Neuausrichtung bei Disneys Pixar: Mehr Kino, weniger Therapie

Pixar musste in den vergangenen Jahren einige Flops hinnehmen. Es folgt ein Strategiewechsel, ganz im Sinne der meisten Investoren – aber auch der Kinogänger.

Es gab eine Zeit, da waren die Animationsfilme von Pixar weitestgehend unantastbar: Sie erhielten Jahr für Jahr exzellente Kritiken und begeisterten im Kino Jung und Alt. Bei den Oscarverleihungen wurde es schon langweilig, denn man wusste, dass Pixar die Kategorie „Bester Animationsfilm“ für sich gepachtet hatte. Doch in den vergangenen Jahren haben sich einige Flops angehäuft. Filme wie „Lightyear“ oder „Elio“ führten zu Millionenverlusten, andere wie „Elemental“ blieben zumindest hinter den Erwartungen zurück. Die Schlussfolgerung ist ein Strategiewechsel.

Pixar plant deutlich mehr Sequels

Das Kriseln begann in der Pandemie, als Filme wie „Soul“, „Turning Red“ oder „Luca“ direkt bei Disney+ landeten. Danach fiel es Pixar schwer, wieder zu sich selbst zurückzufinden. Man kehrt nun das Verhältnis um: Früher galt die Regel, dass Pixar für jedes Sequel zwei neue Original-Filme veröffentlicht. Den Spieß dreht man jetzt um. Das heißt, auf jeden Original-Film als neue Marke kommen zwei Sequels zu etablierten Franchises. Neben „Toy Story 5“ sind deswegen etwa Fortsetzungen zu „Monsters, Inc.“, „The Incredibles“, „Coco“ und mehr geplant.

Ein Fehler: Nachdem John Lasseter als langjähriger Kopf von Pixar wegen einiger Vorwürfe Pixar verließ, übernahm Pete Docter das Zepter. Unter ihm entstanden zahlreiche eher autobiografisch angehauchte Filme unterschiedlicher Regisseure, die nicht das breite Publikum ansprechen konnten, das Pixar gewohnt war. Inzwischen will man sich daher auch von derartigen Erzählungen verabschieden und eher universelle Konzepte und Geschichten aufgreifen, mit denen besonders viele Menschen etwas anfangen können.

Gleichzeitig spielt auch bei neuen Ideen eine Rolle, ob sie sich für Fortsetzungen eignen. Da möchte man also direkt abwägen, wie das kommerzielle Potenzial für eine neue Marke ist. Docter hat dabei auch ungewöhnlich direkt zu Protokoll gegeben, dass es nicht Pixars Aufgabe sei, für Hunderte Millionen US-Dollar persönliche Therapien zu finanzieren. Man müsse die Menschen unterhalten. Das soll wieder das oberste Credo bei Pixar sein. Deswegen wurde z. B. auch der in der Produktion befindliche, autobiografische Film „Be Fri“ komplett eingestampft.

Disney und Pixar werden neutraler

Lange Zeit sah sich Disney der Kritik ausgesetzt, in Filmen eine sehr linke, politische Schlagseite unterzubringen. Das hat zwar einigen Zuschauern gefallen, andere aber in der gebotenen, direkten Form vor den Kopf gestoßen. Pixar verabschiedet sich daher ebenfalls von derlei Thematiken – aus „Elio“ wurden deswegen etwa zahlreiche Verweise auf die Homosexualität der kindlichen Hauptfigur entfernt. Aus der Animationsserie „Win of Lose“ strich man Hinweise auf die Transsexualität einer Figur.

Am Ende kann man es gut oder schlecht finden, aber die Realität des Marktes ist, dass viele Eltern es nicht gutheißen, wenn Kinder in jungem Alter mit Themen wie Homosexualität, Transsexualität bzw. generell Sexualität konfrontiert werden. Zumal sich in den USA generell die politische Stimmung gedreht hat. Dem muss sich auch Pixar stellen. Die Filme des Studios sollen nicht in erster Linie politische Botschaften vermitteln, sondern möglichst breit unterhalten.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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14 Kommentare
  1. Endlich kommt dieser woke Dreck weg. Der Großteil der normalen Menschen will unterhalten werden und keine postmodern-kulturmarxistisch-ideologische Umerziehung. Gilt übrigens auch für Werbung (siehe die Gewinneinbrüche bei Bud light, Jaguar, …).

    • „Der Begriff „woke“ stammt aus dem afroamerikanischen Englisch (AAVE) und bedeutet wörtlich „aufgewacht“ (Vergangenheit von to wake up). Er entstand in den 1930er/40er Jahren als Ausdruck für Wachsamkeit gegenüber rassistischer Diskriminierung und sozialer Ungerechtigkeit.“

      interessant… Wachsamkeit gegenüber rassistischer Diskriminierung und sozialer Ungerechtigkeit ist also Dreck. Das sagt wesentlich mehr über die Autoren solcher Aussagen aus, als über weniger gelungene Filme… Und die Tatsache es anderen nicht zugestehen, sich politisch zu äußern, selbst das aber für sich in Anspruch zu nehmen, ebenfalls.

      • Interessant, dass gerade ihr Woken, immer fordert beispielsweise das N. – oder Z. Wort nicht mehr zu verwenden, weil sich die Konnotation seit dieser Zeit ins Negative verändert hat, aber ausgerechnet beim Wort Woke selbst beharrt ihr dann plötzlich auf die völlig veraltete Ursprungsbedeutung – Wie nennt mal sowas: Heuchelei oder Fähnchen im Wind…

        • Wer ist denn jetzt „ihr“? Bitte wo genau habe ich sowas getan, so dass es gerechtfertigt wäre mir sowas zu unterstellen oder mich mit irgendwelchen Ideologen, die sowas möglicherweise getan haben zu vergleichen? Ich kenne ja nicht mal die ursprünglichen Behauptungen, da ja auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Leser nicht die mentale Auffassungsgabe haben, die Texte zu verstehen.

      • Kultursozialisten wie „Eddie“ sind halt ständig auf der Suche nach Diskriminierung und irgendwelchen vermeintlichen Opfergruppen, da sie eine Legitimation suchen für ihre unnützen ideologischen Gender- und sonstigen Social-Warrior-„Studien“ (wo es ohnehin noch nie um wissenschaftliche Objektivität sondern immer nur um die Implementierung neomarxistischer Ideologie gegangen ist), die kein Mensch braucht, um ihren fetten woken NGO- und staatlichen Bürokraten-Apparat mit dem Steuergeld der wertschöpfend arbeitenden Menschen zu mästen. Wer heute im Westen von solchen Leuten am meisten angefeindet wird, ist der „alte weiße Mann“ als vermeintliche Quelle von allem Bösen. Wohin das alles geführt hat, kann man eh täglich am wirtschaftlichen Niedergang Europas und Deutschlands im Spezielle beobachten. In diesem Land gibt es fast 300 Professuren für ideologisches Gender-Gaga aber nicht mal mehr zehn für Atomphysik. Jeder kann sich politisch „frei“ äußern, es sei denn, man weicht von der woken Herrschaftsideologie ab und tut dies öffentlich kund, dann bekommt man womöglich eine Hausdurchsuchung um 6Uhr früh oder sein Bankkonto gesperrt. Was hier aber abgeht (und nun hoffentlich bald endet) ist aber eine klare politische Agenda zur woken Umerziehung. Alles was von der Norm abweicht, muss ständig überhöht und idealisiert dargestellt werden. Aber der größte Teil der Menschen will sich unterhalten und einfach nur einen Film schauen und nicht ideologisch indoktriniert und kulturmarxistisch umerzogen werden.

        • Es ist eine absolute Unverschämtheit mir sowas zu unterstellen. Ich gendere nicht mal irgendwelche Texte, weder beruflich, noch privat! Ich habe lediglich auf die Bedeutung des Worts hingewiesen und dass man in seinen Texten etwas präziser sein sollte. Gleich mit so einer Hasstirade und Unterstellungen zu kommen, lässt tief blicken! Der Text klingt wie typischer AfD-Nonsense!

  2. Die woken Pixar-Filme, obwohl es m. E. nicht viele waren, waren ein Desaster! Aber auch ohne dieses Zeug sind die Filme nicht großartig besser geworden. „Zoomania 2“ fand ich noch langweiliger, als den ersten und „Toy Story 4“ war erfolgreicher, als er es verdient hatte.

        • Das ist auch falsch, weil Disney ein eigenes Team für Animationsfilme hat. Es sind also mitnichten die selben Mitarbeiter wie bei Pixar, die daran arbeiten ;-).

          • Hatte ich zwar mal anders gelesen oder gehört, aber sei’s drum. Die Filme sind in den letzten Jahren schlechter geworden. Gerade gucke ich mal wieder die alten Klassiker, die Disney noch persönlich hergestellt hat. Und die haben etwas, was den meisten neumodischen Computerfilmen fehlt. (Wobei mir von denen auch einige gefallen, wie z. B. „Ralph reicht’s“, „Cars“ und „Die Eiskönigin“.)

  3. Ja, es lieben sie Sequels, Prequels, Spinoffs, Game2Movies, Comic2Real, Real2Comic. Endlich wieder richtige Kreativität. Voll und Ganz im Zuschauerinteresse – ach nee, doch nur im Investoreninteresse.

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