BenQ V6000 & V6100: Neue Laser-Kurzdistanz-Beamer feiern Weltpremiere

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Benq V6000 V6100 weiss schwarz
Im Vordergrund der BenQ V6100 (Schwarz), im Hintergrund aktiv der V6000 (Weiß)

Ein besseres Event hätte sich BenQ für die Vorstellung der neuen 4K Kurzdistanz-Laserprojektoren V6000 und V6100 nicht aussuchen können. Auf dem Medienboard-Empfang im Rahmen der Berlinale 2020 wurden die neuen 4K-Boliden präsentiert.


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Der Medienboard-Empfang 2020 im Rahmen der Berlinale war schon ein ganz besonderer Anlass für die Erstvorstellung der neuen 4K Projektoren. Bevor wir anfangen uns über die Funktionen der neuen Geräte auszulassen, möchten wir auf die Unterschiede zwischen den beiden 4K-Laser-Kurzdistanz-Projektoren eingehen. Beim V6000 handelt es sich um die weiße Variante, während der V6100 in einem schicken Schwarz daherkommt. Und das war es auch bereits mit den Unterschieden – bei den Modellbezeichnungen geht es also nur um die Ästhetik. Uns persönlich hat die schwarze Variante besser gefallen, die weiße Version lässt sich jedoch sicherlich besser in Wohnraum-Situationen installieren. Und genau hier soll eines der Einsatzgebiete der V6000/V6100 Modelle sein: im Wohnzimmer.

Kein Beamer, ein „Laser TV“!

Nicht umsonst bezeichnet BenQ die 4K-Ultrakurzdistanz-Projektoren als „LaserTV“. Das Modell soll nämlich eine echte Alternative zum heimischen Fernseher bieten und im gleichen Zug die Seherfahrung verbessern.  Um die Installation und täglichen Gebrauch zu bequem wie möglich zu gestalten, hat sich BenQ einiges einfallen lassen.

BenQ V6100 4K Laser Projektor
Die schwarze Variante V6100 des BenQ 4K Laser-Kurzdistanz-Projektors würde sich auch gut im Heimkino machen

Eine Aluminiumplatte auf der Oberseite des Projektors sieht nicht nur edel aus, sondern erfüllt auch einen ganz bestimmten Zweck. Ist der Projektor nicht im Gebrauch, fährt die Platte vor die Optik und schützt diese vor Staub und Beschädigungen. Apropos Beschädigungen. Der Laser-Projektor erkennt, wenn Gegenstände die Laserprojektion blockieren und schaltet sich dann so lange aus, bis die Blockade behoben wurde. Damit sollen die Augen der Nutzer geschützt werden, die vielleicht aus Versehen (oder mit voller Absicht) mit ihrem Gesicht vor die Optik gelangen.

Beste Präsentation dank CLR-Leinwand

Wenn wir kurz bei den funktionellen Hilfsmitteln bleiben, müssen auf jeden Fall die integrierten Abstandhalter oder Lineale erwähnt werden. Diese geben die notwendigen Abstände vor, um eine optimale Bilddarstellung zu ermöglichen. Dabei kann der Nutzer nicht nur genau ablesen, wie groß die Displaydiagonale der Projektion am Ende sein wird (zwischen 80 und 120 Zoll), es wird auch gewährleistet, dass der V6000/V61000 gerade zur Projektionsfläche steht. Die Präsentation mit einem Muster-TV-Möbel (wurde innerhalb von 48 Stunden von einem Möbelbauer zusammengestellt) mit einer ausfahrbaren CLR-Spezialleinwand (Ceiling Light Reduction) für Ultra-Short-Throw-Projektoren (UST-Projektor) von Celexon machte schon einiges her und markiert wohl das optimale Nutzungsszenario. Hinter der einfahrbaren Leinwand könnte ein Bild, ein Fenster oder sogar ein Fernseher stehen, die sichtbar werden, sobald die Leinwand eingefahren wird. Die Leinwand ist im Lieferumfang jedoch nicht enthalten und dem Nutzer ist es auch selbst überlassen, welche Projektionsfläche er auswählt. Im schlimmsten Fall lässt man den V6000/V6100 LaserTV direkt auf die nackte Wand projizieren.

Mit den integrierten Abstandhaltern (Linealen) lassen sich die V6100 und V6000 Projektoren optimal auf 80, 90, 100, oder 120 Zoll Leinwände ausrichten!
Mit den integrierten Abstandhaltern (Linealen) lassen sich die V6100 und V6000 Projektoren optimal auf 80, 90, 100, oder 120 Zoll Leinwände ausrichten!

Doch nun genug vom „Außenrum“, sehen wir uns einmal die technischen Spezifikationen der BenQ 4K-Kurzdistanz-Projektoren genauer an. Damit der LaserTV auch lange durchhält, verpasst BenQ den Modellen, wie der Name bereits impliziert, eine Laser-Lichtquelle. Diese soll nicht nur für eine hohe Spitzenhelligkeit mit breitem Kontrast sorgen, sondern auch rund 20.000 Stunden ihren Dienst verrichten. Man müsste also rund 13 Jahre täglich 4:15 Stunden pro Tag den Projektor nutzen, um auf diese Laufzeit zu kommen. Die maximale Helligkeit soll bei rund 3.000 Lumen liegen. Vorseriengeräte sollen diesen Wert sogar übertroffen haben, kalibriert bleiben sogar 2800 Lumen übrig laut cine4home.de. Hier sprechen wir jedoch von der Leuchtkraft bei Reinweiß. Der Projektor weiß diese Helligkeit auch bei der Farbwiedergabe zu seinem Vorteil einzusetzen.

98% DCI-P3 Abdeckung

Der BT.709 Farbraum (SDR) wird von den Modellen komplett abgedeckt. Mit einem speziellen Farbfilter, den BenQ „CinematicColor DCI-P3“ nennt, schafft das Modell sogar 98% des DCI-P3 Farbraums (Kinostandard) wiederzugeben. Dabei büßt das Modell jedoch einiges an Helligkeit ein und landet bei rund 1.500 Lumen. In Kombination mit einer guten Leinwand ist das aber immer noch ein sehr guter Wert. Für die Projektion bei Tageslicht empfiehlt sich jedoch die Nutzung ohne Farbfilter. Der native Kontrast soll sich auf 1500:1 belaufen, typisch für DLP-Projektoren. Der Kontrast lässt sich im „Smart Eco“-Modus dank einem dynamischen Laser-Dimmings weiter verbessern. Hier landet man dann bereits auf echten 7500:1 was in einem ganz guten Schwarzwert resultiert. Der dynamische Kontrastwert wird übrigens mit 500.000:1 angegeben.

Die Anschlüsse auf der Rückseite des V6100: 2x HDMI 2.0b, USB-A, RS-232, Ethernet (Lan) und SPDIF. WiFi und Bluetooth ist integriert
Die Anschlüsse auf der Rückseite des V6100: 2x HDMI 2.0b, USB-A, RS-232, Ethernet (Lan) und SPDIF. WiFi und Bluetooth sind integriert.

Ihr habt es sicherlich bereits vermutet und es stimmt auch. Bei den BenQ V6000/V6100 handelt es sich nicht um native 4K Projektoren. Wie so oft kommt hier die XPR Shifting-Technologie zum Einsatz. Die Verarbeitung der 4K-Quellen mit HDR (HLG und HDR10) funktioniert ohne Probleme und es kann definitiv eine Verbesserung der Detailqualität festgestellt werden. Die Beamer mit XPR-Chipsatz reihen sich genau zwischen den nativen Full-HD und 4K-Geräten ein. Und um die Detailtiefe auch bei actionreichen und bewegten Szenen aufrechtzuerhalten, spendiert BenQ den UST-Projektoren eine 120Hz Zwischenbildberechnung. Deaktiviert man die Zwischenbildberechnung, arbeitet der BenQ V6000/V6100 mit echten 48Hz und behält so die originale Kinofrequenz von 24Hz bei. Andere Geräte laufen meist mit 50/60Hz und skalieren dann auf die 24p Darstellung, was unter anderem zu Mikroruckeln führen kann. Definitiv positiv hervorheben möchten wir noch den Blickwinkel. In Kombination mit der CLR-Leinwand konnten wir nur minimale Kontrastabweichungen aus einem steilen Blickwinkel wahrnehmen. Bei anderen Laser-Projektoren haben wir das weitaus schlimmer in Erinnerung (nicht wahr Hisense?).

Hell, farbenprächtig und kontrastreich. Netflix 4K/HDR Material wiedergebeben vom BenQ V6000
Hell, farbenprächtig und kontrastreich. Netflix 4K/HDR Material wiedergegeben vom BenQ V6000

Ein Schwachpunkt des BenQ V6000/V6100 ist definitiv ein fehlender Gaming-Modus. Der Input-Lag soll sich aktuell noch nicht dem von TV-Geräten messen lassen. Als echte „Alternative“ zum Fernseher sollte so ein Modus definitiv umgesetzt werden, vor allem mit zwei neuen Gaming-Konsolen am Horizont (Playstation 5 und Xbox Series X). Auf der Haben-Seite dürfen wir dafür die Unterstützung der 3D-Wiedergabe verbuchen. Wie nicht anders zu erwarten, funktioniert die 3D-Darstellung nur mit aktiven Shutter-Brillen.

Bedienung & Sound

Zuletzt möchten wir noch auf den Sound und die Bedienung eingehen. Durch das langgezogene Design, war es den Ingenieuren von BenQ möglich zwei elektrostatische treVolo Stereo-Lautsprecher mit 10 Watt Leistung im Chassis zu verbauen. Diese sind nach vorne, also zum Zuschauer gerichtet und sind hinter Akustikstoff versteckt. 10 Watt hört sich nicht nach sehr viel an, dafür klingen die Lautsprecher sehr klar, durch den elektrostatischen Aufbau. Allzu stark dürfen die Lautsprecher sicherlich nicht sein, womöglich fängt sonst die Optik oder das Chassis an zu vibrieren. Bedeutet: hier sollte man sich auf jeden Fall über eine externe Soundlösung Gedanken machen – und sei es bloß ein paar Standlautsprecher.

Die Fernbedienung des BenQ V6000/V6100
Die Fernbedienung des BenQ V6000/V6100 mit einem ähnlichen Button-Layout wie die Fire TV Remote

Die Fernbedienung des BenQ V6000/V6100 macht einen wertigen Eindruck und lehnt sich an das Button-Layout der Fire TV-Geräte an. Letztere lassen sich verbunden via HDMI-CEC auch direkt steuern. Die Kombination Fire TV 4K und Kurzdistanz-Projektor ergibt auf jeden Fall Sinn. Die Bedienung der angepassten Android TV Oberfläche geht damit leicht von der Hand. Besonders gut gefallen hat uns, dass die wichtigsten Elemente immer direkt in den Einstellungen angezeigt werden. Bildeinstellungen, Keystone-Korrektur, HDR-Einstellungen oder die Auswahl des Licht-Modus sind schnell erledigt. Da es sich bei den gezeigten Modellen jedoch um Vorab-Geräte handelte, denken wir, dass sich in puncto Bedienung noch einiges tun wird (z.B. Bereinigung von Übersetzungsfehlern).

Der BenQ V6000 im Einsatz. Die Lautsprecher hinter Akustikstoff versteckt und zwei seitliche USB-Anschlüsse
Der BenQ V6000 im Einsatz. Die Lautsprecher hinter Akustikstoff versteckt und zwei seitliche USB-Anschlüsse

Insgesamt waren wir positiv überrascht von der visuellen Präsentation des BenQ 4K-Laser-Kurzdistanz-Projektors. Wir glauben, dass der Begriff „LaserTV“ dem Modell nicht ganz gerecht wird. Auch professionelle Anwender, die sich nach einem passenden Projektor für ihr Heimkino umsehen, werden vor allem mit der schwarzen Variante (V6100) ihren Spaß haben. Die Bilddarstellungen über die Netflix-App, HD-Streams aber auch Referenzmaterial, wie die 4K Blu-ray von Planet Erde 2 zeigen, was das Gerät in puncto Farben und Kontrast so drauf hat.

Spezifikationen der BenQ V6000 / V6100
Die wichtigsten Spezifikationen der BenQ V6000 / V6100

Preis & Verfügbarkeit BenQ V6000/V6100

Der Marktstart für die 4K Kurzdistanz-Projektoren mit Laser-Lichtquelle ist für das zweite Halbjahr 2020 anberaumt. Damit verpassen die neuen Modelle V6000/V6100 leider die Fußball-Europameisterschaft 2020. BenQ wird zum Sportevent jedoch andere Beamer-Lösungen anbieten können. Zu Weihnachten werden die neuen Geräte auf jeden Fall in den Händlerregalen stehen. Wer sich für den V6000 oder V6100 interessiert sollte jedoch nicht allzu lange warten. Aufgrund des Coronavirus werden die geplanten Stückzahlen sicherlich nicht bereitgestellt werden können. Andere Projektoren-Hersteller haben bereits unter der Krise zu kämpfen und können nicht genug Ware auf den Markt bringen. Der Preis soll zwischen 3.500 Euro und 4.000 Euro liegen. Ein UVP wird erst genannt, wenn der Release näherrückt.

BENQ V6000 / V6100 4K-Laser-Kurzdistanz Projektoren im Hands-On (4K/60p)

11 KOMMENTARE

  1. Eigentlich der Perfekte UST Projektor für mich wäre da nicht der fehlende Gaming Modus !
    Besteht die Möglichkeit das BenQ eventuell den Gaming Modus noch hinzufügt ?

    • Die Möglichkeit besteht sicherlich. Es ist von den Verantwortlichen auch das Feedback der Presse weitergegeben worden. Wir müssen auch noch abwarten, wie hoch der Input-Lag eigentlich ist. Ich denke jedoch, dieser wird sich im Bereich von über 50ms bewegen.

      • Danke für die schnelle Antwort! Dann bleibt nur zu hoffen das der Gaming Modus per Softwareupdate nachgereicht wird. Über 50ms, schade denn ansonsten sagt mir der Benq schon sehr zu.

  2. Wäre toll wenn die Redaktion mal einen Artikel zwecks Übersicht aller aktueller USTs machen könnte!
    Ich verliere langsam die Übersicht. Hinsense, Sony, LG, Epson, Benq, Optoma. Technik, Featues und Preise!?

    Und hat hier jemand schon einen brauchbaren Test zum Epson LS500 gesehen?

    • @Helge &@Heimkineast

      Das würde mich auch interessieren.
      Den Epson LS500 hingegen kann man wohl wegen der notwendigen, höheren Distanz zur Wand und dessen weniger überzeugenden Alternative zum TI-DLP Pixel-Shifter ignorieren.
      Ein sehr gute Seite, die nicht nur den Epson, sondern auch andere UST-Projektoren oder naja „Laser TVs“ testet ist diese:
      https://www.passionhomecinema.fr/blog/index.php/07/10/2019/test-epson-eh-ls500b-lavis-de-gregory/
      Weiter unten kommt der Test dann auch noch einmal in englischer Sprache.

      Gab es nicht in den 90ern auch schon einmal für damalige Verhältnisse große Fernseher mit matschigem Bild, die auch Laser TV hießen? „Laser“ war sowieso schwer „in“ 🙂

      Mich würde viel mehr diese CLR-Spezialleinwand von Celexon interessieren. Der Hersteller macht keinerlei Ankündigungen oder Angaben auf seiner Seite. Auch zu der Qualität des Herstellers gibt es wenig Erhellendes zu finden.
      Die Alternative von Vividstorm,(der sicherlich der Lieferant für Celexon aus China sein könnte) ist mir wegen des Transportes, Zoll und nicht zum Schluss der Garantie/Gewährleistung zu risikobehaftet.

  3. Super,da kommt man endlich in einen bezahlbaren Bereich für Diagonalen bis 120 zoll.Größter Vorteil ist für mich das absolut spiegelfreie Bild,was es ja bei Tv,s egal in welcher Größe nicht gibt.

  4. UST Projektor Highlight 2020.
    Ganz klar! Schon der Optoma ist gut. Der BenQ lässt aber kaum Wünsche übrig dank der Laser Licht Quelle, produziert kaum bis keinen Regenbogen Effekt durch die hohe Frequenz des Farbrades und kann 3D. Dazu voller DCIp3 auf 120Zoll oder Helles HDR mit ca 80% Farbraumabdeckung. TOP Gerät und eine Alternative zum LCD TV

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