Korea gegen China: Hat Hisense Technologien von LG geklaut?

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LG gegen Hisense Rechtsstreit
Hisense soll vier TV-Patente von LG Electronics verletzt haben

LG Electronics verklagt TV-Hersteller und Mitbewerber Hisense. Angeblich hat das chinesische Unternehmen vier Patente des koreanischen Unternehmens verletzt. 


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LG Electronics reichte Klage im US-Staat Kalifornien ein und fordert laut Berichten südkoreanischer Quellen eine hohe, jedoch noch nicht öffentlich kommunizierte, Schadensersatzsumme. Der Gegenstand der Klage ist die Verletzung von vier Patenten die bei der Produktion und Steuerung von TV-Geräten zum Einsatz kommt. LG Electronics behauptet, dass die überwiegende Mehrheit der in den USA verkauften Hisense-Fernsehgeräte von den betreffenden Patenten Gebrauch machen.

Unter den vier Patenten befindet sich eine Montagetechnologie, mit der eine stabile und gleichmäßige Lichtverteilung bei LED-LCD-Displays erfolgen kann. Das zweite Patent betrifft die Benutzeroberfläche und wie sich Geräte von Drittanbietern mit den Fernsehern verbinden können. Die letzten Patente beschreiben Verbesserungstechnologien der Bildschärfe und ein Verfahren zur Erhöhung der WiFi Datenübertragungsraten auf TV-Geräte.

Hinsense ignorierte Anfragen von LG

Die Klage war laut Aussage von LG der letzte Schritt, da Hisense alle Verhandlungsanfragen ignoriert und nicht reagiert hat. Das ist vielleicht nicht ganz unverständlich, da LG Electronics in der Kommunikation den Verkaufsstop von Produkten gefordert hatte, die eines oder mehrere dieser Patente verletzten. „Wir werden unsere Patente aggressiv schützen“, sagte das südkoreanische Unternehmen in einer Erklärung.

Hisense TVs wie der H65U8B bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Hisense TVs wie der H65U8B bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Was genau an der Klage dran ist, werden jetzt die Gerichte in Kalifornien entscheiden müssen. Sollte man der Anklage recht geben, dürfte Hisense eine nicht unempfindliche Summe an LG abtreten dürfen. Ggf. müssen betroffene TV-Geräte wirklich aus dem Verkauf genommen werden. Das sich LG Electronics den Mitbewerber Hisense für seine Klage „ausgesucht“ hat, ist vielleicht auch nicht kompletter Zufall.

Direkter Angriff auf die chinesische Konkurrenz

LG ist nach Samsung der weltweit zweitgrößte TV-Hersteller. Die koreanischen „Platzhirsche“ haben seit Monaten unter sinkenden Verkaufszahlen im TV-Segment zu kämpfen. Schuld daran soll der Preisverfall im LCD-Segment sein und die zunehmende Konkurrenz aus China, die ihre Modelle zum Teil für „Schleuderpreise“ auf die internationalen Märkte werfen. Da wäre es nur von Vorteil, einem direkten Konkurrenten und „Verursacher“ der TV-Flaute eines auszuwischen.

Hisense hält, nach Angaben von IHS Markit, einen Anteil von 6,2% am gesamten Fernsehmarkt. Samsung liegt mit einem Weltmarktanteil von 31,5% an der Spitze, gefolgt von LG mit 16,5%, Sony mit 8,8% und TCL mit 6,3%.

2 KOMMENTARE

  1. Wenn da mal nicht der Schuß nach hinten losgeht, dass wird sicherlich abgewiesen und/oder gleich mit einer Gegenklage beantortet

    1.P: „Montagetechnologie, mit der eine stabile und gleichmäßige Lichtverteilung bei LED-LCD-Displays erfolgen“
    Wenn man die Lichtverteilung von Hisense und LG, zB bei Direct und Edge lit Tvs vergleicht kann, kann das nicht stimmen, zumal LG da deutlich schlechter wegkommt
    2.P: „betrifft die Benutzeroberfläche und wie sich Geräte von Drittanbietern mit den Fernsehern verbinden können.“
    Hisense nutzt doch das reine AndroidTV ohne geänderte Oberfläche, die sieht schon mal garnicht aus wie WebOS und die Intregration anderer Geräte geht doch auch komplett über Android Protokolle. Da müsste ja LG erstmal Goggle verklagen.
    3 P: „Verbesserungstechnologien der Bildschärfe“
    Das geht ja über die Software-algorithmen des Videoprozessors, da hat ja LG garkeine Einsicht, kann dann nur eine reine Unterstellung sein ohne ieinen freien/offenen Quellcode
    4.P: „ein Verfahren zur Erhöhung der WiFi Datenübertragungsraten “
    Auch hier muss der Quellcode des Treibers offen sein, was er aber nicht ist-> wieder reine Unterstellung

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