Mini LED: Wachstum bis 2027, danach folgt das langsame Ende

Die Mini-LED-Technologie setzt ihren unaufhaltsamen Siegeszug fort und wird auch in den nächsten Jahren das Display-Segment dominieren. Doch auch der Absturz der Technologie ist wohl schon vorprogrammiert.

Bis 2025 werden laut den Marktforschern der DSCC mobile Endgeräte den Markt antreiben. Apple allein hat einen hohen Bedarf an Mini-LED-Panels für seine MacBook Pro und iPad Pro. Im vierten Quartal 2022 wurden bereits 5,6 Millionen Mini-LED-Panels ausgeliefert, wobei allein 2,2 Millionen auf das Konto der MacBook Pro gingen und 1,6 Millionen auf die iPads entfielen. Der Einfluss von Apple auf den Mini-LED-Markt ist unbestreitbar.

Apple ist Segen und Fluch für Mini-LED

Doch bereits ab 2024 plant Apple einen Wechsel zu OLED-Technologie für seine iPads, und ab 2025 sollen auch die MacBook Pro auf OLED umsteigen. Der Mini-LED-Markt wird somit zunehmend von Monitoren und Fernsehgeräten dominiert werden. Das Wachstum von Mini-LED ist somit einerseits gesichert, andererseits aber auch bereits vorprogrammiert, zu stagnieren und abzufallen. Aber wer weiß, vielleicht bringt die Zukunft ja noch weitere Überraschungen und Innovationen hervor, die uns das Display-Segment revolutionieren werden.

Mini LED wird wohl 2027 seinen Höhepunkt erleben.
Mini LED wird wohl 2027 seinen Höhepunkt erleben.

Doch wie es im Technologie-Markt oft der Fall ist, wird der Erfolg von Mini LED wohl nur von kurzer Dauer sein. Denn auch wenn die Prognosen der DSCC ein erfreuliches Bild zeichnen, so ist der Absturz der Technologie bereits vorprogrammiert. Im Jahr 2027 soll demnach der Höhepunkt erreicht werden und danach geht es abwärts.

OLED-Bildschirme machen sich breit

OLED-Bildschirme werden LCDs dann zunehmend verdrängen, denn diese sind technisch den Mini-LED-Beleuchtungen überlegen. Anders als die Mini-LED-Technologie haben OLEDs selbstleuchtende Pixel, die eine hervorragende Farbdarstellung und tiefes Schwarz bieten. Zudem ist es bei OLED-TVs möglich, einzelne Pixel komplett auszuschalten, wodurch nicht nur der Stromverbrauch gesenkt werden kann, auch die Detail- und Kontrastdarstellung verbessert sich drastisch.

Auch im Gaming-Bereich haben OLED-TVs Vorteile gegenüber Mini-LED-Beleuchtungen. Denn bei der Mini-LED-Technologie muss die Hintergrundbeleuchtung im Gaming-Modus simpler angesteuert werden, um den Input-Lag niedrig zu halten. Das kann zu Einbrüchen in der Bildqualität führen, die bei OLED-TVs nicht auftreten. Aber mit OLED ist nicht alles so rosig. Die Helligkeit bei großflächigen Darstellungen ist geringer als bei Mini-LED und wer primär ergebnisorientiert zockt, der findet sich womöglich eher im Mini-LED-, als im OLED-Lager wieder.

Mini LED ist nicht zu verwechseln mit Micro LED

Obacht: Während Mini LED eine Hintergrundbeleuchtung für LCDs meint, gibt es mit Micro LED auch eine neue Display-Technologie, die aktuell aber noch extrem teuer ist. Weitere, potenzielle Nachfolger könnten NanoLEDs sein. Auch dies steht für eine eigenständige Technik. Es ist zu erwarten, dass sich Mini LED in den kommenden Jahren immer stärker in der TV-Mittelklasse etabliert. Das Premium-Segment wird aber zunehmend von OLED dominiert.

QuelleDSCC
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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4 Kommentare
  1. Ich Frage mich wie der heutige TV Markt aussehen würde wenn Mini LED Technik bereits Anfang der 2010er Einzug gehalten hätte.

    Der Siegeszug von OLED hätte sich sicherlich deutlich verzogen. Gerade in den ersten Jahren waren Burn-in und Mangelende Leuchtkraft neben dem Preis echt ein Problem. Und der Abstand zur LCD Technik wäre damit deutlich kleiner gewesen.

    Mittlerweile sind die meisten OLEDs vergleichbar teuer wie die besten Mini LED Geräte. Und dieses Jahr scheinen sowohl LG Display als auch Samsung Display Panels zuliefern die ähnliche Leuchtkraft erreichen.

  2. „Denn der Hersteller aus Cupertino setzt entsprechende Panels für seine iPad Pro und MacBook Pro sein.“

    Auch wenn Apple schon ewig für OLEDs in Smartphones gebraucht habe, gehe ich davon aus, dass wir zumindest in diversen neuen iPads in den nächsten 1 – 2 Jahren auch OLEDs sehen.

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