HDMI 2.2: Droht die gleiche Verwirrung wie schon um HDMI 2.1?

HDMI 2.2 soll ab 2027 erste Fernseher ausstatten. Doch es droht zum Start zunächst wieder einmal viel Kuddelmuddel.

Finalisiert worden, ist HDMI 2.2 ja bereits im letzten Jahr. Der Nachfolger von HDMI 2.1 verdoppelt unter anderem die maximale Bandbreite von 48 auf 96 Gbps. Das große Aber: Es wird auch Geräte mit nur 64 oder 80 Gbps geben. Bedauerlicherweise dürften die Hersteller aber jeweils identisch mit HDMI 2.2 werben. Für Kunden dürfte also oft kaum ersichtlich sein, ob das vollwertige HDMI 2.2 an Bord ist bzw. welche Abstriche es gibt.

HDMI 2.2 ersetzt HDMI 2.1

Wir kennen das Spielchen vom Umstieg von HDMI 2.0 auf HDMI 2.1: Das HDMI Forum will mittelfristig komplett von der Zertifizierung für HDMI 2.1 abrücken und nur noch für HDMI 2.2 zertifizieren. Eine derartige Strategie hat aktuell z. B. dazu geführt, dass viele Beamer sich mit HDMI 2.1 schmücken, obwohl sie lediglich eARC bieten – weder ALLM (Auto Low Latency Mode) noch VRR (Variable Refresh Rate) oder 4K bei 120 Hz. In Zukunft dürften uns entsprechend viele Devices mit offizieller Unterstützung für HDMI 2.2 erwarten, die aber nur absolute Kernfunktionen des Standards anbieten.

Die wichtigsten Features des HDMI 2.2-Standards auf einem Blick
Die wichtigsten Features des HDMI 2.2-Standards auf einem Blick || Bild: HDMI Licensing

Kabel für HDMI 2.2 soll es noch in diesem Jahr geben. Sie sollen als „Ultra96“ vermarktet werden, in Anlehnung an die maximale Bandbreite von 96 Gbps. Erste Fernseher mit HDMI 2.2 kommen aber erst ab 2027 in den Handel. Ob hier wieder, wie 2019 bei HDMI 2.1, LG Electronics als erster Hersteller voranpreschen wird? Oder werden dieses Mal eventuell chinesische Anbieter wie Hisense und TCL schneller sein?

Gamer sollten die Datenblätter genau studieren

Vor allem Spieler sollten dabei genau hinschauen, um vor dem Kauf zu ergründen, ob HDMI 2.2 mit 64, 80 oder 96 Gbps unterstützt wird. Denn wer z. B. ein unkomprimiertes Bildsignal mit 4K bei 240 oder gar 480 Hz verwenden will, wird dies nicht mit 64 Gbps erreichen können. PC-Gamer und potenzielle Käufer von Next-Gen-Konsolen sind also auf Transparenz der TV-Hersteller bzw. kritische Tests angewiesen.

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André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller.
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1 Kommentar
  1. Meiner Meinung nach ist das nur für Gamer interessant und auch erst wenn sowas wie die PS6 auf den Markt kommt oder man den Highend PC mit dem TV verbinden möchte.
    Solange die PS5 Pro das aktuelle Gerät ist, benötigt man nicht mehr als HDMI2.1.
    Für mich persönlich fühlt sich HDMI2.2 an, wie 8K. Gibt es zwar, benötigt aber niemand.

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