Netflix-Abonnenten waren nie unzufriedener mit dem Streamingdienst

Laut einer aktuellen Umfrage sind Abonnenten von Netflix immer unzufriedener mit dem Streamingdienst. Neue Mitbewerber wie Disney+, Peacock, Apple TV+ oder HBO Max machen Netflix da Leben schwer.


Früher hatte Netflix das beste Leben. Als Vorreiter im Streaming-Markt konnte sich das Unternehmen für viele Jahre entwickeln, wie es wollte. Gefühlt ist Netflix der Erfolg zu Kopf gestiegen und es hatte den Anschein, als wollte man nur noch den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe treiben. Nach dem ersten Rückgang der Abonnentenzahlen, verlor man innerhalb kürzester Zeit über 60% der Marktkapitalisierung an der Börse und daran ist vielleicht nicht nur der milde Rückgang der zahlenden Kundschaft schuld.

Netflix-Abonnenten werden unzufriedener

Laut einer Umfrage von Whip Media, sind die Abonnenten so unzufrieden wie noch nie mit Netflix. Die durchschnittliche Zufriedenheit sank innerhalb eines Jahres von 90 Prozent auf 80 Prozent! Damit liegt Netflix derzeit hinter HBO Max (94%), Disney+ (88%) und Hulu (87%). Während die Nutzer den originalen Content noch sehr schätzen, schwächelt Netflix laut umfrage bei der Qualität der Serien und Filme, die von Dritten über die Plattform angeboten werden. Kein Wunder, behalten die meisten Studios ihre beliebten Film- und Serienlizenzen lieber bei sich und verwerten diese über ihre eigene Streamingplattformen. Übrigens, der Hauptgrund für ein beendetes Abonnement bei Netflix war der zu hohe Preis! Knapp dahinter der Eindruck der Abonnenten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt.

Kundenzufriedenheit der Streamingdienst-Abonnenten im Juni 2022
Kundenzufriedenheit der Streamingdienst-Abonnenten im Juni 2022

Zu höher Preis als Hauptkündigungsgrund

Wir vergleichen: Netflix verlangt für sein Basis-Abonnement 7.99 Euro. Für das Premium-Abo mit 4K/HDR-Streaming muss man satte 17,99 Euro im Monat. Bei Disney+ bekommt man die beste Bild- und Tonqualität bereits für 7,50 Euro im Monat (beim Abschluss eines Jahresabonnements für 89.99 Euro). Prime Video, welches in einem Prime-Abonnement (kostenlose Premium-Lieferung, kostenlos Amazon Music uvm.) enthalten ist, kostet derzeit 7.99 Euro im Monat. Der günstigste Anbieter ist derzeit Apple TV+ mit nur 4.99 Euro im Monat. Die Auswahl an Filmen und Serien ist aber immer noch überschaubar im Vergleich mit der Konkurrenz. Dafür ist die Audio- und Bildqualität wirklich beispielhaft!

Wie schlagen sich andere Streamingdienste?

Wie schlagen sich eigentlich anderen Streamingdienste bei der Kundenzufriedenheit? Knapp hinter Netflix der noch recht junge Streamingdienst Paramount+ der jedoch eine leichte Verbesserung auf 79 Prozent verbuchen konnte. Den größten Sprung machte übrigens Apple TV+ von 61 auf 76 Prozent Kundenzufriedenheit (2021 vs 2022). Das liegt womöglich daran, dass die Auswahl an rein exklusiven Filmen und Serien so langsam ein besseres Angebot formt. Audiovisuell kann man Apple TV+ derzeit nichts vormachen. Der Streamingdienst liefert einen hervorragenden Videostream ab!

Neue Filmproduktionen auf Apple TV+ für 2022/2023
Apple setzt auf 100% exklusiven Content und konnte bereits mit eignen Filmen und Serien für Aufsehen sorgen

Die Kundenzufriedenheit bei Amazon Prime Video, mit ihrem gemischten Programm aus kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten, sank 2022 auf 72 Prozent (2021: 75%), dahinter finden wir noch Discovery+ mit 72% und Peacock mit 68% (ebenfalls verbessert von 62%). Wie es aussieht, optimieren die Mitbewerber von Netflix weiter, während man von Netflix nicht sehr viel Gutes zu hören bekommt. Derzeit ist das Unternehmen wohl eher im Panik-Modus unterwegs und versucht, die Abonnentenzahlen sowie den Aktienkurs zu stabilisieren bzw. zu verbessern. So plant der Streamingdienst ein günstiges, werbefinanziertes Abo und möchte sich auch noch einmal den Account-Sharern zuwenden.

Spannend wird es am 17. Juli 2022. An diesem Tag stellt das Unternehmen seine Quartalszahlen für das Q2 2022 vor (April – Juni). Sollte es in diesem Zeitraum zu einem weiteren Abonnentenschwund gekommen sein, wären damit nicht nur die Umfragewerte des Analyseunternehmens Whip Media bestätigt, auch an der Börse könnte es nochmals rund gehen für Netflix.

Dominic Jahn
Dominic Jahn
Couch-Streamer, TV-Umschalter & Genuss-Cineast. Am liebsten im Originalton, gerne auch in 3D! Paypal-Spende für die 4KFilme-Kaffeekasse

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17 Kommentare
  1. Ausserdem was bringen mir 500 serien die gefühlt in drei Räumen spielen und 5 schauspielern. Lieber weniger aber mehr Qualität. Serien wie heartstoppers, stranger Things, witcher sind selten.

  2. Das man überhaupt für 4k Hdr extra zahlen muss ist ne sauerrei hoch zehn. Disney Amazon etc nehme keinen Aufpreis für uhd und alle anderen bieten hd mindestens an. Dafür lueber das man nur einen oder zwei gleichzeitig nutzen kann. Brauche keine 4 gleichzeitig

  3. Am beliebtesten macht sich Netflix wenn die Preise weiter anziehen und Serien sofort wieder mit Cliffhanger abgesetzt werden. Und wenn sie jetzt noch gegen teiler vorgehen wollen obwohl sie das sogar angeboten haben machen sie sich echte Freunde. Ironie off

  4. Ich denk aber auch, dass Sie die angebotenen Tarife überarbeiten müssen.

    Heißt:
    Basis mindestens 1080p auf 2 Geräte für 6,99€

    Standard mit 4K UHD, HDR, Dolby Atmos auf 2 Geräte für 9,99€

    Premium mit 4K UHD, HDR, Dolby Atmos auf 4 Geräte 14,99€

    Wenn es so wäre, denk ich würde es sich mehr rechnen für alle. ^^

    Weil Premium sollte dann vielleicht in Family umgetauft werden.

    Denn als Familien Tarif lohnt es sich dann schon.
    Aber wer 4K haben will, braucht das doch nicht unbedingt auf 4 Geräte und vorallem wenn man allein ist und beste Qualität genießen möchte, ist es zu teuer.

    • Aus Kundensicht keine schlechte Idee. Keine Ahnung, ob sich das aus Netflix‘ Sicht dann rechnen würde.

      Aber was mir an den Preiserhöhungen in den letzten Jahren sehr auf den Senkel gegangen ist, ist dass das SD-Abo immer gleich günstig geblieben ist und die Preise für das UHD-Abo am stärksten gestiegen sind. So bestraft man seine besten Kunden. 🙁

      • Das stimmt allerdings, gerade das Abo mit der besten Qualität teurer machen, macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man eben es als Familie weiterhin nutzt, aber wenn man wie gesagt allein ist, wird man bestraft.

        Daher wäre es eben gut wenigstens noch einen Tarif zu haben, der sich auch für Alleinstehende lohnt, weil ca. 216€ aufs Jahr gerechnet für Premium ist definitiv zu teuer.

        Und eine SD Option sollte es eigentlich gar nicht mehr geben.

        Man möchte ja sicherlich auch bessere Qualität haben zu Hause und unterwegs.

        Im Jahr 2022 sollte das ja nun endlich mal Geschichte sein m.M.n.

  5. Auch wenn es jetzt OT sein sollte:

    Geht es nur mir so, oder wird Disney+ in Sachen Audio immer schlechter? Ist mir schon bei Book of Boba Fett und zuletzt auch bei Kenobi aufgefallen. Dynamik ist quasi überhaupt nicht mehr existent. Der Sound wird immer matschiger und ganz besonders fällt mir auch auf, dass die noch viel extremer die Lautstärke reduzieren.

    Einfach mal als Vergleich in meinem System:
    Per Scheibe ist -25 dB bis -30 dB der Sweetspot für die meisten Filme, Scheiben und auch Games. Damit ist das in meinem Raum dann alles schon lautstärketechnisch mehr als gut.

    „Früher“ war es bei Disney+ so, dass der Sweetspot ähnlich wie auch bei anderen Diensten (Netflix & Co.) bei -20 dB bis -25 dB gelegen hat. Bei den genannten Beispielen ist es jetzt aber so, dass selbst -10 dB gerade so akzeptabel ist, wobei der Trend schon eher Richtung -5 dB geht.

    Bei einem zweiten System konnte ich das gleiche Phänomen auch schon nachvollziehen, dass man da neuerdings nochmals gut und gerne 10 – 15 dB mehr draufpacken darf, damit da mal etwas Spaß aufkommt (wobei das dann durch die schlechte Allgemeinqualität der Tonspur zusätzlich limitiert wird).

    Da diesen Monat mal wieder ein Netflix Abo ansteht (Besser Sie konsultieren Salomon sei Dank), werde ich mir mal wieder den Quervergleich geben.

    • Ich merke da ehrlich gesagt keinen Abwärtstrend.
      Die Audioqualität ist seit Release von Disney Plus so dürftig.
      Im Europa ist sie sogar nach einigen Monaten besser geworden, da anfangs wegen der Pandemie stark gedrosselt wurde.

    • ja, das habe ich auch schon bemerkt. Ich muss auch immer lauter aufdrehen und einen satten Bass kennt Disney echt nicht… Wenn ich im Vergleich die Original Star Wars Filme einlege ist der Ton wirklich besser…. Und die jüngsten Preiserhöhungen bei Netflix oder Dazn bestärken mich Blu Rays zu kaufen, solange es die noch gibt, wobei Disney auch hier wieder den Kunden beschneidet, da im Streaming angeblich bessere Tonformate vorliegen… aber wie Schmusekater angesprochen, finde ich das vor allem bei deren Serien nicht zutreffend….

  6. Freut mich, dass HBO Max da so gute Werte hat. Es gibt aktuell ja beunruhigende Gerüchte in Hinsicht darauf, ob das noch nach Deutschland kommt.
    Siehe https://www.youtube.com/watch?v=57jQ_UlrwIU ab 00:03:46.
    Mit etwas Glück ist das nur ein Gerücht ohne Basis in der Realität, aber ich werde langsam paranoid, was HBO Max in Deutschland angeht.

  7. Geht mir ähnlich, wenn ich mal was kündige wird es als erstes Netflix sein.
    4K HDR sollte in JEDEM Paket dabei sind, ganz einfach.
    Außerdem nerven die ganzen Woke Serienelemente nur noch.

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