XGIMI bringt mit dem Aura 3 Max und dem Aura 3 Pro gleich zwei neue Ultrakurzdistanz-Projektoren an den Start. Beide Modelle kombinieren RGB-Triple-Laser mit 4K-Wiedergabe bei bis zu 120 Hz, Dolby Vision, IMAX Enhanced und einer doppelten dynamischen Iris.
Bislang stand bei der neuen Aura-Generation vor allem der XGIMI Aura 3 Max im Mittelpunkt. Auf der inzwischen freigeschalteten deutschen Reservierungsseite für die Aura-3-Serie lässt sich neben dem Spitzenmodell jedoch auch ein Aura 3 Pro auswählen. XGIMI positioniert diesen als etwas niedriger angesiedelte Variante und hält sich bei den technischen Daten leider noch bedeckt. Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Aura-Modellen ist somit derzeit nicht möglich. Beide Ultrakurzdistanz-Projektoren nutzen einen RGB-Triple-Laser und verarbeiten 4K-Signale mit bis zu 120 Hz. Dolby Vision, IMAX Enhanced, die doppelte dynamische Iris und eine Hardwarelösung zur Reduzierung des möglichen Regenbogeneffekts (RBE) sind ebenfalls dabei.
Aura 3 Max mit 5.700 ISO-Lumen und 4K bei 120 Hz

Beim Aura 3 Max liegen bereits deutlich mehr technische Daten vor. XGIMI nennt für das Spitzenmodell eine Lichtleistung von bis zu 5.700 ISO-Lumen sowie einen nativen Kontrast von bis zu 8.000:1. Das sind erst einmal Herstellerangaben, die sich in einem Test bestätigen müssen. Auf dem Papier wären 5.700 ISO-Lumen und 8.000:1 für einen UST-Projektor aber beachtlich. Gerade beim Kontrast wird interessant sein, wie sich die neue Dual Dynamic Iris in der Praxis verhält. Dabei arbeiten zwei optische Irisblenden zusammen, um die Lichtmenge abhängig vom Bildinhalt zu regulieren.
Bei der eigentlichen Bilddarstellung bleibt XGIMI der DLP-Technik treu. Die 4K-UHD-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten entsteht weiterhin per XPR-Pixelshifting. Neu ist allerdings, dass diese 4K-Darstellung nun mit bis zu 120 Hz erfolgen kann. Dafür verbaut XGIMI zwei DLPC-8545-Controller, welche die Bildsignale parallel verarbeiten. Der Hersteller spricht in diesem Zusammenhang selbst von „native 4K 120Hz“. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass im Projektor plötzlich ein nativer 4K-DLP-Chip arbeitet. Die 4K-Auflösung entsteht also weiterhin per Pixelshifting, die Ausgabe erfolgt jedoch tatsächlich mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz.

Für die Zuspielung stehen drei HDMI-Anschlüsse bereit. Nach den bislang vorliegenden technischen Daten handelt es sich bei allen drei um HDMI-2.1-Eingänge, die 4K-Signale mit bis zu 120 Hz verarbeiten können. HDMI 2 übernimmt zusätzlich die eARC-Funktion. Damit könnten beispielsweise eine Spielekonsole und ein Gaming-PC gleichzeitig mit 4K/120 Hz angeschlossen bleiben. Da es in der Vergangenheit aber immer wieder zu Verwirrungen um die Bezeichnung HDMI 2.1 gekommen ist – eine entsprechend bezeichnete Schnittstelle kann durchaus auch nur 4K@60Hz verarbeiten – sollte man die Angabe noch mit etwas Vorsicht genießen.
Für Gamer kommen VRR und ALLM sowie Dolby Vision Gaming hinzu. Bei Full-HD-Auflösung sollen sogar bis zu 240 Hz möglich sein. Die von XGIMI beworbene Reaktionszeit von nur einer Millisekunde gilt allerdings für den Betrieb mit 1.080p und 240 Hz und sollte nicht einfach auf 4K/120 Hz übertragen werden. Wir vermuten, dass man beim Projektor bei einem Input-Lag von um die 5 ms landen dürfte.
120 Zoll aus rund 20 Zentimetern Entfernung

Auch bei der Aufstellung hat XGIMI gegenüber dem Vorgänger nachgebessert. Das Projektionsverhältnis sinkt auf 0,163:1. Damit lässt sich eine Bilddiagonale von 120 Zoll bereits aus ungefähr 20 Zentimetern Abstand zur Projektionsfläche realisieren. Maximal sollen bis zu 200 Zoll möglich sein. Bei einem UST-Projektor macht sich das im Alltag durchaus bemerkbar: Weniger Abstand zur Leinwand bedeutet auch, dass das Lowboard nicht so weit in den Raum ragen muss. Zudem besitzt der Aura 3 Max ja auch eine gewisse Tiefe.
Der Aura 3 Max erhält außerdem ein 80 Watt starkes Harman-Kardon-Soundsystem. Vier Lautsprecher mit jeweils 20 Watt sollen eine separate Soundlösung zumindest bei weniger anspruchsvollen Installationen überflüssig machen. Dolby Atmos und DTS Virtual:X werden unterstützt. Als Smart-TV-Plattform setzt XGIMI auf Google TV, Netflix ist offiziell integriert. HDR10+, HLG, Filmmaker Mode und die Wiedergabe von 3D-Inhalten gehören ebenfalls zum Funktionsumfang.
XGIMI Aura 3 Pro übernimmt viele Funktionen des Max

Zum Aura 3 Pro hat XGIMI bislang deutlich weniger verraten. Dass es sich dabei nicht nur um eine abweichende regionale Modellbezeichnung handelt, zeigt bereits die deutsche Reservierungsseite: Aura 3 Max und Aura 3 Pro können dort getrennt ausgewählt werden und werden von XGIMI als „Ultimate Performance“ beziehungsweise „Premium Performance“ geführt.
Bei der Bildtechnik übernimmt der Aura 3 Pro allerdings viele Merkmale des Max. XGIMI bestätigt auch für den Aura 3 Pro RGB-Triple-Laser, 4K-Wiedergabe mit 120 Hz, die Dual Dynamic Iris, Dolby Vision, IMAX Enhanced und den X-VISION-Bildprozessor. Auch die Technologie zur Reduzierung des Regenbogeneffekts ist Bestandteil der Ausstattung. Wir vermuten, dass XGIMI wie bereits bei seinen Horizon-20-Modellen einfach mehrere Geräte mit unterschiedlichen Licht- und Kontrastwerten anbietet.
Reservierung in Deutschland für 50 Euro

Seit dem 1. September 2026 nimmt XGIMI auch über seinen deutschen Online-Shop Reservierungen für Aura 3 Max und Aura 3 Pro entgegen. Dafür werden 50 Euro fällig. Dabei handelt es sich ausdrücklich bisher nicht um den Kauf des Projektors, sondern um eine vollständig erstattbare Reservierungsgebühr. Wer anschließend auf Kickstarter bestellt und dieselbe E-Mail-Adresse verwendet, soll Zugang zu einem vergünstigten VIP-Preis sowie weiteren Aktionsvorteilen erhalten.
Die Preise von Aura 3 Max und Aura 3 Pro will XGIMI am 3. September 2026 bekannt geben. Die eigentliche Kickstarter-Kampagne startet am 20. Oktober. Mit der Auslieferung der ersten Geräte rechnet der Hersteller ab Dezember, wobei die Bestellungen in der Reihenfolge der Kickstarter-Unterstützer abgearbeitet werden sollen.
4K mit 120 Hz wird zum großen Projektoren-Thema 2026

120 Hz scheint sich 2026 zu einem der großen Themen im Heimkino-Projektoren-Segment zu entwickeln. Lange waren hohe Bildraten bei DLP-Beamern zwar nichts Ungewöhnliches, 120 oder 240 Hz standen dann aber meist nur bei einer auf Full HD reduzierten Auflösung zur Verfügung. Bei mehreren neuen Modellen soll diese Einschränkung nun wegfallen.
Erst vor wenigen Tagen hatten wir über den JMGO IRIS Ultra Max mit 4K und echten 120 Hz berichtet. Auch hier kommen zwei DLPC-8545-Controller zum Einsatz, damit die 4K-Darstellung tatsächlich 120-mal pro Sekunde aktualisiert werden kann. Das chinesische Schwestermodell N5S Ultra Max hat bereits gezeigt, dass die Technik grundsätzlich funktioniert. Mit dem AWOL LuxVision wurde inzwischen noch ein weiterer Ultrakurzdistanz-Projektor mit 4K und 120 Hz angekündigt. AWOL kombiniert die hohe Bildrate ebenfalls mit HDMI 2.1, VRR und ALLM und will darüber hinaus bis zu 5.500 ISO-Lumen erreichen. Dazu kommt bei diesem Modell ein für UST-Projektoren ungewöhnlicher optischer Bildversatz.
Mit XGIMI, JMGO und AWOL haben innerhalb kurzer Zeit gleich drei Hersteller entsprechende Geräte angekündigt. 4K/120 Hz dürfte damit bei höherklassigen Projektoren deutlich häufiger werden. Vielleicht sogar schon überfällig, dass man mit der 120Hz-„Integration“ auch mehr in Richtung der Gamer abzielt.

