Netflix: Werbung und kostenpflichtiges Account-Sharing wohl schon ab Ende 2022

Netflix plant sowohl die Einführung eines werbefinanzierten Tarifs als auch Maßnahmen gegen Account-Sharing. Offenbar will man mit beidem bereits Ende 2022 starten.


Wir hatten bereits darüber berichtet, dass der Streaming-Anbieter neue Tarife plant, die günstiger werden sollen, aber dafür Werbung einbinden werden. Außerdem möchte man gegen das Teilen von Passwörtern bzw. gegen das Account-Sharing vorgehen. Grundsätzlich soll es auch außerhalb des eigenen Haushalts möglich sein – dann aber nur gegen einen Aufpreis. Derzeit ist das Teilen von Passwörtern offiziell nur innerhalb eines Haushalts erlaubt, doch stillschweigend toleriert Netflix es auch darüber hinaus. Das soll sich ändern.

Aktiviert Netflix den „Panik-Modus“?

Ursache sind die Einbrüche bei den Abonnentenzahlen und dadurch folgerichtig beim Aktienkurs. Letzterer sank allein im letzten Monat um 47%. Im Gegensatz zum Allzeithoch im November 2021 hat das Unternehmen sogar 72% an Wert eingebüßt und die Talfahrt geht weiter. So muss Netflix sich der Realität stellen, dass die zunehmende Konkurrenz durch Anbieter wie Disney+, HBO Max, Paramount+ und Co. Druck aufbaut. Eigentlich rechnete man damit, dass Netflix seinen werbefinanzierten Tarif sowie Maßnahmen gegen Account-Sharing frühestens 2023 starten würde. Offenbar wünscht man sich aber ein schnelleres Vorgehen.

Netflix bringt auch im April 2022 wieder neue Filme und Serien.
Netflix steht derzeit am Scheideweg.

Schon innerhalb des vierten Quartals 2022 könnte es demnach losgehen. Offenbar will man da keine Zeit verlieren. Zumindest soll das aus einem internen Memo hervorgehen, das der Streaming-Anbieter an Mitarbeiter versendet hat und welches den Kollegen von der New York Times vorliegt.

Werbefinanzierte Tarife gewinnen an Bedeutung für Streaming-Anbieter

Auch Disney+ plant einen werbefinanzierten Tarif mit niedrigeren Kosten. Im Ausland gehen auch andere Anbieter wie HBO Max so vor. Netflix dürfte hier noch mehr unter Druck stehen als die Konkurrenz, denn derzeit ist Netflix der teuerste Anbieter. Im Ausland hat Netflix auch 2022 schon die Preise für Endkunden erhöht. Auch für Deutschland könnte es 2022 also noch eine Anhebung geben. Derzeit heißt es aber abwarten. Wir rechnen damit, dass Netflix den Markt nun vorsichtig beobachten wird, um nicht noch mehr Kunden zu verlieren.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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3 Kommentare

  1. Ich kann mir nicht vorstellen das die Leute für Werbung bezahlen…
    Ob kurz oder lang wird Netflix damit Leben müssen das sie Kunden verlieren .
    PS: Freue mich übrigens schon darauf wenn Paramount Plus startet 🙂

    • Gibt doch schon genug Leute, die für HD+ zahlen. Und auch bei Sky bezahlt man ja für Werbung. Bei DAZN wird es bspw, bei Fußballübertragungen auch schon längst gemacht. Und Prime macht es auch schon. Und trotzdem zahlen die Menschen brav. Wird bei Netflix also nicht anders sein. Es soll ja sogar Leute geben, die Werbung während eines Films etc. gut finden, weil man dann ja auf Klo gehen kann ohne etwas zu verpassem (die Pause-Taste kennen diese Leute nicht).

    • Ich glaube schon, dass das einen (temporären) positiven Effekt haben wird. Aber der ist auch nur begrenzt und wird sicherlich nichts an der derzeitigen bzw. aufkommenden Streaming-Problematik etwas ändern können. Schon dreimal nicht, wenn alle jetzt solch ein Modell anbieten wollen/werden.
      Je nach Preis und Umfang/Art/Platzierung der Werbung, könnte ich es für mich vorstellen; ebenso wäre eine komplette Überarbeitung der Abomodelle wünschenswert (eine Qualitätsstufe; Limitierung auf max. 2 Streams; Laufzeitverträge mit vernünftigen Rabatten).

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