Netflix: Preiserhöhung kommt in Europa an (Premium-Abo 3 Euro teurer)

Netflix erhöht mittlerweile auch in Europa die Preise. In Irland klettert der Preis für das Premium-Abonnement auf satte 20,99 Euro im Monat.

Netflix hatte im Januar 2022 die Preise in den USA angezogen. In der Regel ist so eine Erhöhung in den Vereinigten Staaten ein Vorbote für Preiserhöhungen in Europa. Und nun kommen die Einschläge näher, könnte man sagen. So hat der Streaming-Anbieter nämlich in Irland an der Preisschraube gedreht.

Netflix erhöht Preise aller Abo-Stufen

So erhöht Netflix den Preis für die Basis-Stufe mit einem Stream in SD auf 8,99 Euro. Das HD-Abonnement mit zwei parallelen Streams wird inzwischen für 14,99 Euro angeboten. Wer Netflix in bester 4K-Qualität mit HDR, Dolby Vision und Dolby Atmos ausschöpfen möchte, soll künftig 20,99 Euro im Monat löhnen. Vier parallele Streams sind hier wie gehabt enthalten.

Netflix zieht in Irland die Preise an.
Netflix zieht in Irland die Preise an.

Genau wie bei uns, kostete das beliebte 4K-Abonnement in Irland zuvor 17,99 Euro. Es ist also 3 Euro im Monat teurer geworden. Auch wenn wir ungern Hiobsbotschaften verkünden: Wir rechnen fest damit, dass auch Netflix Deutschland indessen in naher Zukunft die Preise anpassen dürfte. Vermutlich werden bei uns dann identische Preise greifen. Kalkuliert also lieber bereits mit 20,99 Euro für das Premium-Abonnement in den kommenden Monaten.

Netflix gerät durch Verbraucherschützer unter Druck

In Zukunft könnte es aber etwas schwerer für Netflix werden, die Preise beliebig anzuziehen. Aktuell streiten sich Verbraucherschützer vor Gericht mit dem Streaming-Anbieter. Die aktuelle Klausel zu Preisanpassungen sei zu intransparent und nicht mit deutschem Recht vereinbar. Ein Ergebnis des Rechtsstreits gibt es aber noch nicht. Ein Ende der Fahnenstange dürfte für viele Netflix Abonnenten bald erreicht sein. In diesen unbeständigen Zeiten, zählen Ausgaben für Unterhaltung, wie z.B. ein Netflix Abonnement sicherlich zu den Ausgaben, von denen man sich gerne und schnell trennt – und sei es nur bis sich die Lage wieder verbessert hat.

Das Ende der Fahnenstange sollte aber bald erreicht sein. Bei noch höheren Preisen besteht die Gefahr, dass Abonnenten eine „On/Off-Beziehung“ (auf einen aktiven Monat folgen mehrere inaktive Monate) mit dem Streamingdienst eingehen, was dem Unternehmen schaden würde. Zudem sind die weltweiten Märkte so gut wie abgegrast und die Konkurrenz wird immer größer. Parallel ziehen Entertainment-Größen wie z.B. Disney ihre Lizenzen und Inhalte von Netflix ab, um sie dann auf ihrer eigenen Plattform zu integrieren. Kein Wunder, dass Netflix derzeit über ein werbefinanziertes Abomodell nachdenkt, um Unentschlossene vom Dienst überzeugen und eine neue Einnahmequelle generieren zu können.

Wir rechnen auch damit, dass in Zukunft immer mehr Nutzer Streaming-Hopping betreiben werden, da es zu teuer wird, die geballte Flut von Anbietern wie HBO Max, Peacock, Paramount+, Amazon Prime Video, Apple TV+, Disney+, Netflix und Co. parallel zu abonnieren. Da werden sicherlich viele Nutzer je nach Neuzugängen monatlich kündigen und immer mal wieder wechseln.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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26 Kommentare
  1. Von mir aus kann es auch 100 Euro im Monat kosten. Das wäre gut für die stationären Kinos und Innenstadtleben. Das gleiche auch für die anderen Streaminganbieter.

  2. Die Kommentare sind echt lustig. Jeder erwartet eine hohe Qualität, aber zahlen will keiner dafür. Ist ehrlich gesagt nur traurig. Hauptsache man bekommt alles und alles immer günstig. Unsere Gesellschaft echt im Ars………. Sorry

    • Das Ding bei Netflix ist doch gerade, dass die eben keinerlei Qualität bieten. Trotzdem werden abdauernd die Preise erhöht. Wo bleibt da die Rechtfertigung bzw. der Mehrwert für die Kunden?

      Wie wäre es mal damit die Bitrate von Audio und Video zu erhöhen. Nein, man verschlechtert diese noch. Und auch effizientere Codecs werden nur dazu genutzt die Bitrate weiter zu refuzieren.

  3. 9 Euro pro Monat für ein kack SD Abo… Und trotzdem wird es noch genug Trottel geben, die Netflix das Geld in Anus stecken werden und dadurch auch den anderen Anbietern signalisieren, dass die mit diesen grundlosen Preiserhöhungen durchkommen.

    • Ich denk der Mehrteil alle Netflix-Gucker haben das große Paket und betreiben Accountsharing…. Aber ich gebe Dir recht! Die Zeiten von SD ist mehr als vorbei und dafür noch ein Paket anzubieten was auch mit in die Preiserhöhung miteinbegriffen ist, ist mir ein Rätsel

  4. Also langsam kommt man sich als Premium Nutzer schon echt verarscht vor. Das Standard Abo wird immer Max. 1€ teurer wenn überhaupt. Aber mein Premium Abo lag Anfangs noch bei 12,99€. Bei 20,99€ bin ich raus, ganz ehrlich. Dann können Sie andere Nutzer ausbeuten, um das Standard Abo zu subventionieren.

    Absolute Frechheit, dass denen ihre Preiserhöhung so durchgehen rechtlich.

  5. Ich kann nur jedem raten:

    Mit Türkischem VPN einen neuen Account machen, dann Prepaid-Karten für die Türkei kaufen und Netflix für 6€ pro Monat gönnen.

    VPN braucht man nicht zum kucken.

    Blos zum aufladen und registrieren.

    Sobald das nicht mehr geht werde ich Netflix meiden wie der Teufel das Weihwasser, die Preise sind echt nicht mehr feierlich.

    • 6€? bei mir sind es 3,50€, dank der lira schwäche. und wenn du dem netflix support höflich nach der secure form fragst, darfst auch eine deutsche kreditkarte hinterlegen und musst nicht mit gutscheinen rumhantieren 😉

    • Ich sogar unter 2 Euro für Premium, zwei Streams für mich und 2 für den Nachbarn.
      Gerade wenn man schon einen VPN hat und Netflix nutzt wär ich blöd ich würde den deutschen Tarif nutzen,

  6. Wenn der Basispreis um 1 Euro steigt – das sind 12,5% , oder? Dann kann man davon ausgehen , daß dies der Kostensteigerung für Produktion , Personal und Server usw decken soll.
    Es wird ja kaum in SD Qualität produziert …, oder ist der Basispreis eine minus Kalkulation – welche durch andere Preisstufen gedeckelt werden soll?
    Die Spreizung zum Premiumpaket driftet immer weiter ab…ist 4K so teuer? Oder wie oder was?
    …Wie teuer wird dann erst der zukünftige 8K Standart , welcher aufjedenfall bald kommen soll :))) ….30,99…35,99….

  7. Mich wundert ja total, dass jeder sein Abo shared bei den Preisen.. gähn.
    Die Qualitätssplitting ist nicht mehr zeitgemäß.

  8. Netflix sollte langsam überlegen ob es überhaupt Sinnvoll ist 3 Abos anzubieten, HD sollte doch jetzt langsam Standard sein und über 20 Euro für 4K halte ich auch für überzogen.

    • Am besten zwei Tarife:
      – HD-Tarif (Einzelnutzer) ca. 8 Euro
      – UHD-Tarif (Gruppennutzer) ca. 16 Euro
      Vielleicht sollte man außerdem mal über eine Reduzierung der zugekauften Katalogtitel nachdenken oder die Reduzierung der Folgenanzahl bei selbst produzierten Serien ist auch eine Möglichkeit um Kosten zu reduzieren.

  9. Mit dem überschreiten der 20 Euro Marke wird der Bogen aber eindeutig echt überspannt. Die sollten besser aufpassen, dass die Gesamteinnahmen dadurch im Endeffekt nicht sogar sinken.

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