Anime als Realfilm-Adaption: „Cowboy Bebop“ bestätigt den Fluch

13
Netflix hat
Netflix hat "Cowboy Bebop" bereits wieder eingestellt.

Netflix hat seine Serie „Cowboy Bebop“ kurz nach dem Start der ersten Staffel bereits wieder eingestellt. Realfilm-Adaptionen von Anime scheinen einfach nicht zu funktionieren.

So wurde „Cowboy Bebop“ als Adaption des legendären Animes aus den späten 1990er-Jahren mit viel Tamtam beworben. John Cho schlüpfte in die Rolle des Kopfgeldjägers Spike Spiegel. Selbst die Komponistin des renommierten Original-Soundtracks, Yoko Kanno, holte man wieder an Bord. Doch die Live-Action-Umsetzung erhielt durchwachsene Kritiken und konnte nicht ausreichend Zuschauer anlocken. Obwohl die erste Staffel ein offenes Ende hat, wurde die Serie abgesetzt.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen, für fehlgeschlagene Anime-Adaptionen im Westen. So wurde auch Netflix „Death Note“ von 2017 weitgehend verrissen. Von Kinofilmen wie „Dragonball Evolution“ fangen wir vielleicht lieber gar nicht erst an. So ähnelt die Geschichte der Live-Action-Anime-Umsetzungen jener der Videospieleverfilmungen: Es scheint ein Fluch auf derlei Adaptionen zu lasten.

Hollywood hadert auch seit Jahren mit einer Realfilm-Umsetzung von „Akira“. Abgeschreckt wurde man vermutlich von anderen Flops wie „Ghost in Shell“, bei dem selbst Scarlett Johansson nicht ausreichend Zuschauer ins Kino locken konnte. Und auch ein „Alita: Battle Angel“ wurde nur ein kleiner Achtungserfolg, dem bisher keine Fortsetzung vergönnt gewesen ist.

Kulturelle Unterschiede erschweren die Anime-Adaptionen

Eventuell tun sich westliche Realfilm-Umsetzungen von Anime schwer, da die Animationsfilme oft tief in der japanischen Kultur verwurzelt sind. Transportiert man sie ins Live-Action-Genre, verlieren sie das Besondere, was sie auszeichnet. Denn selbst wenn in Japan selbst Anime als Realfilme umgesetzt werden, sind die Ergebnisse oft enttäuschend – siehe „Assassination Classroom“.

Dennoch befinden sich weitere Projekte in Planung. Beispielsweise will man „Your Name“ in Hollywood neu auflegen und das Geschehen dabei auch in die USA verlagern. Wir sind gespannt, ob es da noch einmal eine Kehrtwende geben wird. „Cowboy Bebop“ hat sich zumindest leider als jüngster Fehlschlag für Anime-Adaptionen eingereiht.

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

13 KOMMENTARE

  1. Ist mir n Rätsel, wie Netflix einfach alles mit dem selben Maßstab der zahlen misst. So hirnverbrannt kann man überhaupt nicht sein.

    Die Serie ist nicht mal ne Woche draußen, schon abgesetzt. Das ist doch schizophren.

    Es gibt Leute, die teilen sich die guten Sachen gerne ein. Oder einfach welche die schlicht nicht dazu kommen es in der ersten Woche zu gucken. Dann sind die Zuschauer noch nach Genre komplett andere, usw.

    Was zum &@€# geht in deren Köpfen vor.

    Netflix – no more.

  2. Ich fand Cowboy Bebop durchaus gelungen, klar war es nicht das Original aber der Style ist hervorragend, meine Freundin kennt das Original nicht und wollte es dennoch weiter schauen.

  3. Warum schreiben deutsche Medien nie das meist das peinliche Woke- Gedankengut und die Identitätspolitik die in Hollywood und in der Kunst aufgezwungen wird, Schuld ist am floppen von vielen Serien und Filmen? Medien aus anderen Ländern kritisieren das sehr wohl. Was hier in der Serie geändert und im Namen dieses bullshits den Zuschauern aufgezwungen wurde geht Mal wieder absolut gar nicht. Japanische Kûnstler lachen über den westlichen Quatsch nur noch.

    • Stimmt das schreibt halt im generellen keine große Medienagentur. Und das nur weil sie alle allesamt diese „Woke“ Minderheit fürchten. Hätten sie eine 1:1 Adaption gemacht dann wäre das auch viel besser angekommen,weil es nicht so gezwungen gewirkt hätte.

  4. Ich hoffe ja nicht, dass man bald auch One Piece mit auf die Liste schreiben kann, aber befürchte es fast. …auch wenn Mastermind Eiichiro Oda mit an Board ist. Drücke dennoch die Daumen, dass es was wird. One Piece hätte es einfach verdient.

  5. youre name in die usa verlegen
    damit hat man der live action schon im vorfeld den todesstoß verpasst
    wann begreift es hollywood endlich, dass sie einfach die finger von LiveAction versionen von Anime lassen sollten.
    es ist fast unmöglich an den erfolg des anime anzuknüpfen, selbst die japanischen live action haben es nich gerade leicht, kommen aber immerhin dem original am nähchsten.

    es gibt viele filme die sich von anime inspiriert haben lassen
    zb inception beim anime paprika
    könig der löwen basiert im kern auf Kimba der weiße löwe
    wo disney noch so dreißt war und versucht hat, das studio von Kimba zu verklagen wegen copyright und dann schnell klein bei geben musste, weil man den mitgeteilt hat, dass Kimba bereits lange vor the lion king erschien.
    a requem for a dream – Perfect Blue
    Matrix – ghost in the shell
    usw

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein