„Nightmare Alley“: 4K-Bild und Dolby Atmos sind versprengt

Der Film „Nightmare Alley“ ist mittlerweile in Deutschland verfügbar. Allerdings gibt es ein ziemliches Durcheinander, was die technische Qualität betrifft.

„Nightmare Alley“ stammt von dem Regisseur Guillermo del Toro („Shape of Water“). Vor der Kamera sehen wir hier beispielsweise Bradley Cooper („American Sniper“), Cate Blanchett („Don’t Look Up“) und auch Willem Dafoe („Spider-Man: No Way Home“). Der Film bekam größtenteils positive Kritiken, spielte im Kino allerdings nur wenig Geld ein. Nun ist der Streifen in Deutschland bei Disney+ zum Streaming aufgelaufen.

Von Dolby Digital 5.1 bis Dolby Atmos

Dort bietet „Nightmare Alley“ 4K-Auflösung sowie Dolby Vision. Allerdings liegt der Ton nur in Dolby Digital Plus 5.1 vor. Das gilt sowohl für die deutsch- als auch den englischsprachigen Ton. Wer es auch auf Dolby Atmos für den Ton abgesehen hat, muss sich anderswo umsehen. Fündig wird man bei Apple iTunes. Dort ist der Film ebenfalls in 4K und mit Dolby Vision zu haben, ergänzt aber eine englischsprachige Abmischung mit Dolby Atmos. Die deutsche Synchronisation liegt auch dort nur im Surround-Sound vor.

Wer den Film lieber auf Disc besitzen möchte, muss sich noch gedulden und ebenfalls Kompromisse eingehen. So erscheint der Film in Deutschland nur auf DVD und Blu-ray, nicht aber als UHD Blu-ray. Die Blu-ray beinhaltet den deutschsprachigen Ton in DTS 5.1 und den Originalton verlustfrei als DTS-HD Maste Audio 5.1.

Technik-Freaks haben viele Optionen – keine ist die beste

Es zeigt sich also, dass diejenigen, welche die technisch beste Umsetzung wünschen, nirgendwo an der richtigen Adresse sind. Beispielsweise mag die iTunes-Fassung 4K, Dolby Vision und Dolby Atmos bieten, ist bei Video und Audio aber dennoch stärker komprimiert als die Blu-ray. Wer auf den deutschsprachigen Ton verzichten kann, erhält immerhin eine weitere Möglichkeit: In den USA bringt Disney unter seiner Marke Searchlight Pictures eine Ultra HD Blu-ray zum Film heraus. Jene nutzt 4K, HDR10 und Dolby Atmos – aber kein Dolby Vision.

Nightmare Alley erscheint in den USA auch als 4K-Disc.
Nightmare Alley erscheint in den USA auch als 4K-Disc.

Das Beispiel „Nightmare Alley“ soll als Beispiel dafür dienen, wie die aktuelle Fragmentierung im Heimvideo-Bereich es quasi unmöglich macht, DIE beste Fassung zu ergattern. Irgendwo sind derzeit immer Kompromisse notwendig.

André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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14 Kommentare

  1. Versprengte Eigenschaften eines Films können übrigens auch beim selben Anbieter auf verschiedenen Geräten vorkommen.
    Ich habe mir vor kurzem die 4K/Dolby Vision Version von West Side Story von 1961 bei iTunes gekauft, die ich auf der Apple TV App gucken kann.
    Ich habe diese App drei mal installiert.
    Auf meinem LG CX ist der Film im 4K, Dolby Vision, 24fps und mit Dolby Digital.
    Auf meinem Fire TV Cube ist der Film im 4K, Dolby Vision, 60fps und mit Dolby Digital+.
    Auf meinem Shield TV 2019 ist der Film im 4K, Dolby Vision, 24fps (wenn korrekt eingestellt) und mit Dolby Digital+.
    Es macht also nicht nur der Anbieter einen Unterschied, sondern auch die Geräte-Variante der App.

  2. „[…]Dolby Vision gibt es für Projektoren im Heimkinosegment noch nicht, also reicht HDR10[…]“
    Und das ist kein Kompromiss? Die Qualitätskompromisse bei Projektoren werden dann mit anderem Maß gemessen. Uns wegen des mangelnden Kontrasts sind die in HDR10 auch nicht gerade toll.
    Wenn „Kinofeeling“ immer auf Kosten der Qualität geht, kann ich gut darauf verzichten.

    • Nö, ein kleiner TV ist ein Kompromiss für Kinofilme.
      Kann ich ja gleich auf’m Laptop schauen.
      Filme brauchen eine möglichst große Leinwand um richtig „atmen“ zu können.
      Sie in einen kleinen Kasten einzusperren ist ein richtiges Sakrileg.

        • Größe ist DER Qualitätskompromiss schlechthin.
          Mein iPhone hat ein ab Werk nahezu perfekt kalibriertes OLED Display.
          Laut deiner Logik müsste dass dann besser zum Filme schauen sein als ein High End Heimkino.

          • Wenn Dein iPhone 4K hat, kann man darüber reden.
            Aber selbst dann gibt es eine Mindestgröße, bei der 4K erst einen Unterschied für das menschliche Auge macht. Das sind bei der Auflösung ca. 40 Zoll. Muss also eine riesiges iPhone sein. Oder ein riesiger Laptop. 😉
            Ich habe hier übrigens schon immer die Meinung vertreten, dass Handys mit 4K Displays Unsinn sind.
            Jedenfalls braucht man keine Diagonale, die nur ein Projektor schaffen kann, damit 4K einen Unterschied macht und die Größe effektiv relativ wird.
            Wozu sonst 42 Zoll 4K TVs?
            Wichtig ist auch noch, ob Dein iPhone HDR-fähig ist und welche Spitzenhelligkeit es hat. Sonst ist das sowieso egal.

        • Bei 40 Zoll muss man dann aber auch 30 cm vor der Glotze hängen um einen Unterschied zu sehen.
          Und klar, auch auf einem 55 Zoll Gerät kann man bereits von 4K profitieren, aber umso größer die Diagonale, desto größer wird der sehbare Unterschied zwischen 1080p und 4K.
          Das volle Potenzial von 4K Material wird auf TVs jedenfalls nie erreicht.

          • Bei 1,5m kann man den Unterschied zwischen 1080p und 4K gut sehen, auch bei einem 43 Zoll TV, den ich mal hatte.

            „Das volle Potenzial von 4K Material wird auf TVs jedenfalls nie erreicht.“
            Doch, bei großen TVs schon, wenn man keine 6m davon entfernt sitzt.
            Ich muss aber zugeben, dass ich bei meinem 48-Zöller nicht das volle Potential erreiche.

            • „Bei 1,5m kann man den Unterschied zwischen 1080p und 4K gut sehen, auch bei einem 43 Zoll TV, den ich mal hatte.“

              Das dachte ich auch, und es stimmt schon man sieht den Unterschied zwischen 4K und 1080p auch auf 43 Zoll.
              Aber wie gewaltig Unterschiede wirklich sein können hab ich erst nach dem Umstieg von 43 auf 150 Zoll gemerkt.
              Anfangs sogar noch ohne HDR.
              Bei entsprechender Größe wirkt 1080p wie früher eine DVD am Fernseher, alles sehr weich und feine Linien im Bildhintergrund offenbaren die Pixelstruktur, in 4K sieht alles sauber scharf aus, und auch Filmkorn wirkt organischer in 4K über den Beamer nicht so artifiziell und künstlich wie bei 1080p Material bei gleicher Displaygröße.

    • @Le-matya, ich glaube aber dies Jahr soll einer mit Dolby Vision erscheinen. Wie gut das aussieht muß man dann sehen…
      Ansonsten ist halt wirklich blöde das es so zerpflückt heraus gegeben wird. 🙁

  3. Ich seh da keinen Kompromiss.
    Echtes Kinofeeling kommt zuhause erst mit Projektor und Leinwand auf, TVs zum Sehen von Spielfilmen sind immer ein Kompromiss, Dolby Vision gibt es für Projektoren im Heimkinosegment noch nicht, also reicht HDR10, und alles außer O-Ton ist ebenso immer ein Kompromiss.
    Die perfekte Version lässt sich also aus Übersee importieren.

    • Nicht jeder hat aber dass Geld dafür allein Projektoren die genügend Lichtleistung für vernünftiges HDR aufbringen können kann schon für Otto normal Verdiener zu teuer sein, das kann alles in allem ein teurer Spaß werden denn sich nicht jeder Finanziell leisten kann.

    • Dein sinnloser Einwand hat doch überhaupt nichts mit der Problematik zu tun, die dieser Artikel anspricht.
      Hier geht´s um die qualitativ unterschiedlichen Dateiformate und die nicht nachvollziehbare Verteilung auf die jeweiligen Medien.
      Das gegenseitige Ausspielen von Beamer, TV, der eigenen Vorlieben oder was auch immer hat in diesem Zusammenhang hier nix verloren.

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