LG Display enthüllt MLA-OLED-Panels der 3. Generation mit bis zu 2.100 nits

LG Display präsentiert auf der CES 2023 die neuste Generation von OLED-Panels mit Microlense Array-Technologie (MLA) für Spitzenhelligkeiten von bis zu 2.100 nits.

LG Display beweist, dass die OLED-Technologie noch lange nicht ihr volles Potenzial entfaltet hat. Das Unternehmen nimmt die CES 2023 zum Anlass, die mittlerweile dritte Entwicklungsstufe ihrer OLED-TV-Panels vorzustellen. Basierend auf der META Techologie 1.0 sollen OLED-Fernseher eine bis zu 60 Prozent höhere Maximalhelligkeit mit bis zu 2.100 nits erreichen. Zudem soll sich der Blickwinkel um 30 Prozent und die Energieeffizienz um bis zu 22 Prozent verbessert haben. Klingt alles wie Zukunftsmusik, wird aber bereits in diesem Jahr in ersten OLED Fernsehern zum Einsatz kommen, darunter im LG G3 Gallery TV und dem Panasonic MZW2004.

OLED Displays der 3. Generation (MLA + META Booster)

Übrigens ist die erste Generation von OLED-Displays die, die uns bislang am längsten begleitet hat. Abgelöst wurde diese eigentlich erst im letzten Jahr, mit der Produktion und Integration der sogenannten OLED.Ex-Panels, mit denen 2023 ein Großteil der OLED-Fernseher bestückt sein wird. Dagegen ist die dritte Generation mit MLA-Technologie und META Booster vorerst wohl nur für absolute Top-Modelle vorgesehen. Das Microlens Array stellt dabei die Hardware-Komponente der Displaytechnologie dar, während wir beim META-Booster von einem Algorithmus sprechen, der mittels optimierter Ansteuerung des Displays eine verbesserte Bilddarstellung ermöglicht.

LG Microlens Array (MLA) OLED mit META Booster (Algorithmus)
LG Microlens Array (MLA) OLED mit META Booster (Algorithmus)

Das Microlens Array beschreibt eine Anordnung von über 5.000 Mikrolinsen für jeden Pixel. Bei einem 77 Zoll 4K OLED Fernseher sind somit ungefähr 40 Milliarden Mikrolinsen im Einsatz, die die oben beschriebenen Verbesserungen bewirken. Die maximale Helligkeit von 2.100 nits wird dabei sicherlich nur in Ausnahmefällen erreicht. Jedoch liegen bereits Messungen vor, bei dem das neue Display in einem 10% Fenster stabile 1.500 nits abliefert (Panasonic MZW2004). Die Technik kann nicht nur eingesetzt werden, um die Maximalhelligkeit zu pushen, sondern lässt sich auch nutzen, um den Stromverbrauch bei gleichbleibender Helligkeit (im Vergleich zu einem regulären OLED) zu senken. Das könnte primär hilfreich sein, um die EU-Regulierungen zur Energieeffizienz einhalten zu können.

Nur Verbesserungen, keine Verschlechterungen?

Angeblich verbessert die Technologie zudem den Blickwinkel um bis zu 30 Prozent. Hier werden wir doch etwas stutzig, weil ein OLED gefühlt ja bereits einen perfekten Blickwinkel besitzt. Wir werden sehen, ob sich die neue Anordnung mit den Mikrolinsen ggf. sogar negativ auf den Blickwinkel auswirkt. Es gab auch im Vorfeld Bedenken, dass sich die gleichmäßige Lichtverteilung der OLED-Displays verschlechtern könnte. Das sind zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht mehr als Vermutungen, welche in einem Test-Szenario bestätigt oder verworfen werden müssen.

Kurz zusammengefasst:

  • Die 3. Generation der OLED-Panels nutzt die META Technologie 1.0.
  • META Technologie 1.0 setzt sich aus dem Microlens Array (MLA)-Display und dem META Booster (Algorithmus) zusammen.
  • Mit bis zu 5.117 Microlinsen pro Pixel kann die Helligkeit um bis zu 60 Prozent verbessert werden.
  • Die maximale Helligkeit soll 2.100 nits betragen. 
  • Der Blickwinkel optimiert sich auf bis zu 30 Prozent.
  • Die Energieeffizienz soll um 22 Prozent verbessert worden sein. 
  • Der LG G3 OLED und der Panasonic MZW2004 nutzen bereits die OLED-Panels mit MLA.
Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

Neuste Beiträge

Mehr Beiträge

Die Kommentare werden moderiert. Wir bemühen uns um eine schnelle Freischaltung! Die Kommentarregeln findet ihr HIER!

8 Kommentare
  1. Hmhm, dann bin ich mal auf die ersten vernüftigen Tests gespannt. Ob z.b aufgrund der Linsen Moiré-Effekte oder Unschärften auftreten. Jede Linse verändert doch im Prinzip die Darstellung – bzw verschlechter sie. Ist zumindest im Film/Fotografie bereich so – je weniger optisches Material (Linsen) zwischen Sensor und Objekt desto besser :))
    Jede Linse bricht auch das Licht , mit nur ein Linse (konvex oder konkav) gibt es ja keinen Fokus mehr – bzw wo soll der sein?
    Und ob es ein lichtwellenlängenunabhängiges Material gibt? Das Phänomen tritt in der Fotografie unter chromatische Aberration auf. Das wird meist durch andere Linsen verhindert – was ja hier nicht geht :)) Das ist einfache Physik – einfach nach chromatische Aberration googlen…

  2. Würde auch noch einige Monate warten. Es ist immer ja so das sich entweder es nach einigen Updates Dinge verbessern oder sogar verschlechtern weil die Hersteller Helligkeit oder Farbwerte runter regeln müssen. Aldo steht nun im Kampf WOLED 3 Generation vs. QD OLED 1 Generation.

    Dieser Helligkeitswahn erinnert mich an die Smartphone Hersteller wo jeder die meisten Pixel in der Kamera haben wollte. Smartphones vor 15 Jahren haben 60Megapixel ^^
    Jetzt ist es wer ist Hellsten

    • Im Endeffekt, haben wir ja noch mehrere Wochen bis die Geräte in den Handel kommen und sogar mehrere Monate, bis diese merklich im Preis fallen. Somit noch genug Raum für Tests & Co.

    • Die G-Reihe war schon immer auch mit einem Standfuß erhältlich. Man musste dafür einen Aufpreis von knapp 170€ bezahlen, aber das ist verschmerzbar, wenn man den Preis des G2/G3 berücksichtigt.
      Der C3 erhält ebenfalls einen Helligkeitsboost von bis zu 30% über dem C2. Beim G3 sind es dann die 70% aufgrund der anderen OLED-Technologie. Es war schon immer so, dass die neuen Displaytechnologien erst bei den Topmodellen eingeführt worden sind. Über die nächsten Jahre dürften dann alle OLEDs mit der MLA-Technologie ausgestattet werden.

      Für mich war der Unterschied zwischen der G- und C-Serie bis jetzt zu niedrig als dass sich der Aufpreis lohnen würde.
      Einziges Argument: das andere Design. Das Heatsink, welches nur in der G-Serie verbaut worden ist, hat in der Praxis nur minimale Vorteile gebracht. Die C-Serie war und ist bis heute die bessere Wahl, wenn man auf das Design keinen allzu großen Wert legt. Deswegen finde ich es richtig, dass LG die beiden Serien mal wieder ein bisschen stärker von einander trennt.

      Zu den Helligkeitswerten (2100 nits) im Artikel muss gesagt werden:
      Die wurden nur mit dem nativen Weißpunkt des Panels (knapp unter 10000 Kelvin) erreicht. Für D65 muss der Blauanteil deutlich reduziert werden, weswegen auch die Helligkeit sinken wird. Die 1500nits (von Panasonic) sind da schon realistischer.
      Der LG C3 könnte aber zu mindestens die 1000nits-Marke knacken.

        • Großflächig wohl nur wenige Nits. Kann mir nicht vorstellen, dass man hier auf einmal 400 Nits bei 100% Fenstern erreicht. Das dümpelt weiter bei 270 nits umher. Aber wir lassen uns gerne positiv überraschen/umstimmen.

    • Du kannst dir doch ganz einfach für wenig Geld (der LG Standfuß muss ja nicht mal sein) einen kompatiblen VESA Standfuß kaufen und gut.

Schreib einen Kommentar und teile deine Meinung!

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein

ABONNIERT UNSEREN KOSTENLOSEN NEWSLETTER

Beliebte Beiträge