Ein Schlag für die Disc: Online-Händler Zavvi ist insolvent

Eine Schlappe für Liebhaber von Discs: Der britische Händler Zavvi geht in das Insolvenzverfahren. Vorbesteller von Titeln bangen um ihr Geld.

Zavvi ist viele Jahre auch bei Disc-Fans in Deutschland eine feste Größe gewesen. Auch wir in der Redaktion haben dort früher regelmäßig Bestellungen aufgegeben. Doch inzwischen geht die ZavviGroup Ltd in die Insolvenz. Das betrifft also sämtliche Ableger des Händlers, auch Zavvi.de. Wer noch offene Vorbestellungen laufen hatte, steht tatsächlich vor Problemen.

Zavvi liefert nichts mehr aus, erstattet aber auch nichts

So hat Zavvi mitgeteilt, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wurde und der Betrieb bereits eingestellt worden ist. Das heißt, es werden weder noch offene Bestellungen ausgeliefert noch Erstattungen für Vorauszahlungen vorgenommen. Rücksendungen werden ebenfalls nicht mehr angenommen. Zavvi selbst empfiehlt Kunden, die dadurch ihr Geld verloren haben, sich an ihre jeweilige Bank, ihren Kreditkartenanbieter oder Zahlungsdienstleister zu wenden. Da könnte es Erstattungsmöglichkeiten geben, damit ihr nicht auf den Kosten sitzenbleibt.

Bei weiteren Fragen könnt ihr euch an die extra eingerichtete E-Mail-Adresse Zavvigroupltd@bdo.co.uk wenden. Allerdings erhaltet ihr keine individuelle Antwort, sondern nur ein detailliertes FAQ-Dokument zugestellt. Zavvi ist auch in Deutschland durchaus beliebt gewesen, da man dort teilweise zu fairen Preisen Ultra HD Blu-rays, ab und an auch in exklusiven Steelbook-Auflagen, erstehen konnte. Doch schon länger mehrten sich Hinweise auf eine finanzielle Schräglage.

Der Markt für Discs ist nicht mehr das, was er mal war

Zum einen ist der Markt für DVDs, Blu-rays und Ultra HD seit Jahren deutlich am Schrumpfen. Es wird also immer schwerer, sich mit Disc-Verkäufen über Wasser zu halten. Zum anderen sind Importe für außerhalb Großbritanniens sitzende Kunden, ein erheblicher Adressatenkreis von Zavvi, immer unattraktiver geworden. Inzwischen fallen Einfuhrumsatzsteuern und zusätzliche Gebühren an, die viele potenzielle Kunden abschrecken, selbst wenn exklusive Steelbooks winken.

Auch der zunehmende Fokus auf Merchandise konnte Zavvi da offenbar nicht retten. Es bleibt abzuwarten, was nun im Insolvenzverfahren weiter so geschieht. Ärgerlich: Wer zweifelt, ob er bei Zavvi eventuell noch eine offene Bestellung hatte, hat keine Chance mehr, dies zu prüfen. Das Einloggen ist auf der Website bereits unmöglich gemacht worden.

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QuelleZavvi
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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