Sony Bravia 9 II oder Bravia 7 II? Beide Fernseher setzen auf Sonys neue True-RGB-Mini-LED-Technologie, beim Preis liegen jedoch schnell 1.000 Euro oder mehr zwischen den Modellreihen. Doch wie groß sind die Unterschiede bei Bildqualität, Helligkeit und Local Dimming tatsächlich – und lohnt sich der Aufpreis für das Flaggschiff?
(Hier geht es direkt zum Preisvergleich der Sony True RGB TVs) Der Bravia 9 II besitzt unter anderem die leistungsfähigere Hintergrundbeleuchtung, mehr Dimming-Zonen und eine deutlich bessere Entspiegelung. Der günstigere Bravia 7 II übernimmt jedoch einen überraschend großen Teil der Bildtechnik und kommt dem Topmodell in mehreren Bereichen näher, als es der Preisunterschied vermuten lässt. Wir vergleichen beide True-RGB-Fernseher ausführlich und zeigen, für wen sich welches Modell eignet.
True RGB: Drei getrennte LED-Farben statt weißer Hintergrundbeleuchtung

Sowohl der Bravia 9 II als auch der Bravia 7 II basieren weiterhin auf einem LCD-Panel. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Mini-LED-Fernsehern liegt jedoch in der Hintergrundbeleuchtung. Herkömmliche Mini-LED-TVs erzeugen zunächst weißes oder blaues Licht, das anschließend mithilfe von Farbfiltern und teilweise einer Quantum-Dot-Schicht in die benötigten Farben umgewandelt wird. Sony verbaut stattdessen getrennte rote, grüne und blaue LEDs, die die Basis für die Farbdarstellung des Panels bilden. Gesteuert wird die Hintergrundbeleuchtung von Sonys RGB Backlight Master Drive Pro.
Die drei Grundfarben lassen sich unabhängig voneinander regeln. Der Fernseher kann somit nicht nur die Helligkeit einer Bildregion verändern, sondern auch die Zusammensetzung des Hintergrundlichts an den dargestellten Bildinhalt anpassen. Das ermöglicht ein größeres Farbvolumen, reinere Farben und eine hohe Farbhelligkeit. True RGB darf allerdings nicht mit einem selbstleuchtenden Display (OLED) verwechselt werden. Das eigentliche Bild entsteht weiterhin auf einem LCD-Panel. Schwarzdarstellung, Kontrast und Blooming hängen deshalb nach wie vor stark davon ab, wie viele räumliche Dimming-Zonen vorhanden sind und wie präzise Sony diese ansteuert. Die Blickwinkelstabilität wird zusätzlich durch Sonys X-Wide-Angle-Pro-Technik beeinflusst.
Sony Bravia 9 II: Das bietet das RGB-Flaggschiff zusätzlich

Der Sony Bravia 9 II bildet die Spitze des neuen LCD-Portfolios. Die Modellreihe wird in 65, 75, 85 und 115 Zoll angeboten. Die offiziellen Modellbezeichnungen lauten K-65XR95M2, K-75XR95M2, K-85XR95M2 und K-115XR95M2. Beim Topmodell kombiniert Sony den RGB Backlight Master Drive Pro mit dem stärkeren Luminance Booster Pro und dem XR Contrast Booster 40. Damit soll der Bravia 9 II eine höhere Spitzenhelligkeit und eine feinere Abstufung zwischen sehr dunklen und besonders hellen Bildbereichen erreichen als der Bravia 7 II. In unabhängigen Tests konnte vor allem der 65-Zöller mit einem sehr hohen Farbvolumen, kräftigen HDR-Spitzlichtern und einer für einen LCD-Fernseher ausgesprochen präzisen Hintergrundbeleuchtung überzeugen.
Weniger Spiegelungen im hellen Wohnzimmer

Ein wesentlicher Vorteil des Bravia 9 II ist die Beschichtung Immersive Black Screen Pro. Sie soll Reflexionen von Fenstern, Lampen, Möbeln und Zuschauern abschwächen. Dunkle Bildbereiche sollen dadurch auch in hellen Räumen satter erscheinen. Die Spezialbeschichtung wird bei den Größen 65, 75 und 85 Zoll eingesetzt. Der 115-Zöller besitzt dagegen keine Immersive-Black-Screen-Pro-Beschichtung. Zusätzlich kommt X-Wide Angle Pro zum Einsatz. Damit möchte Sony die für LCD-Fernseher typische Verschlechterung von Farben und Kontrast bei einer seitlichen Sitzposition begrenzen.
Aufwendigeres Soundsystem mit Beam-Hochtönern
Auch beim Ton grenzt sich das Topmodell ab. Beim 65-Zöller arbeitet das Acoustic Multi-Audio+ Soundsystem mit zwei Subwoofern, zwei Breitbandlautsprechern, zwei Hochtonlautsprechern und zwei nach oben abstrahlenden Beam-Hochtönern. Das System erreicht beim 65-Zoll-Modell eine Gesamtleistung von 80 Watt. Die Beam-Hochtöner sollen insbesondere bei Dolby-Atmos-Inhalten eine wahrnehmbare Höhenebene erzeugen und den Klang stärker mit dem Bild verbinden. Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt. Die Lautsprecherkonfiguration kann sich bei anderen Bildschirmgrößen unterscheiden. Der 115-Zöller besitzt keine Beam-Hochtöner.
Sony Bravia 7 II: True RGB in mehr Größen und günstiger

Der Sony Bravia 7 II übernimmt die grundlegende True-RGB-Technologie des Topmodells, wird aber deutlich breiter aufgestellt. Sony bietet ihn in 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll an. Die Modellbezeichnungen lauten K-50XR75M2, K-55XR75M2, K-65XR75M2, K-75XR75M2, K-85XR75M2 und K-98XR75M2. Damit ist die Modellreihe sowohl für kleinere Wohnzimmer als auch für ausgesprochen große Heimkino-Installationen interessant. Bei der Bildverarbeitung kommen ebenfalls der XR-Prozessor, RGB Triluminos Max und der RGB Backlight Master Drive Pro zum Einsatz. Der Bravia 7 II besitzt allerdings nur den XR Contrast Booster 20 sowie den regulären Luminance Booster.
Das spricht für geringere Leistungsreserven bei Spitzenhelligkeit und Local Dimming. Sony veröffentlicht selbst keine konkreten Helligkeitswerte, inzwischen liegen jedoch Messungen aus unabhängigen Tests vor. Diese bestätigen einen deutlichen Vorteil des Bravia 9 II bei kleinen HDR-Spitzlichtern, während der Abstand bei großflächig hellen Bildern wesentlich kleiner ausfällt. Auf die aufwendige Immersive-Black-Screen-Pro-Entspiegelung des Bravia 9 II muss der Bravia 7 II ebenfalls verzichten. In einem kontrolliert beleuchteten Wohnzimmer oder Heimkino dürfte das weniger stark ins Gewicht fallen. In einem hellen Raum mit Fenstern oder Lampen gegenüber dem Fernseher besitzt das Topmodell dagegen einen klaren Vorteil.
Beim Ton setzt Sony ebenfalls auf Acoustic Multi-Audio+, allerdings in einer einfacheren Ausführung. Der 65-Zöller besitzt zwei Breitbandlautsprecher und zwei Subwoofer mit insgesamt 40 Watt. Auf die zusätzlichen Hoch- und Beam-Hochtöner des Bravia 9 II wird verzichtet.
Sony Bravia 9 II vs. Bravia 7 II: Die wichtigsten Unterschiede
| Ausstattung | Sony Bravia 9 II | Sony Bravia 7 II |
|---|---|---|
| Displaytechnik | 4K-LCD mit True RGB LED | 4K-LCD mit True RGB LED |
| Modellserie | XR95M2 | XR75M2 |
| Bildschirmgrößen | 65, 75, 85 und 115 Zoll | 50, 55, 65, 75, 85 und 98 Zoll |
| Bildprozessor | XR-Prozessor | XR-Prozessor |
| Hintergrundbeleuchtung | RGB Backlight Master Drive Pro | RGB Backlight Master Drive Pro |
| Farboptimierung | RGB Triluminos Max | RGB Triluminos Max |
| Kontraststeuerung | XR Contrast Booster 40 | XR Contrast Booster 20 |
| Helligkeitsoptimierung | Luminance Booster Pro | Luminance Booster |
| Entspiegelung | Immersive Black Screen Pro, außer 115 Zoll | Keine vergleichbare Spezialbeschichtung |
| Blickwinkeloptimierung | X-Wide Angle Pro | X-Wide Angle Pro |
| Bildwiederholrate | 120 Hz | 120 Hz |
| Gaming | 4K/120 Hz, VRR und ALLM | 4K/120 Hz, VRR und ALLM |
| HDMI-Anschlüsse | 4, davon HDMI 3 und 4 mit 4K/120 Hz und VRR | 4, davon HDMI 3 und 4 mit 4K/120 Hz und VRR |
| HDR-Formate | HDR10, HLG und Dolby Vision | HDR10, HLG und Dolby Vision |
| HDR10+ | Nein | Nein |
| Smart-TV-System | Google TV | Google TV |
| Speicher | 32 GB | 32 GB |
| Soundsystem bei 65 Zoll | 8 Lautsprecher, 80 Watt | 4 Lautsprecher, 40 Watt |
| Einstiegspreis laut UVP | 3.499 Euro | 1.999 Euro |
Der wichtigste Unterschied liegt somit nicht in der grundsätzlichen Displaytechnik. Beide Fernseher verwenden Sonys neue RGB-Hintergrundbeleuchtung. Der Bravia 9 II reizt die Technik mit mehr Dimming-Zonen, höherer Lichtleistung, einer stärkeren Kontraststeuerung, besserer Entspiegelung und einem aufwendigeren Audiosystem jedoch weiter aus.
Bildqualität im Testvergleich: Wie viel besser ist der Bravia 9 II?

Beide Modelle wurden bereits vom Testportal RTINGS.com ausführlich getestet. Die von Sony vorgesehene Rangordnung der True-RGB-LCD-Fernseher bestätigt sich: Der Sony Bravia 9 II liefert das insgesamt bessere Bild. Das geht unter anderem auf das leistungsfähigere Local Dimming und die deutlich höhere HDR-Spitzenhelligkeit zurück. Während in dunklen Räumen der Unterschied bei der Schwarz- und Kontrastdarstellung kleiner ausfallen kann, zeigt sich der Bravia 9 II in hellen Umgebungen und bei Tageslicht klar im Vorteil.
Besonders deutlich wird der Unterschied bei kleinen HDR-Spitzlichtern. Beim jeweils getesteten 65-Zoll-Modell erreichte der Bravia 9 II in einem 10-Prozent-HDR-Messfenster rund 4.720 Nits, der Bravia 7 II rund 1.939 Nits. Bei einem zu 25 Prozent weißen Bild lagen die Werte mit rund 2.865 und 2.097 Nits bereits näher zusammen. Vollflächig wurden rund 981 beziehungsweise 841 Nits gemessen. Bedeutet: Der Bravia 9 II kann kleine helle Bilddetails erheblich stärker hervorheben, während der Abstand bei großflächig hellen Szenen deutlich kleiner ausfällt.
| Messung bei 65 Zoll | Sony Bravia 9 II | Sony Bravia 7 II |
|---|---|---|
| HDR 10-Prozent-Fenster | ca. 4.720 Nits | ca. 1.939 Nits |
| HDR 25-Prozent-Fenster | ca. 2.865 Nits | ca. 2.097 Nits |
| HDR Vollbild | ca. 981 Nits | ca. 841 Nits |
| Bildschirmoberfläche | Matt / Immersive Black Screen Pro | Glänzend |
Die bessere Darstellung in hellen Räumen geht dabei nicht allein auf die höhere Lichtleistung zurück. Die matte Immersive-Black-Screen-Pro-Beschichtung des Bravia 9 II unterdrückt direkte Spiegelungen sehr effektiv. Der Bravia 7 II besitzt dagegen eine glänzende Bildschirmoberfläche, auf der Fenster und Lampen deutlich sichtbarer bleiben können. Einzige Ausnahme ist der 115 Zoll große Bravia 9 II, der nicht mit Immersive Black Screen Pro ausgestattet ist.
Den Bravia 7 II darf man dennoch nicht als stark abgespeckte Alternative zum Bravia 9 II sehen. Auch das günstigere Modell erreicht eine sehr hohe SDR- und HDR-Helligkeit, kräftige Farben und für einen LCD-Fernseher sehr gute Schwarzwerte mit wenig Blooming. Gerade hier zeigt sich, wie viel Sonys Signalverarbeitung und Local-Dimming-Algorithmen aus einer vergleichsweise kleinen Zahl von Dimming-Zonen herausholen können. Der Unterschied ist sichtbar, entspricht unserer Einschätzung nach aber keineswegs dem erheblichen Preisaufschlag. Einen Sprung in eine völlig andere Bildklasse liefert der Bravia 9 II gegenüber dem bereits sehr starken Bravia 7 II nicht.
Abseits der Bildqualität ähneln sich die beiden Fernseher in vielen Bereichen. Design, Smart-TV-Plattform und Gaming-Ausstattung sind nahezu identisch. Beim Ton besitzt der Bravia 9 II dagegen das deutlich aufwendigere Lautsprechersystem mit acht Treibern und 80 Watt, während der 65 Zoll große Bravia 7 II mit vier Lautsprechern und 40 Watt auskommen muss. Für eine hochwertige Heimkino-Wiedergabe werden viele Käufer bei beiden Modellen dennoch zu einer Soundbar oder einem separaten Audiosystem greifen.
Gemessen an den Preisempfehlungen für den deutschen Markt ergibt sich unserer Auffassung nach deshalb ein interessantes Bild. In den Diagonalen zwischen 65 und 85 Zoll beträgt der UVP-Unterschied zwischen 950 und 1.500 Euro. Für diesen Aufpreis erkauft man sich beim Bravia 9 II keine ganz neue Bildklasse, sondern vor allem wesentlich stärkere HDR-Spitzlichter, ein leistungsfähigeres Local Dimming, die bessere Entspiegelung und das aufwendigere Soundsystem. Wer vorrangig am Abend oder in einem abgedunkelten Heimkino schaut, kann daher ohne große Abstriche zum Bravia 7 II greifen. Wer dagegen häufig tagsüber, mit Restlicht oder mit mehreren Lichtquellen im Raum fernsieht, profitiert stärker von den zusätzlichen Qualitäten des Bravia 9 II.
Local Dimming im Vergleich: Wie viele Zonen besitzen die Fernseher?
Sony veröffentlicht in seinen offiziellen technischen Daten keine konkrete Anzahl der Local-Dimming-Zonen. Inzwischen wurden jedoch mehrere Größen von unabhängigen Testern gezählt. Damit lässt sich ein Teil der zuvor kursierenden Hochrechnungen durch tatsächlich gemessene beziehungsweise ausgezählte Werte ersetzen.
| Bildschirmgröße | Sony Bravia 9 II | Sony Bravia 7 II |
|---|---|---|
| 50 Zoll | — | nicht bestätigt |
| 55 Zoll | — | 340 Dimming-Zonen |
| 65 Zoll | 1.530 Dimming-Zonen | 432 Dimming-Zonen |
| 75 Zoll | 2.040 Dimming-Zonen* | nicht bestätigt |
| 85 Zoll | nicht bestätigt | nicht bestätigt |
| 98 Zoll | — | nicht bestätigt |
| 115 Zoll | nicht bestätigt | — |
* In einem unabhängigen Test per Testmuster als 60 × 34 Zonen ausgezählt. Sony selbst nennt keine Zonenanzahl.
Am besten abgesichert ist derzeit der 65 Zoll große Bravia 9 II mit 1.530 Dimming-Zonen. Beim freigelegten Backlight wurden 102 RGB-LED-Einheiten horizontal und 60 vertikal gezählt. Jeweils vier RGB-Einheiten werden gemeinsam angesteuert. Daraus ergeben sich 51 × 30 und damit exakt 1.530 räumliche Dimming-Zonen. Dieser Aufbau wurde unter anderem von FlatpanelsHD dokumentiert.
Beim Bravia 7 II fällt die Zahl deutlich geringer aus. Für den 55 Zoll großen K-55XR75M2 wurden 340 Dimming-Zonen gezählt, für einen unabhängig getesteten 65-Zöller 432 Zonen. Frühere Hochrechnungen von deutlich über 1.000 Zonen beim 65-Zoll-Modell haben sich damit nicht bestätigt. Trotzdem zeigen die Tests eine sehr gute Schwarz- und Blooming-Kontrolle. Die reine Zonenanzahl erklärt die tatsächliche Bildqualität deshalb nur teilweise.
Wie funktionieren die RGB-Dimming-Zonen?

Eine RGB-Einheit setzt sich aus einer roten, einer grünen und einer blauen Lichtquelle zusammen. Beim 65 Zoll großen Bravia 9 II werden jeweils vier dieser RGB-Einheiten gemeinsam als eine räumliche Local-Dimming-Zone angesteuert. Eine Dimming-Zone umfasst damit rechnerisch:
- vier rote LED-Elemente
- vier grüne LED-Elemente
- vier blaue LED-Elemente
- insgesamt zwölf einzelne Farb-LEDs
Aus den 1.530 Dimming-Zonen des 65-Zöllers ergeben sich somit insgesamt 6.120 RGB-Einheiten beziehungsweise 18.360 einzelne rote, grüne und blaue Lichtquellen. Für die Local-Dimming-Auflösung sind jedoch die 1.530 räumlich separat regelbaren Bereiche entscheidend. Die Zahl der einzelnen Farbchips darf nicht mit der Zahl der Dimming-Zonen gleichgesetzt werden.

Für den Bravia 7 II lässt sich aus den bisher bestätigten Zonenwerten dagegen nicht belastbar ableiten, wie viele einzelne RGB-Einheiten Sony jeweils zu einer Dimming-Zone zusammenfasst. Die zuvor kursierende Angabe von sechs RGB-Einheiten pro Zone ist bislang nicht ausreichend bestätigt und sollte deshalb nicht als gesicherte technische Eigenschaft behandelt werden. Unabhängig davon gilt: Mehr Dimming-Zonen ermöglichen grundsätzlich eine feinere Steuerung der Hintergrundbeleuchtung. Die tatsächliche Bildqualität hängt aber ebenso stark von den LED-Treibern und Sonys Local-Dimming-Algorithmen ab. Eine hohe Zonenanzahl allein garantiert weder perfekte Schwarzwerte noch eine vollständig bloomingfreie Darstellung.
Gaming: Bravia 9 II und Bravia 7 II nahezu gleich ausgestattet

Bei der Gaming-Ausstattung liegen Bravia 9 II und Bravia 7 II eng beieinander. Sony legt dabei weiterhin einen starken Fokus auf seine PlayStation-5-Plattform. Features wie erhöhte Bildwiederholungsraten mit 144 Hz oder 165 Hz für PC-Gamer werden nicht unterstützt. Zudem fehlt ein Support für 1.440p-Auflösung. Beide Fernseher besitzen ein natives 120-Hz-Panel und unterstützen:
- 4K-Wiedergabe mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde
- Variable Refresh Rate (VRR)
- Auto Low Latency Mode (ALLM)
- HDMI-eARC
- Dolby Vision Gaming
- Auto HDR Tone Mapping für die PlayStation 5
- automatischen Wechsel des Bildmodus
- PS Remote Play
- Game Menu 2
Die Fernseher besitzen jeweils vier HDMI-Eingänge. VRR und die vollständige 4K/120-Hz-Unterstützung stehen allerdings nur über HDMI 3 und HDMI 4 zur Verfügung. Einer dieser Anschlüsse wird zugleich für eARC verwendet. Wer eine Dolby-Atmos-Soundbar oder einen AV-Receiver via eARC am Fernseher anschließen möchte, verliert somit einen der vollwertigen HDMI 2.1-Ports.
Wer gleichzeitig eine PlayStation 5, eine Xbox Series X und einen Gaming-PC mit HDMI 2.1 anschließen möchte, benötigt deshalb möglicherweise einen geeigneten HDMI-Switch oder einen AV-Receiver mit mehreren HDMI-2.1-Eingängen. HDR10, HLG und Dolby Vision werden unterstützt. HDR10+ wird in den offiziellen technischen Daten weiterhin nicht aufgeführt.
Google TV, Streaming und kalibrierte Bildmodi
Als Betriebssystem dient bei beiden Modellreihen Google TV. Zur Ausstattung gehören Google Cast, Apple AirPlay 2, Sprachsteuerung, Bluetooth 5.3 und ein interner Speicher von 32 GB. Wi-Fi 6 beziehungsweise Wi-Fi 6E werden abhängig von der Region unterstützt. Für Streamingdienste stehen speziell abgestimmte Bildmodi zur Verfügung. Dazu gehören Studio-Calibrated-Modi für Netflix, Prime Video und Sony Pictures Core.
Mit der Funktion My Cinema lassen sich außerdem vorkonfigurierte Bild- und Soundprofile für unterschiedliche Inhalte und Raumsituationen auswählen. Die Ambient Optimization kann Bild und Ton automatisch an das Umgebungslicht, die akustischen Eigenschaften des Raumes und die Sitzposition anpassen.
Bravia Direct Connect: Subwoofer und Rear-Lautsprecher direkt mit dem Fernseher verbinden

Eine interessante Neuerung des Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II ist Bravia Direct Connect. Damit lassen sich ausgewählte kabellose Subwoofer und Rear-Lautsprecher unmittelbar mit dem Fernseher verbinden. Eine zusätzliche Soundbar oder separate Steuereinheit ist für diese Art der Klangerweiterung nicht erforderlich. Die integrierten Lautsprecher des Fernsehers übernehmen weiterhin die Wiedergabe an der Vorderseite. Ein verbundener Subwoofer ergänzt den Tiefbass, während optionale Rear-Lautsprecher Effekte hinter der Sitzposition wiedergeben. Dadurch lässt sich das vorhandene Soundsystem des Bravia 9 II oder Bravia 7 II schrittweise erweitern, ohne zwingend eine Soundbar vor dem Bildschirm aufstellen zu müssen.

Folgende Lautsprecher können über Bravia Direct Connect direkt mit dem Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II verbunden werden:
| Modell | Produkttyp |
|---|---|
| Bravia Theatre Sub 9 (SA-SW9) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Sub 8 (SA-SW8) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Sub 7 (SA-SW7) | Kabelloser Subwoofer |
| Bravia Theatre Rear 9 (SA-RS9) | Kabellose Rear-Lautsprecher |
| Bravia Theatre Rear 8 (SA-RS8) | Kabellose Rear-Lautsprecher |
Die kabellosen Lautsprecher benötigen jeweils einen Stromanschluss. Für die Einrichtung müssen der Fernseher und die Audiokomponenten auf dem aktuellen Softwarestand sein. Die Steuerung und Konfiguration erfolgen über die Bravia-Benutzeroberfläche beziehungsweise die Sony Bravia Connect App.
Besonders interessant ist Direct Connect für Nutzer, denen der grundsätzlich gute Klang des Fernsehers ausreicht, denen aber Tiefbass oder echte Effekte von hinten fehlen. Beim Bravia 9 II kann das vergleichsweise aufwendige Acoustic-Multi-Audio+-System weiterverwendet und gezielt um einen Subwoofer oder Rear-Lautsprecher ergänzt werden. Beim Bravia 7 II stellt Direct Connect ebenfalls eine platzsparende Möglichkeit zur Klangverbesserung dar. Wer allerdings eine deutlich breitere Frontbühne, höhere Pegel und eine ausgeprägtere Dolby-Atmos-Wiedergabe erwartet, dürfte mit einer vollständigen Soundbar- oder Heimkinolösung besser bedient sein.
Während Bravia Direct Connect aktiv ist, stehen allerdings nicht sämtliche Tonfunktionen zur Verfügung. Voice Zoom kann in dieser Konfiguration nicht genutzt werden. Auch kabelgebundene Kopfhörer und Bluetooth-Audiogeräte lassen sich dann nicht verwenden. Bei den Inhaltstypen „Spiel“ und „PC“ kann es außerdem zu einer wahrnehmbaren Verzögerung zwischen Bild und Ton kommen.
Diese Sony-Soundbars passen zum Bravia 9 II und Bravia 7 II
Alternativ können der Sony Bravia 9 II und Bravia 7 II über HDMI eARC mit einer Soundbar oder einem vollständigen Heimkinosystem verbunden werden. Je nach Modell stehen zusätzliche Bravia-Funktionen wie Voice Zoom 3, die gemeinsame Bedienung über die TV-Oberfläche, „Mein Kino“ und Acoustic Center Sync zur Verfügung. Acoustic Center Sync bindet die Lautsprecher des Fernsehers in das Audiosystem ein. Stimmen und Dialoge werden dadurch stärker auf der Bildschirmfläche verankert, anstatt ausschließlich aus einer unterhalb des Fernsehers aufgestellten Soundbar zu kommen.
| Audiosystem | Acoustic Center Sync | Optionale Erweiterungen |
|---|---|---|
| Bravia Theatre Quad (HT-A9M2) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9 sowie ältere SA-SW3 und SA-SW5 |
| Bravia Theatre Bar 9 (HT-A9000) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 8 (HT-A8000) | Ja | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 7 (HT-A7100) | Nein | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Trio (HT-A8) | Nein | Sub 7, Sub 8, Sub 9, Rear 8 und Rear 9 |
| Bravia Theatre Bar 6 (HT-B600 / BD60) | Nein | Kabelloser Subwoofer bereits im Lieferumfang |
| Bravia Theatre System 6 (HT-S60) | Nein | Vollständiges 5.1-System mit Subwoofer und Rear-Lautsprechern |
Die besonders enge Einbindung über Acoustic Center Sync bieten unter den aktuellen Modellen das Bravia Theatre Quad, die Bravia Theatre Bar 9 und die Bravia Theatre Bar 8. Auch die älteren Systeme HT-A9, HT-A7000, HT-A5000 und HT-A3000 unterstützen die Funktion in Verbindung mit dem Bravia 9 II und Bravia 7 II.
Die neuere Bravia Theatre Bar 7 unterstützt zwar kein Acoustic Center Sync, lässt sich aber dennoch eng in die Bedienoberfläche der Fernseher integrieren. Sie unterstützt unter anderem Voice Zoom 3, „Mein Kino“, die Steuerung über die Bravia-Schnelleinstellungen sowie die Erweiterung um die aktuellen Subwoofer und Rear-Lautsprecher.
Für eine möglichst dezente Klangverbesserung bietet sich Bravia Direct Connect mit einem Sub 7 oder Sub 8 sowie den Rear 8 an. Nutzer, die eine deutlich größere Frontbühne und eine kräftigere Dolby-Atmos-Wiedergabe suchen, sollten eher zur Theatre Bar 9, Theatre Bar 8 oder Theatre Bar 7 greifen. Das Bravia Theatre Quad und das neue Theatre Trio stellen nochmals aufwendigere Heimkinolösungen dar. Sie dürften besonders gut zu den größeren Varianten des Bravia 9 II und Bravia 7 II passen, bei denen eine einzelne kompakte Soundbar akustisch schnell unterdimensioniert wirken kann.
Preise und Preisvergleich der Sony RGB-Mini-LED-TVs
Die unverbindlichen Preisempfehlungen zeigen bereits, wie groß der Abstand zwischen den beiden Modellreihen ausfällt. Da die tatsächlichen Händlerpreise inzwischen teilweise deutlich darunter liegen und sich kurzfristig ändern können, findet ihr direkt darunter unseren aktuellen Preisvergleich für alle verfügbaren Größen.
Preise (UVP) des Sony Bravia 9 II
| Größe | Modellbezeichnung | Unverbindliche Preisempfehlung |
|---|---|---|
| 65 Zoll | K-65XR95M2 | 3.499 Euro |
| 75 Zoll | K-75XR95M2 | 3.999 Euro |
| 85 Zoll | K-85XR95M2 | 5.099 Euro |
| 115 Zoll | K-115XR95M2 | 24.999 Euro |
Preise (UVP) des Sony Bravia 7 II
| Größe | Modellbezeichnung | Unverbindliche Preisempfehlung |
|---|---|---|
| 50 Zoll | K-50XR75M2 | 1.999 Euro |
| 55 Zoll | K-55XR75M2 | 2.149 Euro |
| 65 Zoll | K-65XR75M2 | 2.499 Euro |
| 75 Zoll | K-75XR75M2 | 3.049 Euro |
| 85 Zoll | K-85XR75M2 | 3.599 Euro |
| 98 Zoll | K-98XR75M2 | 6.299 Euro |
Die Preisabstände fallen je nach Bildschirmgröße unterschiedlich aus. Bei 65 Zoll beträgt die Differenz zwischen beiden Serien laut UVP 1.000 Euro. Bei 75 Zoll werden 950 Euro zusätzlich für den Bravia 9 II fällig, während der Abstand bei 85 Zoll auf 1.500 Euro steigt. Die tatsächlichen Straßenpreise können inzwischen deutlich von den Preisempfehlungen abweichen. Entscheidend ist deshalb vor allem der aktuelle Abstand zwischen zwei gleich großen Modellen, den ihr im Preisvergleich oben direkt nachvollziehen könnt.

