Endlich mal eine positive Nachricht aus dem Bereich der physischen Medien! Während Streamingdienste den Musikkonsum mittlerweile dominieren, zeichnet sich in den USA eine positive Entwicklung bei der klassischen Audio-CD ab. Die Verkäufe im ersten Halbjahr 2026 sind um satte 16 Prozent gestiegen – vorangetrieben von der Begeisterung der Generation Z für physische Medien.
Totgesagte leben offenbar länger. Nach aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Luminate wurden zwischen Januar und Juni 2026 in den USA insgesamt 16.3 Millionen CDs verkauft. Das entspricht einem Wachstum von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wächst die CD in den USA derzeit schneller als die Schallplatte, die lediglich 2.4 Prozent auf insgesamt 21.8 Millionen verkaufte Exemplare zulegen konnte. Beide Werte sind in sich natürlich erfreulich, man muss diese jedoch realistisch bewerten. Gemessen an den ca. 350 Millionen US-Bürgern sind 16.3 Millionen verkaufte CDs kein Grund für Freudensprünge. Vielleicht schafft es das Medium jedoch, sich ein stabiles Verkaufsniveau zu erarbeiten. Zur Einordnung: Im Jahr 2000 wurden in den USA noch um die 900 Millionen CDs verkauft.
K-Pop treibt CD-Verkäufe an

Die vielleicht wichtigere Nachricht hinter diesen Zahlen ist, dass vor allem die Generation Z (geboren zwischen 1995 und 2010) eine neue Wertschätzung gegenüber Musik entwickelt. Diese Generation hat so stark wie keine andere den Wechsel von physischen Medien zum Musikstreaming mitbekommen. Einige werden vielleicht noch eine CD oder Schallplatte besessen oder abgespielt haben. Trotzdem hat es genau diese Generation geschafft, diese positive Entwicklung durch ihr Konsumverhalten hervorzuführen. Ein erheblicher Anteil dieser Entwicklung geht auf aufwendig vermarktete K-Pop-Veröffentlichungen (Korean Pop) zurück. Somit ist auch nicht ein besonders erfolgreiches Album für den Zuwachs bei den CD-Verkäufen verantwortlich. Rechnet man die K-Pop-Veröffentlichungen aus der Statistik heraus, steigen die CD-Käufe immer noch um 6.7 Prozent.
Generation Z entdeckt CD, Vinyl und alte Musik neu!

Die Wertschätzung für Musik steigt bei der Generation Z wohl rasant an. Ungefähr die Hälfte der CD-Käufer innerhalb der Generation Z und der Millenials besitzt laut Umfrage nicht einmal einen CD-Player. Für diese Kunden ist die CD eher so etwas wie ein Sammlerstück, Fanartikel oder dekoratives Objekt, welches natürlich mit der Musik in Verbindung gebracht wird. Auch eine finanzielle Unterstützung für Künstler und Bands soll für die Generation Z eine Rolle spielen. Gehört und konsumiert wird die Musik aber weiterhin vorrangig über Musikstreaming via Spotify, Apple Music, Prime Music usw.
Die Wertschätzung für Musik beschränkt sich bei der jüngeren Generation jedoch nicht nur auf aktuelle Interpreten. Die Begeisterung für Musik aus den vergangenen Jahrzehnten nimmt ebenfalls wieder zu. Rund 60 Prozent der Gen Z-Hörer gaben an, Musik aus den 1990er-Jahren oder noch früheren Jahrzehnten zu hören. Gegenüber 2021 ist der Anteil um 42 Prozent gestiegen. Ältere Künstler und die damit verbundenen physischen Formate wie CDs oder Schallplatten erfreuen sich entsprechend großer Beliebtheit. Dabei dürfte auch die Nostalgie eine gewisse Rolle spielen, da viele Käufer die Hochphase der CD und der Schallplatte nie miterlebt haben.
CDs, Schallplatten und 4K Blu-rays müssen einen Mehrwert bieten
Die Entwicklung im Musikmarkt lässt sich jetzt nicht eins zu eins auf den Filmmarkt übertragen, man erkennt jedoch einige Parallelen zur 4K Ultra HD Blu-ray. Filme und Serien werden nicht mehr nur gekauft, um diese unkompliziert ansehen zu können, sondern weil die physischen Veröffentlichungen in den meisten Fällen einen Mehrwert bieten. Aufwendig gestaltete Steelbooks, Mediabooks oder Collectors Editionen sind beliebte Sammlerobjekte und werden von einigen sicherlich auch als Investitionsobjekt gesehen. Bei einer Standard-Veröffentlichung fehlt vielen vielleicht der Kaufanreiz, und so schwenken die Kunden dann ggf. eher zur günstigen Streaming-Option um. Eines der jüngsten, erfolgreichen Beispiele, welches uns dazu einfällt, ist die Beskar Collectors Edition zu „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“. Diese Edition wirkt auf den Kunden wohl rund genug, damit diese rund 150 Euro für ein Exemplar ausgeben. Am Ende wird diese vielleicht nie ausgepackt, sondern nur in einer Vitrine im Heimkino präsentiert. Für viele ist eben die Emotion, die mit dem Produkt in Verbindung gebracht wird, mehr wert, als dieses sinngemäß zu nutzen.
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Tja, HIFI HIGH END SOUND-Qualität ist nicht mehr in.
Richtig SACD auf einer high end Mehrkanal HIFI Anlage mit entsprechenden high end class A Mehrkanalvor- und power Mono Endverstärkern und entsprechend platzierte Highendlautsprecherboxen ist total umwerfend und hat gar nix mit Streamingmusik zu tun, das sind zwei UNVERGLEICHBARE Dinge, wie Fast-food und vier Sterne Gastronomie.
Leider wenige SACDs gibt’s weiterhin vor allem mit KLASSISCHER MUSIK (Jordi Savall z.B.).
Auf SACD – gerechten High End Anlagen kommt die Musik noch um einiges realistischer und besser an die Ohren und in den Bauch als mit einer High End Vinyl Stereoanlage…
Aber wer interessiert sich heute überhaupt noch für HIGH END HIFI APPARATE wie Mark Levinson, Treshold, Jadis, Krell, Beveridge, Goldmund, Audio Research usw ???
Absolute Topqualität bei Musik- und Videowiedergabe ist in erster Linie eine Geldfrage.
Ich begrüße diese Entwicklung. Bin mit Musikkassetten aufgewachsen, dann kam Vinyl, CDs. Mit MP3 konnte ich damals bis heute, bis auf die Nutzung auf dem Handy oder im Auto nicht viel anfangen. Mittlerweile kaufe ich mir wieder CDs, rippe sie mir als MP3 oder als FLAC für unterwegs. Zuhause lege ich sie in meinen CD-Player und freue mich, es hat etwas von Nostalgie, auch wenn es kein Vergleich zum Vinyl ist.
Im Massenmarkt gibt es bei nahezu allem irgendwann ein „Gut-Genug-Plateau“, ab dem den Kunden die gebotene Qualität ausreicht und sie nicht mehr bereit sind, für weitere Qualitätssteigerungen (deutlich) mehr Geld zu bezahlen.
Das war in Sachen Audio ca. bei CD-Qualität der Fall. Statt noch höherer Qualität setzte man dann eher auf Convenience (mp3, Streaming).
In Sachen TV war es HD, für einige sogar SD. Mehr Geld (im Abo) für noch mehr Qualität bezahlen? Nope, reicht so wie es ist!
Daher waren/sind im Gesamtmarkt Dinge wie SACD/DVD-A/Atmos/Auro/DTS:X/4k Nische.
Bei Sound-Hardware haben sich Partyboxen, Bluetooth-Speaker, Multiroom-Speaker und Soundbars regen höherwertige und noch besser klingende Komponentensysteme durchgesetzt – auch hier aus Plug&Play-/Convenience-Gründen.
Es hat ja heute auch noch kaum jemand mehr Lust, sich überhaupt näher mit einem Hobby auseinanderzusetzen.
Kaufen, anschließen ohne Aufwand, nutzen, wegwerfen, neu kaufen.
Welcome to the real World! 🙁
Leider hat es damals nicht geklappt, einen Nachfolger der Audio CD zu etablieren. SACD und DVD Audio sind mehr Nische, als die aktuelle UHD Blu-ray. Eine komfortablere Alternative wäre sonst gewesen, der Audio CD ein neues Audioformat zu verpassen. Statt LPCM dann vielleicht MPEG-4 ALS (Audio Lossless Coding). Also ähnlich wie man die HD Blu-ray zur UHD Blu-ray umgebaut hat. Dann hätte man sich mindestens von 44,1 kHz/16 Bit auf 48 kHz/24 Bit und/oder die Laufzeit steigern können.