Erhöhte Internetbelastung: Schaltet die Schweiz Videostreaming aus?

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Die Schweiz könnte aufgrund überhöhter Internetbelastung das Videostreaming deaktivieren
Die Schweiz könnte aufgrund überhöhter Internetbelastung das Videostreaming deaktivieren

Die Internetbelastung steigt aufgrund der steigenden Anzahl von Homeoffice-Arbeitern und dem fehlenden Freizeitangebot sprunghaft an. In der Schweiz könnte dieser Umstand zu einem Abschalten des Videostreamings führen. 

Wer sich in verordneter oder freiwilliger Quarantäne befindet, arbeitet in der Regel im Homeoffice oder vertreibt sich die Zeit mit dem Internet. Dazu gehört unter anderem auch das Streamen von Videos, dass den größten Anteil am weltweiten Internetverkehr ausmacht. Allein Netflix ist für rund 15% des globalen Traffics verantwortlich. In der Schweiz könnte diese gestiegene Anforderung an die Infrastruktur jetzt ein Problem werden. Wie die neue Züricher Zeitung meldet, hat das Kommunikationsnetz des Landes einen Belastungstest nicht bestanden. Im Ernstfall könnte somit das Internet in Teilen der Schweiz ausfallen und somit einer der wichtigsten Kommunikationswege wegfallen.

Shutdown in der Schweiz

Seit dem 16. März um Mitternacht wurde er „Shutdown“ über die Schweiz verhängt. Läden, Bars, Restaurants, Museen, Kinos usw. werden geschlossen. Bürger sind aufgerufen persönliche, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Ab diesem Zeitpunkt sei es im Swisscom-Netz immer wieder zu Ausfällen bei Anrufen über Mobil- und Festnetztelefone gekommen. Das ist natürlich nicht hinzunehmen, da Bürger im Notfall die entsprechenden Leitstellen erreichen müssen. Diese punktuelle Überlastung könnte auch bald bei der Internetversorgung auftreten.

Netflix, Spotify & Co. sorgen für Datenflut

Netflix soll für bis zu 15% des weltweiten Internettraffics verantwortlich sein
Netflix soll für bis zu 15% des weltweiten Internet-Traffics verantwortlich sein

Der Datenverkehr, der von einem Homeoffice ausgeht, ist dabei noch zu vernachlässigen. Schlimmer sind Streamingdienste wie Netflix, Prime Video, Spotify oder Messenger-Dienste wie Whatsapp. Vor allem in den Abendstunden steigt die Belastung sprunghaft an. Es ist auch nachvollziehbar, dass man sich in diesen schwierigen Zeiten nach etwas Ablenkung sehnt. Diese Überbelastung könnte bald dazu führen, dass Swisscom den Streaminganbietern den Hahn zudreht. Anfragen an IP-Adressen und Ports von Netflix & Co. würden kurzerhand gesperrt werden um „Platz zu machen“ für wichtigere Kommunikationen. Die Schweizer Regierung ist im regen Austausch mit den Verantwortlichen der Telekommunikationsnetze und wird nicht davor zurückschrecken, kurzfristig datenintensive Dienste zu blockieren.

Droht in Deutschland eine Abschaltung des Videostreamings?

Wie ein Sprecher der Deutschen Telekom gegenüber Bild bekannt gab, sollen die Netze der deutschen Netzanbieter „bestens gewappnet und auf hohe Belastung vorbereitet“ sein. Bereits Anfang des Jahres wurden umfängliche Vorkehrungen getroffen um dem wachsenden Datenverkehr in Deutschland standhalten zu können. Aber auch die Infrastruktur von Telekom und Co. wird ab einem gewissen Belastungsniveau die Datenmengen nicht mehr zuverlässig verarbeiten können. Zehntausende Nutzer die am Abend auf Netflix, Youtube & Co. zugreifen – wer weiß, ob das auf lange Zeit gut geht. Zudem widmen sich unzählige Gamer wieder ihren PC und Konsolen zu. Das Gaming-Portal Steam hat erst vor kurzem einen neuen Benutzerrekord aufgestellt. Zumindest fallen einige Peaks durch die Nutzung von DAZN, Sky Go & Co. weg, da ein Großteil der Sportevents abgesagt wurden. Und was spricht dagegen sich Zuhause mit der Familie mal mit einem Brettspiel zu unterhalten?

10 KOMMENTARE

  1. Mal wieder typisch….Was wir doch für eine supertolle Infrastruktur haben in CH. Alles kaputt gespart. Und beim ersten Stress Total-Fail. Dafür bezahlen wir ja auch das Doppelte wie im nahen Ausland. Um ausgerechnet wenn wir dann in Kürze eingesperrt werden uns nur noch das wundertolle Staats- oder Werbefernsehen reinziehen zu müssen. Danke Swisscom. Ich könnte k….. Bleibt zu hoffen, dass dies über Tor etc. irgendwie umgehbar ist.

  2. Naja, tönt so als ob die Schweiz „untergehen“ würde. Trifft allerdings nur Swisscom, welche in letzter Zeit viele Probleme hatte. Es gibt aber mit dem Kabelnetz von UPC noch einen zweiten Player und dort ist die Bandbreite kein Problem. Kein Wunder, wird dort ja auch kein Kupfer verlegt. Da hat es sich die Swisscom doch zu einfach gemacht.

  3. Als jemand, der 4K-BDs und andere digitale Videoscheiben dem Streaming vorzieht, fühle ich mich jetzt ganz extrem bestätigt.
    Andererseits finde ich es wirklich sehr schade, dass das den Start von Disney+ erschweren könnte.

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