Medienstaatsvertrag sorgt für harsche Kritik durch Bevormundung der Zuschauer

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Der geplante Medienstaatsvertrag könnte Innovationen hemmen

Aktuell ist geplant den ohnehin bereits umstrittenen Rundfunkstaatsvertrag bald durch einen der modernen Zeit angepassteren Medienstaatsvertrag zu ersetzen. Doch mit „modern“ ist das so eine Sache, denn viele Industrieverbände und auch unabhängige Pressestimmen kritisieren den geplanten Medienstaatsvertrag scharf.


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So wirkt der Medienstaatsvertrag so, als sei er stark an den Lobbyinteressen der traditionellen TV-Branche bzw. noch stärker des öffentlich-rechtlichen Systems ausgerichtet. Er versuche veraltete Vertriebsmodelle zu zementieren, den Nutzern Optionen vorzuenthalten und Innovationen zu behindern – zumindest trägt man diese Kritikpunkte vor.

Ein positiver Aspekt: Theoretisch benötigte bislang fast jeder Nutzer, der regelmäßig Livestreams überträgt, etwa über Plattformen wie Twitch oder YouTube, eine eigene Rundfunklizenz. In Zukunft wird das nur noch für Angebote gelten, die parallel im Durchschnitt von mehr als 20.000 Nutzern angesehen werden und auch zur Meinungsbildung beitragen.

Die großen Verbände der digitalen Wirtschaft – Bitkom, Anga, Eco und ZVEI – kritisieren einen Punkt scharf: Die Medienanstalten sollen entscheiden, welche Angebote besonders wichtig sind und jene hervorheben können – da denkt man sicherlich in erster Linie an die Öffentlich-Rechtlichen, welche aktuell ein erhebliches Relevanzproblem haben.

Der Sinn dahinter soll vermeintlich sein, dass man eine Dokumentation ins Zentrum rücken könnte. Diese Regelung würde dann Video-On-Demand-Anbieter und Plattformen für lineares Fernsehen betreffen, etwa Zattoo, die sich danach richten müssten. Allerdings birgt jene Praxis die Gefahr, dass die Vielfalt der Inhalte leide bzw. ein ungleicher Wettbewerb entstehe.

Benutzern soll die Freiheit genommen werden

Als bevormundend wird auch empfunden, dass die Anbieter der Inhalte entscheiden sollen, wie ein Nutzer seiner Oberfläche zu konfigurieren hat. Etwa dürften Bild-in-Bild-Modi und Split-Screen-Einstellungen nur dann eingesetzt werden, wenn der Anbieter das auch erlaubt. Zumindest sieht das eine Regelung aus dem Entwurf zum Medienstaatsvertrag so vor. TV-Hersteller, App-Entwickler und Co. müssten sich also nach jenen Vorgaben richten und manche Angebote einstellen bzw. für die Nutzer Darstellungsoptionen ausschließen.

Das Ziel des Medienstaatsvertrages ist offensichtlich, die Nutzer zu lenken und mehr zu traditionellem linearem Fernsehkonsum zurückzuführen. Die Branchenverbände kritisieren, dass die rigiden Maßnahmen aber wohl eher das Gegenteil zur Folge haben dürften: Dass gerade junge Nutzer aufgrund der Einschränkungen noch größere Distanz zu althergebrachten Anbietern suchen. Noch ist jedoch Zeit für Überarbeitungen, denn der aktuelle Entwurf muss natürlich nicht zwangsweise dem finalen Ergebnis entsprechen.

QUELLEWinFuture
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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

8 KOMMENTARE

  1. Mir egal. Wir schauen nur Filme von BluRay/UHD und gut ist. Leider wird YouTube in Zukunft massiv eingeschränkt durch die 20.000+ Follower (wer hat die nicht?!?).
    Es geht doch nur darum das wir der Werbung (Verbot von Split/PiP/Skip/FF etc.) nicht ausweichen können…und NUR darum geht es.

  2. @ Chris: Gegen Kommentare hab ich nichts, auch nicht gegen News – aber dann muss man es entsprechend kennzeichnen. Aber immer wenn es um das Thema GEZ auf der Seite geht, verfliegt hier sämtliche Objektivität. Und das geht mir gegen den Strich, weil es billige Meinungsmache ist.

    • Sehe ich auch anders! Jeder sollte entscheiden können ob er es sehen möchte oder nicht! Wie zum Beispiel bei HD plus oder die Streaming Dienste… Sollen Sie es doch einfach verschlüsseln. Und Menschen, so wie Du, können es dann kostenpflichtig freischalten lassen!
      Gut informiert werde auch auf anderen Nachrichtensender. Und Minderverdienende können es ja kostenlos bekommen, wie jetzt auch!

  3. Hui, der erste Kommentar ist endlich da und direkt ein „Die da oben“ mit drin, Zusatzpunkte gibt es für „DDR“, „Zensur“ und „Netflix ist viel besser“.

    Ich glaube ja, solche Meinungsmache (als News getarnt) wird hier nur veröffentlicht, damit Dominik „GEZ-ist-Scheiße“-Bingo mit seinen Kollegen spielen kann.

    • @Karlchen: Der Entwurf des Medienstaatsvertrags ruft wirklich viel Kritik hervor. Es sei denn, einem sind die Argumente egal, dann braucht man hier auch nicht seine Meinung äußern, oder man gehört zu denen, die von Zwangsabgaben gefüttert ein gutes Leben führen… 😉

  4. Das kenn ich doch aus der Vergangenheit,ich glaube das hieß DDR Staat,s Fehrnsehen oder so.Stasi Rotlicht Bestrahlung im Sinne der Regierung,das könnt IHR da oben aber voll vergessen,dann sind Die Dinosaurier der Tv u
    Unterhaltung aber endgültig abgeschaltet.

  5. Das klingt Alles ein bischen nach Führungsstil. Ich möchte schon selber entscheiden, wann, wie und was ich tu.
    Ansonsten werde ich ja irgendwie gesteuert bzw eingeengt in meiner Privatsphäre. Genau das möchte ich nicht!!!

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