JMGO bringt mit dem IRIS Ultra Max einen neuen 4K-DLP-Projektor mit 120 Hz auf den Markt. Das neue Flaggschiff soll 4K UHD tatsächlich mit voller 120-Hz-Bildwiederholrate darstellen. Mittlerweile hat JMGO nicht nur die finalen technischen Daten bestätigt, sondern mit dem IRIS Ultra auch ein günstigeres Schwestermodell vorgestellt.
JMGO hat den IRIS Ultra Max inzwischen offiziell vorgestellt und auch den europäischen Vorverkauf gestartet. Der Hersteller bezeichnet das Gerät als weltweit ersten 4K@120Hz-Projektor mit vollständiger Signalverarbeitung. Das bedeutet: Die komplette Signalkette soll mit 3.840 × 2.160 Pixeln und 120 Hz arbeiten – vom HDMI-Eingang bis zur eigentlichen Bildausgabe. Der IRIS Ultra Max wird während der Vorbestellphase für 2.999 Euro angeboten. Regulär nennt JMGO 3.499 Euro.
Neu ist außerdem der JMGO IRIS Ultra. Er übernimmt einen großen Teil der Technik des Flaggschiffs, fällt mit 4.500 ISO-Lumen und 7.000:1 nativem Kontrast aber etwas schwächer aus. Der Vorbestellerpreis liegt bei 1.999 Euro statt später 2.499 Euro. Eine Übersicht über beide Modelle findet ihr auch auf der offiziellen IRIS-Produktseite von JMGO.
4K mit echten 120 Hz – für Gamer äußerst spannend!

Der für mich interessanteste Punkt ist ganz klar die Bildwiederholrate. Viele aktuelle DLP-Projektoren werben zwar mit 120 oder sogar 240 Hz, erreichen diese Werte aber nur bei reduzierter Full-HD-Auflösung. Beim IRIS Ultra Max soll dagegen die komplette Signalkette mit 3.840 × 2.160 Pixeln und 120 Hz arbeiten – vom Eingang bis zur Bildausgabe. Diese durchgängige 4K/120-Hz-Verarbeitung bewirbt JMGO inzwischen auch ausdrücklich.
Von „nativem 4K“ würde ich bei einem 0,47-Zoll-DLP allerdings weiterhin nicht sprechen. Das vollständige UHD-Bild entsteht über die bei DLP-Projektoren übliche Pixel-Shifting-Technik. Entscheidend ist vielmehr, dass diese 4K-Darstellung jetzt tatsächlich 120-mal pro Sekunde erfolgen kann. Bei einem kompakten Single-Chip-DLP ist das bislang eine Seltenheit.
Für Filme benötigt man diese Bildrate nur sehr selten. Beim Gaming sieht die Sache schon anders aus. Gerade ein leistungsfähiger PC kann 4K mit deutlich mehr als 60 Bildern pro Sekunde liefern. Auch PlayStation 5 und Xbox Series X unterstützen bei ausgewählten Spielen 120-Hz-Modi, wenngleich dort natürlich nicht jedes Spiel gleichzeitig natives 4K und 120 fps erreicht. Übrigens verfügt auch die Switch 2 bei bestimmten Spielen über einen 120Hz-Modus, jedoch mit reduzierter Auflösung.
4K mit 120 Hz ist inzwischen offiziell bestätigt

Ein Blick nach China hatte uns vor der offiziellen Präsentation bereits einen ziemlich guten Vorgeschmack geliefert. Dort verkauft JMGO seit Mai 2026 den N5S Ultra Max, dessen technische Basis in mehreren Punkten eng mit der neuen internationalen IRIS-Serie verwandt ist. Mittlerweile müssen wir die Ausstattung des IRIS Ultra Max allerdings nicht mehr vom chinesischen Modell ableiten, denn JMGO hat die entscheidenden Komponenten offiziell bestätigt.
Dass die ungewöhnliche 4K/120-Hz-Technik grundsätzlich funktioniert, hatte bereits ein ausführlicher chinesischer Praxistest auf Zhihu gezeigt. Dort wurde ein 4K/120-Hz-Signal mit einem externen Player überprüft. Beim internationalen IRIS Ultra und IRIS Ultra Max gehört die durchgängige 4K/120-Hz-Verarbeitung nun ausdrücklich zur offiziellen Ausstattung.

Im Inneren arbeitet dafür eine ungewöhnliche Kombination aus mehreren Chips. JMGO nennt für den IRIS Ultra Max und den IRIS Ultra den MediaTek MT9679 als SoC. Hinzu kommen zwei DLPC8545-Controller sowie ein 0,47-Zoll-DMD. Genau diese Architektur soll die vollständige Verarbeitung und Ausgabe von 4K mit 120 Hz ermöglichen. Unterstützt werden außerdem VRR, 4K/120-Hz-MEMC und Dolby Vision bei 4K mit 120 Hz. JMGO bewirbt im Gaming-Modus eine HDMI-Eingabeverzögerung von nur 1 ms. Diesen Herstellerwert werden unabhängige Messungen allerdings noch bestätigen müssen.
Übrigens: Solltet ihr in den kommenden Tagen und Wochen mehr über dieses Modell lesen und euch nicht sicher sein, ob tatsächlich der JMGO Iris Ultra Max beziehungsweise das chinesische Schwestermodell N5S Ultra Max gemeint ist, hilft ein Blick auf die Front. Die Beschichtung um Linse und Sensoren erinnert etwas an Damaskusstahl oder einen Ölfilm auf Wasser und ist ziemlich auffällig.
120 Hz sollen auch den Rainbow-Effekt reduzieren
Die höhere Bildwiederholrate könnte nicht nur Spielern zugutekommen. JMGO nutzt die schnellere Ansteuerung beim IRIS Ultra und IRIS Ultra Max gleichzeitig, um den bei Single-Chip-DLPs bekannten Rainbow-Effekt bzw. RBE zu reduzieren. Die entsprechende Anti-RBE-Technik ist inzwischen offiziell für beide Projektoren bestätigt.

Im chinesischen Praxistest war der Effekt selbst bei maximaler Helligkeit und weißen Bildinhalten nur noch schwer einzufangen. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Rot, Grün und Blau werden durch die schnellere Ansteuerung in kürzeren Abständen dargestellt. JMGO spricht beim internationalen IRIS inzwischen ausdrücklich von einer hardwarebasierten Anti-RBE-Technologie, die ohne zusätzliche Geräuschentwicklung arbeiten soll.
Triple-Laser, 6.500 ISO-Lumen und eine doppelte Iris
Bei der Lichtquelle müssen wir inzwischen ebenfalls nicht mehr spekulieren. Beide IRIS-Modelle setzen auf einen RGB-Triple-Laser. Für den IRIS Ultra Max nennt JMGO stolze 6.500 ISO-Lumen, während der günstigere IRIS Ultra 4.500 ISO-Lumen erreichen soll. Beide Angaben sind Herstellerwerte und müssen sich entsprechend noch in unabhängigen Messungen beweisen.
Bestätigt ist ebenfalls das namensgebende Dual Iris System. Dabei wird der Lichtstrom über zwei physische Blenden mit insgesamt 15 Lamellen reguliert – sechs in der einen und neun in der zweiten Iris. Der Blendenbereich reicht von F2.0 bis F7.0 und lässt sich in sechs Stufen einstellen. Für den IRIS Ultra Max nennt JMGO einen nativen Kontrast von bis zu 10.000:1, beim IRIS Ultra sind es 7.000:1. Gerade bei einem derart hellen Triple-Laser-DLP ist das interessant, denn an Lichtleistung mangelt es in dieser Geräteklasse inzwischen selten. Beim Schwarzwert sieht es häufig anders aus.

Zusätzlich bewirbt JMGO seine AI Dynamic Black Level Technology, kurz AI DBL. Dabei soll der Projektor einzelne Bildbereiche von Frame zu Frame analysieren und die Lichtausgabe entsprechend anpassen. Der Farbraum wird bei beiden Varianten mit 110 Prozent BT.2020 angegeben, die Farbabweichung soll bei Delta E ≤ 0,7 liegen.
Optischer Zoom und Lens Shift statt digitaler Korrektur
Auch bei der Aufstellung sind die technischen Daten jetzt bestätigt. Sowohl IRIS Ultra als auch IRIS Ultra Max bieten einen optischen Zoombereich mit einem Projektionsverhältnis von 0,88:1 bis 1,7:1. Dazu kommt ein umfangreicher physischer Lens Shift mit bis zu ±130 Prozent vertikal und ±53 Prozent horizontal. Das Bild lässt sich damit verschieben und in der Größe verändern, ohne dafür auf eine digitale Trapezkorrektur zurückgreifen zu müssen.
Gerade bei einem Projektor dieser Preisklasse finde ich das fast genauso wichtig wie automatische Bildkorrekturen. Wer eine feste Leinwand besitzt, möchte schließlich möglichst alle Pixel und die komplette Lichtleistung nutzen und das Bild nicht digital verkleinern, nur weil der Projektor nicht exakt mittig vor der Leinwand stehen kann.
Eine weitere Besonderheit ist der bereits von anderen JMGO-Modellen bekannte Gimbal-Aufbau. Beim IRIS Ultra Max spricht JMGO von einem „Smart Gimbal Motion“-System mit bis zu ±150 Prozent vertikaler und ±360 Grad horizontaler Bewegung. Beim IRIS Ultra nennt der Hersteller ±160 Prozent vertikal und ebenfalls ±360 Grad horizontal. Bilddiagonalen sind bei beiden Projektoren zwischen 40 und 300 Zoll vorgesehen.
IRIS Ultra Max oder IRIS Ultra: Wo liegen die Unterschiede?
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Projektoren lassen sich ziemlich schnell zusammenfassen. Für den IRIS Ultra Max verlangt JMGO zum Start 1.000 Euro mehr. Dafür steigen die Helligkeit von 4.500 auf 6.500 ISO-Lumen und der native Kontrast von 7.000:1 auf 10.000:1. Außerdem besitzt das Flaggschiff 4 statt 3 GB Arbeitsspeicher.
Bei der für Gamer besonders interessanten Technik muss man mit dem günstigeren IRIS Ultra dagegen kaum Abstriche machen. 4K mit 120 Hz, VRR, 120-Hz-MEMC, Dolby Vision mit 4K/120 Hz, zwei DLPC8545, der MT9679, zwei HDMI-2.1-Eingänge sowie optischer Zoom und Lens Shift gibt es bei beiden Modellen. Auch 64 GB interner Speicher, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, 3D und DTS:X sind identisch.
Die technischen Daten des JMGO IRIS Ultra Max
Damit liegen für den internationalen IRIS Ultra Max inzwischen folgende technische Daten vor:
- Auflösung: 4K UHD / 3.840 × 2.160 Pixel
- Bildwiederholrate: 4K UHD mit 120 Hz
- DMD: 0,47 Zoll
- DLP-Steuerung: 2 × DLPC8545
- Prozessor: MediaTek MT9679
- Lichtquelle: RGB-Triple-Laser / MALC 6.0
- Helligkeit: bis zu 6.500 ISO-Lumen
- Kontrast: bis zu 10.000:1 nativ
- Farbraum: 110 Prozent BT.2020
- Farbgenauigkeit: Delta E ≤ 0,7
- Blende: Dual-Iris-System mit 6+9 Lamellen, F2.0 bis F7.0
- Optischer Zoom: ca. 1,93-fach
- Projektionsverhältnis: 0,88:1 bis 1,7:1
- Lens Shift: ±130 Prozent vertikal und ±53 Prozent horizontal
- Bildgröße: 40 bis 300 Zoll
- HDR: Dolby Vision inklusive 4K/120-Hz-Verarbeitung
- Gaming: VRR, 4K/120-Hz-MEMC und beworbene HDMI-Latenz von 1 ms
- 3D: wird unterstützt
- Audio: Dolby Audio und DTS:X
- Anschlüsse: 2 × HDMI 2.1 mit 4K/120 Hz und ARC/CEC, 1 × USB 3.0, 1 × 3,5-mm-Audio
- WLAN / Bluetooth: Wi-Fi 6 / Bluetooth 5.4
- Betriebssystem: Google TV 5.0
- Speicher: 4 GB RAM und 64 GB interner Speicher
- Lautsprecher: 2 × 12,5 Watt
- Betriebsgeräusch: ≤26 dB
- Leistungsaufnahme: 300 Watt
- Abmessungen: 308 × 230 × 274 mm
- Gewicht: 7 kg
„Weltweit erster 4K@120Hz-Projektor mit vollständiger Signalverarbeitung“
Bei einer Formulierung von JMGO sollte man trotzdem etwas genauer hinschauen. Der Hersteller bezeichnet den IRIS Ultra Max inzwischen als „world’s first 4K@120Hz projector with full signal processing“. Projektoren, die 4K mit 120 Hz entgegennehmen und darstellen können, gibt es unter anderem von Epson und JVC schon länger. JMGO bezieht sich mit seinem Anspruch daher ausdrücklich auf die von Eingang bis Ausgabe durchgängige 4K/120-Hz-Architektur des kompakten Smart-DLP-Projektors.
Unabhängig von solchen Marketingformulierungen bleibt die technische Entwicklung interessant. Gerade in der kompakteren Lifestyle- und Single-Chip-DLP-Klasse musste man sich bislang meistens entscheiden: 4K mit 60 Hz oder 1080p mit deutlich höherer Bildrate. Beim IRIS Ultra Max und IRIS Ultra soll diese Einschränkung wegfallen.
IRIS Ultra Max startet für 2.999 Euro
Auch beim Preis gibt es inzwischen keine Spekulationen mehr. Der europäische Vorverkauf für die IRIS-Serie ist am 4. September 2026 gestartet und läuft laut JMGO bis zum 18. Oktober. Der JMGO IRIS Ultra Max kostet während dieser Phase 2.999 Euro, als späteren Preis nennt der Hersteller 3.499 Euro. Beim IRIS Ultra sind es zunächst 1.999 statt 2.499 Euro. Die auf der europäischen JMGO-Webseite genannten Preise enthalten bereits die Mehrwertsteuer. Damit ist vor allem der günstigere IRIS Ultra interessant. Für 1.000 Euro weniger bekommt man weiterhin die komplette 4K/120-Hz-Signalkette, zwei HDMI-2.1-Eingänge, VRR, Dolby Vision, optischen Zoom und Lens Shift. Der Max legt dafür bei Helligkeit, Kontrast und Arbeitsspeicher nach.
Spannend ist auch der Vergleich mit dem AWOL LuxVision. Der konkurrierende 4K/120-Hz-Projektor soll 5.999 Euro kosten und arbeitet als Ultrakurzdistanzmodell. JMGO beansprucht für den nur halb so teuren IRIS Ultra Max mit 6.500 ISO-Lumen sogar eine höhere Lichtleistung. Ein direkter Vergleich der Herstellerwerte ersetzt natürlich noch keinen Test.
Der Versand des IRIS Ultra Max soll am 19. Oktober 2026 beginnen, beim IRIS Ultra nennt JMGO den 26. Oktober 2026. Während des Vorverkaufs legt der Hersteller wahlweise einen Bodenständer oder eine Deckenhalterung, zwei aktive 3D-Brillen und ein 8K-HDMI-Kabel kostenlos bei. Damit haben sich einige der offenen Fragen aus unserem ursprünglichen Vorbericht inzwischen geklärt. Besonders interessant bleibt die Kombination aus 4K mit 120 Hz, 6.500 ISO-Lumen, Dual Iris, umfangreichem Lens Shift und zwei vollwertigen HDMI-2.1-Eingängen. Jetzt bleibt vor allem abzuwarten, wie sich Helligkeit, Kontrast und der beworbene 1-ms-Input-Lag in unabhängigen Messungen schlagen.


Irreführender Titel. Es sind keine „echten 4K“, wie ihr dann im Artikel auch selbst klarstellt.
Danke für den Hinweis, das war keine Absicht. Ich habe die Reihung der Wörter geändert, damit es wieder passt.