich auf das Konto des blauen Lichts alleine. Vor allem synthetische Farben (besonders spezielle Neon-Farben) im rot-orangen Bereich lassen sich gut mit blauem Licht anregen. Findet aber auch praktische Anwendung in der Mikrobiologie/Mikroskopie/Histologie, bei z.B. der Chlorophyllfluoreszenz oder photodynamischen Diagnostik.
          Den Effekt kann man zu Hause auch mit RGB-LED-Lampen provozieren, wenn man diese blau leuchten lässt. Ist dann fast so wie mit schwarz-Licht-Lampen, aber halt mit visuellem Blaulicht und deshalb weniger auffallend.

          • Danke. Diese Erklärung ist nicht nur fachlich viel gehaltvoller, sondern auch sachlich. 🙂
            Das mit dem UV-Anteil war auch in meinem ersten Satz eher eine These, die auf Erfahrungen in anderen Bereichen zurückging. Dass hauptsächlich ein hoher Blauanteil für das Leuchten ursächlich war, war in dem Moment auch nicht bewusst. Ebenso klingt es auch plausibel, dass der UV-Anteil wirklich sehr niedrig ist. nicht nur weil die LED-Technik kaum UV-Licht produziert (außer UV-LEDs natürlich), sondern die TVs auch mit entsprechenden UV-Filtern ausgestattet sind, aber hauptsächlich zum eigenen Schutz der OLEDs.

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