Paukenschlag: Telekom StreamOn und Vodafone Pass werden verboten

Wer unterwegs gerne Videostreaming nutzte und sich auf StreamOn oder den Vodafone Pass verlassen hat, wird umdenken müssen. Beide Angebote werden verboten.

Das hat offiziell die Bundesnetzagentur mitgeteilt. Die Zero-Rating-Optionen, welche nicht auf das jeweilige Datenvolumen der Kunden angerechnet worden sind, verstoßen gegen die Netzneutralität. Letztere beinhaltet, dass die Anbieter jeden Datenverkehr gleich behandeln müssen. Dies sei hier eben nicht gegeben. So konnten Kunden mit Telekom StreamOn und einem der Vodafone Pässe z. B. Streaming-Anbieter wie Amazon Prime Video, DAZN oder Netflix von der Anrechnung auf das Datenvolumen ausnehmen.

Dies funktionierte auch mit Musikstreaming-Anbietern wie Apple Music, Spotify und radio.de. Bald ist damit Schluss. Für Bestandskunden gewährt man Vodafone und der Telekom bis März 2023 eine Übergangsfrist, um verbraucherfreundliche Lösungen zu finden. Bereits ab dem 1. Juli 2022 dürfen StreamOn und der Vodafone Pass nicht mehr für Neukunden angeboten werden.

Auch für StreamOn der Telekom ist die Zeit abgelaufen.
Auch für StreamOn der Telekom ist die Zeit abgelaufen.

Laut Bundesnetzagentur hätten StreamOn und der Vodafone Pass den Kunden nicht genutzt, sondern ihnen geschadet. Letzten Endes seien derlei Zero-Rating-Angebote eher Täuschungsmanöver. Denn kundenfreundlicher sei es, allgemein günstigere Tarife bzw. höhere Datenvolumina anzubieten. Nach dem Aus für die beiden Dienste rechnet man dann auch damit, dass genau dies folgen werde. Insgesamt sollen die Kunden also rasch profitieren.

EuGH-Urteil ebnete schon 2021 den Weg für das Aus

Bereits im September 2021 fiel ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das feststellte, dass sowohl StreamOn der Telekom als auch der Vodafone Pass mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung des Datenverkehrs unvereinbar seien. Es finde eine Ungleichbehandlung der Dienste statt, da einige Angebote auf das Datenvolumen angerechnet würden, andere aber nicht. Das ist nicht erlaubt.

Nun heißt es abwarten, ob es wirklich zu den von der Bundesnetzagentur erwarteten, positiven Auswirkungen auf den Mobilfunkmarkt kommt. Denkbar ist auch, dass die Telekom und Vodafone einfach die Bundesnetzagentur als Buhmann hinstellen und ihre Tarife nicht verbessern. Wir sind gespannt.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

Neuste Beiträge

Mehr Beiträge

Die Kommentare werden moderiert. Wir bemühen uns um eine schnelle Freischaltung! Die Kommentarregeln findet ihr HIER!

6 Kommentare

  1. Das war doch von Anfang klar das das scheitert und wer glaubt das sei für den Kunden gewiesen liegt falsch das war vor allen ein groß Versuch für die Telekom / Vodafone gewesen um an nutzungs Daten zu kommen und wie so quasi Flats sich aufs Netz auswirken, ich habe einen Mi Vertrag der ist aufeinmal von 8 gb auf 24 gb hoch gegangen,

  2. Echt wieder am Kunden vorbei geurteilt. Das ist doch Mist. Allerdings wäre ne echte Flatrate mit bezahlbaren Preisen auch nicht so verkehrt. Aber 90€ für ne Flatrate finde ich dann doch zu teuer

    • Das sehe ich auch so. Wenn sie aber auf o2 Unlimited Max Niveau sinken würden, wäre das natürlich ein netter Nebeneffekt.

      Viele Grüße

  3. Hallo.
    Das ist wirklich schade.
    Somit ist die „quasi-Flaterate“ zu vertretbaren Preisen im Telekom Netz Geschichte. Mehr hätte man eigentlich nicht gebraucht, da in meinem Fall alle genutzten Dienste vertreten waren. Zumindest fällt mir kein „legaler“ Dienst ein den ich derzeit vermissen würde.
    Positiv wäre nur wenn es zur Folge hätte, dass die Komplett-Flatrates bei der Telekom an die Preise von o2 angepasst werden würden. Davon gehe ich aber leider nicht aus.

    Grüße

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein

ABONNIERT UNSEREN KOSTENLOSEN NEWSLETTER

Beliebte Beiträge