Darauf haben deutsche „Kill Bill“-Fans lange gewartet: „The Whole Bloody Affair“ erscheint erstmals regulär fürs deutsche Heimkino und vereint Quentin Tarantinos Rache-Epos zu einem 253 Minuten langen Film. PLAION hat dafür gleich zwei schicke 4K-Editionen vorbereitet. Doch wer auf die ultimative Bildqualität gehofft hat, muss der Veröffentlichung einen erneuten Makel verzeihen.
- „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ erscheint am 5. November 2026 erstmals auf 4K Ultra HD in Deutschland.
- Die 253 Minuten lange Fassung verteilt sich auf zwei 4K UHDs und unterstützt HDR10 sowie Dolby Vision.
- Tonspuren in Deutsch, Englisch und Französisch liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor.
- US-Tests bestätigen jedoch: Auch „The Whole Bloody Affair“ basiert offenbar auf dem bereits kritisierten 2K-Upscale-Master.
„The Whole Bloody Affair“ endlich fürs deutsche Heimkino
Mehr als zwei Jahrzehnte nach „Kill Bill: Volume 1“ und „Volume 2“ können sich Fans Quentin Tarantinos Rache-Epos endlich in der von ihm ursprünglich vorgesehenen zusammenhängenden Fassung ins Heimkino holen. „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ verbindet beide Filme zu einem 253 Minuten langen Gesamtwerk und enthält unter anderem die erweiterte Anime-Sequenz sowie die berühmte „House of Blue Leaves“-Sequenz vollständig in Farbe.
Wer den Film noch einmal mit Freunden sehen möchte, bekommt damit beinahe den perfekten Stoff für einen ausgedehnten Filmabend. Mehr als vier Stunden Uma Thurman, Lucy Liu, David Carradine, Michael Madsen und Daryl Hannah – inklusive Pause – sollten für einen ziemlich unterhaltsamen Abend sorgen. PLAION Pictures bietet die Veröffentlichung in Deutschland in zwei Varianten an. Das 4K-Steelbook mit zwei UHDs und zwei Blu-rays kostet 39,99 Euro. Darüber rangiert die Collector’s Steelbook Edition für 59,99 Euro. Letztere ergänzt das Steelbook unter anderem um einen Schuber, zwei Poster und acht Artcards.
4K UHD mit Dolby Vision – technisch klingt erst einmal alles gut
Auf dem Papier bringt die deutsche Veröffentlichung eigentlich alles mit, was wir von einer hochwertigen Ultra HD Blu-ray erwarten. Der Film liegt mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln vor und unterstützt neben HDR10 auch Dolby Vision. Das Bildformat beträgt 2.40:1. Beim Ton bleibt es dagegen bei einem klassischen 5.1-Mix. Sowohl Deutsch als auch Englisch und Französisch werden in DTS-HD Master Audio 5.1 angeboten. Auf Dolby Atmos oder DTS:X müssen Heimkino-Fans verzichten.
| Film | Kill Bill: The Whole Bloody Affair |
| Laufzeit | ca. 253 Minuten |
| Auflösung | 4K UHD (3.840 x 2.160 Pixel) |
| HDR | HDR10, Dolby Vision |
| Bildformat | 2.40:1 |
| Ton | DTS-HD Master Audio 5.1 |
| Sprachen | Deutsch, Englisch, Französisch |
| Discs | 2x 4K UHD + 2x Blu-ray |
| Veröffentlichung | 5. November 2026 |
Das klingt zunächst nach einer angemessenen Veröffentlichung für einen Film dieses Kalibers. Beim wichtigsten Punkt für viele 4K-Fans gibt es allerdings einen Haken.
Kein neues 4K-Master für „The Whole Bloody Affair“?
Denn „The Whole Bloody Affair“ scheint nicht die erhoffte Gelegenheit genutzt zu haben, „Kill Bill“ endlich eine grundlegend neue Bildrestaurierung zu spendieren. Die seit Juli in den USA erhältliche UHD basiert nach übereinstimmenden Testberichten erneut auf dem alten 2K-Digital-Intermediate, das für die 4K UHD hochskaliert wurde. Das bestätigt unter anderem Slant Magazine in seinem Test der US-UHD. Demnach besitzt die neue Veröffentlichung dieselben grundsätzlichen Stärken und Schwächen wie die zuvor veröffentlichten 4K-Versionen von „Volume 1“ und „Volume 2“.
Auch Home Theater Forum beschreibt ein stark schwankendes Bild. Einzelne Einstellungen könnten hervorragend aussehen, während in anderen Szenen feine Details in Gesichtern oder Kleidung verschwinden und das Bild stellenweise sichtbar verschmiert wirkt. Ganz ohne Vorteile bleibt die UHD deshalb nicht. Dolby Vision und HDR können insbesondere Farben, Kontraste, Schwarzwerte und Spitzlichter gegenüber älteren Blu-ray-Veröffentlichungen aufwerten. Gerade die farbintensive „House of Blue Leaves“-Sequenz profitiert davon. Eine Bildqualität, die wie eine frische 4K-Abtastung von 35-mm-Film aussieht, sollte man allerdings nicht erwarten.
2K-Master bleibt der Schwachpunkt der neuen 4K UHD
Unterm Strich bleibt „The Whole Bloody Affair“ trotzdem eine Veröffentlichung, die viele Fans kaum ignorieren dürften. Die 253-Minuten-Fassung ist wie gemacht für einen ausgedehnten Filmabend mit Freunden und präsentiert „Kill Bill“ endlich als zusammenhängendes Gesamtwerk. Heimkino-Fans werden den Release allerdings mit einem lachenden und einem tränenden Auge verfolgen. Gerade bei einem Regisseur wie Quentin Tarantino, dessen Liebe zum Film und zur visuellen Präsentation bekannt ist, hätte man sich mehr von diesem Heimkinorelease erwartet.


Für dieses Kaliber von Film eigentlich ein Witz!