Netflix hat viele erfolgreiche Serien im Repertoire. Das Problem: Die meisten verlieren schon nach Staffel 1 rund 50 % ihrer Zuschauer.
Manche Serien werden mit zunehmender Laufzeit immer erfolgreicher. Andere erleben früh ihren Höhepunkt und verlieren dann immer stärker Teile ihres Publikums. Bei Netflix fallen offenbar die meisten Produktionen in die zweite Kategorie. Die Serie „The Night Agent“ konnte mit Season 2 etwa nur noch rund 50 % der Zuschauer erreichen, die in Runde 1 dabei gewesen sind. Bei Staffel 2 von „Beef“ brachen die Zuschauerzahlen gar um 70 % ein. Und selbst ein Hit wie „One Piece“ hat zwischen Staffel 1 und 2 direkt 30 % des Publikums verloren.
Für Serien bei Netflix gelten andere Regeln als im Fernsehen
Im linearen Fernsehen ist es eher traditionell so, dass erfolgreiche Serien meistens nach zwei oder drei Staffeln ihren Höhepunkt erreichen und dann immer weniger Zuschauer erreichen. Bei Netflix hingegen verlagert sich alles auf die 1. Staffel – danach geht es meistens nur noch bergab. Diese Daten stammen dabei von Netflix selbst, es handelt sich also nicht um Gerüchte. Doch der Streaming-Dienst rätselt noch, woran es liegen könnte.

Freilich macht das Thema auch Investoren Sorgen. Denn schließlich muss Netflix seine Abonnenten langfristig bei Laune halten, um seine Einnahmen zu sichern. Wenn viele Serien aber nach Staffel 1 bereits wieder für Abwinken sorgen, wird das schwerer und schwerer. Im letzten Jahr sank die Zeit, welche Abonnenten aktiv das Streaming genutzt haben, um 2 %. Die Kunden finden also weniger, was ihnen ihre Zeit wert ist – ein Problem.
Kann Netflix wieder zu alten Stärken zurückfinden?
Trotz der Probleme mangelt es Netflix nicht an zugkräftigen Formaten wie „Bridgerton“, das etwa entgegen dem Trend immer noch gut läuft und bei den Zuschauern eine loyale Fanbasis aufgebaut hat. Zudem hat man einen prallgefüllten Katalog mit Eigenproduktionen wie „Cobra Kai“, „Stranger Things“, „Squid Game“ und mehr, der Alt- und Neukunden bei Laune halten kann.
Auch bleibt Netflix der unangefochtene Streaming-Marktführer. Die Zukunft des Unternehmens ist also derzeit noch gesichert. Allerdings sollte der Anbieter durchaus prüfen, warum die hauseigenen Serien so schnell „verbrannt sind“ und Zuschauer über die 1. Staffel hinaus nicht wirklich halten können.
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