JMGO bringt mit dem IRIS Ultra Max einen neuen 4K-DLP-Projektor mit 120 Hz zur IFA 2026. Das neue Flaggschiff soll 4K UHD tatsächlich mit voller 120-Hz-Bildwiederholrate darstellen. Erste Details sind bereits bekannt – und das chinesische Schwestermodell verrät womöglich schon fast die komplette Ausstattung.
JMGO selbst hält sich mit einem vollständigen Datenblatt des IRIS Ultra Max bislang noch zurück. Bekannt ist vor allem das große Alleinstellungsmerkmal: Der Hersteller bezeichnet das Gerät als weltweit ersten 4K@120Hz Smart-Projektor. Über den sogenannten Pilot Club wurden zudem lediglich sechs Nutzer aus Europa und Nordamerika ausgewählt, die das Gerät noch vor dem eigentlichen Marktstart ausprobieren dürfen. Mittlerweile sind die ersten Geräte dort angekommen. Offiziell zu sehen sein wird der IRIS Ultra Max auf der IFA 2026 vom 4. bis 8. September in Berlin.
4K mit echten 120 Hz – für Gamer äußerst spannend!

Der für mich interessanteste Punkt ist ganz klar die Bildwiederholrate. Viele aktuelle DLP-Projektoren werben zwar mit 120 oder sogar 240 Hz, erreichen diese Werte aber nur bei reduzierter Full-HD-Auflösung. Beim IRIS Ultra Max soll dagegen die komplette Signalkette mit 3.840 × 2.160 Pixeln und 120 Hz arbeiten – vom Eingang bis zur Bildausgabe. Diese durchgängige 4K/120-Hz-Verarbeitung bewirbt JMGO inzwischen auch ausdrücklich.
Von „nativem 4K“ würde ich bei einem 0,47-Zoll-DLP allerdings weiterhin nicht sprechen. Das vollständige UHD-Bild entsteht über die bei DLP-Projektoren übliche Pixel-Shifting-Technik. Entscheidend ist vielmehr, dass diese 4K-Darstellung jetzt tatsächlich 120-mal pro Sekunde erfolgen kann. Bei einem kompakten Single-Chip-DLP ist das bislang eine Seltenheit.
Für Filme benötigt man diese Bildrate nur sehr selten. Beim Gaming sieht die Sache schon anders aus. Gerade ein leistungsfähiger PC kann 4K mit deutlich mehr als 60 Bildern pro Sekunde liefern. Auch PlayStation 5 und Xbox Series X unterstützen bei ausgewählten Spielen 120-Hz-Modi, wenngleich dort natürlich nicht jedes Spiel gleichzeitig natives 4K und 120 fps erreicht. Übrigens verfügt auch die Switch 2 bei bestimmten Spielen über einen 120Hz-Modus, jedoch mit reduzierter Auflösung.
In China funktioniert 4K mit 120 Hz bereits nachweislich

Ein Blick nach China liefert bereits deutlich mehr Informationen. Dort verkauft JMGO seit Mai 2026 den N5S Ultra Max. Dieses Modell dürfte zumindest einen großen Teil der technischen Basis für den internationalen IRIS Ultra Max liefern.
Dafür spricht nicht nur der ähnliche Aufbau. Der N5S Ultra Max besitzt bereits genau jene ungewöhnliche Hardware, die für 4K mit 120 Hz benötigt wird. Ein ausführlicher chinesischer Praxistest auf Zhihu hat die Funktion zudem nicht einfach aus dem Datenblatt übernommen, sondern mit einem externen 8K-Player überprüft. Das Ergebnis: Der Projektor nimmt ein 4K/120-Hz-Signal nicht nur entgegen, sondern stellt es auch mit 4K und 120 Hz dar.

Im Inneren arbeitet dafür eine ungewöhnliche Kombination aus mehreren Chips. Als Hauptprozessor kommt der MediaTek MT9681 zum Einsatz. Hinzu kommen zwei DLPC8545-Controller, ein separater PureVision-Bildprozessor sowie der neue DLP472TP-DMD. Zusätzlich setzt JMGO auf einen besonders schnellen Pixel-Shifting-Aktuator. In dieser Kombination wird die deutlich höhere Bildrate möglich. Der chinesische Test spricht außerdem von einer Eingabeverzögerung von bis zu 1 ms und Unterstützung für VRR.
Übrigens: Solltet ihr in den kommenden Tagen und Wochen mehr über dieses Modell lesen und euch nicht sicher sein, ob tatsächlich der JMGO Iris Ultra Max beziehungsweise das chinesische Schwestermodell N5S Ultra Max gemeint ist, hilft ein Blick auf die Front. Die Beschichtung um Linse und Sensoren erinnert etwas an Damaskusstahl oder einen Ölfilm auf Wasser und ist ziemlich auffällig.
120 Hz könnten sogar den Rainbow-Effekt reduzieren
Die höhere Bildwiederholrate könnte nicht nur Spielern zugutekommen. Beim chinesischen N5S Ultra Max nutzt JMGO die schnellere Ansteuerung gleichzeitig, um den bei Single-Chip-DLPs bekannten Rainbow-Effekt bzw. RBE zu reduzieren.

Im chinesischen Praxistest war der Effekt selbst bei maximaler Helligkeit und weißen Bildinhalten nur noch schwer einzufangen. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Rot, Grün und Blau werden durch die schnellere Ansteuerung in kürzeren Abständen dargestellt. Zusätzlich gibt es beim N5S Ultra Max einen speziellen Modus zur weiteren Unterdrückung des Rainbow-Effekts. Ob JMGO diese Funktion auch beim internationalen IRIS Ultra Max übernimmt, ist bislang nicht bestätigt.
Triple-Laser und eine doppelte Iris
Auch bei der Lichtquelle könnte sich der IRIS Ultra Max eng am chinesischen Modell orientieren. Der N5S Ultra Max arbeitet mit einer MALC-6.0-RGB-Triple-Laser-Lichtquelle und 40 QuaLas-42-Lasereinheiten. Angegeben werden bis zu 5.600 CVIA-Lumen. Die Lichtleistung des internationalen IRIS Ultra Max hat JMGO allerdings noch nicht bestätigt, weshalb ich diesen Wert momentan nicht 1:1 auf das neue Modell übertragen würde.
Bestätigt ist beim IRIS dagegen bereits das namensgebende Dual Iris System. Dabei wird der Lichtstrom über zwei physische Blenden reguliert. JMGO nennt für den neuen Projektor einen nativen Kontrast von bis zu 10.000:1. Gerade bei einem hellen Triple-Laser-DLP ist das interessant, denn an Lichtleistung mangelt es in dieser Geräteklasse inzwischen selten. Beim Schwarzwert sieht es häufig anders aus.

Auch die französischen Projektor-Spezialisten von MondoProjos haben sich die bislang verfügbaren Informationen genauer angesehen. Dort wird ebenfalls eine technische Verwandtschaft mit den chinesischen JMGO-Spitzenmodellen vermutet. Eine von MondoProjos ausgewertete asiatische Produktunterlage nennt für ein verwandtes Ultra-Max-Modell sogar eine RGB-Triple-Laser-Lichtquelle, 6.000 ISO-Lumen, 11.000:1 FOFO-Kontrast sowie ein Objektiv aus 14 Haupt- und zwei zusätzlichen Linsenelementen. Diese Angaben würde ich aktuell aber ausdrücklich noch nicht dem IRIS Ultra Max zuschreiben.
Offenbar existieren mehrere sehr eng verwandte chinesische Ultra-Max-Varianten beziehungsweise unterschiedliche Datenstände. Für den IRIS halte ich den neueren N5S Ultra Max mit 4K/120-Hz-Architektur für die deutlich wahrscheinlichere technische Basis.
Optischer Zoom und Lens Shift statt digitaler Korrektur
Sollte JMGO die Optik des N5S Ultra Max übernehmen, wäre auch die Aufstellung ziemlich flexibel. Das China-Modell bietet einen 1,93-fachen optischen Zoom mit einem Projektionsverhältnis von 0,88:1 bis 1,7:1. Dazu kommt ein umfangreicher physischer Lens Shift mit bis zu ±130 Prozent in der Vertikalen und ±53 Prozent horizontal. Das Bild lässt sich damit verschieben und in der Größe verändern, ohne dafür auf eine digitale Trapezkorrektur zurückgreifen zu müssen.
Gerade bei einem Projektor dieser Preisklasse finde ich das fast genauso wichtig wie automatische Bildkorrekturen. Wer eine feste Leinwand besitzt, möchte schließlich möglichst alle Pixel und die komplette Lichtleistung nutzen und das Bild nicht digital verkleinern, nur weil der Projektor nicht exakt mittig vor der Leinwand stehen kann.
Die möglichen technischen Daten des IRIS Ultra Max
Sollte sich der IRIS Ultra Max tatsächlich als internationale Variante beziehungsweise Weiterentwicklung des N5S Ultra Max herausstellen, könnten uns ungefähr folgende technische Daten erwarten. Bis zur IFA sollte man dabei aber klar zwischen den bereits bestätigten IRIS-Daten und den Spezifikationen des chinesischen Modells unterscheiden:
- Auflösung: 3.840 × 2.160 Pixel via DLP-Pixel-Shifting
- Bildwiederholrate: 4K UHD mit echten 120 Hz
- DMD: 0,47 Zoll DLP472TP
- DLP-Steuerung: 2 × DLPC8545
- Prozessor: MediaTek MT9681 beim N5S Ultra Max
- Bildprozessor: separater PureVision-Chip
- Lichtquelle: RGB-Triple-Laser / MALC 6.0 beim China-Modell
- Helligkeit: 5.600 CVIA-Lumen beim N5S Ultra Max
- Kontrast: bis zu 10.000:1 nativ beim IRIS Ultra Max
- Blende: Dual-Iris-System; beim N5S Ultra Max F2.0 bis F7.0
- Optischer Zoom: 1,93-fach beim China-Modell
- Projektionsverhältnis: 0,88:1 bis 1,7:1
- Lens Shift: bis ±130 Prozent vertikal und ±53 Prozent horizontal
- HDR: Dolby Vision und HDR Vivid beim N5S Ultra Max
- Gaming: VRR und beworbene Latenz von bis zu 1 ms (Input Lag im Test lag angeblich bei 5ms)
- Anschlüsse: 1 × HDMI 2.1, 1 × HDMI 2.0 (eARC) und 1 × USB 3.0 beim China-Modell
- WLAN: Wi-Fi 6
- Speicher: 4 GB RAM und 128 GB interner Speicher beim N5S Ultra Max
„Weltweit erster 4K@120Hz Smart-Projektor“
Bei einer Formulierung von JMGO sollte man trotzdem etwas genauer hinschauen. Der Hersteller bezeichnet den IRIS Ultra Max als „world’s first 4K@120Hz smart projector“. Das entscheidende Wort ist hier „Smart“. Projektoren, die 4K mit 120 Hz verarbeiten und darstellen können, gibt es unter anderem von Epson und JVC schon länger. JMGO beansprucht also nicht den ersten 4K-120-Hz-Projektor überhaupt für sich. Neu ist vor allem, dass diese Funktion jetzt in der deutlich kompakteren Lifestyle- und Single-Chip-DLP-Klasse ankommt. Hier musste man sich bislang meistens entscheiden: 4K mit 60 Hz oder 1080p mit deutlich höherer Bildrate. Beim IRIS Ultra Max soll diese Einschränkung wegfallen.
Was könnte der JMGO IRIS Ultra Max kosten?
Einen offiziellen Preis für Europa gibt es noch nicht. Der chinesische N5S Ultra Max liefert zumindest einen brauchbaren Anhaltspunkt. Das Modell startete im Mai für 12.999 Yuan. Nach aktuellem Wechselkurs entspricht das ungefähr 1.660 Euro. Der chinesische Preis lässt sich allerdings nicht einfach auf Europa übertragen.
Dass JMGO den IRIS Ultra Max hier ebenfalls für rund 1.700 Euro anbietet, halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich. Schon der aktuelle N3 Ultimate ist international deutlich höher positioniert, und der IRIS dürfte als neues Flaggschiff noch einmal darüber angesiedelt werden. Eine europäische UVP von etwa 2.999 Euro würde mich deshalb nicht überraschen. Mit etwas Glück könnte JMGO zum Start darunter bleiben, deutlich oberhalb der 3.000-Euro-Marke wäre bei der Ausstattung aber ebenfalls denkbar.
Auf der IFA 2026 vom 4. bis 8. September in Berlin will JMGO den IRIS Ultra Max ausführlicher zeigen. Dann sollte sich auch klären, wie viel Technik tatsächlich vom chinesischen N5S Ultra Max übernommen wurde, welche Helligkeit die internationale Variante erreicht und was der Projektor am Ende kosten soll. Klar ist schon jetzt, 4K mit echten 120 Hz ist bei diesem Gerät weit mehr als nur eine weitere Zahl auf dem Datenblatt.

