Ultra HD Blu-ray: Kein Dolby Vision 2, kein HDR10+ Advanced – ist die Disc veraltet?

Die Ultra HD Blu-ray gilt unter Enthusiasten als technische Crème de la crème im Heimkino. Aber gilt das auch ohne HDR10+ Advanced und Dolby Vision 2 noch?

Hisense hat gerade angekündigt, Dolby Vision 2 auf seine Smart-TVs zu hieven. Auch TCL ist eingebunden und Philips nutzt den dynamischen HDR-Standard der nächsten Generation ebenfalls. Samsung geht wieder eigene Wege: mit HDR10+ Advanced. Letzteres kommt auch zum Streaming-Dienst Amazon Prime Video. Inzwischen bekommt die Ultra HD Blu-ray dadurch ein Problem. Denn die Disc unterstützt die beiden neuen HDR-Standards nicht.

Schlägt Streaming bald die Ultra HD Blu-ray?

Das Problem: Die UHD Blu-ray besetzt am Markt nur eine Nische. Der Standard ist festgelegt, Aktualisierungen oder gar ein Nachfolgeformat lohnen sich für die Industrie nicht mehr. Zumal auch die Anzahl der Player-Hersteller sich schon extrem ausgedünnt hat. LG, Samsung oder Oppo stellen schon längst keine Abspielgeräte mehr her. Dolby Vision 2 und HDR10+ Advanced werden also dem Streaming vorbehalten bleiben.

Auch Sammlereditionen und Steelbooks auf 4K Ultra HD Blu-ray sind heiß begehrt.
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Der Grund liegt wie gesagt in den fest definierten Spezifikationen der BDA (Blu-ray Disc Association). Allerdings ist noch offen, ob der Verzicht auf HDR10+ Advanced und Dolby Vision 2 am Ende wirklich ein Verlust sein wird. Aktuell können wir das mangels Inhalten nämlich noch gar nicht beurteilen. Zumal die Disc andere Vorteile bietet. Denn nur auf der Ultra HD Blu-ray kann etwa verlustfreier Ton hinterlegt werden. Und auch die Bitrates für das Bild sind vielfach höher als im Streaming. Das erhöht Schärfe und Detailgrad in vielen Fällen wesentlich.

Bei der Kompression wird es kritisch

Die Kompression ist klassischerweise immer ein Aspekt gewesen, der für die Disc gesprochen hat. Das gilt auch 2026 noch, doch der Vorsprung verkleinert sich. Das liegt primär daran, dass Ultra HD Blu-rays neuere und effizientere Codecs wie AV1, VP9, VVC oder das brandneue AV2 nicht unterstützt und niemals unterstützen wird. Letzten Endes schwinden die Vorteile von Discs in der Bildqualität also zumindest ein wenig. Noch ist eine guten UHD Blu-ray aber einem Stream in der Regel überlegen.

Die Zeit muss am Ende zeigen, wie sich Disc und Stream dauerhaft miteinander vergleichen lassen. Ein weiterer Nachteil: Bedauerlicherweise stecken viele Vertriebe immer weniger Aufwand in Qualitätskontrollen. Es gibt viele Beispiele von Disc-Veröffentlichungen, die zu Austauschaktionen geführt haben oder schlimmer, in denen fehlerhafte Discs einfach im Verkehr belassen worden sind. Bei Streams ist das anders: Da bessern die Anbieter einmal im Hintergrund bei der auf dem Server liegenden Datei nach.

Am Ende haben Ultra HD Blu-rays aus unserer Sicht weiterhin bei Enthusiasten eine Zukunft. Sie bieten im Idealfall die beste Bild- und Tonqualität und sind von einer Internetverbindung unabhängig. Aber die breite Masse wird wohl beim Streaming bleiben.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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