Paramount übernimmt Warner Bros. – Netflix kapituliert

Warner Bros. Discovery lässt den Deal mit Netflix platzen. Stattdessen reicht man am Ende doch Paramount Skydance die Hand.

Das hätte man nicht mehr erwarten können: Wochenlang hatte Paramount Skydance Warner Bros. Discovery geradezu bedrängt und sogar einen feindlichen Übernahmeversuch eingeläutet. Dabei hatte das Hollywood-Studio bereits einen Deal mit dem Streaming-Dienst Netflix besiegelt. Doch jetzt kommt alles anders, denn die Übernahmevereinbarung mit Netflix platzt. Tatsächlich erhält Paramount Skydance aufgrund eines nachgebesserten Angebots den finalen Zuschlag.

Netflix zieht sich aus dem Bieterkampf zurück

Netflix hätte zwar die Chance gehabt, Paramount Skydance abermals zu überbieten, hat dem aber noch vor Verstreichen der Frist eine Absage erteilt. Vielmehr erklärte der Co-CEO Ted Sarandos, dass man Warner Bros. Discovery als „nice to have“ aber nicht als „must have“ einstufe. Daher wolle man nicht um jeden Preis den Deal abschließen und ziehe sich jetzt eben zurück. Die Aktionäre des Streaming-Dienstes haben das übrigens eher positiv aufgenommen – der Aktienkurs von Netflix stieg um 10 %.

Warner Bros. Discovery pokert hoch in der Übernahmeschlacht.
Warner Bros. Discovery pokert hoch in der Übernahmeschlacht.

Zumal Netflix nicht mit leeren Händen von dannen zieht. Denn Paramount Skydance hatte sich im Vorfeld bereiterklärt, die festgelegte Entschädigung von 2,8 Mrd. US-Dollar an Netflix für Warner Bros. Discovery zu blechen, sollte der Deal mit dem Streaming-Dienst platzen. Für Paramount Skydance wird das Ganze generell ein teurer Spaß, denn man hatte seine Offerte zuletzt auf 31 US-Dollar pro Aktie erhöht.

Für Warner Bros. Discovery hat sich das Pokern gelohnt

Großer Gewinner ist am Ende Warner Bros. Discovery, denn der Preis ist durch das Gerangel zwischen Netflix und Paramount Skydance weiter in die Höhe geschossen. Ein wenig blamabel mag für Netflix allerdings sein, dass man sogar schon eine E-Mail an seine Abonnenten verschickt hatte, welche die kommende Übernahme abfeierte und entsprechenden Content für das Streaming-Angebot ankündigte. Dazu wird es jetzt natürlich gar nicht mehr kommen.

Stattdessen ist davon auszugehen, dass langfristig Paramount+ und HBO Max verschmelzen dürften. Bis es so weit kommen kann, müssen sich aber nun erstmal mehrere Kartellbehörden mit der Prüfung der Übernahme beschäftigen bzw. diese absegnen.

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QuelleDeadline
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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15 Kommentare
  1. Alles nur nicht Netflix. Befürchte eine Einflussnahme auf die Inhalte in die eigene Richtung, die mittlerweile für mich unerträglich geworden ist. Außerdem gehe ich dann davon aus, dass physischen Medien dann Geschichte sind, und Streaming hat im Vergleich zur UHD Scheibe eine unterirdische Qualität.

  2. Die aktuelle Berichterstattung wirkt irreführend. In mehreren Artikeln wird der Eindruck vermittelt, Netflix sei bereits aus dem Rennen oder die Rechte seien „übernommen“ worden – das entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Netflix hat lediglich kein neues Angebot abgegeben, befindet sich aber weiterhin im Bieterprozess. Eine endgültige Entscheidung ist also noch nicht gefallen. Persönlich würde ich mir wünschen, dass sich die Verantwortlichen gegen Netflix entscheiden. Der Grund ist simpel: In den vergangenen Jahren hat Netflix bei vielen Filmproduktionen qualitativ eher enttäuscht. Große Marken werden häufig stark vereinfacht inszeniert – mit Fokus auf schnelle, leicht konsumierbare Inhalte, die eher auf eine „Nebenbei-am-Handy“-Zuschauermentalität zugeschnitten wirken. Das geht aus meiner Sicht zulasten von erzählerischer Tiefe und kreativer Qualität. Daher würde ich es begrüßen, wenn stattdessen Paramount den Zuschlag erhält. Dort bestünde zumindest die Hoffnung, dass etablierte Marken mit mehr Sorgfalt und cineastischem Anspruch weitergeführt werden.

  3. ‚Ein wenig blamabel mag für Netflix allerdings sein, dass man sogar schon eine E-Mail an seine Abonnenten verschickt hatte, welche die kommende Übernahme abfeierte und entsprechenden Content für das Streaming-Angebot ankündigte.‘

    Die Email im Dezember 2025 von Netflix an alle Kunden war ein echter Schenkelklopfer, nicht nur ein wenig blamabel, sondern peinlich hoch drei!

    ‚Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta warnte unterdessen die Unternehmen vor einer Wettbewerbsprüfung – und dass eine Übernahme von Warner durch Paramount noch keine sichere Sache sei. Auch die Wettbewerbshüter in Washington werden den Deal angesichts seiner Dimension unter die Lupe nehmen.‘

    Warner hat der Übernahme durch Paramount zwar zugestimmt, doch noch ist da lange nichts unter Dach und Fach!

  4. Ist das überhaupt schon klar? Wenn ich das richtig verstehe sagt doch Netflix bisher nur, dass sie Paramount nicht überbieten werden. Den Aktionären von WB wird aber weiterhin empfohlen das (schlechtere) Angebot von Netflix anzunehmen. Wie das dann ausgeht wird man doch erst noch sehen müssen.

  5. „Stattdessen ist davon auszugehen, dass langfristig Paramount+ und HBO Max verschmelzen dürften.“

    Mehr Konsolidierung, ein Anbieter weniger auf dem Markt, ist tatsächlich für uns Konsumer eine schöne Nachricht.

    • Das glaube ich nicht ernsthaft. Eher zahlst du am Ende für einen Streaming-Anbieter dann halt 50 Euro, statt für zwei je 20 Euro. Je mehr Marktmacht in eine Hand wandert, desto schlechter ist das für Kunden in der Regel.

        • Es geht nicht um die fiktive Summe, die ist nur ein Beispiel. Aber Konsolidierung in diesem Fall als Vorteil für den Kunden zu feiern, ist hart naiv an der Realität des Marktes vorbei gedacht.

          Wenn die Marktmacht sich auf weniger Anbieter konzentriert, führt das immer zu steigenden Preisen und weniger Innovation. Das also als Vorteil für den Kunden zu bezeichnen, ist wie gesagt vor allem naiv und bestenfalls sehr kurzfristig gedacht.

          • Erst wünschen sich alle Konsolidierung am Streaming Markt und jetzt plötzlich ist es nicht mehr gewünscht und sogar Scheiße?

            Hach ja, Menschen… kann man einfach nie zufriedenstellen.

            Also sind zig Anbieter und Apps doch wieder der bessere Weg? Ich weiß ja nicht…

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