Amazon Prime Video und Netflix live: Echtzeit-Übertragungen locken niemand hinter dem Ofen hervor

Streaming-Dienste liebäugeln zunehmend mit Live-Übertragungen. Doch dabei müssen sie auch herbe Flops hinnehmen.

Netflix hat beispielsweise die Show „Star Search“ neu aufgelegt. In Deutschland hat die keine große Tradition und brachte es 2003 und 2004 nur auf zwei mäßig erfolgreiche Staffeln. In den USA hingegen lief die Sendung auch zwischen 1983 und 1995. Sie bereitete vielen, späteren Weltstars wie Britney Spears, Justin Timberlake oder Christina Aguilera eine Bühne. Doch beim Streaming-Dienst verpuffte die Show im Grunde weitgehend unbeachtet.

Live-Übertragungen gehen bei Streaming-Diensten eher unter

Da half auch nicht die Einführung eines Live-Votings über die Fernbedienung. Am Ende erzielte Netflix eine geringere Reichweite als vergleichbare Sendungen im linearen Fernsehen, womit die Plattform kaum zufrieden gewesen sein dürfte. Problem ist natürlich auch: Was in den USA zur besten Sendezeit läuft, führte in Deutschland zu einer Echtzeit-Übertragung um 3 Uhr nachts. Da schalten dann nur Abonnenten mit Schlafstörungen ein.

https://youtu.be/wUn9f1DtH1w

Prime Video von Amazon wiederum wollte mit den „Yes or No Games“ durch eine Quizshow auf sich aufmerksam machen. Und der Streaming-Dienst lässt inzwischen eine unabhängige Messung seiner Reichweite durch die AGF durchführen. Da konnte die Sendung nicht unter den fünf meistgenutzten Programmmarken landen. In diesem Fall wurde die Show zwar nicht live ausgestrahlt, zeigt aber, dass es für solche Event-Sendungen, die wir sonst aus dem klassischen Fernsehen kennen, bei den Streaming-Diensten schwierig ist, ein Publikum zu finden.

Es gibt auch erfolgreichere Beispiele

Einen Achtungserfolg konnte Netflix immerhin zuletzt mit dem kontroversen Live-Event „Skyscraper Live“ verbuchen. Da übertrug man, wie der Extremkletterer Alex Honnold in Taiwan den Wolkenkratzer Taipei 101 erklomm. Rund 6,2 Mio. Haushalte weltweit haben offenbar den Aufstieg live verfolgt. Allerdings ist das am Ende immer noch nichts, was den linearen Programmen größere Sorgen bereiten dürfte.

Letzten Endes haben die Zuschauer vermutlich einfach andere Erwartungen an Streaming-Dienste wie Netflix und Co. Live-Events scheinen da weniger der Fokus zu sein, auch wenn die Plattformen mehr und mehr danach die Fühler ausstrecken.

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QuelleDWDL.de
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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