Test: Samsung Q90R QLED 4K TV mit 65 Zoll – der OLED-Killer?

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Samsung Q90R 4K QLED TV im Test
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Einleitung, Inbetriebnahme & Features

Ist dem koreanischen Hersteller mit dem Q90R TV ein Meilenstein der LCD Paneltechnik gelungen? Alles, was ihr wissen müsst, lest ihr in unserem Test.

Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass Samsung plant, künftig OLED Displays neben Smartphones auch im TV Segment zu produzieren, um damit die an LG verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen. Bis es aber soweit ist, beweist Samsung mit ihrem Q90R nochmal eindrucksvoll, dass bei der LCD-Paneltechnik nach wie vor Luft nach oben ist. Die Schwarzdarstellung und der Blickwinkel des Q90R müssen sich nicht hinter der OLED Konkurrenz verstecken.

Das diesjährige Flaggschiff samt Full Array Local Dimming (FALD9 und neuer LCD Blickwinkel Technologie ist in Europa in den Größen 55,65 und 75 Zoll verfügbar. Wir testen für euch das 65 Zoll Exemplar.

Rahmen Tiefe Q90R Hintergrundbeleuchtung
Aufgrund der Hintergrundbeleuchtung fällt der Rahmen des Q90R etwas tiefer aus

Das Gehäuse des Q90R gleicht dem des Vorgängers Q9FN wie ein Ei dem anderen. Auf der Rückseite werden wir von deutlich zu viel Plastik überrascht. Der Displayrahmen aus Metall wirkt da schon sehr frisch. Auch der neue äußerst wertige und dazu schwere Standfuß aus Metall gefällt uns besonders gut. Das Design erinnert uns etwas an den Standfuß der Cinema Displays von Apple. Das flache Design ist bewusst so konzipiert worden, um die separat erhältliche 1,20m breite Soundbar von Samsung Millimeter genau unter dem TV zu platzieren. Die für heutige TV Geräte schon beinahe untypische Bautiefe ist der direkten Hintergrundbeleuchtung geschuldet. Insgesamt wirkt der Q90R edel, wir denken jedoch, dass Samsung mit seinem TV eher die Installation auf einem TV-Möbel oder an der Wand anstrebt. Das 360 Grad-Design lässt uns auf der Rückseite doch etwas zu wünschen übrig.

Die Modelle ab dem Q85R aufwärts sind für Samsungs „No-Gap“ Wandhalterung vorbereitet. Damit kann der TV praktisch lückenlos an der Wand angebracht werden, was ihn fast wie ein Gemälde aussehen lässt.

No Gap Wandhalterung Q90R
Samsung hat den Q90R für die „No Gap“ Wandhalterung vorbereitet (separat erhältlich). So schließt der QLED direkt mit der Wand ab

Ein Alleinstellungsmerkmal für die Samsung Top-Modelle ab der Q95R Serie ist die One Connect Box. Die externe Anschluss-Box wird mittels eines schlanken Verbindungskabels (One Invisible Connect) mit Audio- und Videoinformationen sowie mit Strom versorgt. Das im Lieferumfang befindliche Kabel misst 5 Meter, ein optionales Kabel mit 15 Meter kann separat erworben werden. Alle gängigen Ein- und Ausgänge wie z.B. 4x HDMI Ports (die alle bis zu 18Gbits/s liefern), 3x USB, Ethernet und Anschlüsse für Twin-Satelliten Tuner usw. befinden sich an der Box. Dank des langen Verbindungskabels zum Fernseher kann die Box nah an den Signalquellen (Receiver, Konsolen, 4K Blu-ray Player) platziert werden.

Anschlüsse an der Q90R One Connect Box
Anschlüsse an der Q90R One Connect Box

Die äußerst sparsame Fernbedienung unterscheidet sich zum Vorjahr lediglich durch 3 neue Tasten, die zum Streaming Anbieter seiner Wahl springen lassen. Gewohnt hochwertig besteht diese aus Aluminium. Sprachfunktion und die inzwischen bekannte „Ambient-Taste“ sind ebenfalls wieder vorhanden. Erneut bietet der „Ambient Modus“ dem Anwender per Knopfdruck die Möglichkeit, sich in einem Menü aus 6 Kategorien über 61 verschiedene Motive auszuwählen, um den TV so in einen animierten Bilderrahmen zu verwandeln. An dieser Stelle fragen wir uns wirklich, ob jemand die alte, klobige Fernbedienung mit 0-9 Zahltasten und 25 weiteren Funktionstasten vermisst?

Die Samsung Remote verfügt nun über drei Tasten für Netflix, Prime Video und Rakuten TV
Die Samsung Remote verfügt nun über drei Tasten für Netflix, Prime Video und Rakuten TV

Wer beim abendlichen Suchen der Fernbedienung wieder die Beherrschung verlieren könnte, dem sei das kleine Bedienfeld unter dem Samsung Logo nahegelegt. Hiermit ist es möglich die verschollene Fernbedienung über ein akustisches Signal ausfindig zu machen!

Der Einrichtungsassistent erkennt und konfiguriert angeschlossene Geräte wie Blu-ray Player, Spielekonsole oder AV Receiver. Sind die Geräte UHD Fähig und unterstützen den erweiterten Farbraum BT.2020, so erkennt der Q90R dies und setzt die entsprechend korrekte Einstellung automatisch. Ist die Ersteinrichtung abgeschlossen, beginnt die individuelle Einrichtung des Smart Hubs. Gängige Streamingdienste wie Amazon Prime Video, Netflix, DAZN, Apple TV und YouTube sind bereits vorinstalliert und können um weitere Apps aus dem Tizen Store ergänzt werden. Erfreulich ist, dass die Navigation innerhalb des Tizen 5.0 Betriebssystems äußert Flüssig verläuft und dazu noch angenehm schnell auf Eingaben reagiert. Im Vergleich zu anderen TV Betriebssystemen fährt das Tizen Betriebssystem auch messbar schneller hoch und ist sofort betriebsbereit, sollte der TV vom Strom getrennt und wieder angeschaltet werden.

Der bekannte Smart Hub reagiert zügig auf Eingaben und kann individualisiert werden
Der bekannte Smart Hub reagiert zügig auf Eingaben und kann individualisiert werden

Mit der Integration der SmartThings IoT-Plattform auf den Samsung Q90R, könnt ihr fortan unzählige Geräte und Gadgets in eurem Smart-Home über den Fernseher steuern. Nicht nur das, ihr bekommt sogar direktes Feedback von externen Geräten. Ist der Kühlschrank offen? Brennt noch die Lampe im Hobbyraum? Ist das Fenster geöffnet? Das alles kann mit entsprechenden Sensoren über SmartThings abgerufen werden. Klingelt es an der Türe? Die Ring Doorbell zeigt euch wer euch besucht. Auch die Waschmaschine meldet sich, sobald diese fertig is zum Ausräumen. Und wenn der Tag sich dem Ende neigt klicken wir das Szenario „Movie“ an, welches die elektrischen Jalousien nach unten fahren lässt und das Licht dimmt. Die SmartThings Obefläche funktiniert übrigens nicht nur mit Samsung-Geräten, sondern mit über 5.000 Artikeln von dirversen Herstellern wie Philips Hue, Ikea uvm.

Die Integration der SmartThings App auf den Samsung Q90R verwandelt den TV in ein "Cockpit" für euer Smart Home
Die Integration der SmartThings App auf den Samsung Q90R verwandelt den TV in ein „Cockpit“ für euer Smart Home
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22 KOMMENTARE

  1. QLED auf Referenzniveau? Ja ne, ist klar. Was nützen die ganzen Detailverbesserungen, die Samsung in den letzten Modelljahren bei Schwarzwert und Farbwiedergabe erzielt hat, wenn die Qualitiät der Panel bei der Ausleuchtung nach wie vor extrem schwankt? Gar nichts. Insbesondere Gamer sollten bei Samsung ganz genau hinsehen und die Geräte am besten noch beim Händler vor Ort auf Dirt Screen- und Schatten-Effekte testen. Im Test wird die Ausleuchtung nicht mal überprüft, geschweige denn das Problem angesprochen. Setzen, Sechs!

  2. Ich habe ebenfalls einen Samsung 65Q90R, mit dem ich sehr zufrieden bin. Da wir im Wohnzimmer diverse LED hinterleuchtete Glasböden im Schrank haben und auch eine LED hinter dem Fernseher leuchtet, kann ich mit dem „Schwarzwert“ des Q90R leben. Wenigstens ist dort die voll flächig dargestellte Winterlandschaft, welche von der Sonne beschienen wird, auch richtig weiß.

  3. Nachtrag: Ich bin seit März 2017 im Besitz eines 65 Zoll – OLED’s von LG noch mit 3D-Funktion und habe zudem einen OPPO-4k-Player und besitze auch mehrere Science-Fiction-Filme in 4K. Außerdem mache ich selbst als Hobby-Astronom mit einer gekühlten Canon EOS 700D Himmelsaufnahmen und kann dies deshalb wirklich beurteilen. Allein der 4k-Film „Moon-Shots“ ist auf meinem OLED absolut perfekt. Wenn man in einem absolut abgedunkelten Zimmer sitzt, sieht man den OLED nicht mehr im Raum vor sich stehen bzw. man sieht keine Begrenzung. Der Weltraum ist dann genau so dunkel wie das Zimmer rundherum; man sieht nur winzige leuchte Sternpünktchen vor sich schimmern. Es ist absolut phantastisch. Es ist kein Halo um diese leuchtenden Sterne herum zu erkennen. Auch bei meinen eigenen Sternaufnahmen ist dies dann so, die ich zum Teil mit meiner Samsung NX1 als 4k-Video von Mond und Planeten gemacht habe!!! Es gibt nur ein einziges Manko, der OLED müsste noch viel größer sein!

    • Hallo. Guck ihr als Oled Besitzer nur Weltraumfilme?! Filme bestehen doch nicht nur aus schwarzen Settings… Ist ja nicht böse gemeint, aber ein TV muß halt auch immer zur Umgebung und Sehverhalten passen. Und da ist ein LED mit Fald manchmal die bessere Wahl. Ob es euch passt oder nicht….

      • Hallo,
        doch, wir sehen auch normale Filme. Abends bei nicht so hell beleuchtetem Zimmer hat der OLED wahrscheinlich seine Vorteile. Bei hellem Zimmer mit Sicherheit die neuesten LCD-TV wie diese neue Samsung. Das bestreite ich auch nicht!. Ich habe zusammen mit meinem Freund damals bevor ich meinen OLED gekauft habe, (der Freund hat übrigens den gleichen), sind wir zusammen fast 2 Jahre lang in allen möglichen Läden in unserer Stadt gewesen und haben uns zum Teil bis zu 1 Stunde lang eigene Fotos vom USB-Stich und eigener Festplatte, sowie eigene selbstgedrehte 4K-Videos und auch gekaufte Blue Rays angesehen. Wir haben alle möglichen TVs getestet, LCDs, LCD mit Hintergrundbeleuchtung und natürlich OLEDs, bis wir uns dann entschieden haben. Ein Hauptgrund war damals natürlich auch die 3D-Technik gewesen, einer der beiden entscheidenden Gründe sogar. 3D ist auf einem OLED ruhiger als auf den LCDs gewesen! Ich habe inzwischen genauso viele 3D-Videos wie 4K-Discs zu Hause, über 30 jeweils! Sehr schade ist es allerdings, dass diese Technik nicht in 4K weiter angeboten wird. 3D wirkt auch erst richtig, wenn man sich bei einem 65er Zöller ca. nur etwa 1 Meter davor setzt, sodass man mit den Augen gerade noch die beiden Ränder des TVs erblicken kann. Erst dann ist man so richtig mitten im Geschehen und 3D entfaltet seine volle Wirkung. Da das die meisten Leute wahrscheinlich nie gemacht haben, ist diese Technik sehr wahrscheinlich auch nie richtig angenommen worden. Im relativ dunklen, nicht komplett schwarzen Raum wirken selbstgedrehte 4K-Musikaufnahmen mit Lichteffekten hell genug, sodass man fast dadurch geblendet wird, wenn die Umgebung relativ dunkel erscheint. Das reicht mir an Helligkeit völlig aus. Ich kenne auch die neuesten TV in 8K und finde die richtig super. Vor allem meine Fotos mit 28 Megapixeln wirken darauf so unglaublich scharf und lebensecht, dass man meint direkt davor zu stehen. Das ist nochmal eine neue Dimension. Mein nächster TV wird ein 8K-TV, irgendwann mal in etlichen Jahren, dann vielleicht in Mikro-LED-Technik. Aber bei 4k finde ich meinen OLED, der aus der Modellreihe von 2016 stammt, immer noch so gut, dass andere 4K-Fernseher für mich nicht in Frage kommen.

  4. Hallo, ein LCD, egal mit wie vielen Dimmingzonen er auch ausgestattet sein mag, kann niemals eine Punktquelle so darstellen, wie es in einem perfekt schwarzen Weltraum bei einem winzig kleinen Stern, mit sagen wir mal 2-3 einzelnen Pixeln Ausdehnung sein würde. Der umgebende Weltraum könnte dann trotz Dimmingzonen niemals so pechschwarz sein wie bei einem OLED, wo jeder einzelne Pixel an oder aus ist. Das geht technisch gar nicht. Dann müsste ein LCD theoretisch genau so viele Dimming-zonen wie Bildpunkte besitzen und wäre erst dann praktisch perfekt. Dann kann man gleich einen OLED oder Mikro-LED-TV herstellen! Die LCD kann das niemals bringen, da können die so lange entwickeln wie sie wollen. Es wird bei einem LCD praktisch immer einen kleinen Hauch von Lichtschimmer neben so einem winzigen punktförmigen Leuchtpunkt entstehen.

  5. Der Samsung QLED wäre noch besser mit Dolby Vision HDR trotz hoher Nits Zahl. Dolby Vision optimiert bzw. kalibriert das Bild bis zu 10.000 Nits hin.
    Ich bin gespannt, ob Samsung bei der CES 2020 endlich die Dolby Vision Unterstützung für QLEDs ankündigt.
    Der Test ist ausgezeichnet, wie er von 4kfilme.de gemacht ist. Einzig die Hz Zahl vom Bildpanel fehlt unter den technischen Daten. Ich gehe mal von 120Hz bei 4K aus, da laut Test FreeSnyc mit UHD 120Hz gehen.

    • Naja ob DV schlussendlich der heilige Grahl für absolut jeden Streifen ist…

      ich verlinke einmal hier so freundlich nochmals den vergleich zwischen DV und HDR+ von digitalfernsehen.de – ob sich daran heut soooo viel geändert hat?

      https://www.youtube.com/watch?v=VbTnGbPnCGQ

      Früher hat man auch überall HDR Fotos gesehen – heut gibt es kaum noch welche. Es gibt ja Photoshop und die Kameras haben auch eine viel bessere DR als früher.

      Vllt war es auch andersherum? DV wurde eingeführt weil der TV zu blöd war ein statisches Signal richtig zu verarbeiten? Ist alles ein Frage der Technik!

  6. Hallo , wie kann ich als Laie die perfekte Kalibrierung hinbekommen bzw. Wie ist das gemeint mit ein paar € noch für perfekte Kalibrierung investieren ? Danke

  7. „Aufgrund der Hintergrundbeleuchtung…“ da brauche ich gar nicht weiterzulesen um zu merken, dass es kein OLED-Killer sein kann.

  8. Da hat der 2 Jahre alte Sony Xe94 mit 0.027 einen besseren Schwarzwert, noch mehr dimming Zonen und vor allem auch Dolby Vision, was je nach Film ein durchaus besseres Bild zaubert. Also hinkt Samsung auch hier wieder Jahre hinterher.

    • nö, der XE94 hat wesentlich weniger Dimming Zonen. Ist aber auch nicht ganz wichtig, da natürlich auch der Algo bestimmt, wie gut es funktioniert. Der q90 performt hier aver eh deutlich besser. Dazu kommt noch die antireflex Beschichtung, die das Schwarz auch wirklich ink black wirken lässt.

      Der Schwarzwert, den du meinst, ist SDR mit local Dimming, da hat der Q90 0.022.

      Dolby Vision ist bei Tvs, die eine hohe HDR Helligkeit erreichen nicht mehr ganz so wichtig. Dennoch ist dies natürlich schade, dass Samsung hier blockt.

      Du machst deinem Usernamen also alle Ehre 🙂 bashen, und zwar falsch und sinnlos

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