Sonys neue Fernseher mit True-RGB-Mini-LED-Technologie kommen im deutschen Handel an. Mit dem Sony Bravia 9 II und dem günstigeren Bravia 7 II stehen gleich zwei Modellreihen zur Auswahl. Beide setzen auf getrennt steuerbare rote, grüne und blaue LEDs und unterscheiden sich teils deutlich bei Spitzenhelligkeit, Local Dimming, Entspiegelung, Soundsystem und Preis. Wir klären euch über True-RGB-Mini-LED und die Unterschiede der beiden Modellreihen auf.
(Hier geht es direkt zum Preisvergleich der Sony True RGB TVs) Die ersten Bildschirmgrößen werden bereits von deutschen Händlern angeboten und sind je nach Modell direkt oder mit kurzem Vorlauf bestellbar. Eine flächendeckende Verfügbarkeit aller Varianten ist Mitte Juli 2026 allerdings noch nicht gegeben. Während unter anderem der 65 Zoll große Bravia 7 II bereits unterhalb seiner unverbindlichen Preisempfehlung angeboten wird, schwankt die Lieferbarkeit des Bravia 9 II derzeit noch stärker. Sony begleitet die Markteinführung außerdem mit einer Vorteilsaktion: Wer bis zum 31. Juli 2026 einen Bravia 9 II oder Bravia 7 II bei einem teilnehmenden Händler kauft, erhält eine Bravia Theatre Bar 7 Soundbar inklusive Sub 7 Subwoofer gratis dazu.
True RGB: Drei getrennte LED-Farben statt weißer Hintergrundbeleuchtung

Sowohl der Bravia 9 II als auch der Bravia 7 II basieren weiterhin auf einem LCD-Panel. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Mini-LED-Fernsehern liegt jedoch in der Hintergrundbeleuchtung. Herkömmliche Mini-LED-TVs erzeugen zunächst weißes oder blaues Licht, das anschließend mithilfe von Farbfiltern und teilweise einer Quantum-Dot-Schicht in die benötigten Farben umgewandelt wird. Sony verbaut stattdessen getrennte rote, grüne und blaue LEDs, die die Basis für die Farbdarstellung des Panels bilden. Das System wird von Sonys RGB Backlight Master Drive Pro gesteuert, welches je nach Modell je Modul vier oder sechs RGB-Mini-LEDs verwaltet.
Die drei Grundfarben lassen sich zudem unabhängig voneinander regeln. Der Fernseher kann somit nicht nur die Helligkeit einer Bildregion verändern, sondern auch die Zusammensetzung des Hintergrundlichts an den dargestellten Bildinhalt anpassen. Das soll ein größeres Farbvolumen, reinere Farben und eine hohe Farbhelligkeit ermöglichen. Auch mit LCD-Technik in Verbindung gebrachte Nachteile, wie z.B. Blooming rund um helle Objekte sollen sich dadurch reduzieren lassen, während Farben auch aus seitlichen Betrachtungswinkeln stabiler erscheinen. True RGB darf allerdings nicht mit einem selbstleuchtenden Display (OLED) verwechselt werden. Das eigentliche Bild entsteht weiterhin auf einem LCD-Panel. Schwarzdarstellung, Kontrast und Blooming hängen deshalb nach wie vor stark davon ab, wie viele räumliche Dimming-Zonen vorhanden sind und wie präzise Sony diese ansteuert.
Sony Bravia 9 II: Das neue RGB-Flaggschiff

Der Sony Bravia 9 II bildet die Spitze des neuen LCD-Portfolios. Die Modellreihe wird in 65, 75, 85 und 115 Zoll angeboten. Die offiziellen Modellbezeichnungen lauten K-65XR95M2, K-75XR95M2, K-85XR95M2 und K-115XR95M2. Beim Topmodell kombiniert Sony den RGB Backlight Master Drive Pro mit dem stärkeren Luminance Booster Pro und dem XR Contrast Booster 40. Damit soll der Bravia 9 II eine höhere Spitzenhelligkeit und eine feinere Abstufung zwischen sehr dunklen und besonders hellen Bildbereichen erreichen als der Bravia 7 II. In ersten unabhängigen Tests konnte vor allem der 65-Zöller mit einem sehr hohen Farbvolumen, kräftigen HDR-Spitzlichtern und einer für einen LCD-Fernseher ausgesprochen präzisen Hintergrundbeleuchtung überzeugen.
Weniger Spiegelungen im hellen Wohnzimmer

Ein wesentlicher Vorteil des Bravia 9 II ist die Beschichtung Immersive Black Screen Pro. Sie soll Reflexionen von Fenstern, Lampen, Möbeln und Zuschauern abschwächen. Dunkle Bildbereiche sollen dadurch auch in hellen Räumen satter erscheinen. Die Spezialbeschichtung wird bei den Größen 65, 75 und 85 Zoll eingesetzt. Der 115-Zöller besitzt dagegen keine Immersive-Black-Screen-Pro-Beschichtung. Zusätzlich kommt X-Wide Angle Pro zum Einsatz. Damit möchte Sony die für LCD-Fernseher typische Verschlechterung von Farben und Kontrast bei einer seitlichen Sitzposition begrenzen.
Aufwendigeres Soundsystem mit Beam-Hochtönern
Auch beim Ton grenzt sich das Topmodell ab. Beim 65-Zöller arbeitet das Acoustic Multi-Audio+ Soundsystem mit zwei Subwoofern, zwei Breitbandlautsprechern, zwei Hochtonlautsprechern und zwei nach oben abstrahlenden Beam-Hochtönern. Das System erreicht beim 65-Zoll-Modell eine Gesamtleistung von 80 Watt. Die Beam-Hochtöner sollen insbesondere bei Dolby-Atmos-Inhalten eine wahrnehmbare Höhenebene erzeugen und den Klang stärker mit dem Bild verbinden. Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt. Die Lautsprecherkonfiguration kann sich bei anderen Bildschirmgrößen unterscheiden. Der 115-Zöller besitzt keine Beam-Hochtöner.
Sony Bravia 7 II: True RGB in mehr Größen

Der Sony Bravia 7 II übernimmt die grundlegende True-RGB-Technologie des Topmodells, wird aber deutlich breiter aufgestellt. Sony bietet ihn in 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll an. Die Modellbezeichnungen lauten K-50XR75M2, K-55XR75M2, K-65XR75M2, K-75XR75M2, K-85XR75M2 und K-98XR75M2. Damit ist die Modellreihe sowohl für kleinere Wohnzimmer als auch für ausgesprochen große Heimkino-Installationen interessant. Bei der Bildverarbeitung kommen ebenfalls der XR-Prozessor, RGB Triluminos Max und der RGB Backlight Master Drive Pro zum Einsatz. Der Bravia 7 II besitzt allerdings nur den XR Contrast Booster 20 sowie den regulären Luminance Booster.
Das spricht für geringere Leistungsreserven bei Spitzenhelligkeit und Local Dimming. Sony veröffentlicht allerdings keine konkreten Helligkeitswerte. Bei ersten Vorführungen wurde die HDR-Helligkeit des Bravia 7 II auf ungefähr die Hälfte des Bravia 9 II geschätzt. Diese Werte wurden von Sony jedoch nicht offiziell bestätigt. Auf die aufwendige Immersive-Black-Screen-Pro-Entspiegelung des Bravia 9 II muss der Bravia 7 II ebenfalls verzichten. In einem kontrolliert beleuchteten Wohnzimmer oder Heimkino dürfte das weniger stark ins Gewicht fallen. In einem hellen Raum mit Fenstern oder Lampen gegenüber dem Fernseher besitzt das Topmodell dagegen einen klaren Vorteil.
Beim Ton setzt Sony ebenfalls auf Acoustic Multi-Audio+, allerdings in einer einfacheren Ausführung. Der 65-Zöller besitzt zwei Breitbandlautsprecher und zwei Subwoofer mit insgesamt 40 Watt. Auf die zusätzlichen Hoch- und Beam-Hochtöner des Bravia 9 II wird verzichtet.
Vergleichstabelle: Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II
| Ausstattung | Sony Bravia 9 II | Sony Bravia 7 II |
|---|---|---|
| Displaytechnik | 4K-LCD mit True RGB LED | 4K-LCD mit True RGB LED |
| Modellserie | XR95M2 | XR75M2 |
| Bildschirmgrößen | 65, 75, 85 und 115 Zoll | 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll |
| Bildprozessor | XR-Prozessor | XR-Prozessor |
| Hintergrundbeleuchtung | RGB Backlight Master Drive Pro | RGB Backlight Master Drive Pro |
| Farboptimierung | RGB Triluminos Max | RGB Triluminos Max |
| Kontraststeuerung | XR Contrast Booster 40 | XR Contrast Booster 20 |
| Helligkeitsoptimierung | Luminance Booster Pro | Luminance Booster |
| Entspiegelung | Immersive Black Screen Pro, außer 115 Zoll | Keine vergleichbare Spezialbeschichtung |
| Blickwinkeloptimierung | X-Wide Angle Pro | X-Wide Angle Pro |
| Bildwiederholrate | 120 Hz | 120 Hz |
| Gaming | 4K/120 Hz, VRR und ALLM | 4K/120 Hz, VRR und ALLM |
| HDMI-Anschlüsse | 4, VRR über HDMI 3 und 4 | 4, VRR über HDMI 3 und 4 |
| HDR-Formate | HDR10, HLG und Dolby Vision | HDR10, HLG und Dolby Vision |
| HDR10+ | Nein | Nein |
| Smart-TV-System | Google TV | Google TV |
| Speicher | 32 GB | 32 GB |
| Soundsystem bei 65 Zoll | 8 Lautsprecher, 80 Watt | 4 Lautsprecher, 40 Watt |
| Einstiegspreis laut UVP | 3.499 Euro | 1.999 Euro |
Der wichtigste Unterschied liegt somit nicht in der grundsätzlichen Displaytechnik. Beide Fernseher verwenden Sonys neue RGB-Hintergrundbeleuchtung. Der Bravia 9 II reizt die Technik mit mehr Dimming-Zonen, höherer Lichtleistung, einer stärkeren Kontraststeuerung, besserer Entspiegelung und einem aufwendigeren Audiosystem jedoch weiter aus.
Wie viele Dimming-Zonen besitzen die einzelnen Größen?
Sony nennt in seinen offiziellen technischen Daten keine Anzahl der Local-Dimming-Zonen. In einer ausführlichen Modellübersicht werden jedoch für fast alle Bildschirmgrößen konkrete Werte aufgeführt. Demnach werden beim Bravia 9 II jeweils vier RGB-LED-Einheiten zu einer räumlichen Dimming-Zone gruppiert. Beim Bravia 7 II sollen jeweils sechs RGB-Einheiten gemeinsam angesteuert werden. Die Werte sind mit Ausnahme einzelner Größen nicht offiziell bestätigt und sollten deshalb vorerst als externe Angaben beziehungsweise Hochrechnungen behandelt werden.
| Bildschirmgröße | Sony Bravia 9 II | Sony Bravia 7 II |
|---|---|---|
| 50 Zoll | — | ca. 598 Dimming-Zonen* |
| 55 Zoll | — | ca. 725 Dimming-Zonen* |
| 65 Zoll | 1.530 Dimming-Zonen* | ca. 1.020 Dimming-Zonen* |
| 75 Zoll | ca. 1.920 Dimming-Zonen* | ca. 1.326 Dimming-Zonen* |
| 85 Zoll | ca. 2.808 Dimming-Zonen* | ca. 1.716 Dimming-Zonen* |
| 98 Zoll | — | ca. 2.295 Dimming-Zonen* |
| 115 Zoll | ca. 4.770 Dimming-Zonen* | — |
* Unbestätigte Angaben. Sony selbst nennt keine Zonenanzahl.
Zumindest die Angabe von 1.530 Dimming-Zonen beim 65 Zoll großen Bravia 9 II wurde bereits unabhängig bestätigt. Bei diesem Modell wurden 60 mal 102 RGB-LED-Einheiten gezählt. Da jeweils vier RGB-Einheiten zu einer räumlichen Dimming-Zone zusammengefasst werden, ergeben sich rechnerisch genau 1.530 Zonen. Für die 75-Zoll-Version wird von 1.920 Dimming-Zonen ausgegangen.
Bei den Angaben zum Bravia 7 II besteht dagegen noch deutlicher Klärungsbedarf. Während eine Modellübersicht für den 55-Zöller rund 725 Dimming-Zonen nennt, kam eine unabhängige Zählung beim getesteten K-55XR75M2 lediglich auf 340 Dimming-Zonen. Die Werte für den Bravia 7 II sollten daher noch mit Vorsicht genossen werden. Die Abweichung kann auf eine unterschiedliche Zählweise zurückzuführen sein. Die Anzahl von nur 340 Dimming-Zonen bei der 55 Zoll-Variante, würde uns schon sehr unterdimensioniert vorkommen. Im letzten Absatz unseres Specials gehen wir direkt auf die Qualitätsunterschiede der beiden TV-Modellreihen ein, welche sich laut umfänglichen Tests von rtings.com in Grenzen halten.
Kurz: Man darf davon ausgehen, dass Sony es schafft die verringerten Anzahl an Dimming-Zonen des Bravia 7 II durch die zusätzlichen RGB-Subpixel (6x statt 4x) und das Bildprocessing die visuellen Unterschiede auf einem niedrigen Niveau zu halten.
Wie setzten sich die RGB-Dimming-Zonen zusammen?

Eine RGB-Einheit setzt sich aus einer roten, einer grünen und einer blauen Lichtquelle zusammen. Beim Bravia 9 II sollen jeweils vier dieser RGB-Einheiten gemeinsam eine räumliche Local-Dimming-Zone bilden. Eine Dimming-Zone umfasst damit rechnerisch:
- vier rote LED-Elemente
- vier grüne LED-Elemente
- vier blaue LED-Elemente
- insgesamt zwölf einzelne Farb-LEDs
Beim 65 Zoll großen Bravia 9 II ergeben sich aus 1.530 Dimming-Zonen somit insgesamt 6.120 RGB-Einheiten beziehungsweise 18.360 einzelne rote, grüne und blaue Lichtquellen. Für die Bildqualität sind jedoch die 1.530 räumlich separat regelbaren Bereiche entscheidend. Die Zahl der einzelnen Farbchips darf nicht als Anzahl der Local-Dimming-Zonen ausgegeben werden.

Beim Bravia 7 II sollen jeweils sechs RGB-Einheiten gemeinsam eine Zone bilden. Das würde erklären, warum die günstigere Modellreihe trotz einer hohen Zahl verbauter RGB-LEDs weniger räumlich separat steuerbare Bereiche besitzen kann. Unabhängig von der genauen Zonenanzahl gilt: Mehr Dimming-Zonen ermöglichen grundsätzlich eine feinere Steuerung der Hintergrundbeleuchtung. Die tatsächliche Bildqualität hängt aber ebenso stark von der Geschwindigkeit der LED-Treiber und Sonys Local-Dimming-Algorithmen ab. Eine hohe Zonenanzahl allein garantiert weder perfekte Schwarzwerte noch eine vollständig bloomingfreie Darstellung.
Gaming mit 4K, 120 Hz und VRR

Bei der Gaming-Ausstattung liegen Bravia 9 II und Bravia 7 II eng beieinander. Man merkt jedoch, dass Sony einen starken Fokus auf seine PlayStation 5-Plattform legt. Features wie erhöhte Bildwiederholungsraten mit 144 Hz oder 165 Hz für PC-Gamer werden nicht unterstützt. Zudem fehlt ein Support für 1.440p-Auflösung. Beide Fernseher besitzen ein natives 120-Hz-Panel und unterstützen:
- 4K-Wiedergabe mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde
- Variable Refresh Rate (VRR)
- Auto Low Latency Mode (ALLM)
- HDMI-eARC
- Dolby Vision Gaming
- Auto HDR Tone Mapping für die PlayStation 5
- automatischen Wechsel des Bildmodus
- PS Remote Play
- Game Menu 2
Die Fernseher besitzen jeweils vier HDMI-Eingänge. VRR und die vollständige 4K/120-Hz-Unterstützung stehen allerdings nur über HDMI 3 und HDMI 4 zur Verfügung. Einer dieser Anschlüsse wird zugleich für eARC verwendet. Wer eine Dolby Atmos Soundbar oder AV-Receiver am TV via eARC anschließen möchte, verliert somit einen der vollwertigen HDMI 2.1-Ports.
Wer gleichzeitig eine PlayStation 5, eine Xbox Series X und einen Gaming-PC mit HDMI 2.1 anschließen möchte, benötigt deshalb möglicherweise einen geeigneten HDMI-Switch oder einen AV-Receiver mit mehreren HDMI-2.1-Eingängen. HDR10, HLG und Dolby Vision werden unterstützt. HDR10+ wird in den offiziellen technischen Daten weiterhin nicht aufgeführt.
Google TV, Streaming und kalibrierte Bildmodi
Als Betriebssystem dient bei beiden Modellreihen Google TV. Zur Ausstattung gehören Google Cast, Apple AirPlay 2, Sprachsteuerung, Bluetooth 5.3 und ein interner Speicher von 32 GB. Wi-Fi 6 beziehungsweise Wi-Fi 6E werden abhängig von der Region unterstützt. Für Streamingdienste stehen speziell abgestimmte Bildmodi zur Verfügung. Dazu gehören Studio-Calibrated-Modi für Netflix, Prime Video und Sony Pictures Core.
Mit der Funktion My Cinema lassen sich außerdem vorkonfigurierte Bild- und Soundprofile für unterschiedliche Inhalte und Raumsituationen auswählen. Die Ambient Optimization kann Bild und Ton automatisch an das Umgebungslicht, die akustischen Eigenschaften des Raumes und die Sitzposition anpassen.
Bravia Direct Connect: Subwoofer und Rear-Lautsprecher direkt mit dem Fernseher verbinden

Eine interessante Neuerung des Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II ist Bravia Direct Connect. Damit lassen sich ausgewählte kabellose Subwoofer und Rear-Lautsprecher unmittelbar mit dem Fernseher verbinden. Eine zusätzliche Soundbar oder separate Steuereinheit ist für diese Art der Klangerweiterung nicht erforderlich. Die integrierten Lautsprecher des Fernsehers übernehmen weiterhin die Wiedergabe an der Vorderseite. Ein verbundener Subwoofer ergänzt den Tiefbass, während optionale Rear-Lautsprecher Effekte hinter der Sitzposition wiedergeben. Dadurch lässt sich das vorhandene Soundsystem des Bravia 9 II oder Bravia 7 II schrittweise erweitern, ohne zwingend eine Soundbar vor dem Bildschirm aufstellen zu müssen.

Folgende Lautsprecher können über Bravia Direct Connect direkt mit dem Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II verbunden werden:
| Modell | Produkttyp |
|---|---|
| Bravia Theatre Sub 9 (SA-SW9) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Sub 8 (SA-SW8) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Sub 7 (SA-SW7) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Rear 9 (SA-RS9) | Kabellose Rear-Lautsprecher |
| Bravia Theatre Rear 8 (SA-RS8) | Kabellose Rear-Lautsprecher |
Die kabellosen Lautsprecher benötigen jeweils einen Stromanschluss. Für die Einrichtung müssen der Fernseher und die Audiokomponenten auf dem aktuellen Softwarestand sein. Die Steuerung und Konfiguration erfolgen über die Bravia-Benutzeroberfläche beziehungsweise die Sony Bravia Connect App.
Besonders interessant ist Direct Connect für Nutzer, denen der grundsätzlich gute Klang des Fernsehers ausreicht, denen aber Tiefbass oder echte Effekte von hinten fehlen. Beim Bravia 9 II kann das vergleichsweise aufwendige Acoustic-Multi-Audio+-System weiterverwendet und gezielt um einen Subwoofer oder Rear-Lautsprecher ergänzt werden. Beim Bravia 7 II stellt Direct Connect ebenfalls eine platzsparende Möglichkeit zur Klangverbesserung dar. Wer allerdings eine deutlich breitere Frontbühne, höhere Pegel und eine ausgeprägtere Dolby-Atmos-Wiedergabe erwartet, dürfte mit einer vollständigen Soundbar- oder Heimkinolösung besser bedient sein.
Während Bravia Direct Connect aktiv ist, stehen allerdings nicht sämtliche Tonfunktionen zur Verfügung. Voice Zoom kann in dieser Konfiguration nicht genutzt werden. Auch kabelgebundene Kopfhörer und Bluetooth-Audiogeräte lassen sich dann nicht verwenden. Bei den Inhaltstypen „Spiel“ und „PC“ kann es außerdem zu einer wahrnehmbaren Verzögerung zwischen Bild und Ton kommen.
Diese Sony-Soundbars passen zum Bravia 9 II und Bravia 7 II
Alternativ können der Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II über HDMI eARC mit einer Soundbar oder einem vollständigen Heimkinosystem verbunden werden. Je nach Modell stehen zusätzliche Bravia-Funktionen wie Voice Zoom 3, die gemeinsame Bedienung über die TV-Oberfläche, „Mein Kino“ und Acoustic Center Sync zur Verfügung. Acoustic Center Sync bindet die Lautsprecher des Fernsehers in das Audiosystem ein. Stimmen und Dialoge werden dadurch stärker auf der Bildschirmfläche verankert, anstatt ausschließlich aus einer unterhalb des Fernsehers aufgestellten Soundbar zu kommen.
| Audiosystem | Acoustic Center Sync | Optionale Erweiterungen |
|---|---|---|
| Bravia Theatre Quad (HT-A9M2) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9 sowie ältere SA-SW3 und SA-SW5 |
| Bravia Theatre Bar 9 (HT-A9000) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 8 (HT-A8000) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 7 (HT-A7100) | Nein | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Trio (HT-A8) | Nein | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 6 (HT-B600 / BD60) | Nein | Kabelloser Subwoofer bereits im Lieferumfang |
| Bravia Theatre System 6 (HT-S60) | Nein | Vollständiges 5.1-System mit Subwoofer und Rear-Lautsprechern |
Die besonders enge Einbindung über Acoustic Center Sync bieten unter den aktuellen Modellen das Bravia Theatre Quad, die Bravia Theatre Bar 9 und die Bravia Theatre Bar 8. Auch die älteren Systeme HT-A9, HT-A7000, HT-A5000 und HT-A3000 unterstützen die Funktion in Verbindung mit dem Bravia 9 II und Bravia 7 II.
Die neuere Bravia Theatre Bar 7 unterstützt zwar kein Acoustic Center Sync, lässt sich aber dennoch eng in die Bedienoberfläche der Fernseher integrieren. Sie unterstützt unter anderem Voice Zoom 3, „Mein Kino“, die Steuerung über die Bravia-Schnelleinstellungen sowie die Erweiterung um die aktuellen Subwoofer und Rear-Lautsprecher.
Für eine möglichst dezente Klangverbesserung bietet sich Bravia Direct Connect mit einem Sub 7 oder Sub 8 sowie den Rear 8 an. Nutzer, die eine deutlich größere Frontbühne und eine kräftigere Dolby-Atmos-Wiedergabe suchen, sollten eher zur Theatre Bar 9, Theatre Bar 8 oder Theatre Bar 7 greifen. Das Bravia Theatre Quad und das neue Theatre Trio stellen nochmals aufwendigere Heimkinolösungen dar. Sie dürften besonders gut zu den größeren Varianten des Bravia 9 II und Bravia 7 II passen, bei denen eine einzelne kompakte Soundbar akustisch schnell unterdimensioniert wirken kann.
Preise und Verfügbarkeit der Sony RGB-Mini-LED-TVs
Zum Marktstart der Sony True RGB TVs sind vor allem die Sony Bravia 7 II bislang sehr gut verfügbar und werden bereits von mehreren Herstellern gelistet. Im Vergleich dazu, scheint man beim Bravia 9 II im ersten Step vorrangig auf die Variante mit 75 Zoll zu setzen. Andere Displaygrößen sind meist noch mit einem späteren Liefertermin versehen oder noch nicht bestellbar.
Preise (UVP) des Sony Bravia 9 II
| Größe | Modellbezeichnung | Unverbindliche Preisempfehlung |
|---|---|---|
| 65 Zoll | K-65XR95M2 | 3.499 Euro |
| 75 Zoll | K-75XR95M2 | 3.999 Euro |
| 85 Zoll | K-85XR95M2 | 5.099 Euro |
| 115 Zoll | K-115XR95M2 | 24.999 Euro |
Preise (UVP) des Sony Bravia 7 II
| Größe | Modellbezeichnung | Unverbindliche Preisempfehlung |
|---|---|---|
| 50 Zoll | K-50XR75M2 | 1.999 Euro |
| 55 Zoll | K-55XR75M2 | 2.149 Euro |
| 65 Zoll | K-65XR75M2 | 2.499 Euro |
| 75 Zoll | K-75XR75M2 | 3.049 Euro |
| 85 Zoll | K-85XR75M2 | 3.599 Euro |
| 98 Zoll | K-98XR75M2 | 6.299 Euro |
Die Preisabstände fallen je nach Bildschirmgröße unterschiedlich aus. Bei 65 Zoll beträgt die Differenz zwischen beiden Serien laut UVP 1.000 Euro. Bei 75 Zoll werden 950 Euro zusätzlich für den Bravia 9 II fällig, während der Abstand bei 85 Zoll auf 1.500 Euro steigt. Erste Händlerpreise liegen bereits unterhalb der UVP. Der 65 Zoll große Bravia 7 II wurde Mitte Juli beispielsweise für rund 2.299 Euro angeboten. Preise und Lieferbarkeit können sich allerdings kurzfristig ändern.
Testvergleich: So schneiden der Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II ab

Beide Modelle wurden bereits vom Testportal RTINGS.com einer umfänglichen Review unterzogen, welche die von Sony vorhergesehene Rangordnung der True RGB-LCD‑Fernseher bestätigt. Der Sony Bravia 9 II liefert das insgesamt bessere Bild. Dieses geht unter anderem auf das leistungsfähigere Local Dimming und die höhere Anzahl an Dimming-Zonen zurück, was in Filmszenen tiefere Schwarzwerte und bessere HDR-Spitzenlichter ermöglicht. Während in dunklen Räumen der Unterschied bei der Schwarz- und Kontrastdarstellung nicht ganz so offensichtlich ist, zeigt sich in hellen Umgebungen und bei Tageslicht der Sony Bravia 9 II klar im Vorteil. Die bessere Gesamtdarstellung geht aber nicht vorrangig auf die erhöhte Anzahl der Dimming-Zonen zurück, sondern wird der matten „Black-Screen-Pro-Beschichtung“ des Bravia 9 II zugerechnet. Diese unterdrückt Spiegelungen nahezu vollständig, während der Bravia 7 II mit seiner glänzenden Oberflächenbeschichtung (Glossy) von einfallendem Licht beeinträchtigt werden kann. Einzige Ausnahme bildet das 115 Zoll-Modell des Bravia 9 II, welches nicht mit „Black-Screen-Pro“ ausgestattet ist.
Den Bravia 7 II darf man jedoch nicht als „stark abgespeckte Alternative“ zum Bravia 9 II sehen. Denn auch das kostengünstigere Modell erreicht eine sehr hohe SDR- und HDR-Helligkeit, eine kräftige Farbdarstellung dank True-RGB-LCD und sehr gute Schwarzwerte mit wenig Blooming, was man vorrangig Sonys hervorragender Signalverarbeitung zurechnen muss. Müssten wir eine grobe Einschätzung abgeben, wie viel besser die Gesamtbildqualität des Bravia 9 II im Gegensatz zum Bravia 7 II ausfällt, würden wir einen Wert zwischen 15% und 20% vermuten. Abseits der Bildqualität gibt es eigentlich nur wenig Unterschiede zwischen den Modellen. Die Audioqualität ist auf einem relativ ähnlichen Niveau, nicht überragend, aber alltagstauglich. Auch was das Design anbelangt, sind sich die beiden Geräte sehr gleich und ohne einen Blick auf die Modellbezeichnung auf der Rückseite des Fernsehers, für Laien nicht zu unterscheiden. Bedeutet: Ihr bekommt bei beiden Modellen einen schlanken Displayrahmen und den mittigen Mirage-Standfuß (bis 85 Zoll) geboten.
Gemessen an den Preisempfehlungen für den deutschen Markt ergibt sich unserer Auffassung nach jedoch ein anderes Bild. Der Bravia 7 II liefert das attraktivere Gesamtpaket. In den Diagonalen zwischen 65 Zoll und 85 Zoll beträgt der Preisunterschied zwischen 950 euro bis 1.500 Euro. Für diesen Aufpreis erkauft man sich beim Bravia 9 II keine ganz neue Bildklasse, sondern vor allem mehr HDR-Wirkung, ein feiner abgestimmtes RGB-Mini-LED-Backlight und eine deutlich bessere Entspiegelung. Wer vorrangig am Abend oder in einem speziell abgedunkelten Heimkino schaut, der darf ohne schlechtes Gewissen zum Bravia 7 II greifen. Das gesparte Geld kann man dann direkt in Inhalte und/oder eine optimierte Klangwiedergabe stecken (eine Sony Soundbar z.B.). Wer jedoch auch unter Tags und durchgehend mit Restlicht und/oder mehreren Lichtquellen seine Inhalte genießen möchte, der ist wiederum mit dem Sony Bravia 9 II besser beraten. Nochmals: Unter dem alleinigen Aspekt der Bildqualität rechtfertigt der Bravia 9 II nicht unbedingt seinen Aufpreis. Dafür ist der Bravia 7 II einfach schon zu gut abgestimmt.

