Yamaha bringt mit dem RX300A und RX500A zwei neue AV-Receiver für den Einstieg ins Heimkino auf den Markt. Beide Modelle unterstützen Dolby Atmos, Videosignale mit 4K bei 120 Hz sowie aktuelle Gaming-Features. Während der RX300A als 5.2-Kanal-Modell ab 399 Euro startet, bietet der RX500A sieben Endstufen, DTS:X und umfangreiche Netzwerkfunktionen für 699 Euro.
Mit dem RX300A und RX500A startet Yamaha eine neue Generation vergleichsweise günstiger AV-Receiver. Beide Geräte richten sich primär an Nutzer, die ein klassisches Lautsprechersystem einer Soundbar vorziehen, dafür aber nicht direkt in die AV-Receiver-Oberklasse einsteigen möchten. Trotz der Einstiegspreise gehören Dolby Atmos, 4K mit 120 Hz, 8K mit 60 Hz, Dolby Vision, HDR10+, VRR und ALLM bereits zur Ausstattung. Unterschiede gibt es bei der Anzahl der Endstufen, der Ausgangsleistung und der Netzwerkausstattung. Über das minimalistisch-schicke Design mit der in matt gehaltenen Front und der sehr einfachen Bedienoberfläche möchten wir gar nicht zu viele Worte verlieren. Wie die Geräte aussehen, seht ihr ja in den Beitragsbildern.
Dolby Atmos mit bis zu 7.2 Kanälen

Der Yamaha RX300A besitzt fünf Endstufen und kann damit ein klassisches 5.2-Lautsprechersystem antreiben. Alternativ lassen sich zwei der Kanäle für Höhenlautsprecher beziehungsweise Upfiring-Speaker einsetzen, sodass auch ein Dolby-Atmos-Aufbau mit zwei echten Höhenkanälen in einem 3.2.2-Setup möglich ist. Der RX500A erweitert das System auf sieben Verstärkerkanäle und erlaubt damit wahlweise ein 7.2-System oder ein 5.2.2-Setup mit zwei Höhenlautsprechern. Bei den Tonformaten gibt es ebenfalls einen Unterschied: Dolby Atmos beherrschen beide Receiver, während der RX300A „nur“ DTS auf DTS Virtual:X unterstützt. Der RX500A kann zusätzlich DTS:X nativ decodieren. Wer jetzt nicht auf eine große Filmsammlung mit DTS:X-Audiospuren zurückgreift, kann diesen Umstand fast ignorieren. Denn schon seit Monaten erscheinen keine neuen Standard- und 4K UHD Blu-rays mit dem DTS:X-Soundformat. Dolby Atmos hat sich hier zum ultimativen Branchenstandard durchgearbeitet.

Auch bei der Verstärkerleistung liegt das größere Modell leicht vorn. Yamaha nennt für den RX300A 70 Watt pro Kanal und für den RX500A 75 Watt pro Kanal, jeweils gemessen über 20 Hz bis 20 kHz bei 0,09 Prozent Klirrfaktor und zwei gleichzeitig betriebenen Kanälen. Als maximale Effektivleistung gibt Yamaha bei beiden Receivern bis zu 145 Watt an, allerdings bei nur einem betriebenen Kanal. Wir würden vermuten, dass dieser Unterschied nicht wirklich ins Gewicht fällt und der RX300A eine genauso gute Performance wie der RX500A abliefert.
Yamaha RX300A und RX500A im Vergleich
| Ausstattung | RX300A | RX500A |
| Verstärkte Kanäle | 5 | 7 |
| Surround-Setup | 5.2 / 3.2.2* | 7.2 / 5.2.2* |
| Ausgangsleistung | 70 Watt/Kanal** | 75 Watt/Kanal** |
| Max. Effektivleistung | 145 Watt/Kanal | 145 Watt/Kanal |
| Dolby Atmos | Ja | Ja |
| DTS:X | Nein (DTS Virtual:X) | Ja |
| HDMI-Eingänge | 4 | 4 |
| davon HDMI 2.1 / 4K@120 Hz | 4 | 4 |
| davon nur 4K@60 Hz | 0 | 0 |
| HDMI-Ausgänge | 1 (eARC/ARC) | 1 (eARC/ARC) |
| 8K@60 / 4K@120 Hz | Ja / Ja | Ja / Ja |
| VRR / ALLM / QMS | Ja | Ja |
| Dolby Vision / HDR10+ | Ja / Ja | Ja / Ja |
| Bluetooth 5.3 Multipoint | Ja | Ja |
| WLAN / Ethernet | Nein / Nein | Ja / Ja |
| AirPlay 2 / Google Cast | Nein | Ja |
| Spotify / TIDAL / Qobuz Connect | Nein | Ja |
| DAB+ / FM | Ja | Ja |
| UVP | 399 Euro | 699 Euro |
*Atmos mit 2 Höhenkanälen
**20 Hz bis 20 kHz, 0,09 % THD, zwei Kanäle betrieben.
Vier HDMI-2.1-Eingänge für 4K mit 120 Hz

Gerade angesichts der Preisklasse fällt die HDMI-Ausstattung ordentlich aus. Sowohl RX300A als auch RX500A besitzen vier HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang. Alle vier HDMI-Eingänge unterstützen die HDMI-2.1-Funktionen mit 4K bei bis zu 120 Hz beziehungsweise 8K bei 60 Hz. Reine HDMI-2.0-Eingänge, die auf 4K/60 Hz beschränkt wären, gibt es somit nicht. Am HDMI-Ausgang stehen zudem eARC und ARC für die Tonübertragung vom Fernseher bereit.
Für Spielekonsolen und Gaming-PCs unterstützen die Receiver zusätzlich VRR, ALLM und QMS. VRR synchronisiert die Bildwiederholrate mit der Ausgabe der Konsole, ALLM kann einen kompatiblen Fernseher automatisch in den Spielemodus versetzen und QMS ermöglicht bei kompatiblen Geräten schnellere Wechsel zwischen unterschiedlichen Bildraten (ohne schwarzes Bild). Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG werden ebenfalls standardmäßig verarbeitet.
RX300A ohne WLAN und Ethernet
Den womöglich deutlichsten Unterschied findet man dagegen bei der Netzwerkausstattung. Der günstigere RX300A besitzt weder WLAN noch einen Ethernet-Anschluss und kann daher auch nicht direkt auf Internetradio oder Musikstreamingdienste zugreifen. Musik vom Smartphone oder Tablet lässt sich lediglich über Bluetooth 5.3 übertragen, wobei Bluetooth Multipoint die gleichzeitige Kopplung von zwei Geräten erlaubt. Wer AirPlay, Spotify Connect oder andere Netzwerkdienste nutzen möchte, benötigt somit entweder einen externen Zuspieler oder muss zum RX500A greifen.
Dieser lässt sich wahlweise via WLAN oder Ethernet ins Heimnetz einbinden und unterstützt unter anderem Spotify Connect, Google Cast, AirPlay 2, TIDAL Connect und Qobuz Connect sowie Internetradio und Podcasts. Bei den übrigen Anschlüssen sind sich beide Receiver wieder ähnlich: Zwei analoge Cinch-Eingänge, ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang, USB-A, ein Kopfhörerausgang und zwei Subwoofer-Ausgänge stehen zur Verfügung. Für Radio sind bei den europäischen Modellen zudem FM und DAB+ an Bord.
Automatische Einmessung soll die Einrichtung erleichtern
Ein mitgeliefertes Einmessmikrofon analysiert die angeschlossenen Lautsprecher und die akustischen Eigenschaften des Raumes, woraufhin der Receiver seine Wiedergabe automatisch anpasst. Yamaha übernimmt zudem von den teureren Modellen den bekannten A.R.T. Wedge, einen fünften Standfuß in der Mitte des Gehäuses, der unerwünschte Vibrationen reduzieren soll.
Die neuen Yamaha AV-Receiver sind laut Hersteller seit August 2026 erhältlich. Der RX300A startet mit einer UVP von 399 Euro, während Yamaha für den besser ausgestatteten RX500A 699 Euro aufruft. Die Netzwerkverbindung des RX300A sollte man vor dem Kauf berücksichtigen – positiv, wie negativ. Wer auf Netzwerkfeatures wie Musikstreaming nicht verzichten möchte, sollte über eine Mehrinvestition nachdenken. Nach den fast monatlich aufkommenden Skandalen um die widerrechtliche Verarbeitung von Nutzerdaten, wirkt ein AV-Receiver ohne Verbindung zum Internet fast schon wie das größere Highlight.
Preisvergleich Yamaha RX300A & RX500A:

